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Abband!ungen der n reabiSEben Geologiscbea Landesanstalt
Nene FolOe. Heil 112
Die Kreideablagerungen
zwischen Elbe und Jeschken
I. Das Elbsandsteingebirge
östlich der Elbe
Von
Hermann Ändert
in Ebersbach i. Sa.
Mit 2 Tafeln und 20 Textabbildungen
Herausgegeben
von der
Preußischen Geologischen Landesanstalt
BERLIN
Im Vertrieb bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt
Berlin N 4, Invalidenstraße 44
1928
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Die Kreideablagerungen
zwischen Elbe und Jeschken
I. Das Elbsandsteingebirge
östlich der Elbe
Von
Hermann Ändert
in Ebersbach i. Sa.
Mit 2 Tafeln und 20 Textabbildungen
Herausgegeben
von der
Preußischen Geologischen Landesanstalt
BERLIN
Im Vertrieb bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt
Berlin N 4, Invalidenstraße 44
1928
Inhaltsverzeichnis
Seile
Einleitung • • •
Geographische Einführung in das Gelände
Petrographisch-tektonischer Teil
Allgemeiner Aufbau
Die Störungslinien
Beschreibung der einzelnen Schollen
1. Das nördliche Tafelland
A. Die Liliensteinscholle
B. Die Winterbergscholle
C. Die Rosenbergscholle
D. Die Stembergseholle
E. Die Tännigtscholle
F. Die Windischkamnitzer Scholle
G. Die Dittersbacher Scholle
H. Die Suppgebergscholle
I. Die Rennersdorfer Scholle
K. Die Ottenbergscholle
2. Der horstartige Sporn von Niedergrund
L. Die Elbleitenscholle
M. Die Arnsdorfer Scholle
N. Die Binsdorfer Scholle
O. Die Rosenkammscholle
P. Scholle Sign. 415,4
Q. Scholle SigD. 362,0
R. Die Laubescholle
S. Die Hainbühlscholle
3. Das Bruchgebiet von Böhmisch-Kamniiz
T. Die Huttenbergscholle
U. Die Maibergscholle
V. Die Jonsbachcr Scholle
W. Die Loosdorfer Scholle
X. Scholle Sign. 342,0
Y. Die Philippenauscholle
Z. Die Steiuwandschollc
Ai. Die Albswändcscholle
Bi. Die Noldeschollc
Ci. Die Kamnitzer Schießhausscholle
Di. Die Fock’scho Höhe-Scholle
Ei. Die Loosdorf-Ost-Scholle
Fi. Die Poppenbergscholle
Gi. Die Scholle Altohlisch-Böhm. Kamnitz . . .
4. Das Bruchgebiet von Pirna
Hi. Die Rauensteinscholle
I|. Die Bärensteinschollo
Ki. Die Brandscholle
Li. Die Basteischolle
Mi. Die Uttewalder Scholle
Ni. Die Herrenleitescbolle
0|. Die Zatzschkescholle
Pi. Die Schöne Höhe-Scholle
Qi. Die Krietzschwitzer Scholle
Der tektonische Aulbau des Elbsandsteingebirges
Die Kluftlinien
Anlage — Profile
Stratigraphischer Teil
Das Cenoman ‘ *
Das Unterturon
Das Mittelturon
Das Oberturon
Der Emscher ._ • • • •
Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse . - . . • • • • •
Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
Das gegenwärtige Landschaftsbild
Morphologie des Elbsandsteingebirges
Literaturverzeichnis
1
3
5
7
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15
15
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52
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84
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111
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132
137
145
Abkürzungen:
0. Gr. o Obergrenze der Stufe a der Zone des Inaceramus Scbloenbacbi . S. 14
0. Gr. 3 Obergrenze der Stufe ß der Zone des Inoceranwt Sc/iloenbachi . . S. 14
0. Gr. lab. Obergreuze der Zone des Inoceramus labiatu» S. 14
Sst. Sandstein.
fk. feinkörnig = Korngröße bis zu 0,4 mm.
mk. mittelkörnig = Korngröße: Hauptbestandteil 0,4 — 0,75 mm.
gk. grobkörnig = Korngröße: Hauptbestandteil stärker als 0,75 mm.
mg. mittelgrob.
Einleitung
Den Rand der Sudeten begleitet beiderseits eine Zone cretaceischer
Gesteine, an deren Zusammensetzung in hervorragender Weise Sand-
steine beteiligt sind. Trotz verschiedener facieller Abweichungen
führten meine langjährigen Arbeiten zu dem Ergebnis, daß diese Ab-
lagerungen ein einheitliches Gepräge besitzen, so daß es wohl berech-
tigt ist, sie als sudetische Kreide zusammenzufassen. Zu ihr ge-
hören folgende llauptgebiete: Die Löwenberger und Lahne r
Kreide, die Glatzer Kreide, die Oppelner Kreide und das säch-
sisch-böhmische Kreidegebiet. Letzteres bildet die weitaus größte
zusammenhängende Kreidefläche, ln fast allen umfangreicheren Ar-
beiten über die deutsche und besonders die schlesische Kreide hat
man deshalb seit jeher versucht, Parallelen mit der sächsisch-böhmi-
schen zu ziehen. Die sächsische Kreide ist durch die Arbeiten von
Geinitz und PHTRASCHECK sowie durch die Aufnahmen des .Sächsi-
schen Geologischen Landesamtes schon ziemlich eingehend behandelt
worden. Durch ungünstige Aufschlüsse einiger wichtiger Leitschichten
waren aber aucli hier noch Irrtümer verborgen, die erst durch die Un-
tersuchungen im benachbarten böhmischen Kreidegebiet klar gestellt
werden konnten. Über dem großen böhmischen Kreideareal selbst
lag ein unsicheres Halbdunkel. KllEJÖi und FRITSCH hatten in ihren
Aufnahmearbeiten wohl ein reiches Material zusammengetragen, doch
war durch die schwer zu entziffernden tektonischen Verhältnisse die
Auswertung zunächst nur gering, so daß die Stratigraphie unklar
bleiben mußte. Die umfangreichen Arbeiten ZAHXLKA’s in der böh-
mischen Kreide gründen sich fast nur auf petrographische Vergleiche
der Sedimente; der Fossilinhalt wurde stratigraphisch gar nicht ver-
wertet oder gänzlich falsch gedeutet. So lagen die Verhältnisse, als
ich vor mehr als 20 Jahren meine Arbeiten in der sudetischen Kreide
und zwar ausgehend von der sächsisch-böhmischen aufnahm. Durch
peinliches stratigraphisches Sammeln voa Fossilien und unmittelbaren
Vergleich mit den Originalen zu früheren Arbeiten in den Sammlungen
der Preußischen Geologischen Landesanstalt, der Universität zu Breslau,
des Realgymnasiums zu Löwenberg, der Museen zu Dresden, Leipzig,
Prag u. a. hoffte ich die gegenseitigen Verhältnisse des Emschers und
Oberturons innerhalb der sudetischen Kreide feststellen zu können.
Wenn auch die Bearbeitung des reichen Fossilmateriales sehr erfreu-
liche und befriedigende Ergebnisse zeitigte, so stieß ich bei der Abgren-
1
Neue Folge. Heft 112
2
Einleitung
zung der fossilreichen Gebiete von Kreibitz, Tannenberg und Walters-
dorf auf außerordentliche Schwierigkeiten. Die jenseits von Bruch-
linien angrenzenden Kreidesedimente sind so fossilarm oder enthalten
so gleichgültige durch mehrere Horizonte hindurch gehende Arten, daß
sich umfangreiche Geländeaufnahmen, wobei Schritt für Schritt die
petrographische Zusammensetzung der Sedimente verfolgt werden
mußte, notwendig machten, um eine sichere Basis zu erhalten. Diese
eingehenden Untersuchungen wurden nach Westen bis Pirna und Dres-
den, nach Osten bis zum Jeschken und nach Süden bis zur Sprachgrenze
und darüber hinaus ausgedehnt. Schließlich erschien es notwendig, um
überhaupt eine Grundlage für fernere Arbeiten zu erhalten, in einer
besonderen kleineren Arbeit 1 ) durch kritischen Vergleich der sächsi-
schen Kreide mit den bekannten Kreidegebieten Norddeutschlands und
anderweit die in ersterer vorhandenen Irrtümer aufzuklären. Nun war
es erst möglich, darauf weiter zu bauen und durch Aneinanderreihen
zahlreicher Profile in die ungefähr 200 m mächtige, fast fossilleere
Sandsteinmasse des unteren Oberturons, deren Verfolgung sich außer-
ordentlich schwierig gestaltete, Licht hineinzubringen. Auch in Schle-
sien ist diese Sandsteinserie, obwohl bisher kaum beachtet, vorhanden.
Um dort ihre wahre Mächtigkeit und ihren Charakter zu erkennen, wird
man gezwungen sein, ähnliche eingehende Untersuchungen wie im Fol-
genden geschildert anzustellen.
Die petrographischen und tektonischen Arbeiten erreichten da-
durch einen derartigen Umfang, daß ihre gesonderte Behandlung not-
wendig erschien. Bei der Eigenart des Elbsandsteingebirges gegenüber
dem östlichen Gebiet wurde auch hier eine Trennung vorgenommen.
Hieraus ergibt sich folgende Gliederung:
I. Das Elbsandsteingebirge östlich der Elbe
II. Die nordböhmische Kreide zwischen Elbsandsteinge-
birge und Jeschken
III. Die Fauna der obersten Kreide in Sachsen und Böhmen.
') Asukkt, Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales. Leip-
zig 1927.
Geographische Einführung in das Gelände
Zwischen der Lausitzer Hauptverwerfung im N, dem Böhmi-
schen Mittelgebirge im S, dem Kreibitzer Bergland im 0
und dem Erzgebirge im W erstreckt sich das Tafelland des Elb-
sandsteingebirges oder die Sächsisch -Böhmische Schweiz.
Die orographische Eigentümlichkeit des Gebietes hat es zu einer Welt-
berühmtheit gemacht. Die im allgemeinen aus fast horizontal ge-
lagerten Schichten der oberen Kreide bestehende Sandsteintafel ist
l'hot. W. Kaum, Drrsden-N. li.
Abb. 1. Das Gebiet der Ebenbeiten und Steine. Im Vordergründe das Elbtal
bei Kathen. Die wichtigsten Steine von links nacli rechts: Z = Zirkelstein. GZ =
Großer Zschirnstein. 1’ = Papstein. I. = Lilienstein, l’f = Pfaffenstein. Das Elbebett
ist in das Untorturon cingeschnitten. Die Elbhänge und Ebenheiten bestehen aus Mittel-
turon (Steinbrüche vor dem Lilienstein). Die aufsitzenden Steine sind Reste der ober-
turonen Sandsteinmasse.
von canonartigen Schluchten und Tälern durchzogen. Der Landschafts-
charakter zeigt zwei llauptformen und zwar die Ebenheiten und die
Felslabyrinthe. Die Ebenheiten sind im Durchschnitt 30 — 100m
über der schluchtartig eingeschnittenen Talsohle entwickelte ebene
Flächen, über die einzelne Felstürme, Felsklütze oder Felsberge, die
sogenannten »Steine«, senkrecht emporragen (s. Abb. 1). In einigen
größeren Gebieten bilden die Sandsteine der »Steine« hingegen noch
1 *
4
Geographische Einführung in das Gelände
eine geschlossene, von unzähligen Schluchten und Gründen durch-
zogene Masse, die Felslabyrinthe. Hier feiert die Gestaltungs-
kraft der Natur ihre herrlichsten Triumphe. Es wird Gelegenheit
sein, auf die Eigenart dieser Felsformen wiederholt hinzuweisen.
Für vorstehende Arbeit ist die tiefe Elbtalrinne, die das Sand-
steingebiet in eine östliche und in eine westliche Hälfte teilt, als will-
kürliche Westgrenze gewählt worden. Gegen S wurde die Grenze von
Tetschen über Loosdorf und Altohlisch nach Böhmisch Kamnitz und
anschließend gegen 0 über Höllegrund, Kaltenbach, Niederkreibitz,
Daubitz und Khaa gezogen. Entlang dieser Linie verschwinden die
Sandsteine der Stufe ß der Zone des Inoceramus Scliloenbachi gegen S
und 0 unter jüngeren Schichten. Die Lausitzer Hauptverwerfung be-
grenzt unser Gebiet im N von Ivhaa über Hinterhermsdorf und Hohn-
stein bis zum Pillnitzer Tännigt. Eine kurze Linie von Kleingraupa
nach Birkwitz bildet die Verbindung mit der Elbe.
Eine Aufzählung der unzähligen Berggipfel ist, soweit erforderlich,
bei Beschreibung der Schollen eingeflochten worden. Die höchste Er-
hebung bildet der Rosenberg (620,3 m U. d. M.).
Die Hauptentwässerungsader ist der Kamnitzbach. Er fließt
von Böhmisch Kamnitz zunächst in westlicher, sodann in nördlicher
Richtung durch das Windischkamnitzer Quertal und schließlich wieder
durch enge, tiefe Schluchten in NW- und W-Richtung und mündet bei
Ilerrnskretschen in die Elbe. Sein bedeutendster Zufluß ist der Krei-
bitzbach. Er tritt bei Niederkreibitz in das Gebiet, bildet den roman-
tischen I’aulinengrund und mündet am Nordende von Windischkamnitz
in den Kamnitzbach. Andere weniger bedeutende Nebenbäche auf der
rechten Seite des Kamnitzbaches sind der Weißbach, Schweins-
bach, die Biele und die Lange Biele, auf der linken Seite
finden sich nur ganz schwache unbedeutende Wasseradern. Die Ent-
wässerung der Binsdorf- Rosendorfer Ebenheit erfolgt durch die Dürr-
kamnitz mit dem Erbsbach. Im N durchfließt teilweise hart an der
Granitgrenze die Kirnitzsch (Khaa) von O nach W das Gebiet in
engen Schluchten, auf ihrem verhältnismäßig langen Wege keine ein-
zige bedeutendere Ortschaft berührend. Sebnitz mit R olenz sowie
Wesnitz durchfließen unser Gebiet nur in ihrem Unterlaufe. Alle
diese Flüsse und Bäche münden in die Elbe.
Gegenüber dem üppig grienen Kreibitzer Bergland zeigt das Elb-
sandsteingebirge ein Bild der Trockenheit und Dürre. Kahle Sand-
steinwände ragen allerwärts empor; das Wasser versickert schnell in
den mehr oder weniger durchlässigen Sandsteinmassen bzw. in deren
zahlreichen Klüften und dringt in die Tiefe, die Felsoberfläche der aus-
trocknenden Sonnenhitze überlassend. Infolgedessen herrscht in den
ausgedehnten Waldungen auch die Trockenheit liebende Kiefer vor.
Petrographisch-tektonischer Teil
Allgemeiner Aufbau
Am Aufbau des östlichen Elb Sandsteingebirges beteiligen
sieh folgende Formationen:
1. Das Grundgebirge.
2. Rotliegendes und Jura.
3. Obere Kreide.
A. Cenoman.
B. Turon.
a) Unterturon. Zone des Inoceramus labiatus SciILOTH.,
b) Mittelturon,
ct) Zone des Inoceramus Lamareki PARK,
ß) Zone des Spondi/lus spinosus Sow. und Heleroceras
Rcußianum Schlüter,
c) Oberturon, Zone des Inoceramus Schloenbacln Boehm,
Stufe ct,
ßi,
ß2l
T-
C. Emscher.
4. Tertiär.
5. Diluvium und Alluvium.
Das im Elbtale, zwischen Tetschcn und Niedergrund in einem
schmalen Streifen zutage tretende Grundgebirge besteht ausGranit
und paläozoischen Schiefern. Sie sind nur so weit, als für den Zweck
dieser Arbeit notwendig, S. 52 kurz behandelt worden. Übrigens sei
auf die Erläuterung zur Sächsischen geologischen Karte Großer Wintcr-
berg-Tetschen verwiesen (S. 5—22).
Rotliegendes und Jura sind nur in einzelnen kleinen Schollen
entlang der Lausitzer Hauptverwerfung vorhanden 1 ).
') Näheres hierüber bieten die Erläuterungen zur geologischen Karte von Sachsen
Königstein-Hohnstein (S. 23), Sebnitz-Kimitzschtal (S. 29) und Hinterhermsdorf- Daubit«
(S. 27). Die wichtigste Literatur ist in der Erläuterung zu Blatt Königstein-Hohnstein,
S. 23, zusammengestellt.
6
Allgemeiner Aufbau
Über das ganze Gebiet verstreut treten tertiäre Ergußgesteine
von basaltischem Charakter auf. Teils überragen sie mehr oder we-
niger die Umgebung, teils sind sie vollständig eingeebnet. Sie sind in
dieser Arbeit, die lediglich den Kreideschichten gewidmet ist, nur so
weit, als letztere mit ihnen in Berührung stehen, erwähnt. Eingehende
Behandlung haben sie in den Erläuterungen zu den entsprechenden
sächsischen geologischen Karten erfahren. Für das darüber hinaus
reichende böhmische Gebiet kann die geologische Übersichtskarte des
Böhmischen Mittelgebirges nebst Erläuterung von J. IllBSCir, unserem
besten Kenner der jungvulkanischen Gesteine, als Grundlage dienen.
Diluviale Deckenreste findet man auf den Ebenheiten und
Hochflächen, während entlang des Elbelaufes und in den geschluch-
teten Talrinnen alluviale Schotter und Sande abgelagert sind. Diese
jüngsten Bildungen sollen hiermit nur kurz erwähnt sein.
Alle diese Gesteine und Ablagerungen trete n vo 1 1 s t ä n -
dig zurück gegen die Sedimente der Oberen Kreide. Die
wichtigste Literatur hierüber ist im Literaturverzeichnis S. 145 u. ff.
zusammengestellt. Tn meiner im Vorjahre erschienenen Arbeit »Zur
Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales« ist dar ge-
legt worden, daß die bisherige Stratigraphie der Oberen Knude zum
Teil große Irrtümer enthielt. Nachdem diese richtig gestellt sind und
die turone Kreide des Elbsandsteingcbirges in das entsprechende Ver-
hältnis zu den übrigen Kreidegebieten gebracht worden ist, soll in vor
stehender Arbeit der innere Bau des östlichen Elbsandstein ge -
birges, insbesondere die Lageveränderung der Schichten, untersucht
und auf dieser Grundlage die Stratigraphie für dieses Gebiet neu be-
gründet werden.
Außer den entsprechenden geologischen Karten der sächsischen
geologischen Landesuntersuchung T. Auflage wurde die sächsische topo-
graphische Karte mit böhmischem Anteil Am Raumberg« i. M. 1:25000
sowie die Karte zu Michel, Geolog. -petrogr. Untersuchungen im Ge-
biete der Erzgebirgsbruchzone westlich Bodenbach benützt. Die Tlöhcn-
angaben im Text beziehen sich auf diese Karten.
Ich danke Herrn Geh. Bergrat Professor Dr. KltUSOH als Prä-
sident der Preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin für Auf-
nahme und Drucklegung meiner Arbeit, den Herren Geh. Bergrat
Professor Dr. MICHAEL und ZiMMERMANN in Berlin, Professor Dr.
WANDERER in Dresden, Professor Dr. MÜLLER in Reichenberg und
Professor Dr. PuRKYXE in Prag für Unterstützung und Förderung der
Arbeiten, Herrn R. HlLLER in Ebersbach für Ausführung verschiede-
ner mikroskopischer Untersuchungen, sowie, den Herren Dr. Iv. PlETZSClI
in Leipzig, WALTER Hahn in Dresden und M.\X IIOLSCHEIDER in Ebers-
bach für Überlassung photographischen Materiales.
Während meiner Aufnahmearbeiten im Gelände wurde mir eben-
falls in verschiedener Weise wertvolle Unterstützung zuteil. Dankbar
gedenke ich der Herren Fabrikbesitzer FRANZ LlSOHKE in Kreibitz
Die Störungslinien
7
und KARL Lisciike in Niederkreibitz, Fachlehrer Karl PRINZ in Böh-
misch Kamnitz (jetzt Tetschen), Oberlehrer A. S ENGER in Sandau,
WAGNER in Windischkamnitz und Baurat Ing. ALBERT KOPP f in
Schönfeld. Tatkräftige Hilfe erhielt ich ferner bei den Feldarbeiten
durch meine Söhne WERNER und HERBERT.
Die Störungslinien
Das Elbsandsteingebirge wird im Süden von der östlichen Fort-
setzung der Erzgebirgsbruchzone zerschnitten und abgegrenzt. Ent-
lang dieser Zone ist cs staffelförmig in die Tiefe gebrochen. Im un-
gestörten Gebiet, wie man das Sandsteingebirge nördlich der Linie
Tetschen— Loosdorf— Hadergrund— nöllegrund bisher zu bezeichnen
pflegte, sind jedoch ebenfalls Schollenverschiebungen vorhanden. Die
Durcharbeitung des Gebietes mußte bei der Fossilarmut vorwiegend
auf petrographischer Grundlage vorgenommen werden. Nach jahre-
langer Ungewißheit konnte so trotz der Spärlichkeit von Leitfossilien
der stratigraphische Aufbau der Schichten über das ganze Gebiet klar-
gestellt werden, wobei sich Störungslinien meist zwangläufig ergaben.
Späteren Untersuchungen sei es Vorbehalten, den Verlauf dieser Linien
im einzelnen genauer festzulegen. Durch Aufsammlung zahlreicher
Gesteinsproben, Beobachtung der Art ihres Vorkommens sowie Fest-
stellung ihrer Höhenlage wurde zunächst zahlreiches Material zusam-
mengetragen. Ein Vergleich der Proben und sonstigen Merkmale in
den verschiedenen Profilen ergab die Verbreitung gewisser Gesteine
über größere Gebiete. Besonders Stufe et der Zone des Inoceramus
Schloeribachi ist in den Felsgobieten des östlichen Elbsandsteingebirges
meist mit Sicherheit nachzuweisen und stellt eine vorzügliche Leit
Schicht dar. Es sind dies leicht zerfallende Sandsteine, die eine zwi-
schen den Felsbänken der Grenzhorizonte gewöhnlich als Böschung
auftretende 40 50 in mächtige Schichtenfolge bilden, deren Ober-
fläche mit weißgrauem Sand bedeckt ist. Dort wo diese Böschungen
zwischen den steilen Sandsteinfelsen der benachbarten Schichten plötz-
lich in höhere oder tiefere Höhenlagen übergehen, ließ sich auch auf
der Karte 1:25000 der Verlauf der Störungslinien oft gut erkennen.
Ebenso unterscheidet sich im Gelände die steilfelsige Labiatuszone
von dem sanft geböschten unter lagernden Cenoman und der ebenfalls
meist weniger zu Felsbildungen neigenden Zone des Inoceramus La-
marcki. , .... .
Vorläufig mag dahingestellt sein, in wieweit der Höhenunterschied
stratigraphisch gleichartiger Schichten durch eine einzige vertikale oder
eine aus kleinen Staffelbriichcn zusammengesetzte Bruchlinic oder
durch schiefgestcllte, oben und unten abgebrochene schmälere Streifen
oder schließlich nur durch eine Zerrungszone ausgeglichen wird. Für
diese Arbeit kann es genügen, daß die verschiedene Höhenlage gewisser
Schichten festgestellt und endlich eine Grundlage für weitere Arbeiten
auf geologischem Gebiete geschaffen ist. Ist es doch der erste Ver-
8
Die Störungslinien
such, um in dem fossilarmen östlichen Elbsandsteingebirge gewisse
Schichtengruppen für stratigraphische Zwecke voneinander zu trennen.
Die Annahme einer über größere Flächen sich erstreckenden all-
mählichen Neigung der »ungestörten« Sandsteintafel nach einer be-
stimmten Richtung, womit man bisher den Höhenunterschied einiger
früher schon gut bekannter Leitschichten im Elbsandsteingebiete ohne
Anwendung von Störungslinien zu erklären versucht hat, genügt nicht.
Der Übergang benachbarter gleichartiger Schichten in höhere oder
tiefere Lagen ist meist zu unvermittelt, so daß nur vertikale Ver-
schiebungen, also Brüche, die Ursache dieser Erscheinungen sein kön-
nen 1 ). Die felsige Ausbildung von Verkieselungs- und Vererzungs-
zonen in sonst weniger zu Felsformen neigenden Schichten wurde,
soweit erkennbar, hierbei berücksichtigt.
Schließlich sei darauf hingewiesen, daß im Bruchgebiet von
Kulan Tetsehen— Böhmisch Kamnitz, dort wo durch einen Wechsel
von Sandstein und Tonmergel Lageveränderungen der Schichten ohne
Schwierigkeit nachgewiesen werden können, eine ganze Menge von
Bruchlinien vorhanden sind, und daß auch auf kürzere Entfernung hin
schief gestellte Schollen durch Brüche begrenzt sind 2 ). In gleicher
Weise wird man im »nördlichen Tafellande«, wie das »ungestörte Ge-
biet« wohl richtiger zu bezeichnen ist, größere Höhenunterschiede ein
und derselben Schichten unter Berücksichtigung der dargelegten Gründe
am einfachsten mit Hilfe von Bruchlinien erklären.
I- 8 ) Eie wichtigste Dislokation*) besteht aus mehreren Einzel
brüchcn. Sie trennt das nördliche Tafelland vom südlichen Einbruch-
gebiet. Die Linie verläuft von der Elbe bei Tetsehen in OSO-Rich-
tung zur Bohemia (Ia) und weiter in NO-Richtung über den Rangier-
bahnhof bei Laube durch den Ort Ileidenstein zum Heidegrund (I b).
Hier trifft sie auf eine OW streichende Linie, die man entlang des
') Förster, Hermann, Beiträge zur tektonischen Deutung der Kluftsystome im
sächsischen Quadergebirge. Zeitsehr. d. Dtsch. Gcol. Ges., 76. Bd. (1924), S. 78—114
Berlin 1925. Trotzdem ich die Arbeit erst bei Abschluß meiner Abhandlung erhielt!
veranlassen mich wichtige gegenseitige_ Berührungspunkte, darauf wiederholt einzugehen.
/c F*“ m f S - “• 106 ) hält al *° Klüfte für Zerrungserscheinungen. Ferner sagt er
(b. 100), daß iu den Klüften erzgebirgischer Richtung jeder westwärts gelegene Flügel
einer Kluftfläche gegenüber dem östlicheren etwas abgesenkt und daß der Ahsenkungs-
betrag meist unmeßbar klein sei. Nach der Beschaffenheit des Sandsteingebirges werden
derartige kleinste Verschiebungen entlang der Klüfte sicher vorhanden sein. Im allge-
meinen ist jedoch das Absinken von 0 und S in der Richtung gegen Pirna nicht gleich-
mäßig erfolgt, sondern in der Umgebung von Pirna ist ein Einbrechen der Schollen
festzustellen. Der Einbruch ist wie bei Dresden vom Erzgebirge gegen die Lausitzer
.Hauptverwerfung hin, an der er sich gestaut hat, geschehen.
tone 1 ^ I , B8cn > /■> Erl - z - Blatt Tetsehen d. geol. Karte d. Böhm. Mittelgebirges. Wien
1896, S. 14 u. 15. — Beck, R. und J. Hibscii, Erl. z. Bl. Großer Winterberg- Tetsehen
d. geol. Karte v. Sachsen. Leipzig 1895, S. 46 u. flg. - Michel, H., Geol.-potrogr.
Unters, im Gebiet d. Erzgebirgsbruchzone westl. Bodenbach. Tscherm. Min. u. Petrogr
Mitt., Neue Folge, Bd. 32, IV. u. V. Heft, Wien 1914, S. 326 u. flg. B
3 ) Die römischen Ziffern stimmen mit denen auf der tektonischen Karte überein.
4 ) Siehe Linie I der tektonischen Karte.
Die Störongslinien
9
Heidegrundes bis zum Iladergrund verfolgen kann (Ic). Die Linie
folgt weiter in NO- und N-Richtung dem östlichen Talrande von Win-
dischkamnitz, biegt nordwestlich Sign. 262,0 wieder nach NO um,
streicht vorüber an Sign. 283,0 und 213.8, erreicht Schemel, streicht
über die Hintschke und weiter entlang der Schranne bis Sign. 389,8 (Id).
Hier tritt eine schwach nach 0 abgelenkte N-Richtung ein. Die Linie
führt westlich am Mühlberg vorüber, über Sign. 406,5, Sign. 443,0,
Westausgang Khaa, um schließlich im Rauchgraben, westlich von
Schnauhübel, an der Lausitzer Hauptverwerfung ihr Ende zu er-
reichen (I e).
II. Eine ebenfalls bedeutungsvolle Dislokation 1 ), die den horst-
artigen Sporn von Niedergrund gegen 0 abschneidet. Die Linie setzt
unweit Sign. 362,0 an Ic im Heidegrunde an und streicht in NW-
Riehtung über Arnsdorf, östlich Arnsheide, entlang der Dürrkamnitz-
schlueht und quert die Elbe an der Einmündung der Dürrkamnitz,
Ihr jenseitiger Verlauf ist weniger scharf ausgeprägt und dürfte in
der Einsattelung zwischen Kleinhennersdorfer Stein und Papstein über
Hütten bis gegen Krietzschwitz (Ha) und entlang des Gottleubatales
bis Pirna zu verfolgen sein (II b).
III. Im N wird das Tafelland gegen das Pirnaer Rruchgebiet
durch Linie Hl 2 ) abgegrenzt. Die Linie beginnt bei der Kohlmühle
an der Lausitzer Hauptverwerfung und streicht in OW-Richtung ent-
lang des Sebnitzbaches bis II. P. Porschdorf, weiter in NW-Richtung
bis zur Waltersdorfer Mühle, von da mit geringer Sprunghöhe zum
Ilockstein an der Lausitzer Hauptverwerfung (lila). Die Ilauptstö-
rung biegt an der Waltersdorfer Mühle nach SW und W, berührt das
Südende von Weißig, den Kahlen Stein und die Struppenbastei (Mb),
und erreicht in NW-Richtung, der Elbe bis Copitz folgend, schließlich
Birkwitz (III c).
IV. Eine Linie 8 ), die die schief gestellte Krietzschwitzer Scholle,
die NW -Spitze des Tafellandes, von letzterem abschneidet. Sie verläuft
von Linie Ilfc bei Obervogelgesang in SW-Richtung bis an Linie II bei
Rottwerndorf.
V. östlich von Schandau trifft man eine Linie 4 ) von der Elbe bei
Sign. 265,0 in NO Richtung über Sign. 305.3 westlich vom Rauschen-
stein durch das hintere Schrammsteingebiet bis zum Langen Horn
Sign. 433,0 (Va), von da in OW-Richtung hindurch zwischen Lorenz-
steinen und Hinterem Raubschloß zum Kanstein und zur Kirnitzsch und
von da am Carolastein vorüber dem gegen Hinterhermsdorf ziehenden
Tale folgend bis an die Lausitzer Hauptverwerfung (Vb).
VI. Auf Linie Va setzt unweit der Elbe ungefähr bei Sign. 305,3
') Siehe Linie II der tektonischen Karte.
3 ) » » III • »
s ) » » IV » » » .
<) f» » V » » » .
10
Die Störnngslinien
westlich vom Rauschenstein eine SO-streichende Linie 1 ) auf, die, am
W- und S-Hange des Großen Winterberges entlang streichend, oberhalb
der 3 Quellen den Touristenweg zum Prebischtore kreuzt und bis gegen
Sign. 233,1 im Thorgrunde verlaufen mag.
VII. Bei Sign. 233,1 stößt an Linie VI im spitzen Winkel eine in
WSW-Richtung streichende Linie 2 ), die bei der Sehiebmühle die Elbe
erreicht und auf Linie II a auftrifft.
VIII. Eine Linie 3 ) vom Belvedere an der Elbe (Sign. 279,8) in
OW-Richtung über Elbleiten zur Pürrkamnitz. von hier in ONO-Rich-
tung am Nordausgang von Rosendorf, an Sign. 292,0 und am Südrande
des Schloßberges von Ilohenleipe vorüber bis an Sign. 350,3 östlich vom
Käsestein und weiter umbiegend in NO- und N-Richtung, zum Teil in
Zickzack verlaufend, vorbei am Kramerhorn und Hohen Hübel zur
Oberen Sehleuße und in derselben Richtung wahrscheinlich die Lausitzer
Ilauptverwerfung erreichend.
IX. Eine Linie 4 ), ansetzend an Linie Ic, von Neuohlisch, Sign.
232,2, entlang des S- und O-Abhanges des Rosenberges über Sign. 297,5,
296.6 und 264,6, quert bei der Brettmühle das Kamnitzbachtal und er-
reicht bei Sign. 265,4 östlich vom Nordende von Ilohenleipe Linie VIII.
X. Eine Linie 5 ), aufsetzend auf Linie Id bei Sign. 213,6 in Sche-
mel, in der Richtung zwischen NO, ONO und NNO wechselnd, durch
Dittersbach zum SW-Euß des .Maricnfelsen, ferner über Suppgeberg,
Westabhang des Ziegenrückens Sign. 437,0, nordöstlich der Theodoren
halle, Sign. 420,6 und den Schwarzberg, erreicht am Hemmhübel Sign.
436.7 Linie Ie.
Zwischen Linie VIII und IX einerseits und Linie Ide andererseits
streichen folgende Querlinien:
XI. Eine Linie 6 ) bei Sign. 350,3 östlich des Käsesteins aufsetzend
auf Linie VIII in SO Richtung über Sign. 303,2 zum Westfuß des
Marienfelsen, wo sie Linie X erreicht.
XII. Eine kurze Linie 7 ) nördlich vom Rennersdorfer Kreuzberge
auf Linie ld aufsetzend in NW Richtung bis an Linie X.
XTII. Eine Linie 8 ) auf Linie VIII aufsetzend von der Oberen
Sehleuße in OSO- Richtung bis an die SO-Seite des Hengstberges, wo
sic durch Linie Ie abgeschnitten wird.
Zwischen der Elbe im W, Linien VIII. Ha und labe wurden
folgende Linien und zwar meist Querlinien festgestellt:
XIV. Eine Linie 9 ) vom Albertusfcls an der Elbe in OW-Richtung
nördlich am Arnsberg vorüber, an dessen Ostrande sie von Linie II a
obgeschnitten wird.
') Siehe Linie VI
») » » VH
») » » VIII
•) » » IX
s ) » »X
6 ) » »XI
’) » » XU
! ) = » XIII
») » » XIV
der tektonischen Karte.
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Die Störungslinien 1 1
XV. Eine Linie 1 ) von der Elbe bei Sign. 331,8 in SO-Richtung
über Sign. 411,6 südlich der Lacke bis Sign. 291.0 im Heidegrunde.
XVI. Eine Linie 2 ) von der Elbe in OW-Richtung durch die
Schlucht südlich am Rosenkamm Sign. 431.8 gegen Sign. 334,0 (Linie II
der geolog. Karte Großer Winterberg-Tetschen).
XVII. Eine Linie 3 ) von der Elbe am Südende des Granites in
OW-Richtung nördlich der Basalthöhe 362.0 bis an LinieXIX (Linie III
der geolog. Karte Großer Winterberg-Tetschen). Der auf letzterer
Karte gezeichnete weitere Verlauf der Linie nach 0 dürfte mit un-
serer Linie XXI in Verbindung zu bringen sein.
XVIII. Eine Linie 4 ) von der Elbe in OSO-Richtung südlich der
Basalthöhe 362,0 bis an Linie Ib (Linie V der geolog. Karte Großer
Winterberg-Tetschen). Sie ist auf dieser Karte weiter geführt durch
Loosdorf, südlich Sign. 319.0 bis an eine X( » streichende Verwerfung
XI, unsere Linie XXVII.
XIX. Eine Linie 5 ) in NS-Richtung von Linie XVIII über Sign.
420,3 (Rosenkamm) gegen die Lacke, erreicht aber bereits bei Sign.
411,0 an Linie XV ihr Ende.
Die Menge der Einzelbrüchc zwischen Tctschen und Loosdorf
konnte nicht nachgeprüft werden; es wurden lediglich die Angaben aus
der geolog. Karte Großer Winterberg-Tetschen übernommen.
Südlich und östlich von Linie I verlaufen eine Anzahl von Stö-
rungslinien und Brüchen, die man unter der Bezeichnung »Kamnitzer
Bruchgebiet« zusammenfaßt.
XX. Als Südgrenze dieses Gebietes sei eine Linie®) bezeichnet,
die an der ßohemia bei Tetschen beginnend, in OSO, O und ONO-Rich-
tung über Falkendorf, Parlossaberg, Walddörfel und Böhmisch Kamnitz
streicht.
XXL I tlBSCll verlegt seinen »Hauptbruch« 7 ) etwas nördlicher.
Dieser verläuft 8 ) von der Bohemia (Linie XX) zunächst in NÖ-Rich-
tung ungefähr entlang der Straße nach Loosdorf, bis er bei Sign. 343,4
auf Linie III der geologischen Karte Großer Winterberg-Tetschen trifft
(XXla), deren OW-Richtung er nunmehr einnimmt und sie über den
Vogelstein, Altohlisch, Rabstein, Niederkainnitz, Böhmisch Kamnitz und
Füllerdörfel mit zahlreichen kleineren Abweichungen beibehält (XXIb).
Der weitere Verlauf ist in NO-Riehtung bis Hillemühl anzunehmen (XXIc).
Etwas weiter nördlich folgen in derselben Richtung noch zwei Ra-
rallelbrüche.
XXII. Der erste 9 ) zweigt südlich von Neuohlisch von Linie XXIb
') Siehe Linie XV der tektonischen Karte.
2 > »
. XVI »
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3 ) »
» XVII »
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» XVIII »
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5 ) »
» XIX »
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» XX »
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* .
’) E. .1. Hibsch. Erl. z. geol. Karte d. Böhm. Mittelgebirges, Blatt 1 (TetscheD),
Wien 1896, S. 15.
8 ) Siehe Linie XXI der tektonischen Karte.
9 ) » » XXII >• » » .
12
Die Störungslinien
ab, erreicht zunächst in ONO-Richtung das Forsthaus Philippcnau Sign.
308,7, streicht dann in fast OW-Richtung vorüber an der Fabrik östlich
Philippenau (bis hierher?) und entlang des Nordrandes von Jonsbach
bis an den Weißbach knick in Philippsdorf und dann in OSO-Richtung
vorbei nördlich der Brauerei von Böhmisch Kamnitz Sign. 389,2 und
am Südfuße der Nolde nach dem Kamnitzbachtal am Ostende von Ober-
kamnitz bei Linie XXI c.
XXIII. Der zweite 1 ) setzt auf Linie XXII im Ostteile von Jons-
bach auf, streicht zuerst in NO-Richtung bis gegen Sign. 313,0
(XXIlIa) und weiter in OW-Richtung über den .Maiberg Sign. 365,1,
den Buchsenberggipfel, den Westfuß des Schänkberges Sign. 416,7,
Kleinen und Großen Brand bis in das Kamnitzbachtal bei der Eisen-
bahnstation Falkenau-Hillemühl (XXIII b).
Als kleinere Parallelbrüche können gelten:
XXIV. Eine aus einigen Einzelbrüchen bestehende Linie 2 ), an-
setzend an Linie XXII, entlang des Nordfußes der Felsenreihe der
südlichen Taleinfassung von Jonsbach in SO, ONO, OSO und wieder
in NO-Richtung schließlich südlich des Maiberges Ausgangslinie XXII
erreichend.
XXV. Eine Linie 3 ) vom Ostrande des Windischkamnitzer Tales
südöstlich der Kirche auf Linie Id aufsetzend, in OW-Richtung vor-
über am Nordrande der Basaltkuppe des Huttenberges bis Sign. 337,8
nordwestlich von Philippsdorf (XX Va) und weiter in SO-Richfung und
am Schänkberge auf Linie XXIllb auftreffend (XXV b).
XXVI. An Linie XXV setzen einige kleine Linien 4 ) an und zwar
von vorgenanntem Sign. 337.8 in NW Richtung bis zum Ende der Fels-
partien (Schnciße 10 der sächs. top. Karte) (XXVIa). Hieran schließt
sich eine kurze Störungslinie in SSW-Richtung (XXVI b), die zusam-
men mit der dazwischen liegenden Teilstrecke der Linie XXV ein
kleines Felsdreieck abgrenzt. Ferner verläuft von Sign. 337,8 in NO-
Richtung eine Störungslinie bis an Linie XXXIII b (XXVIc).
Im Ivamnitzer Bruchgebiet wurden außer den vorstehend unter XX
bis XXVI aufgezählten Linien noch folgende kleinere Querlinien usw.
fostgestellt (im W beginnend):
XXVII. Eine kurze Linie 5 ) parallel zu Linie XXla in NO-Rich-
tung östlich von Loosdorf und östlich und südöstlich von Sign. 342,0
(Linie XI der geolog. Karte Großer Winterberg- 'Letschen).
XXVIII. Linie XXVII stößt an ihrem Nordende in spitzem Winkel
an eine WNW-vcrlaufende Linie®) (Linie IV der geolog. Karte Großer
Winterberg-Tetschen).
XXIX. Eine Linie') aufsetzend auf Linie XXI b in SO-Richtung
') Siehe Linie XX1I1
J ) » * XXIV
’) » » XXV
*) » * XXVI
5 ) » ■ XXVII
6 ) » » XXVIII
*) » » XXIX
der tektonischen Karte
» » »
» » »
* » J»
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» » »
» » »
Die Störnngslinien 18
vorüber am Ostende von Güntersdorf und Birkenberge und dann auf
Linie XX auftreffend.
XXX. Mehrere kleine Bruchlinien 4 ) im Kamnitzbachtale zwischen
Niederkamnitz und der Lochmühle.
XXXI. Eine Linie 2 ) an der Fabrik im Kamnitzbachtale östlich
Philippenau auf Linie XXII aufsetzend zuerst in NO (Stbr. der top.
Karte) und dann in N-Kichtung bis an Linie XXV a.
XXXII. Eine Linie 3 ) aufsetzend auf Linie XXI b an der Schäferei
in Niederkamnitz in NO-Richtung über Sign. 389,2 zur Brauerei in
Böhmisch Kamnitz (XXXlIa) und weiter in N-Kichtung westlich am
Kleinen Brand vorüber auf Linie XXIII b auftreffend (XXXII b).
Den Ostabfall des Einbruchgebietes begleiten folgende Linien:
XXXIII. Eine Linie 4 ) am Nordrande des Iluttenbergkegels auf
Linie XXV a aufsetzend zunächst eine kurze Strecke in NW-Richtung
bis Sign. 291,4 (XXXIlIa), dann in O- bis NO-Kichtung über Sign.
329,7, 425,8, 341,3, das Kaltenbachtal querend, Uber Sign. 373,5 nach
Niederkreibitz und von hier in fast N-Kichtung westlich am Irigberg
vorüber, durch Neudaubitz hindurch zum Judenstein an der Lausitzer
Hauptverwerfung (XXX1I1 b).
XXXIV. Eine Linie 5 ) am Nordfuße des Buchsenberges an Linie
XXV b beginnend in NO-Kichtung Uber Sign. 330,1, den Rollberg,
Sign. 336,9, den Ort Kaltenbach querend und unweit Sign. 373,5 Linie
XXXIII b erreichend.
XXXV. Eine Linie 6 ) nördlich unweit Niederkreibitz an Linie
XXXIII b ansetzend, streicht zunächst in SO- und 0- Richtung durch
Kreibitz hindurch bis an den Ostausgang von Oborkreibitz und weiter
in NO-Kichtung bis an die Lausitzer Haupt Verwerfung westlich von
Tannendorf.
XXXVI. Eine Verbindungslinie 7 ) zwischen Linie XXXV und
Linie XXI und XXIII in südlicher Richtung von Oberkrcibitz über
den Ilimpelsberg zum Bahnhof Falkonau Ilillemühl.
Die Störungslinien im Bruchgebiet nördlich von Pirna.
XXXVII. Eine Linie 8 ) östlich von Weißig a. d. Elbe am Lotter-
weg auf Linie III b aufsetzend in NNYV-Richtung zur Elbe in Nieder-
rathen (XXXVII a) und weiter in OW-Richtung entlang der Elbe bis
an den Oberhäusern Linie XXX Villa erreichend (XXXVII b).
XXXVIII. Eine Linie 9 ) aufsetzend auf Linie III b am Kahlen
Stein in NNO-Kichtung über Pötzscha nach dem Kohlgrunde bei Sign.
') Siehe Linie XXX der tektonischen Karte.
») . » XXXI » »
3 ) » » XXXIi * • » .
0 » » XXX111 *
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8) » » XXXVII » » » .
») » » XXXVIII » » » .
14
Beschreibung der einzelnen Schollen
226,7 (XXXVIII a) und weiter in NW-Richtung zum Forsthaus Lohmen
Sign. 287,1 (Linie XXXVIII b).
XXXlX. Eine Linie 1 ) auf Linie III b am Kahlen Stein aufsetzend
in NNW- bis N-Richtung durch Stadt Wehlen nach den östlichsten
Häusern von Lohmen, F.-H. Sign. 267,1, und westlich Dobra die Lau-
sitzer Hauptverwerfung erreichend.
XL. Das kleine Bruchgebiet des Kleinen und Großen Bärensteines,
bestehend aus einer Menge kleinerer Einzelbrüehe 2 ).
XLI. Eine Linie 3 ) von Birkwitz, Anschluß an Linie III c, in XO-
Richtung über Wirtshaus »Forsthaus« zwischen Groß- und Klein-Graupa
hindurch und bei Sign. 199,0 die Lausitzer Hauptverwerfung erreichend.
XLII. Eine Linie 4 ) von Linie XLI in SO-Richtung über Groß-
graupa (Sign. 160,0), Vorderjessen-Talmühle und am Wasserwerk Linie
XLIII erreichend.
XL III. Eine Linie 5 ) von vorgenanntem Funkte in SW-Richtung
über Straßenkreuz Sign. 163,3 und in Copitz Linie Ille erreichend.
XLIV. Eine Linie 5 ) von Sign. 199,0 an der Lausitzer Hauptver-
vverfung nordöstlich Kleingraupa in OSO-Richtung über Bonnewitz,
Sign. 220,7 und Sign. 237,8 und im Lohmener Walde Linie XX .XIX
erreichend.
Beschreibung der einzelnen Schollen
Das Elbsandsteingebirge wird durch die im vorigen Abschnitt auf-
geführten Störungslinien in eine Menge Schollen zerlegt 7 ).
Zur vergleichsweisen Darstellung der Höhenlage der Schollen
ist die Obergrenze der Stufe a der Zone des Inoceramus Schloenbachi
gewählt worden. Die Bezeichnung lautet: »O. Gr. u«. Diese Stufe ist.
an sehr vielen Stellen nachzuweisen und liegt ungefähr in der Mitte
der hier in Frage kommenden Schichtenfolge. Wo tiefere Schichten
für die Beurteilung herangezogen werden mußten, ist neben der Ober-
grenze der Stufe ci die Obergrenze der Zone des hioceraniws labüilus,
bezeichnet »O. Gr. lab.«, benützt worden, die im Durchschnitt 130 bis
140 m unter der erstgenannten liegt. Dort wo Schichten zutage treten,
die über der Schicht a liegen und die Obergrenze der Schicht ß er-
reichen, ist neben 0. Gr. ct auch letztere unter der Bezeichnung »0. Gr. ß«
festgelegt worden. Sie liegt im Durchschnitt 150 — 160 m über O.Gr. «.
Die Trennung der Stufe ß in ßj und ß 2 ist in den Profilen meist
nicht durchgeführt, da eine scharfe Grenze im allgemeinen nicht ge-
zogen werden kann.
‘) Siehe Linie XXXIX der tektonischen Karte.
J ) » »XL » » » .
s ) » » XU » » » .
4 ) » » XLII » » . » .
5 ) » » XLIII » » » .
6 ) » » XLIV » » » .
’) Bei der Ungewißheit, ob es überhaupt möglich ist, gewisse Sandsteinschichten
auf größere Entfernung mit annehmbarer Sicherheit zu verfolgen, wurde eine genaue
Messung der Schichtenmächtigkeit nicht vorgenommen, diese vielmehr schätzungsweise
ermittelt.
Das nördliche Tafelland
15
In unmittelbarer Nähe der Lausitzer Hauptverwerfung sind neben
llotliegendem (Wolfsberg) und Jura (zwischen Hohnstein und Krei-
bitz-Teichstatt an verschiedenen Stellen) auch einige kleinere Kreide-
schollen eingeklemmt, niedergedrückt oder schief gelagert, auf die hier
nicht weiter eingegangen werden kann. Eine etwas größere derartige
Sandsteinscholle mit steilem Einfallen von 10 — 25° nach SW, S und SO
stellt die Hohe Liebe an der scharfen Biegungsstelle der Haupt Verwer-
fung beim Übergänge von W nach NW dar. Hieran schließt sich gegen
S die aus Sandsteinschichten aufgebaute Kreidetafel der Sächsisch-Böh-
mischen Schweiz. Man kann östlich der Elbe vier Hauptgebiete unter-
scheiden :
1. Einen nördlichen, weniger gestörten Teil der Kreideplatte, der
als nördliches Tafelland bezeichnet werden soll.
2. einen südlichen, im Gebiete der Erzgebirgsbruchzone liegenden
verworfenen und zerbrochenen Teil, das Erzgebirgsbruchgebiet und ins-
besondere das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz.
Zwischen das nördliche Tafelland und das Erzgebirgsbruchgebiet
schiebt sich ferner
3. der horstartige Sporn von Niedergrund, der östlich der Elbe bald
sein Ende erreicht.
Nach NW schließt sich an das nördliche Tafelland in der Umge-
bung von Pirna
4. das Einbruchgebiet von Pirna.
1. Das nördliche Tafelland
A. 1 ) Die Lilienstcinseholle
0. Gr. a 280 300 m U. d. M.
Die Liliensteinscholle liegt zwischen der Lausitzer Hauptver-
werfung von llinterhcrmsdorf bis zum Sebnitzbach, den Störungslinien
JHa, III b und IV im N, Linie II a im SW und Linie V im S. lin
W greift die Scholle über die Elbe hinaus, ist aber im SO in einem
schmalen Keil, der im Prebisehgrunde seinen Scheitelpunkt hat und
durch die Linien VI und VII begrenzt wird, noch rechts der Elbe zu
verfolgen.
Die Lilienstcinseholle umfaßt das Gebiet des Liliensteins (411,1m
ü.d.M.) mit seiner Ebenheit, die auf dem rechten Elbufer über Schan-
dau hinaus bis Ostrau und Posteiwitz zu verfolgen ist. Auf dem linken
Elbufer dürfte ihr das Gebiet des Kleinhennersdorfer Steines (395 m
ü.d.M.) und ein Streifen bis in die nähere Umgebung von Schöna noch
angehören. Von Schöna aus schiebt sich zwischen Schmilka und Herrns-
kretschcn wieder ein Keil über die Elbe nach O bis unterhalb des Pre-
bischtores in die Nähe von Sign. 233,1 im Torgrunde. Der Verlauf
der Linie VI ist noch nicht genügend geklärt, jedoch deuten die Mäch-
*) Die großen lateinischen Buchstaben stimmen mit denen auf der tektonischen
Karte (Tafel 2) überein.
16
Beschreibung der einzelnen Schollen
tigkeitsverhältnisse der Schichten mit Bestimmtheit darauf hin, daß
zwischen Elbe und Großem Winterberg eine Dislokation mit ungefähr
50 m Höhendifferenz vorhanden ist. Ferner liegt im gleichen Niveau
das vordere Schrammsteingebiet (425 m ü. d. M.) sowie ein schmaler
Streifen zwischen Linie 1 und Lausitzer Haupt Verwerfung. Das stär-
kere Einfallen der Sandsteinschichten an verschiedenen Stellen dieses
Streifens weist auf die Schollenverschiebung hin. Zu dieser schmalen
Zone gehören u. a. die Lorenzsteine (375 m ü. d.M.), der basaltische
Heulenberg (384 m ü. d. M.) und der basaltische Hirschwald (395 m
ü. d.M.). Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sand-
steine der Stufe ß 2 dürfte in 400— 420 m Meereshöhe liegen.
An dem Aufbau der Scholle sind beteiligt:
Zone des Inoceramus Schloenbachi Stufe ß 2
ßi
u
Mittelturon
Zone des Inoceramus labiatus
sowie im Bohrloch am Kurhaus Schandau (Profil S. 86) Cenoman.
Die Zone des Inoceramus labiatus besteht in der Schlucht von
Herrnskretschen aus einem harten mittelkörnigen Sandstein, der in
senkrechten Felswänden aufragt. Weiter gegen NW wird der Sand
stein feinkörniger (Bohrloch Schandau), und in der oberen Kirchleite
am Lilienstein ähnelt er bereits sehr dem tonig-kohligen Bildhauer-
sandstein von Rottwerndorf bei Pirna.
Die mehr oder weniger tonigen, bunten Sandsteine des Mittel-
turons waren in den Steinbrüchen der oberen Kirchleite und bei Postei -
witz gut zu verfolgen.
Der Felsklotz des Liliensteins setzt auf den leicht zerstörbaren
und infolgedessen sanfter geböschten Sandsteinen der Stufe et der
Schloenbachi-Zona auf. Auch der Elbleitenweg entlang der Schramm-
steine benützt die angenehme Böschung dieser Stufe.
Die eigentliche 1' elsmasse des Liliensteins, die zerklüfteten und
zerrissenen Felsgebilde der Schrammsteine, des Prebisehgrundes sowie
aller über 300 in emporragenden sonstigen Sandsteine gehören zur
Stufe ßj der Schloenbachi-'Aone. Ihre verschiedenartige Ausbildung ist
aus den Profilen ersichtlich.
Die Aufzählung der aufgenommenen Profile erfolgt in der Reihen-
folge von O nach W.
Prebischtor — Herrnskretschen (s. Anlage S.S4)
Linie VI schneidet oberhalb der 3 Quellen den als Profillinie ge-
wählten Touristensteig von Herrnskretschen nach dem Prebischtor. Der
östliche Teil liegt um etwa 50 m höher und gehört der Winterberg-
scholle an. Aus dem Profil ergibt sich folgendes.
An der Elbe und im Ort Herrnskretschen treten zu unterst in
einer Mächtigkeit von 42 m senkrechte Felswände der Labiatus- Zone
auf. Es folgt höher hinauf 63 m mächtig das Mittelturon, in dem
Das nördliche Tafelland
17
nackter Fels wenig zutage ansteht. Am Steilhang über (len 3 Quellen
treten einzelne Felsbänkc scharf hervor. Die nächsten 40 m jenseits
der angenommenen Störungslinie sind wenig aufgeschlossen. Die wei-
teren 30 m bestehen aus Sandsteinen, die durch ein eisenschüssiges
Bindemittel gehärtet sind. Die dicken Felsbänke sind an der Außen-
seite wabig zernarbt.
Die Schloenbachi - Zone beginnt mit der 50 m mächtigen Stufe a.
Ofrauer mittelkörniger Sand bedeckt die Oberfläche der von dieser
Zone gebildeten Böschungen, die die breite Basis für die bis zu 110 m
senkrecht emporragenden romantischen Felstürme und Wände der
Stufe ß bilden. Aus derartigen Schichten baut sich das eigentliche
l’rebischtorgebiet mit seinen Felmassen von großartiger Wildheit und
Zerklüftung auf.
Unterhalb Schmilka, unweit der Kahntülke bei Sign. 122,8, war
im Jahre 190!) an der Elbstraße in 130 m Meereshöhe ein kleiner Stein-
bruch eröffnet. Der Sandstein war gelblichgrau, feinkörnig bis mittel-
körnig und enthielt einige dünne, rötlichgraue, grobkörnige bis kon-
glomeratische Lagen, in geringen Mengen waren Kaolinkörner vor
handen. An Fossilien konnte ich folgende Arten sammeln:
Lima canalifera Goldf. Exoyyra columba Lau.
Neithea grypbeata Schi.otii. sp. C'alUanassu antiyua Otto
Anomia subtruncata d’Okb. verkohlte Holzteile.
Die Schichten gehören der Lubiatus - Zone an.
Im vorderen Schrammsteingebiet wurde die Schichtenfolgc an fol-
genden Punkten festgestellt:
An der Königsnase (Postelwitzer Steinbrüche)
(s. Anlage S. 85)
Die aufgeschlossene Schichtenfolge gehört fast vollständig dem
Mittelturon an, nur die obersten 35 in sind der Sch loenbachi-'/ionc zu-
zurechnen. Der rasche Wechsel in Korn, Farbe und Tongehalt der
Sandsteine kommt in dem Profil gut zum Ausdruck, ist in Wirklich-
keit aber noch viel größer. Von besonderer Bedeutung ist das Vor-
kommen des Leitfossils Inocernmus Lamarcki PARK, und zwar anschei-
nend in den unteren Schichten.
Am Schrammtor sind die untersten Schichten der Schloenbachir
Zone Stufe ß wie folgt entwickelt (s. Abb. 2):
Am Schrammtor (s. Anlage S. 86)
Ferner stellte ich in der Linie Elbleitenweg Sign. 297,1 bis zum
Schrammsteinplateau Sign. 392,5 ein günstiges Profil derselben Stufe
fest.
Schrammsteinplateau an Sign. 392,5 (s. Anlage S. 86)
Am Westende von Postei witz findet sich in 135 — 140m ein
Sandstein, bestehend aus ganz dünnen Lagen von grauer, gelber und
rötlicher Farbe, fein- bis mittelkörnig, mit Kaolinkürnern, dazwischen
schwache Tonlagen (Mittelturon).
Neue Folge. Heft 112
2
18
Beschreibung der einzelnen Schollen
Am Kurhaus von Bad Schandau wurde im Sommer 1926 ein
Bohrloch bjs zu einer Tiefe von 116,25 m hinabgetrieben. Entgegen-
kommenderweise stellte mir Herr Stadtrat VOLLMANN die gewonnenen
60 Bohrproben und die Bohrtabelle zur Verfügung, wofür ihm ge
dankt sei (s. Anlage S. 86). Aus dem Steinbruch hinter dem Rat-
haus (ca. 140 m Höhe) besitzt er ferner 10 Stück von
Inoceramus Lamarcki Park.
Pliot. W. Hahn, Dresden-N. 6.
Abb. 2. Schrammtor mit Schrammtorwächter im Schrammsteingebiet.
Senkrechte Sandsteinwände der Zone des Inoceramus Schloenbaclii, Stufe ßl (Oberturon).
Schichtenlagerung horizontal.
Die Labialus- Zone, 37,40 m mächtig, ist hier ziemlich feinkörnig
entwickelt und läßt erkennen, wie sich das in der Edmundsklamm und
bei Herrnskretschen noch bedeutend gröbere Korn gegen W verfeinert.
Die unteren tonigen Schichten sind bei Herrnskretschen anscheinend
noch gar nicht vorhanden.
In einem alten Steinbruch nördlich von Wendischfähre und öst-
lich vom Fischhaus fand ich einen rot, gelb und lichtgrau fein ge-
bänderten oder auch weißgelblichen bis lichtgrauen feinkörnigen Sand-
stein mit
Pinna sp. Lima canalifera Goldk.
Inoceramus Lamarcki Park. Neithea gry/ihcata Schlot», sp.
Das nördliche Tafelland 19
Höhenlage der anstehenden Schichten 140 — 145 m ii. d.M. (Mittel-
turon).
In 220 — 250 m Höhe befinden sich im Dorfe Ebenheit in den ton-
lagenreichen Sandsteinen des Mittelturons, Uber denen noch eine dünne
Lehmdecke liegt, eine Menge Wassertümpel eingebettet. In den Schul-
hain-Steinbrüchen fand ich in einem lichtgrauen, fein- bis mittelkörni-
gen Sandstein (Mittelturon)
- Rhynchonella plicatilis Lau.
Exogyra columba Lau.
Der gegenüberliegende Königstein hat 3G0,4 m Meereshöhe. Nach
BECK beträgt die Tiefe des auf der Festung Königstein vorhandenen
Brunnens 139 m. Seine Solde würde demnach in den wasserführenden
Schichten des oberen Mittelturons liegen.
Weiter nördlich an der Leopoldsnase steht in 150 — IGO m Höhe
Sandstein an, rötlichgelb und grau, dünn gebändert, stark tonig, mittel-
bis grobkörnig schnell wechselnd (Mittelturon). Ich sammelte hier als
Steinkern
Ostrea vesiculari t Lau.
Südlich der Bastei fand ich in 150 m Höhe in einem grau und
gelben, mittelkörnigen Sandstein mit Zwischenlagerung von schwachen
Tonbänken (Mittelturon)
Exogyra columba Lau.
Oberhalb der Schulhain-Steinbriiche steht bei Sign. 216,0 ein gel-
ber, harter, mittel körniger Sandstein an (Mittelturon).
Das Einfallen der Schichten ist in dieser Scholle im allgemeinen
nur gering, bei Schandau und am Lilienstein nach NO und im Zwi-
schengelände bei Porschdorf und Wendischfähre nach NW (Geolog.
Karte Königstein — Hohnstein). Ein Einfällen nach einer bestimmten
Richtung läßt sich daraus nicht ableiten.
Von besonderer Bedeutung ist auch das Profil am Lilienstein,
dieses mächtigen isolierten Steines auf breiter Ebenheit.
Lilien stein (s. Anlage S. 87)
Es sind somit hier vertreten die Labialus- Zone, das Mittelturon
und die Schloenbachi-Zone.
In den Steinbrüchen der oberen Kirchleite konnte das Gestein der
tieferen Schichten in ziemlicher Frische in einer Mächtigkeit von 70 m
untersucht werden. Die Zone des Inoceramus labiatus ist nur in ihrem
obersten Teile mit 24 m Mächtigkeit aufgeschlossen. Das Gestein
nähert sich hier, wie bereits erwähnt, durch das feinere Korn und den
tonig-kohligen Charakter verschiedener Schichten dem Bildhauersand-
stein von Rottwerndorf. Das Mittelturon ist in seinem unteren Teile,
46 m mächtig, ebenfalls aufgeschlossen. Fast alle Sandsteine dieser
Zone sind tonhaltig, feines Korn ist vorherrschend, die Farben sind
bunt und abwechslungsreich. Von besonderer Wichtigkeit ist die Bank
mit Exogyra columba Lam., Schicht Nr. 38. In den untersten Sehich-
2 *
20
Beschreibung der einzelnen Schollen
ten dieser Zone ist hier sowie in den Schulhain-Steinbrücheh 1 ) Ino-
ceramvs Brongniarti Sow. = Inoceramus Lamarcki Park. gefunden
worden.
In dem nun folgenden allmählichen Geländeanstieg von 55 m war
leider kein Aufschluß vorhanden. In 250 in Höhe zieht sich am Süd-
hange des Berges der bekannte Touristensteig hin. Nach der Sand-
bestreuung zu schließen, gehören die folgenden 40 m der Stufe et der
Schloenbachi-Zonn an. Weitere 70 m sind unter Sandsteinschutt be-
graben, dann erst treten die senkrechten Felsmassen der Stufe ß die-
ser Zone in einer Mächtigkeit bis zu 51 m hervor.
B. Die Winterbergscholle
0. Gr. « 330 — 350 in ü. d. M.
Sie wird begrenzt im N von der Lausitzer Hauptverwerfung öst
lieh Iliuterhermsdorf und Störungslinie V, im W von Linie VI, VII,
der Elbe und Linie 11a, im S und O von Linie VIII.
Die Wintcrbcrgschollo ist die größte der Schollen und umfaßt das
Zentrum des östlichen Elbsandsteingebirges, dessen wildeste
und zerklüftetste Partien. Aus der Menge der Berg- und Felsgipfel
seien nur einige angeführt:
Der Carolafelsen (4G5 m ü. d. M.),
das Vordere Baubschloß (450 m ü. d. M.),
das Hintere Baubschloß (380,5 m U. d. M.),
der Große Teichstein (430 m ü. d. M.),
der Hochhübel, basaltisch, (40(5, 1 m U. d. M.),
der Baumberg, basaltisch, (458 m ü. d. M.),
Höhe 413,8 östlich der Unteren Schleuse,
Höhe 413,1m am Hohberg westlich der Bootstation,
das Prebischtor (449,6 — 460 m ü. d. M.),
die Vorderen Partschenhörner (469,8 m ü. d. M.),
die Flügelwände 462 m U. d. M.),
die Thorwalder Wände (451,4 m U. d. M.),
die llundsteine (456 m U. d. M.),
der Bauschenberg (450,1 m ii. d. M.),
der Eulenhübel (475,9 m ü. d. M.).
überragt wird das Gebiet von den Basalthärtlingen des Großen
Winterberges (550,8 m ü. d. M.) und Kleinen Winterberges (500,3 m
ü. d. M.), während sich die übrigen Basaltvorkommen im Bahmen der
allgemeinen Höhen halten. Der Basaltgang des Großen Winterberges
mit den nordöstlich von ihm anstehenden Basaltgängen am Lehmhübel,
Spitzhübel und Goldstein sowie nördlich am Kleinen Winterberge bil-
det den Kern des Winterbergplateaus, die bedeutendste geschlossene,
an den Bändern jedoch in unzählige Zacken und Zipfel auslaufende
Masse des hier behandelten Sandsteingebietes. Gen Osten dehnt sich das
Felscngewirr des Prebiscktores, der Partschenhörner, der Thorwalder
‘) Erl. z. Blatt Königstem-Hohnsteinkl. geol. Karte v. Sachsen, Leipzig 1893, S. 13.
Das nördliche Tafelland
21
Wände und der Hohen Schlichte bis zum Rausehenberg und Eulen-
hübel. Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sand-
steine der Stufe ß 2 liegt hier in 450 — 470 m Höhe und ist oben am
Großen und Kleinen Winterborge noch vorhanden.
Tn der nördlichen Randzone, die vom Hinteren Raubschloß zum
Hochhübel und bis zur Oberen Sehleuße zu verfolgen ist, liegen die
Gipfel der Berge durchschnittlich um 30 40 m tiefer als weiter süd-
lich. Diese von der geschlossenen Masse losgelösten »Steine« sind viel-
leicht etwas weiter abgetragen, der ganze Streifen könnte aber auch
schon tiefer eingesunken sein. Ferner trifft man östlich einer Linie
Eulenhübel — Hinterdittersbach bis zur Linie VIII ein Gebiet, das, ob-
wohl ebenfalls zerschluchtct, einen weniger zerrissenen Eindruck macht.
Die höchsten Punkte liegen ähnlich wie in der nördlichen Zone zwi-
schen 360 und 400 m. Hier fehlen ungefähr 50 in der besonders har-
ten obersten Sandsteine des westlichen Gebietes, so daß der Ober-
flächencharakter ruhiger wirkt.
Die Sohle der engen Talgründe liegt meist zwischen 250 und
300 m im mittelturonen Sandstein. Darüber folgt die Zone des Jno-
ceramus Schloenbachi und zwar Stufe u in der bei der Lilienstein-
scholle geschilderten Ausbildung von sandbedeckten Böschungen und
darüber Stufe, ß in steilen Felswänden und Türmen. Das Gebiet süd-
lich der Linie Prcbischtor — Rauschenberg wird vom Kamnitzgrund und
seinen kurzen Seitenschluchten sowie vom Erbsbach zertalt. Hier trifft
man nur die Labiahis- Zone und darüber das Mittelturon an. Von der
Schloenbachi-Zono sind höchstens Reste der Stufe ci erhalten. So merk-
würdig die scharf geschnittene Mauer Prcbischtor— Rauschenberg ge-
gen S auch abschneidet, scheint doch keine weitere Erklärung dafür
möglich zu sein, als daß der frühere Elblauf auf der südlichen mittel-
turonen Fläche geflossen ist und seinen abtragenden Einfluß nur bis
zu dieser Linie geltend machen konnte. Eine besondere Härtung der
Stufe ß nördlich der genannten Linie scheint nicht erfolgt zu sein,
da der Gesteinscharakter derselbe ist wie an den nordwestlich ge-
legenen isolierten Steinen.
Die Zone des Inoceramus labial ns wird vorwiegend von einem
harten mittelkörnigen Sandstein gebildet. Sie tritt nur an der Elbe
sowie am Kamnitzbach mit seinen Ncbenschluehten zutage. Am Kam-
nitzbach bilden die steilwandigen, klammartigen Felspartien dieser
Zone die wundervollsten, aus Wasser und Fels aufgebauten Land-
schaftsbilder, die in der Edmundsklamm ihren Glanzpunkt erreichen.
Im einzelnen wurde folgendes festgestellt.
Bei Behandlung der Liliensteinscholle ist bereits das Prebisch-
torprofil aufgeführt worden, das in seinem oberen Teile in die Win-
terbergscholle übergreift. Mittelturon und Schloenbachi-Zoac Stufe et
und ß sind daselbst entwickelt. An den 3 Quellen im Probischgrunde
sind am Steilhange die Schichten 18 -21 in der Höhenlage zwischen
200 und 230 m, zum Teil als Felsbänke ausgebildet ('Liliensteinscholle).
Verfolgt man jedoch von den 3 Quellen das gegen Stimmersdoi'f all-
mählich ansteigende Tal der Langen Biele, so tritt in der gleichen
22
Beschreibung der einzelnen Schollen
Höhe kaum ein Felsblock hervor. Die Ursache ist Störungslinie VII,
die mit einer Sprunghöhe von ungefähr 50 m das Tal quert. Der Ort
Stimmersdorf liegt auf einer kleinen Hochfläche (Ebenheit), die von
den oberen Schichten des Mittelturons mit auflagernden diluvialen
Resten gebildet wird.
Von Stimmersdorf gegen das Blockhaus in der Edmundsklamm
(Kamnitzbach) wurde folgende Schichtenfolge festgestellt:
Stimmersdorf (s. Anlage S. 89)
Die Zone des Inoeeramus labiattis besteht auch hier wieder vorwie-
gend aus senkrechten Felsmauern, die den Kamnitzbach ununter-
brochen von der Grundmühle bis nach Herrnskretschen begleiten. Be-
sonders wichtig ist Schicht 14 mit ihren rasch wechselnden Farben,
den zwischengeschalteten dünnen Tonlagen und ihrer Fossilführung.
Sie kehrt auch in anderen Profilen wieder und ist als Leitschicht für
das Mittelturon anzusehen.
An der .Straße östlich von Rainwiese sind in 255 — 260 m Höhe ähn-
liche Sandsteine angeschnitten. Sie sind gelb und rot dünn gebändert,
fein- bis grobkörnig im Korn sehr wechselnd und enthalten ebenfalls
Versteinerungen.
Entlang des Dürrkarnnitzbaches verläuft von dessen .Mündung in
die Elbe nach SO über Arnsdorf Störungslinie Ha, die das nördliche
Tafelland vom Niedergrunder Horst trennt. Gekreuzt wird diese Linie
von der OW-strcichenden Linie VIII, die nördlich der Krümmerwand
die Dürrkamnitzsehlucht quert und die nördliche Winterbergscholle von
der Rosenbergscholle scheidet.
Arnsdorf West aus gang (s. Anlage S. 89)
Die Angaben im Profil über Cenoman und Labiatus-Zone haben
nur beschränkten Wert, da Linie II anscheinend dem Verlauf der
Schlucht in ihrem unteren Teile folgt, wodurch unklare Verhältnisse
entstanden sind. Die Liibiatus - Sandsteine sind in den unteren Schichten
mehr gelb, in den oberen mehr grau. Das Mittelturon ist bei 40 m
Mächtigkeit wenig gut aufgeschlossen. Nur an der Krümmerwand
durchziehen Eisenadern das Gestein und haben es gefestigt, so daß
ansehnliche Felspartien hervortreten.
Östlich vom Prebischtor erstrecken sich die gewaltigen Fels-
mauern der Partschenhürner und Thorwalder Wände. Weniger vom
großen Fremdenstrom berührt, bieten sie unvergleichliche Bilder von
Waldeinsamkeit und Felsmajestät, über jede dieser Felsgruppen win-
det sich gleich einem verbogenen Rückgrat eine zusammenhängende
Kammlinie, von der eine Unmenge Seitenrippen und Rippchen aus-
latifen, die als Felskulissen ein einzigartiges Naturtheater aufbauen.
Infolge der durch den Nonnenfraß erfolgten Abholzung kann man auf
weite Entfernung eine ungestörte horizontale Lagerung der Schichten
verfolgen. Besonders gut zeichnet sich am IWghang zwischen 300
und 350 m das felsenlose Böschungsband der Stufe « der Schloenbachi-
Zone ab. Darüber läuft in einer Mächtigkeit von etwa 10 m eine scharf
Das nördliche Tafelland
23
herausmodellierte Felsbank hin. Großartig lassen sich ferner an den
freigelegten Gipfelpartien die vom Regenwasser gebildeten radial her-
abstrahlenden Wasserrinnen beobachten (s. a. Abb. 14). Zwischen beide
Felsgruppen schneidet tief der Große Zschandgrund ein. der im Brüch-
tiggrund sein südöstliches Ende erreicht. Hier wurde folgendes fest-
gestellt :
Höhe südlich am Briichtiggrund. Sign. 357,2 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 3. Nichts aufgeschlossen 7,2
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau und lichtgelb, mk 5,0
a 1. Sst. grau und graugelb, leicht zerfallend, wenig gerundete dicke Felsbänke 45,0
Großer Zschandgrund 300,0 m ü. d. M.
Der Briichtiggrund liegt fast vollständig in der Stufe a der
Schloenbachi- Zone. Felsbildungen fehlen bis auf wenige dicke Sand-
steinbänke, steil geböschte Sandhänge umsäumon die Talrinne.
Für die Untersuchung des Schichtenbaues der Thorwalder Wände
wurden der Zeichengrund und die Löfflerschlüchte gewählt. An beiden
Stellen steigt man steil hinauf zum Felsenkamm. Der Zeichengrund
zieht sich unweit der Landesgrenze aufwärts.
Zeichengrund (s. Anlage S. 90)
Ungefähr 1 km weiter talwärts schneiden in die Thorwalder Wände
die Löfflerschlüchte ein.
Löfflerschlüchte (s. Anlage S. 90)
Im Gebiet der Partschenhörner wurde die Schichtcnfolge von
dem kleinen Basaltvorkommen auf dem Felscnkamme bei Sign. 457,3
durch den nördlichen Teil der Sandschlüchte zum Großen Zschand
verfolgt.
Sandsch lüchte (s. Anlage S. 90)
Für den Großen Zschand mit Thorwalder Wänden und Partsehen-
hörnern ergibt sich folgendes Gesamtbild:
Der Talgrund liegt im Mittelturon, charakterisiert durch einige
durchlaufende Felsbänke, zwischen denen weiche tonige Sandsteine zu
Waldboden zerfallen sind. Darüber folgt in 50 m Mächtigkeit der
meist mit Sandsteinschutt überdeckte Böschungshang der Stufe et der
Schloenbachi-'/onc. Bis zu einer Mächtigkeit von 90 100 m streben
sodann lotrecht abgeschnittene Felsmauern und Türme empor, Stufe ß
der Schloenbachi- Zone. Das Gestein der Stufe ß ist hier und auch
weiter östlich reich an Kaolinkörnern. Weißgelbe Sandsteine mit in-
tensivem Farbton gehören ebenfalls zur Eigenart dieser Stufe. Oben
an der basaltischen Kuppe Sign. 457,3 in der Partschenhörnergruppe
ist der Sandstein stark vererzt.
Westlich an den Partschenhörnern entlang ziehen sich die Wcber-
echliichte.
Weberschi ächte
Sie sind aus Sandsteinen der Stufe ß der Zone des Inoceramus
Schloenbachi aufgebaut und gehören zu den wildesten Felsenland-
24
Beschreibung der einzelnen S.hollen
schäften des Elbsandsteingebirges. Senkrecht und überwältigend ragen
rings die Felstürmc empor. Wiederholt schließt sich das Tal zu einem
wuchtigen Felscnzirkus zusammen. Bis zu 350,0 m Höhe ist der Tal-
grund sandig und felscnlos, sodann treten senkrechte Felswände, be-
stehend aus weißlichem, weißgelbem und gelbem Sandstein mit mehr
oder weniger Kaolinkörnern, hart an den Weg. Bei 370,0 m schließt
eine senkrechte Felswand das Tal ab. Auf steil angelegten Treppen
und Leitern gelangt man auf den oberen Talboden, der ebenfalls von
steilen Felsmauern eingeengt ist. Bei 4G0 .0 m Höhe hat man die obere
1' eiskante erreicht. Auf ihr entlang führt der Gabriclensteig, ein stark
benutzter Touristenweg. Jäh blickt man von ihm über den 150,0 m
senkrecht abfallenden Absturz der Flügelwände in die Tiefe. Die
Felsen sind im allgemeinen mittelmäßig gebankt, weniger häufig sind
dünne Bänke verbanden. Überschaut man vom Gabrielensteig das Ge-
lände nach Süden gegen Stimmersdorf und Hosendorf, so überrascht
das sanfte Landschaftsbild. Die Felsbastionen unseres Standortes fehlen
dort gänzlich.
Der Große Winterberg bildet mit dem Kleinen Winterberge und
Goldstein eine verhältnismäßig große, an den Rändern stark zerklüf-
tete Tafel, an die sich gegen NW das wild durcheinandergeschlungene
Felsgewirr der Schrammsteine anschließt. AVie schon erwähnt, ver-
dankt die Tafel ihre Erhaltung mehreren hier aufsitzenden Basalt, -
gängen, unter denen der des Großen Winterberges der weitaus wich-
tigste ist. Der Aufbau der Schichten wurde am Kleinen Winterberge
in der Richtung gegen die Zeughausstraße (Wettinbaude) aufgenommen.
Kleiner Winterberg -Wettinbaude (s. Anlage S.91)
Im Mittelturon, das nur in 20 m Mächtigkeit, zwischen 280 und
300 m Höhe, hier anzunehmen ist. fehlt jeder Aufschluß. 50 in mächtig
folgt sodann wieder die aus mittel körnigen Sandmassen bestehende
Stufe ct der Sch loenbachi-Zonc. Weiter aufwärts in einer Mächtigkeit
von 6Gin türmen sich die Felsabstürze der Stufe ß, wie, wir sie von
anderen Plätzen bereits kennen. Die weiteren 74 m neigen weniger zu
zusammenhängender Felsbildung. 24 m sind zunächst ohne irgend
einem Aufschluß; cs folgen 10 m Sandsteinbänko; 10 m ist nichts auf-
geschlossen, und die letzten 30 m, Schicht 2G— 32, bestehen aus ver-
einzelten Sandsteinbänken. Die obersten 40 m gehören bereits der
Stufe ß 2 an. In Stufe ß sind auch hier Kaolinkörner ein häufiger
Gemengteil des Sandsteines.
Wo die Zeughausstraße von Westen her den Kleinen Zschand
quert, stehen einige Felsbänke an.
Wettinbande nach Ost, Zeugliausstraße
Straßenhöhe der Zeughansstraße, 250,0 m ü. d. M.
Mittelturon m
2. Sst. vorwiegend gelb, mk. bis gk., große Quarze kong'o- ) Felsbänke
meratisch eingesprengt . > wenig 10,0
1. Sst. vorwiegend graugelb, mk. bis gk ) zernarbt 10,0
Kleiner Zschandgrund 230,0 m ü. d. M.
Das nördliche Tafelland
25
Die Schichten zeichnen sich durch ein gröberes Korn aus, ähnlich
den oberen Schichten im Prebischgrunde (Schicht 23, Profil S. 84).
Vom Heringsstein nördlich am Großen Winterberge hinab zum
Kleinen Zschand konnte ungefähr dieselbe Schichtenfolge wie am
Kleinen Winterberge festgestellt werden.
Am Fremdenwege vom Großen Winterberge nach dem Prebischtor
ist Stufe ß der Schloenbaehi - Zone in folgender Weise aufgeschlossen:
Fremdenweg Großer Winterberg-Prebischtor, 470,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbaehi ra
ß 2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, vorwiegend gelb, mk 15,0
1. Sst. mit Kaolinkörnern, vorwiegend lichtgrau, mk., undeutliche Verstei-
nerungen, Felsen zernarbt 15,0
440,0 m ii. d. M.
A r or dem Goldsteinsporn der Winterbergtafel ragt als isolierter
Felsturm das Hintere Raubschloß, s. Abb. 3, auf. Die Felskrone war
Phot W. Haus, Dresdcn-N. 6.
Abb. 3. Hinteres Raubschloß. Ein vom Winterbergplateau losgetrennter Felsklotz
(Stein). Die senkrecht ansteigende Felsmasse besteht aus Sandstein der Stufe ßl, an
ihrem Fuße die zu Sand zerfallene Stufe a, rechts der weiße Sandweg liegt ebenfalls
in dieser Stufe. Zone des Inoceramus Schloenbaehi (Oberturon).
ehemals mit einer Burg bestanden, von der nur noch spärliche Reste
vorhanden sind. Auf senkrechten Leitern und Stufen klimmt man
durch Felskamine zur Höhe empor. Der Aufstieg erfolgt von der Süd-
seite und zeigt folgenden Schichtenbau:
Hinteres Raubschloß Südabhang (s. Anlage S. 92)
Die untersten 30 m liegen im losen Sande der Stufe ct. Auf dem
Sandsockel erheben sich 59 m mächtig die senkrechten Felsmauern
der Stufe ß. Auch hier sind wieder der Reichtum an Kaolinkörnern
und die eigentümlichen weißgelben und hellockergelben Sandsteine,
Schicht 6, 7 und 12, hervorzuheben.
26
Beschreibung der einzelnen Schollen
Weiter östlich wurde die Schichtenfolge an der Unteren Schleuse
(Kirnitzsch) aufgenommen und zwar von der Kirnitzsch gegen 0 in
Verfolg des Paßgrundes und Wildkatzensteiges bis Sign. 400,7.
Untere Schleuse Ost (s. Anlage S. 92)
Das Mittelturon baut sich in einer Mächtigkeit von 65 m aus mehr
oder weniger zusammenhängenden Felsbänken auf, Stufe a der Schloen-
bachi - Zone ist mit 45 m Mächtigkeit wie hier überall als loser Sand mit
vereinzelten abgerundeten Blöcken entwickelt. Die höchsten Schichten,
der Stufe ß angehörend, sind in einer Mächtigkeit von 60 m z. T. als
JTelsbänke ausgebildet.
Südlich Hinterhermsdorf erstreckt sich von der Hackkuppe (Wet-
tineiche) bis zum Taubenstein zwischen 350 und 420 in Höhe ein
kleines felsenloses Gebiet, daß große Ähnlichkeit mit den ungefähr
50 m höher liegenden Schichten in der Umgebung des Jagdschlosses
Sternberg hat. Es ist nicht unmöglich, daß hier in der Nähe der Haupt-
verwerfung eine kleine Scholle eine besondere höhere Lage von min-
destens 50 m einnimmt, so daß die folgenden fossilführenden Sand-
steine der Stufe ß 2 angehören.
Die Hackkuppe (425,9m ti. d. M.) ist eine Basaltkuppe, die durch
Steinbruchbetrieb abgebaut wird. Der Basalt birgt u. a. auch Sand-
steineinschlüsse. Der Sandstein ist an der Basaltgrenze, die zur Zeit
gut aufgeschlossen ist, mehr oder weniger gefrittet. Er enthält kleine
Kaolinkörner, die Farbe wechselt stark zwischen lichtgrau, gelb und
gelbrot, das Korn ist fein, die Schichtung dünn. Die Mächtigkeit des
Aufschlusses beträgt ungefähr 10 m (Sandstein 410 420m). An Ver-
steinerungen fanden sich
Terehrnluta sp. Anomia lamellosa A. Robm.
Lima semisuleata Nilss. Ostrea sudetica Scop.
sp. Ostrea vesicularis Lam.
Neithea grgpheata Sciu.oth.
Südlich der Hackkuppc an der Zollstraße, dort wo der Lindigtweg
einmündet, sind bei 401m Höhe einige bis 2 m mächtige Felsbänke
eines gelben, konglomeratischen Sandsteines aufgeschlossen.
Die flache Höhe östlich der Hackkuppe ist mit zahlreichen Stücken
eines lichtgrauen, kleine Kaolinkörner führenden, feinkörnigen Sand-
steines bedeckt (405 412m Höhe). Auf der höchsten Kuppe (413m)
fand ich in einem gelben, mittelkörnigen Sandstein mit vielen größeren
Kaolinkörnern an Versteinerungen
Lima’’ canalif era Goliif.
Lima granulata Nilss.
Ostrea sudetica Sccr.
Weiter östlich bis gegen den Taubenstein liegt an der Oberfläche
etwas lehmiger, fein- bis mittelkörniger Sand, in dem nur einzelne
festere gelb und gelbrote Sandsteinbruchstücke zu finden sind.
A r om Taubenstein hat man einen prächtigen Blick in das zu Füßen
liegende enggeschluchtete Kirnitzschtal in der Umgebung der Böh-
mischen Mühle und Oberen Schleuse.
Das nördliche Tafelland
27
Am Steilabsturz vom Taubenstein zum Kirnitzschgrund wurden fol-
gende Schichten vorgefunden:
Tauben st ein (s. Anlage S. 92)
Das Mittelturon, 20 m mächtig, bildet zum Teil Felsbänke. Stufe a
der Schloenbachi - Zone ist 40 m mächtig durch Sand, Stufe ß mit 35 m
Mächtigkeit zu unterst durch einige Felsbänke, dann durch eisen-
schüssige Felspartien, zu oberst durch Sand vertreten.
An der Böhmischen Mühle sind nach Mitteilung von Herrn Kantor
LANGER in Hinterhermsdorf früher einige Stücke von Pinna sp. ge-
funden worden. In der Sammlung dieses Herrn liegen ferner 7 Stück
von Inoceramus Lamarcki Park.
Auch diese dürften aus dem Mittelturon der Umgebung stammen.
Ein Stück einer Pinna befindet sich ferner im Besitze des Försters
von Hinterdittersbach.
Vom Nordrande der Winterbergscholle wenden wir uns nun nach
S und zwar in die Linie Rauschenberg- Wespenberg.
Der Rauschenberg liegt wie das I’rebischtor am Südrande der ge-
gewaltigen von Winterberg nach O ziehenden Felsmauer. Der Auf-
stieg erfolgt von der Straße IIohenleipe-Herrnskretschen bei Sign.
268,3 und bietet in den Gesteinsschichten zum Teil gute Aufschlüsse.
Rauschenberg (s. Anlage S. 93)
Das Mittelturon, in einer Mächtigkeit von 60 m, tritt nur wenig
zutage. Stufe ci der Schloenbachi -'Zone, 50 m mächtig, bietet die Ge-
kannten Sandhänge, aus denen nur einzelne dicke, wollsackähnliche
Blöcke hcrausscliaucn.
Stufe ß hingegen ist in einer Mächtigkeit von 105 m durch senk-
rechte Felswände und Riffe vertreten, nur zwischen 370 und 380 m
Höhe klafft eine kleine Lücke, wo das Gestein nicht hervortritt. Die
obersten 50m sind mit einer harten Kruste von Quarz und Gips über
zogen, in die die Feuchtigkeit nur schwer einzudringen vermag, so
daß an der Oberfläche wunderbare filigranartige Bildungen entstehen
und erhalten bleiben konnten. Kaolinkörner treten besonders in den
oberen Schichten auf.
östlich vom Rauschenberg beherrscht der Eulenhübel mit 475,9 m
Höhe die felsige Umgebung. Der Kern des Berges besteht aus basal-
tischem Gestein, das in mehreren Klippen auf dem Nordteil des breiten
Bergrückens ansteht. Auf dem südlichen Plateau ragen einige Sand-
steinfelsen empor und bilden die höchste Erhebung des Berges. Von
hier gegen den Müllergrund im W fand sich folgende Schichtenfolge:
Süd kuppe des Eulenhübels (s. Anlage S. 93)
Das Mittelturon mit seiner geringen Felsbildung und den zahl-
reichen feuchten Stellen auf demWege erinnert an die tonige Be-
schaffenheit der Sandsteine dieser Zone, wie wir sie in guten Auf-
schlüssen im Elbtale kennengelernt haben. Nur die obersten 10 m der
hier 65 m mächtigen Zone bestehen aus senkrechten Felswänden. Die
28
Beschreibung der einzelnen Schollen
charakteristische Ausbildung der Stufe a der Schloenbachi-7jone , mit
grauem Sand bedeckte Hänge und vereinzelte dicke, wollsackähnliche
Blöcke, ist ebenfalls vorhanden. Ihre Mächtigkeit ist hier nur mit 30 m
angegeben. Darüber folgt die Stufe ß, zunächst Felsbänke 10 m mäch-
tig, 20 m nichts aufgeschlossen. 10 m stark zernarbte Felsbänke, 35 m
nichts aufgeschlossen und 30,9 m einzelne Felsblöcke und Bänke, ge-
krönt von einer isolierten Felsgruppe. Auf der Nordseite des Berges
tritt Sandstein nur an den unteren Abhängen zutage.
Von der Nordkuppe des Eulenhübels u s w.
(s. Anlage S. 94)
Der Nordabhang des Eulenhübels hat, soweit Sandstein in Frage
kommt, denselben Aufbau wie der Südhang.
Von der Böhmerstraße wurde das Tal nördlich am Ilühnersteiin
bis hinauf zu Sign. 378,5 verfolgt.
Felskuppe 378,5 usw. (s. Anlage S. 94)
45 m mächtig stehen die Schichten des Mittclturons an. bestehend
aus unzusammenhängenden Felspartien; am Wege wieder Wasser-
pfützen. Die dicken gerundeten Felsbänke der 45 m mächtigen Stufe a
der Sch locnhnch /-Zone vereinigen sich hier ausnahmsweise zu einer
engen Schlucht. Beim Anklopfen mit dem Hammer zerfällt aber auch
dieses Gestein sehr leicht und verrät dadurch seine Bindemittelarmut.
Stufe ß ist nur als ein 18 m hoher Felsturm erhalten.
Südlich der aus ScA/otfM&uc/ii-Snndsteinen aufgebauten Felsen-
mauer gehört in diesem östlichen Teile noch das Sandsteingebiet bis
nach Ilohonleipc der Winterbergscholle an.
Hier erhebt sich der Schloßberg von Ilohenleipe.
Gipfel des Schloßberges (s. Anlage S. 94)
Zu unterst liegen 50 m mächtig die weicheren Schichten des Mittel-
turons, die hier nur sehr wenig feste Stücke an der Oberfläche zeigen.
40 m mächtig folgt Stufe « der Schlocnbachi-Zono-, aus dem mittel-
körnigen, grauen Sande ragen an den Abhängen einzelne dicke ge-
rundete Felsbänke und Blöcke hervor. Schicht 4. 7 m mächtig, wech-
selt im Korn zwischen fein und grob sehr schnell, was ich in dieser
Zone sonst weniger gefunden habe. Stufe ß bietet hier folgendes Ge-
samtbild. 12 m mächtig bilden harte Felsbänke, z. T. mit 1cm dickem
Eisenüberzug, den Sockel, darauf folgen 8 m mächtig graue mittel-
körnige, leicht zerfallende Sandsteine, denen in einer Mächtigkeit
von 30 m die harten Gipfelfelspartien aufgesetzt sind. Letztere be-
stehen aus einem mittel- bis grobkörnigen in den obersten 7 m fein-
körnigen Sandstein. Die teilweise sehr starke Eisenverkrustung deutet
auf vulkanische Einwirkung.
Das nördliche Tafelland
29
C. Die Rosenbcrgschollc
O. Gr. et 390 m ü. d. M.
0. Gr. lab. 250 m ü. d. M.
Die Rosenbergscholle liegt zwischen Linie VIII im N, Linie
II a im W, Linie Ie im S und Linie IX im O.
Der Kosenberg beherrscht mit seiner Höhe von 620,3 m das ganze
Gebiet zwischen der Sandsteinmauer im N, der Elbe im W, dem Böh-
mischen Mittelgebirge im S und der Kreibitzer Bergwelt im 0. Die
Aussicht von dem gebrechlichen Holzturm ist hervorragend schön und
belehrend. Gegen X ragt die gewaltige Sandsteinmauer vom Winter-
berg bis Dittersbach empor, gegen O steigt jenseits des sanft abfal-
lenden Rosenbergsockels, getrennt durch eine scharfe Bruchlinie, hin-
ter den Häusern von Windisehkamnitz das Felsgebiet am Huttenberge
auf, nach S liegen die weiten Flächen des vorherrschend aus Sanden
der Stufe et der Schloenbachi - Zone bestellenden Waldmantels und da-
hinter die vulkanischen Decken des östlichen Mittelgebirges, nach W
breitet sich die aus den tonigen Sandsteinen des oberen Mittelturons
aufgebaute llosendorfer Ebenheit aus, über die sich einzelne kleine
basaltische Kuppen erheben, unter deren Schutze der helle Sand der
Stufe et der Schloenbachi - Zone hervorleuchtet. Sehr schön sind auch
von hier die kleinen Ebenheitsflächen von Hohenleipe und der Scho-
meler Folgen sowie die grünen Hochflächen am Ottenberge zu ver-
folgen.
Über den geologischen Aufbau des Rosenberges hat sich folgendes
ergeben. Bei 523 m Höhe konnte ich am Berge noch Kreidesandsteine
anstehend feststellen. Die höher hinauf bei 535 m usw. anzutreffen-
den, vollständig zu hartem Quarzit umgewandelten Sandsteine sind
wahrscheinlich durch die Eruption aus etwas tieferen Lagen mit ein-
porgerissen worden. Von der Kamnitzsohle in ungefähr 200 m Meeres-
höhe an ist deshalb ein 300 m mächtiger Schichtenstoß von Kreide-
sedimenten vorhanden. Man sollte meinen, wie im nördlichen Fels-
gebiet auqli hier am Berghange dieselben prächtigen Felsbildungen
im Sandstein verfolgen zu können. Dem ist jedoch nicht so. Mit
Ausnahme der senkrechten Felswände der Labiatus - Zone im Kamnitz-
grunde ist es nur der Mühlgrund mit seinen Seitenästen, in dem bis
zur Höhe von etwa 350 m der Sandstein eine teilweise felsige Aus-
bildung besitzt. Weiter sind es die Vogelsteine hoch oben am Ost-
abhange des Berges in 350 — 400 m Höhe, die als scharfes Felsriff
hervortreten. Höher hinauf, in 420—520 m Höhe, trifft man an der
Ost- und Südseite des Berges nur noch vereinzelte Felsbänke, die
klippenartig am steilen Berghange auf ragen. Diese letzteren wie auch
die Vogelsteine verdanken ihre Herausmodellierung einer starken Ver-
quarzung, die wohl auf vulkanische oder tektonische Einwirkung zu-
rückzuführen ist. Der Mühlgrund dürfte ebenfalls, aber in geringerem
Maße, davon betroffen worden sein. In entgegengesetzter Weise hat
der vulkanische Charakter des Berges die von keiner Härtung betrof-
30
Beschreibung der einzelnen Schollen
fenon Sandsteine beeinflußt. Die oberste Kuppe des Rosenberges be-
steht in einer Mächtigkeit von 80— 100 m aus Basaltmassen. Basalt-
trümmer und deren Verwitterungsprodukte bedecken bis weit hinab
die Hänge des Berges. Die basaltische Schuttmasse ist in alle im Sand-
stein vorhandenen Spalten und Klüfte eingedrungen, so daß die Ab-
tragung mit dem allgemeinen Böschungswinkel des Berges schritt-
halten mußte und eine Herausbildung von Sandsteinfelsen nur dort
eintrat, wo die Sandsteine durch Verquarzung und Vererzung besonders
"widerstandsfähig geworden waren.
Der Rosenberg ist mir lange Jahre als eine Sphinx erschienen,
die am Nordfuße zwischen Grundmühle und Kamnitzleiten die cha-
rakteristischen Felswände der Zone des Inoceramus Idbialus zeigt, am
Abb. 4. Das Tal von NVindiscb ka m ni tz mit dem Roscnberge. SW = Südwest.
NO = Nordost. Stl. = Stüruugslinic R = Basaltkuppe des Rosenberges 620,3 m ü. d. M.
a = Sign. 212,9. b = Steinbruch 215,0 m ü. d. M. II = Hohenleipe mit dem Schloßberg.
O = Grundmühle. Der Abhang des Rosenberges gegen Windischkamnitz bildet eine
felsenlose, allmählich abfallende Fläche, die in der Richtung SW — NO von einer Störungs-
liuie durchschnitten wird. Die Schichten gehören dem Mittelturon an. An der Grund-
mühle (G) Sandsteinfelsen der Zone des Inoceramus laöiatus (Untcrturon).
Im Hintergründe der Steilabfall der vom Prebischtor gegen Dittersbach ziehenden Sand-
steinmauer (Oberturon).
Ostabhang gegen Windischkamnitz aber ein anderes felscnloses Ant-
litz darbietet, s. Abb. 4. IIlüSCH hat in seiner Übersichtskarte des
Böhmischen Mittelgebirges in 360—400 m Höhe die Tonmergelzonc
des Inoceramus Schloenbachi, Stufe y, eingezeichnet. In Wirklichkeit
gehören die Schichten dieser Höhenlage der Stufe et der Schloenbachi-
Zone an. Klarheit wurde erst durch den Vergleich der gesammelten
Gesteinsproben erreicht. So fanden sich in 300 m Höhe die eigen-
Das nördliche Tafelland
31
artigen rot und weißgelb dünngebänderten und geflammten, weichen,
fossilführenden Sandsteine, die ich an der Straße von Dittersbach
nach Hohenleipe in 210-220 m Höhe (S. 40) sowie bei Stimmersdorf
(Profil S. 89, Schicht 14) in 265 m Höhe, am N W- Ausgang von Arnsdorf
in 325—330 m Höhe (&. 34) und anderweit in einem bestimmten Hori-
zont feststellen konnte. Darüber treten dann die im nördlichen Gebiet
als Leitschicht zu verfolgenden mittelkörnigen grauen Sande der Stufe a
der Schloenbachi-Zone auf, die in den Vogelsteinen verquarzt und als
Felsriff erhalten sind. Schließlich ist in den obersten einzelnen Fels-
partien der Sandstein reich an Kaolinkörnern und wird zuletzt ziem-
lich grobkörnig. Fr gleicht vollständig dem, wie er bei Böhmisch
Kamnitz in nächster Nähe unterhalb der Tonmergel, Stufe y, auftritt.
Erst hier in 523 m Höhe könnte man bei normaler Lagerung Ton-
mergel vermuten, die auch in einer gewissen Mächtigkeit unter den
Basaltgeröllen verborgen sein können.
Die erwähnte verschiedenartige Tal- und Gesteinsausbildung bei
der Grundmühle gegenüber Windischkamnitz ist nur durch eine Stö-
rungslinie zu erklären, die von östlich Hohenleipe aus in SSV Rich-
tung am Berghange entlang anzunehmen ist und die bei Sign. 296,6
in SW-Richtung gegen Neuohlisch umbiegt (Linie IX). Die Ober
grenze der Labiutm - Zone liegt in der Rosenbergscholle bei 250 m und
der Talgrund von Windischkamnitz in 200— 210 m Meereshöhe. Bei
ungestörter Lagerung müßte demnach im Tale von Windischkamnitz
auch die enggeschluchtete Zone des Inoceramus labiutus anstelien. Man
trifft aber nicht diese, sondern die zu wenig Felsbildungen neigenden
Sandsteine des Mittelturons am Windischkamnitzer Rosenberghange.
Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sandsteine
der Stufe ß 2 dürfte am Rosenberge bei 480—500 m Meereshöhe zu
suchen sein.
Die Rosenbergscholle umfaßt außer dem Rosenberge die gegen
W anschließende Ebenheit von Rosendorf und Arnsdorf.
Den günstigsten Aufschluß gewährt das Profil des Rosenberges
von der Grundmühle durch die Mühlgrundsehlüchte hinan bis zum
Verbindungswege von Windischkamnitz nach Rosendorf. Ferner sind
Sandsteinbänke gut aufgeschlossen an den Vogelsteinen und an einigen
anderen isolierten Felsklippen hoch oben am Berge. Bei der Be-
gehung des Rosenberges konnte folgendes fcstgestellt werden.
Kuppe des Rosen berges 620,3m ü. d. M.
Die Mächtigkeit des anstehenden Basaltes beträgt 80 -100 m. An
der SW-Scite des Berges tritt in 535 m Höhe in unmittelbarer Nähe
von Basaltklippen lichtgrauer mittelkörniger Quarzit auf, der. wie
bereits angeführt, vielleicht etwas emporgeschleppt sein dürfte. Unter
Übertragung der anderweit gewonnenen Schichtenmächtigkeit wäre von
ungefähr 520 m Höhe an Tonmergel zu erwarten. Eine genaue Auf-
messung der Schichten am Rosenberge wird voraussichtlich weiter Klä-
32
Beschreibung der einzelnen Schollen
rung bringen 1 ). Am südlichen Steilhange des Berges treten sodann
einige größere Felspartien zutage.
Rosenberg Südseite 523 (s. Anlage S. 95)
Wie schon bemerkt, gleichen diese Sandsteinschichten denen, die
bei Böhmisch Kamnitz unmittelbar unter den Tonmergeln liegen.
An der SO-Seite des Rosenberges trifft man am Fahrwege in
450 — 485 m Höhe an einigen Stellen anstehenden Sandstein. Er ist
gelb, mittelkörnig mit vereinzelten größeren Quarzen und zerfällt leicht.
Verfolgt man den Fahrweg am Ostabhange hin weiter um den Berg
herum nach abwärts bis zum Auftreffen auf den sogenannten Win-
dischkamnitzer Weg (390 m), so tritt Sandstein fast gar nicht an die
Oberfläche. Vereinzelt finden sich neben Basaltgoröllcn nur graugelb-
rötliche, fein bis mittelkörnige Quarzite mit undeutlichen Versteine-
rungen. An der Ostscitc des Berges streicht vom Fahrwege eine Ver-
quarzungs- und Vererzungszone radial am Berge herab. Oben am
Fahrwege durchziehen Eisenbänder den Sandstein und sind sicher die
Ursache, daß der Sandstein an dieser Stelle als Fels hervortritt. Wei-
ter abwärts stellen sich allmählich Vcrquarzungserscheinungen ein, bis
in den Vogelsteinen der sonst leicht zerfallende Sandstein der Stufe et
vollständig von der Verquarzung erfaßt worden ist und in steilen zacki-
gen Felsriffen emporragt.
An der Ostseite des Rosonbergcs. 480,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 7. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgran und gelblich, mk., eisenschüssig,
einzelne Felsparticn am AbhaDg 20,0
6. Nichts aufgeschlossen 10,0
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk., einzelne Felspar-
tien am Abhang 30,0
4. Sst., weißgrau, fk. bis gk., Korn sehr wechselnd, leicht zerfallend . . 20,0
400,0 m ü. d. M.
Nun folgt von 400—350 m herab das Felsriff der Vogelsteinc. Die
Schichten fallen hier stark gegen S ein. Dies dürfte mit der Radial-
spalte Zusammenhängen, die vom Vulkanschlot ausgegangen und an
der entlang auch die Verquarzung und Vererzung erfolgt ist. Merk-
würdigerweise trifft man an der Seite des Felsriffes bei 390 m Meeres-
höhe Quellen.
400,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
a 3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau bis gelb, mk. 1 p . ,
bis gk ( Felszacken 200
2. Sst., weißgrau, mk 1 v 7, . 15,0
1. Sst-, rötlichgrau, fk. bis gk. 350,0 m ü. d. M ) V0 g el8teine 15 >0
') Oshhk, R., Klein- und Großformen der Südwest-Lausitz usw., Bautzen 1927,
S. 63: »Ein Rest der alten (präbasaltischen) Oberfläche findet sich am Rosenberg, wo
Tertiär einem basaltischen Deckenrest unterlagert.« Er bezieht sich hierbei auf Staff,
Die Geomorphogenie usw., S. 10. Dieser sagt aber nur, daß am Rosenberg die präba-
saltische Oberfläche in etwa 560 m Höhe unter einer Basaltdeckenkappe erhalten sei.
Tertiäre Schichten sind unter dem Basalt am Rosenberge nicht bekannt
Das nördliche Tafelland
33
Verfolgt man vom Windisckkamnitzer Wege den markierten Weg
gegen die Grundmühle, so kann man folgendes beobachten:
Rosenberg, NO-Seite (s. Anlage S. 95)
Die Schichten haben hier ihren normalen Aufbau. Zu unterst
50 m mächtig die dicken Felsbänke der Zone des Inoceramus labiatus,
darüber folgen 100 m mächtig die Schichten des Mittelturons, mehr
oder weniger als Felsbänke hervor tretend, und darüber noch 30 m
mächtig die losen Sande der Stufe a der Schloenbachi-'Zonc. Bei
Schicht 3 kann man im Zweifel sein, ob sie der Labiatus-Zona oder
dem Mittelturon angehört. Wenn ersteres der Fall wäre, würde hier
eine Verschiebung innerhalb der Labiatus- Zone anzunehmen sein, die
bei der Nähe der Grenze gegen die Windischkamnitzer Scholle nicht
unmöglich wäre.
Südlich von Hohenleipe steigt man durch die Kirchschlueht auf
Treppen hinab zum Kamnitzback.
Kirchschlueht von Hohenleipe (s. Anlage S. 96)
Die unteren 50 m gehören der Labiatus- Zone an, die hier wie
in der Edmundsklamm senkrechte Felsabstürze bildet. Vom Mittel-
turon, dem die oberen 30 m zuzurechnen sind, ist nur in den obersten
Schichten weicher, toniger, rötlicher Sandstein anstehend vorhanden.
Am Felskegel des Oy bin bei der Grundmühle bestehen die un-
teren Bänke aus folgendem Gestein:
Felsen Oybin, 208,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus labiatus m
3. Sst. lichtgrau, mk., fest ) 8,0
2. Sst. gelb, mk. dazwischen auch schwache gk. Lagen, fest > Felsen 6,0
1. Sst. lichtgrau bis gelb, mk. bis gk., kratzig . ... ) 4,0
Talsohle am Fels Oybin (Grundmühle), 190,0 m ü. d. M.
Die hier anstehenden Schichten der Labiatus- Zone gleichen denen
in der Kirchschlueht.
Im Bieletal, das von der Grundmühle gegen Dittersbach hin-
aufführt, konnte ich ähnliche Schichten feststellen.
Bielctal. westlich Dittersbach, 224,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus labiatus ni
2. Sst. licht- und dunkelgrau, fest, gleichmäßig mk., sehr feucht, Felsen . 16,0
1. Sst. gelblich, mk. mit einigen Schichten gk. Lagen, fest, trocken, Felsen 8,0
200,0 m ü. d. M.
Unterhalb der Vogelsteine dehnt sich am breiten Ostabhange des
Rosenberges von 350—250 m Höhe herab eine allmählich abfallende
Fläche aus, bedeckt mit Wiesen, Feldern und Waldstreifen. Festes
Gestein tritt nirgends zutage. Diese Fläche, unter der das Mittel-
turon verborgen liegt, wird von N nach S von Störungslinie IX mit
einer Sprunghöhe von 30 — 50 m durchzogen, so daß der westliche Teil
des Talgrundes von Windischkamnitz ebenfalls noch in das Mittel-
turon einschneidet.
Neue Folge. Heft 112
3
34
Beschreibung der einzelnen Schollen
Der Süd- und Westabhang des Rosenbergkegels wurde nicht näher
untersucht. Felspartien treten nicht auf, so daß der Schichtenbau
gleichartig angenommen worden ist.
Das Gebiet westlich und südwestlich des Rosenberges stellt eine
Ebenheit dar, aus der eine Anzahl Basalthärtlinge als kleine Kuppen
hervortreten, so Eckers-Berg (374,4 m), Zschabern-Berg (411,4 m),
Ilutberg (401,6 m), Gutsimsberg (386,5 m), Sturms-Berg (381,5 in) und
am Westrande der Scholle der Arnsberg (427,1 in). Sandiger Lehm
bildet allgemein die Deckschicht, nur im näheren Umkreise der über
die Fläche höher aufragenden Basaltkuppen und in den eingeschnit-
tenen Bachtälern tritt der Sandstein unmittelbar zutage und zwar meist
als weißgrauer Sandboden, bedeckt mit Heidekraut und Kiefern. Sehr
schön sind diese Schichten in dem kleinen Waldgebiet zwischen Arns-
dorf und der Neuen Welt in 340 350 m Höhe aufgeschlossen. In einem
verlassenen 4m hohen Anbruch fand ich hier einen weißgrauen und
gelbroten feinkörnigen Sandstein. Etwas weiter nördlich trifft man
vom Wege angeschnitten in 325— 335 m Höhe weißlichen, grauen und
rötlichgelben, fein- bis mittelkörnigen Sandstein. Ich fand darin
Oalrea vesicularii Lam.
An der westlich gegenüberliegenden Berglehne tritt in 320 330 m
Höhe derselbe Sandstein zutage. Ich sammelte darin
Ostrea vesiculari» Lam.
Exoyyra columba Lam.
Der hangende weißgraue Sandstein zerfällt sehr leicht und über-
schüttet alles mit blendendem, helleuchtendem Sande.
.Am NW Ausgang von Arnsdorf steht in einer isolierten Felspartie
in 325 330 m Höhe gelber, grauer und roter feinkörniger Sandstein
an. Ich fand darin
Lima cauali/'era Goldf.
(hlrea vesicutaris Lam.
Hieran schließt sich das Profil durch die Dürrkamnitzschlucht
(S. 89). Alle diese Schichten gehören den oberen Lagen des Mittel -
turons, die weißleuchtenden Sande der Stufe a der Schloenbachi-
Zone an.
I). I)ic Stcrnliergscliolle
O. Gr. a 330 — 350 in ü. d. M.
Die Sternbergscholle wird im N begrenzt vom Zeidlerbogen
der Lausitzer Hauptverwerfung, im S von Störungslinie XIII, im O von
Linie Je. Die Westgrenze, Linie VIII, dient nur zur geographischen
Abgrenzung gegen die Winterbergscholle, die in gleicher Höhe wie die
.Sternbergscholle liegt.
Die Sternbergscholle füllt den Zeidlerbogen der Lausitzer Ilaupt-
yerwerfung aus und ist nach dem Jagdschloß Sternberg benannt, das
im nördlichen Teile des Gebietes auf einem kleinen Felsplateau liegt.
Der Kirnitzschbach teilt das Gebiet in eine nördliche und südliche
Hallte. Der südliche Teil bildet eine lange, seitlich stark zersehluch-
Das nördliche Tafelland
35
tete Sandstcinfelsmasse, deren Rückgrat von mehreren Basalthärt-
lingen gebildet wird. Die höchsten Funkte von W nach 0 sind der
Ziegenrücken (425 m), der Bittierberg, basaltisch, (441,6 m), Neuhaus,
basaltisch, (433,7 m), der Zeidlerhübel, basaltisch, (440 m), der Bär-
winkel, basaltisch, (443 m), der Hengstberg, basaltisch, (478,7 m).
Mit Ausnahme des letzteren, wo der Basalt den Sandstein gegen 10 m
überragt, liegen die Basaltkuppen im allgemeinen im Sandsteinniveau.
Das nördliche Gebiet wird vom Wolfsbach, Zeidlerbach und Weiß-
bachgrund mit ihren zahlreichen Nebenschluchten zertalt. Entlang der
Hauptverwerfung folgen der Steinberg (461m), der Kühkopf (423 m),
die Höhe nördlich Jagdschloß Sternberg (471,6 m) und das Gebiet west-
lich vom Rauchgraben bis zu 437,4 m Höhe. Die Basis der Stufe ß 2
würde ungefähr bei 450— 470 m Höhe liegen. Die über diese Linie hin-
ausragenden Sandsteine sind vorherrschend feinkörnig und mergelig-
tonig, z. B. Schicht 13 Profil Sternberg S.97. Die Schichten der Stern-
bergscholle gehören dem Mittelturon und der Zone des lnoceramus
Schloenbachi Stufe u und ß an. Während Mittelturon und Stufe a die
von der Winterbcrgscholle her bekannte Ausbildung besitzen, sind bei
Stufe ß zum Teil die obersten feinkörnigen und teils auch mergeligen
Sandsteinschichten der Unterstufe 2 entwickelt (Höhe 471,6 m).
Im westlichen Teile wurde die Schichtenfolge entlang des Fin-
steren Grundes aufgenommen.
Sandstein kuppe südlich am Finsteren Grund
(s. Anlage S. 96)
Das Mittelturon ist hier 20 in mächtig in Felswänden aufgeschlos-
sen. Stufe a der Schloenbachi - Zone ist durch die bekannten mit grauem
mittelkörnigem Sand bedeckten Hänge vertreten, aus denen in den
oberen Schichten wenige gerundete dicke Felsbänke hervortreten.
Stufe ß der Schloenbachi-Zonc beginnt mit einer 30 m mächtigen
Schichtenfolge, in der Felsbänke einzeln oder in kleineren Gruppen
auftreten. Darüber folgen senkrechte Felswände in einer Mächtigkeit
von 26m, die weiteren 24m sind wenig aufgeschlossen. Den Gipfel
krönt eine 5 m mächtige Felspartie.
Vom Jagdschloß Sternberg entlang des Wolfsbaches bis zu dessen
Einmündung in die Kirnitzseh wurde folgendes festgestellt:
Abgeholzte, gerundete Höhe usw. (s. Anlage S.97)
Der Talgrund liegt hier bis zu 34 m Höhe in der Stufe ci der
Sehloenbachi-Zone, an der Basis einzelne Felsbänke, oben nur Sand-
hänge. Dann folgt die Stufe ß mit 70 m mächtigen Felsbänken und
-wänden eines meist Kaolinkörner führenden Sandsteines. Darüber
liegt 56 m mächtig eine felsenlose, feinkörnige Sandsteinmasse, die in
der Hauptsache der Unterstufe 2 zuzurechnen ist. Ganz besonders die
oberste mit kohligen Nestern angefüllte Schicht 13 deutet auf die
Nähe der Tonmergelstufe y.
3 *
36
Beschreibung der einzelnen Scholle«
Am Anfang des Khaatales östlich an Sign. 342,2 sind die unteren
Partien der Stufe ß durch mächtige Felsbänke mehr als 50 m aufge-
schlossen. Das Gestein ist vorherrschend mittel- bis grobkörnig.
Anfang des Khaatales (s. Anlage S. 97)
In der NW-Ecke des Gebietes, am Benediktstein, konnte ich, als
an der einzigen Stelle des untersuchten östlichen Elbsandsteingebir-
ges, zwischen den Sandsteinschichten harten Kalksandstein feststellen.
Ich fand hier folgende Schichten:
Am Benediktstein, 315,0 m ü. d. M.
4. Sst. grau, fk. bis mk \
3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, ^lichthoniggelb, mk. . t
2. Kalksst. graugelb, mk., hart i
1. Kalksst. rotgelb, mk. bis konglomeralisck, hart . . )
Talsohle 308,0 m ü. d. M.
Felsen
3.0
2.0
1,0
1,0
Die Felspartie, an der Hauptverwerfung gelegen, könnte von der
Sternbergscholle auch losgelöst worden sein. Bei normaler Lagerung
würden die Schichten dem Mittelturon angehören, jedoch läßt sich
das Gestein am besten in die Stufe ß der Schloeribachi - Zone einreihen.
E. Die Tänniglseliolle
O.Gr.o 380-400 m ü.d.M.
Die T ännigtschol le ist begrenzt im N von Linie XIII, im YV
von Linie VIII, im S von Linie XI und im O von Linie X.
Als gewaltigste Felsbastion des östlichsten Elbsandsteingebirges
überragt die Tännigtscholle beherrschend ihre Umgebung. Vom Ma-
rienfels im S kann man über Wilhelminenwand und Rudolphstein eine
scharf geschnittene Felsmauer bis zum Wespenberg und weiter zur
Kirnitzsch und zum Iiengstgrund verfolgen. Der Mittelpunkt dieser
natürlichen Festung liegt in der Umgebung des Tännigts. Besonders
von W, wie von der Kuppe des Eulenhübels, erweckt das erhabene Fels-
massiv die Bewunderung des Naturfreundes. Einige der hervorragend-
sten Berggipfel sind folgende:
Die Wilhelminenwand (441,8 m), der Rudolphstein (486,0 m), das
Tännigt (487 m), der Wespenberg, basaltisch, (476,8 m), die Burg
(447,8 m), der Heedberg (490 m), der Limberg, basaltisch, (489,0 m).
Die Scholle setzt sich zusammen aus Schichten des Mittelturons
und der Stufen a und ß der Zone des Inoceramus Sehloenbachi. Die
Basis der Unterstufe ß 2 würde bei 500— 520 m zu suchen sein. In 380
bis 400 m Höhe benützt den Böschungshang der Stufe a der prächtige
Touristenweg von der Balzhütte am Westabfall des Felsmassivs ent-
lnng gegen den^ Wespenberg. Der nach S als tief zerklüftetes Riff
vorspringende Felsenzug der eigentlichen Dittersbacher Felsen, Fal-
kenstein, Rabstoin, Marienfels und Wilhelminenwand, ist in den oberen
Partien stark mit Kieselsäure durchtränkt und sehr hart. Unmittelbar
südlich am Marienfels vorüber verläuft Störungslinie X. Steigt man
von Dittersbach gegen diesen Fels auf dem allgemeinen Touristen-
Das nördliche Tafelland 37
wege hinan, so überschreitet man bei 300 m Höhe diese Linie. Die süd-
liche Scholle liegt 80 m tiefer als die nördliche Tännigtscholle.
Felskrone des Marienfelsen (s. Anlage S. 97)
30 m mächtige mittelturone Felsbänke und 40 m dicke gerundete,
leicht zerfallende Bänke der Stufe « der Schhenbachi-Zone werden
durch Störungslinie X abgeschnitten. Die Schichtenfolge wiederholt
sich. Es folgen nochmals Felswände und -bänke des Mittelturons und
Sandhänge der Stufe ct in je 40 m Mächtigkeit. Darüber steigt in senk-
rechten Mauern und Türmen Stufe ß ebenfalls in 40 m Mächtigkeit
empor.
Der Touristensteig führt vom Marienfels an dessen Nordseite hinab
und vorüber an der breiten Felshöhlung von Balzers Lager bis nach
Stufe a. Er schneidet 10 m tief in letztere ein und klimmt dann wieder
60 m durch steile Felswände der Stufe ß empor zur Wilhelmincnwand.
Felsplatte der Wilhelminenwand (s. Anlage S. 98)
Die obersten Partien der Wilhelminenwand sind nicht so stark
verquarzt wie die des Marienfelsen. .Marienfels und Wilhelminen-
wand bieten prächtige Ausblicke auf die Felstürme und Gründe der
Dittersbacher Felsen wie aber auch auf die grünen Flächen der nähe
ron Umgebung von Dittersbach (Obergrenze des Mittelturons). Entlang
der Felsabstürzo kann man den Verlauf einzelner Terrassen ausge-
zeichnet verfolgen. Weiter überblickt man in der Linie Güntersdorf-
IIuttenberg-Ottenberg-Kaltenbach die grünen Tonmergelflächen der
Stufe, y, die gegen das nördlich gelegene Waldgebiet der Stufen a und
und ß einen eindrucksvollen Kontrast bieten.
Nördlich der Wilhelminenwand erhebt sich der Rudolphstein, ein
senkrecht aufsteigender Felsklotz mit hervorragender Rundsicht, die
besonders in das Felsengewirr gegen N und NO eindringt.
Felskuppe des Rudolphsteines (s. Anlage S. 98)
Die gesamte Sandsteinmasse liegt in der Stufe ß, die aber in den
Höhenlagen der obersten Felstürme des Marienfelsen und der Wil-
helminenwand nur geringe Fclsbildungen aufweist. Letztere treten
erst bedeutend höher, und zwar wieder in den obersten Schichten,
besser hervor. Die Verfestigung ist hier zum größten Teil durch Ver-
erzung erfolgt. Da sic nicht auf bestimmte Horizonte beschränkt ist,
muß man sie als sekundäre Erscheinung ansehen und zwar in Verbin-
dung mit der vulkanischen Tätigkeit im Tertiär 1 ). Der die Höhe des
Rudolphsteines fast erreichende Wespenberg am Touristenwege vom
Rudolphstein nach der Oberen Schleuse bildet mit seinem lichten Bu-
chenbestande, unter dem sich eine schmucke Basaltkuppe verbirgt, ein
gutes Orientierungsmal in der endlosen Wald- und Felseneinsamkeit.
Am Westabhange des Berges ist folgende Schichtenfolge vorhanden:
') Vergl. a. Müller, B., Der geologische Aufbau des Hirschberger Teichgebietes.
Monogr. u. Abh. z. intern. Revue d. ges. Hydrobiologie u. Hydrograghie, Bd. 5, Leipzig
1915, S. 57 u. flg.
38
Beschreibung der einzelnen Schollen
Klippe des Wespenberges (s. Anlage S. 98)
Zu unterst stehen 30 m mächtig gruppenweise dicke Felsbänke des
Mittelturons an, darüber folgen 10 m mächtig einige Felsbänke eines
versteinerungsführenden Sandsteines. Stufe a der Schloeribachi - Zone
war hier nur in 30 m Mächtigkeit in ihrer charakteristischen felsen-
losen Ausbildung zu verfolgen. Stufe ß ist 60 m mächtig, jedoch nur
durch einige Felsbänke an der Oberfläche vertreten. Ähnlich wie am
Rosenberge hat auch hier der zähe Basaltschutt die Herausmodellierung
der Sandsteinfelsen verhindert.
An der Waldstraße von der Balzhütte gegen den Rudolphstein sind
keine Felsbänke vorhanden. Der Sandstein, den unteren Schichten der
Stufe ß der Schloenbachi - Zone angehörend, zeigt folgendes Bild:
Waldstraße Balzhiittc SW
An der Waldstraßo 410,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramux Schloenbachi m
ß 2. Sst. gelbbraun, mk , stark eisenschüssig \fi
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., schwache Eisenbänder,
undeutliche Versteinerungen 9,0
An der Waldstraße 400,0 m ü d. M.
Nach Mitteilung von Herrn Baumeister IIERRMANN in Kreibitz ist
an der Balzhütte vor Jahren eine Bohrung nach Wasser bis zu 200 m
Tiefe vorgenommen worden, ohne genügend Wasser zu erhalten. Es
ist merkwürdig, daß beim Durchstoßen des Mittelturons nicht Wasser
in reichlicher Menge aufgetreten ist.
Südlich der Balzhütte zieht sich südlich vom »F« der sächsischen
topographischen Karte innerhalb der Stufe ß der Schloenbachi- Zone
eine kleine Schlucht hinab. Die Schichtcnfolge war in folgender
Weise aufgeschlossen:
Felsbänke südlich des »F« usw. (s. Anlage S. 99)
An der Waldstraße von der Balzhütte nach 0 gegen Sign. 333,5
stehen südwestlich und südlich des Ziegenrückens in einer Höhe von
375 350 m herab wiederholt dicke Felsbänke eines weißgrauen bis
graugelben, mittelkörnigen Sandsteines an. Es sind die Schichten der
Stufe a der Schloenbachi-Tione.
Von der Balzhütte führt ein viel begangener Touristensteig hinan
durch die sogenannte Enge Stiege (schmaler Durchschlupf durch
die Felsen) zum Engen Stein. Die 55m mächtige Schichtenfolge
liegt in der Stufe ß.
Felsplateau am Engen Stein (s. Anlage S. 99)
Verfolgt man Jen genannten Touristensteig weiter und steigt hin-
ab nach NO, so durchschneidet man dieselben Höhenlinien von der
anderen Seite. In den obersten 30 m tritt jedoch der Sandstein fast
gar nicht zutage. Durch weitere Untersuchungen wäre festzustellen,
ob diese Schichten bereits der um 50 m ticferliegenden Suppgeberg-
scholle und dadurch einem höheren Niveau der Stufe ß angehören.
Das nördliche Tafelland
39
Vom Engen Stein Sign. 459,6 usw. (s. Anlage S. 99)
Nordöstlich vom Engen Stein erhebt sich bis zu 489,7 m der
Schwarzberg. Über ihn hinweg streicht Störungslinie X. Vom
Schwarzberg südlich um den Limberg herum wurde bis hinab in den
Hengstgrund folgende Schichtenfolge festgestellt:
Schwarzberg 489,7 (s. Anlage S. 99)
Prächtig hebt sich hier Stufe a mit ihren wollsackähnlichen, ge-
rundeten Felsbänken in einer Mächtigkeit von 45 m an den Talwänden
heraus. Darüber folgen 80 m mächtig die senkrecht abgeschnittenen
Felswände der Stufe ß, meist stark zernarbt und löcherig. Schicht 6
und 7, rund 30 m mächtig, liegen jenseits der Linie X, gehören
der Suppgebergscholle und infolgedessen einem höheren Niveau der
Stufe ß an.
Schließlich wurde noch an der äußersten NO-Ecke der Scholle ein
Profil vom Hemmhübel gegen den Ilengstgrund aufgenommen.
Hemmhübel 436,7 m (s. Anlage S. 100)
Die hier entwickelte Schloenbachi - Zone ist ähnlich wie im vorher-
gehenden Profil ausgebildet, Schicht 10 und 11 gehört zur Renners-
dorfer Scholle. Von der Kuppe Sign. 436,7 findet sich nach O zwi-
schen 428 und 420 m ebenfalls Sandstein. Er ist gelblich und weiß-
grau, führt viel Kaolinkörner, ist fein- bis mittelkörnig mit größeren
eingesprengten Quarzen; die kleinen Felsbänke sind dünn und an der
Oberfläche zernarbt. An Versteinerungen fand ich Östren sp.
F. Die Windisehkantnitzer Scholle
O. Gr. a 330 m ü. d. M.
O. Gr. lab. 200 in ü. d. M.
Die Windischkamnitzer Scholle umfaßt die Orte Windisch-
kamnitz, Schemel und den westlichen Teil von Dittersbach. Sic wird
begrenzt im N durch Störungslinie VIII und XI, im W durch Linie
IX, im S durch Linie Ic und im 0 durch Linie Id und X. Bei ihrer
Länge und Schmalheit wird sie kaum eine einheitliche Scholle dar-
stellen. Übrigens sind die tektonischen Verhältnisse zwischen Ma-
rienfcls, Käsestein und Dittersbach noch recht unklar.
Das Gebiet liegt vollständig im mittelturonen Sandstein, der an
verschiedenen Stellen in seiner eigenartigen Ausbildung, Wechsel-
lagerung dünner verschiedenfarbiger Sandstein schichten sowie Auf
treten papierdünner Tonlagen, zu beobachten ist.
Die Oberflächenform hat deshalb auch den bekannten Charakter
der Ebenheiten, insbesondere im Gebiet zwischen Dittersbach, Hohen
leipe und Schemel.
An der Straße von Dittersbach nach Hohenleipe unweit Ditters-
bach, dort wo das Bielewässerchen die Straße kreuzt, sind in einem
kleinen Steinbruch folgende Schichten aus dem Mittelturon aufge-
schlossen :
40
Beschreibung der einzelnen Schollen
Oberkante des Steinbruchs 220,0 m ü. d. M.
Sst. gelb und rot, z. T. kohlig, fk., vereinzelt gröbere Quarze eingesprengt,
dazwischen schwache blaue Tonlagen. An Versteinerungen konnte ich
sammeln Pinna sp. m
Lima canalifera Goi.df.
Exogyra comu arielis Nilss. emend. Gbikp.
Exogyra columba Lam 10,0
Sohle des Steinbruchs 210,0 m ü. d. M.
Im östlichen Teile von Schemel waren an einem von Sign. 271,7
nach dem Dorfe hinabführenden Fußwege folgende Schichten aufge-
schlossen:
Hohlweg südlich Sign. 271,7 m ü. d. M. nördlich an Schemel
254,0 m ü. d. M.
Mittelturon m
4. Sst. meist ockergelb, fk., sehr leicht zerfallend 4,0
3. Sst. tonig, rot und gelb fein gebändert, fk., weich, mit undeutlichen
Versteinerungen 10,0
2. Sst. weißlich, fk., weich 10,0
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißlich, mk., Felspartien 10,0
Talsohle in Schemel 220,0 m ü. d. M.
Am Nordende von Windischkamnitz tritt an der Rosenberg-
seite Sandstein in folgender Weise zutage:
250,0 m ü. d. M.
Mittelturon m
ß. Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk., kleine Sst. -Bänke, verwitternd zu
Lehmbildung neigend 9,0
5. Sst. gelb, gk., eisenschüssig 1,0
4. Nichts aufgeschlossen 10,0
3. Sst. gelblich und weißlich, fk 10,0
2. Sst. gelblichgrau, fk., hart, dicke Felsbänke, Oberfläche z. T. zernarbt . 10,0
1. Steinbruch: Sst. rötlich, gelb und weißlich, dünn lagenförmig geschichtet,
fk. bis mk. wolkig verteilt, Versteinerungen
Oilrea vesicularis Lam 5,0
Sohle des Steinbruchs 205,0 m ü. d. M.
Nordöstlich von Sign. 202,8 liegt an der Straße im nördlichsten
Teile von Windischkamnitz ebenfalls ein kleiner Steinbruch, der ähn-
lichen Sandstein enthält. An Versteinerungen fand Herr PRINZ Ostrea
canaliculata Sow. sowie eine Schicht mit Spongites saxonicus GEIN.
Südlich der Kirche von Windischkamnitz befindet sich am west-
lichen Berghange ein Steinbruch (s. Abb. 4, b) in 215 — 230 m Meeres-
höhe. Der Sandstein ist in den unteren Partien weißlich und mehr
feinkörnig, in den oberen gelblich und mittelkörnig. Er zerfällt leicht
und wird als Sand gewonnen.
Weiter südlich bei Sign. 212,9 tritt an derselben Talseite der
Sandstein als kleine Felspartie zutage. Das Gestein ist gelblich und
fein- bis mittelkörnig. Nordöstlich von Sign. 212,9 ragt an einem ein-
zelnen Hause eine isolierte Felsgruppe empor. Hier ergab sich fol-
gende Schichtenfolge:
Das nördliche Tafelland
41
220.0 m ü. d. M.
Mitteltaron
8. Sst. dunkelockergelb, mk., mit eingesprengten größeren
Quarzen
2. Sst. graugelb, fk. bis mk
1. Sst. rötlicngrau, mittelkörnig
212.0 m ü. d. M.
Felswand
m
2,0
2,0
4,0
Entlang der Straße von Windischkamnitz nach Neuohlisch steigt
der Abhang gegen den Rosenberg ebenso allmählich an wie auf der
Windischkamnitzer Seite. Meist sind Wiesenflächen vorhanden, teil-
weise mit Obstbäumen bestanden, weiter hinauf schließt sich Kiefernwald
an. Die Obstbäume deuten auf das nährstoffreiche feuchtere Mittel -
turon, der Kiefernwald auf die nährstoffarme Stufe a der Schloen-
bachi-Zone. Nördlich von Neuohlisch fand ich zwischen Sign. 232,2
(Straße) und Sign. 278,7 weichen weißen und gelben Sand mit wenigen
festeren Stücken. Hart am Nordrande des Dorfes befindet sich in
250 m Höhe eine kleine Felspartie. Der Sandstein ist weißgrau und
gelb, fein- bis mittelkörnig.
G. I)ic Dittersbaehcr Scholle
O. Gr. a 300 m ü. d. M.
Die Dittersbacher Scholle ist sehr klein und wird von
Linie X im N und W, Linie Id im SO und Linie XII im O begrenzt.
Die Scholle liegt am Abbruch gegen das Kamnitzer Bruchgebiet.
Der bedeutendste Gipfel ist der Habstein (389,2 in). Die Scholle ge-
währt kein einheitliches Bild. Bei ihrer eingekeilten Lage ist es nicht
unwahrscheinlich, daß sie aus mehreren Stücken besteht. Der nörd-
liche Teil wird von mächtigen Fclsbergen, den Südausläufern der
Dittersbacher Felsen, eingenommen. Hier wurde entlang des Schol-
zengrundes folgende Schichtenfolge festgestellt:
Höhe 402,4 m usw. (s. Anlage S. 100)
Das Mittelturon ist nur in einigen Felsbänken aufgeschlossen.
45 m mächtig ist Stufe a der Schloenbachi - Zone in dem bekannten
mittel körnigen, meist grauen, leicht zu Sand zerfallenden Sandstein
entwickelt. Die 107 m mächtige Stufe ß besteht aus senkrechten Fels-
wänden und -türmen, die Oberfläche ist meist stark zernarbt, das Ge-
stein in Farbe grau und gelb, vorwiegend mittelkörnig, auch grob-
körnig, seltener feinkörnig, Kaolinkörner sind häufig vorhanden. Da
in Stufe ß überall in der Nachbarschaft bei 50 und 00 m Entfernung
von der Basis feinkörnige Sandsteine aufzutreten beginnen, während
hier fast durchgehend mittlere und grobe Ausbildung vorherrscht,
dürfte der obere Teil des Profils beiläufig 50 m höher liegen und der
Suppgebergschol 1 e angehören (Schichten 21 — 27).
An der Straße von Rennersdorf nach Dittersbach sind
folgende Schichten aufgeschlossen :
42
Beschreibung der einzelnen Schollen
Rennersdorf Westausgang 330 m (s. Anlage S. 101)
Die untersten Partien des Mittelturons bestehen hier aus tonigen
Sandsteinen und 20 m steilen zernarbten Felsmassen, die letzten 10 m
sind nicht aufgeschlossen. Weiter folgt die Schloenbachi - Zone Stufe «
in der bekannten Ausbildung mit 40 m und schließlich Stufe ß. Zwi-
schen a und ß streicht Störungslinie Ic. Die hier anschließenden
Schichten ß gehören einem 40 — 50 m höherliegenden Horizont an und
sind zur Renners dorfer Scholle zu stellen.
Beim Abstieg von der Hintschke nach W gegen Schemel finden
sich folgende Schichten:
Fußweg von der Hintschke Dach Schemel
340.0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramue Schloenbachi
ß 5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnem, grauweiß, mk., leicht zerfallend, schwärz-
lich weißgrauen Sand bildend
4. Sst. gelb, mk., an der Oberfläche Lehm bildend
3. Sst. graugelb, fk. bis mk., kleine Felsbänke . .
« 2. Sst. grauweiß, mk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt, leicht zer-
fallend, weißgrauen Sand bildend
1. Sst. meist gelblich, auch grauweiß, mk '
260.0 m ü. d. M.
m
20,0
10,0
10,0
20,0
20,0
Zu unterst 40 m mächtig liegen die mittelkörnigen Sande der
Stufe ct und darüber 30 m mächtig die Stufe ß, die liier nur wenig
.Felsbänke aufweist.
Am Ostende von Schemel leuchtet weithin die lichte Sandhöhe
Sign. 275,7.
Am Ostende von Schemel Sign. 275,7 m ü. d. M.
Zone des Jnoceramm Schloenbachi m
« 2. Die Höhe ist von lichtgranem Sand überschüttet 15,7
* Mittelturon
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hochrot, mk., tief zerlöcherte Fels-
bänke
258,0 m ü. d. M.
Der Südabhang des Marienfelsen gehört zum Teil der Dit-
tersbacher Scholle an (vergl. Profil Marienfelsen S. 97, Schicht 1—3).
Am Wege von Dittersbach nach dem Marienfelsen wurde im
Sommer 1925 für den Bau eines Jugendheimes ein Brunnenschacht
gegraben. Der Schacht liegt vollständig im Mittelturon und brachte
bei 40 m Tiefe armstarkes Quellwasser. Der Wasserreichtum stammt
aus den in dieser Zone zahlreich vorhandenen Tonlagen. Ein Wün-
schelrutengänger hatte diese Stelle als besonders ergiebig bezeichnet.
Hätte man an dom steilen Abhange 20- 30 m tiefer die Grabung an-
gesetzt, so wäre man viel früher auf die wasserführenden Schichten
gekommen und der Brunnen wäre bedeutend billiger geworden. Das
liier folgende Brunnenprofil verdanke ich Herrn Hans MICHEL in
Dittersbach, der sich um die Grabungen besonders bemüht hat.
Dittersbach Brunnenschacht usw. (s. Anlage S. 101)
Das nördliche Tafelland
43
H. Die Suppgebergseholle
0. Gr. o 330—350 m ü. d. M.
Die Suppgebergseholle, ein schmaler Streifen, wird im W
von Linie X. im S von Linie XII und Id und im 0 von Linie Ie be-
grenzt. 0. Gr a bei 330 m, im Gebiet des Suppge- und Eichberges
bei 350 m.
Die höchsten Erhebungen bestehen im Schusterhorn (417,1 m),
Suppgeberg, basaltisch (482,4 m), in Höhe 450,7 nördlich vom Hohen
Eichberg, im Kleinen Eichborg (410,1m), Ziegenrücken (437 m) und
Schwarzberg (489,7 m). Die Basis der Schloenbachi-7jone Stufe ß 2
würde ungefähr bei 450 m Höhe liegen. In der äußersten SW-Ecke
der Scholle liegt bei Sign. 402.4 das Profil des Scholzengrundes
(S. 100), dessen oberste Schichten, 21—27, der Stufe ß der Schloen-
bachi-7jono und dieser Scholle angehören.
Nördlich des Rennersdorfer Kreuzberges sind ferner einige
Schichten der Stufe ß schön angeschnitten.
Nördlich Rennersdorf und östlich Sign. 403,G m am Wege 370,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
B 4. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlich-grau, gk ) einzelne dicke 5,0
3. Sst. lichtgran, mk. bis gk j Felsbänke, 1,0
2. Sst. graugelb, gk ’ Weg sehr sandig 1,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, rötlicbgelb, fk. bis mk., Hohlweg, Ober-
fläche schmierig
Sohle des Hohlweges 360,0 m ü. d. M.
Nördlich vom Hohen Eichberge bietet das Eelsriff Sign. 450,7
einen sehr guten Aufschluß der Stufe ß.
Felsturm Sign. 450,7 (s. Anlage S. 102)
Der Aufschluß zeigt die Schichtenfolge der Stufe zwischen 60 und
120 m und zwar, wie hier zu erwarten, vorwiegend feinkörnige Sand-
steine.
Südlich von diesem Felsberge zieht sich in der Richtung gegen
NO eine lange 20m hohe Felswand, die Schranne, hin. Ihre
Schichten liegen ebenfalls in der Stufe ß.
Felsplateau der Schranne 390,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbaclii m
ß 4. Sst. weißgrau, mk. mit einzelnen eingesprengten größeren \ F e | s bänke „
Quarzen, leicht zerfallend . . . . ( dünn gebankt,
3. Sst. mit viel Kaolinkornern, graugelb, fk nic ht y"
2. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . . . ■ \ zerna rbt t,,
1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb und weißgrau, fk. . ! °>”
Waldweg am Fuße der Schranne 370,0 m ü. d. M.
Am Kleinen Eich berge, von Sign. 439,3 nach N, waren fol-
gende Schichten aufgeschlossen:
4-1
Beschreibung der einzelnen Schollen
Am Kleinen Eichberg Sign. 439,3 m ü. d. M. m
4. Kein Aufschluß 6,3
Zone des Inoceramus ScMoenbachi
ß 3. Sst. mit größeren Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk 1,0
2. Sst. mit Kaolinkörnern, weißlich und hellgelb, fk 2,0
Von Sign. 439,3 m weiter in der Richtung gegen N
1. Sst. grau, fk., am Wege Felsbänke 20,0
410,0 m ö. d. M.
Westlich vom Kleinen Eichberge erhebt sich der Supp gebe rg.
Der Gipfel besteht aus einem schiefrigen basaltischen Gestein und
ist mit schönen Buchen bestanden. In nördlicher Richtung fand ich
folgende Sandsteinbänke anstehend:
Suppgeberg usw. (s. Anlage S. 102)
In dem nördlich vom Engen Stein bis an den Mühlberg gegen
O ziehenden Waldtale war in der Umgebung der Schneise M Stufe ß
durch folgende Schichten aufgeschlossen:
Talgrund im langen Tale usw. (s. Anlage S. 102)
Störungslinie X streicht westlich an der Kuppe des Schwarz -
berges entlang. Von Profil Schwarzberg S. 99 gehören deshalb die
obersten 29,7 m zur Suppgebergscholle. Die Gesteine, Schicht 6 und
7, sind meist feinkörnig und führen Versteinerungen.
Am Ostabhange des Schwarzberges ist von 470 — 420 in Höhe ab-
wärts nichts aufgeschlossen; erst in 400 m Höhe fand ich in einer
jungen Kultur einige Sandsteinbruchstucke (Stufe ß). Der Sandstein
enthielt viel kleine Kaolinkörner, war von gelber Farbe, feinkörnig und
ergab an Versteinerungen Pecten laevis NlLSS.
Die hier aufgezählten Schichten gehören vorherrschend den höhe-
ren Lagen der Stufe ß an und zeichnen sich durch feineres Korn aus.
Es sind die weniger wasserdurchlässigen Gesteine der
Ebenheitsflächen, die ehemals auch über den anderen
Sandsteingebieten lagen. Das Gebiet ist infolgedessen viel we-
niger zerschluchtet als das westlich und nördlich anschließende.
I. Die Rcnnersdorfer Scholle
O. Gr. <t 260 -270 in ii. d. M.
Die Rcnnersdorfer Scholle, einem langen, von SW nach NO
aufgerollten Bande gleichend, wird begrenzt im W und NW durch
Linie Te und Id, im S durch die kurze Linie XXV und im SO durch
Linie XXXIIIa und b, sowie durch die Lausitzer Hauptverwerfung in
der Umgebung von Khaa.
Die Scholle ist von Wmdischkamnitz entlang der wichtigen Stö-
rungslinie Ide über Rennersdorf, den untersten Teil von Kreibitz nach
Altdaubitz und Khaa zu verfolgen. In ihr ist das Absinken der Sand-
steinmasse gegen SO gut verkörpert, nach NW sind dieselben Schichten
in höherer, nach SO und 0 in tieferer Lage vorhanden. Wichtige Berg-
kuppen sind von W nach 0 der Tonelberg (364,2 m), der Große Berg
Das nördliche Tafelland
45
(321,8 m), Höhe 425,8 nordwestlich von Limbaeh, basaltisch, der Kreuz-
berg, basaltisch, (410,7 m), der Hohe Eichberg, basaltisch, (440,3 m),
der Böhmberg, basaltisch, (421,8 m), der Mühlberg (381,4 m), der
Steinbuchs, basaltisch, (429,3 m) und der Scheibenberg, basaltisch,
(395 m).
Die Basis der Stufe ß 2 dürfte hier zwischen 360 und 380 m liegen.
Der mittlere Teil des Gebietes wird vom Kreibitzbach durch-
flossen, der sich von Kennersdorf bis Schemel zwischen den mächtigen
Steilwänden des Paulinengrundes hindurchwindet. Vom Talgrunde
des Kreibitzbaches schneiden sich nach rückwärts mehrere Seiten-
schluchten tief in die Scholle. Eine dieser Schluchten, die vom Ost-
ende von Schemel gegen Limbaeh hinaufzieht, wurde besonders
.untersucht.
Von Sign. 346,1 usw. (s. Anlage S. 102)
Im oberen Teile der Sandsteinschlucht liegen große Massen riesiger
Quarzitblöcke, die vom südlich ansteigenden Kollberge stammen. Zu
unterst steht Stufe a 37 m mächtig in dicken gerundeten Felsbänken an.
Dann folgt Stufe ß meist felsig ausgebildet mit 71 in Mächtigkeit, in
der unteren Hälfte mittel- bis grob-, in der oberen mehr feinkörnig.
Der obere Teil der Straße von Kennersdorf nach Ditters-
bach liegt in der Rennersdorfer Scholle (Profil Kennersdorf- Westaus-
gang S. 101, Schicht 4 — 6). Am südwestlichsten Hause von Rennersdorf
stehen in 350 m Höhe gelbliche feinkörnige Sandsteine mit viel kleinen
Kaolinkörnern an.
Die in frischem Grün leuchtende Rennersdorfer Höhe (Kreuz-
berg) besteht aus Basalt. Hier entspringen mehrere Quellen.
Von Kennersdorf führt bei Sign. 353,3 ein steiler Fußpfad hinab
zum Kreibitzbach und weiter nach Kaltenbach, liier konnte, folgende
Schichtenfolge festgestellt werden:
Rennersdorf Sign. 353,3 (s. Anlage S. 103)
Der gesamte Schichtenkomplex liegt in der Stufe ß. In den un-
teren 40 m überwiegen mittel- und grobkörnige Sandsteine, dann folgen
20 m feinkörnige und zuletzt wieder 10 m mittelkörnige Sandsteine.
Am Fußwege, der die Straßenschleife am Ostausgang von Kenners-
dorf abkürzt, fanden sich folgende Schichten anstehend:
Östlichstes llaus von Rennersdorf. 340 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbaclii in
ß 3. Sst. rot, mergelig, feinkörnig 1 10,0
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgelblick, 1k. bis mk. f Felsbänke
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weißgelb, fk. mit 1
vereinzelt eingesprengten größeren Quarzen . . . . ) 10,0
Straße Rennersdorf-Bachhäuser, 290 in ü. d. M.
Östlich von den Bachhäusern stehen bei Sign. 295,3 zwischen 300
und 310 m Höhe ähnliche Schichten an. Unweit nördlich dieses Punktes
erhebt sich steil aufsteigend eine Felspartie (Sign. 356,7), an der die
Schichtenfolge gut studiert werden kann.
46
Beschreibung der einzelnen Schollen
Felskuppe Sign. 356,7 (s. Anlage S. 103)
Das Profil läßt sich nach N bis zum »e« von »Sehranne« (sächs.
topogr. Karte) bei 370 m fortsetzen.
Am »e« von »Schranne« usw. (s. Anlage S. 104)
Diese obersten Schichten besitzen wie auch die nördlich vom
Jagdschloß Sternberg usw. wenig Festigkeit und zeigen sich nur in
einzelnen kleinen Felsbänken an der Oberfläche.
Kehren wir zurück zur Straße Rennersdorf -Niederkreibitz, so
zweigt bei Sign. 295,3 die Straße nach Kaltenbach ab und führt in
einigen Windungen steil aufwärts. Auch hier sind einige Felsbänke
aufgeschlossen.
Straße Bachhäuser— Kaltenbach, Höhe 335,0 m ü. d. M. m
5. Diluvialer Lehm 5,0
Zone des lnoceramus ikhtuenbachi
ß 4. Sst. weißlich, 1k \ 4,0
3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnero, gelb, fk., weich ... I 1,0
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelbrot, fk., weich, mit > Felsbänke
dünnen Eisenbändern I 0,2
1. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau, 1k ) 7,8
Straße zwischen Bachhäuser und Rennersdorf, 317 m ü. d. M.
Verfolgt man von Sign. 295,3 die Straße weiter nach Niederkrei-
bitz, so tritt nur noch dort, wo der Kreibitzbach die Straße quert, bei
305 m eine kleine Felsbank an die Straße. Der Sandstein enthält viel
Kaolinkörner, ist graugelb und mittelkörnig (Stufe ß).
Der Böhmberg (421,8 m) am Westende von Niederkreibitz besteht
aus einem schiefrigen Basaltgestein mit Tuffmantel. Ganz besonders
ist die prächtige Aussicht hervorzuheben, die man von hier auf das
Kreibitztal genießt. Am Osthange des Berges steht in 315 330 m
Höhe ein lichtgrauer feinkörniger Sandstein mit wenig Kaolinkörnern
und Spuren von Versteinerungen an (Stufe ß).
ln dem Straßeneck Dorf straße Niederkreibitz und Straße Nieder-
krcibitz-Altdaubitz befinden sich einige alte Steinbrüche. Genauer
untersucht wurde der Steinbruch am abkürzenden Fußwege zwischen
den beiden genannten Straßen und ergab folgende Schichtenfolge:
Obere Kante des Steinbruchs usw. (s. Anlage S. 104)
Der Sandstein der Werksteinbankj Schicht 3, scheint nach Ver-
gleich von Proben zu den alten Bildhauerarbeiten in der Kirche von
Böhmisch Kamnitz verwendet worden zu sein. Unweit östlich des Stein-
bruches fand ich am Waldrande auf dem Grundstück des Gutsbesitzers
POHL in Niederkreibitz in 345 m Höhe Stücke eines dünnplattigen,
lichtgrauen und graugelben, feinkörnigen und viel Kaolinkörner führen-
den Sandsteines (SchloenbacM - Zone Stufe ß) mit folgenden Versteine-
rungen:
Lima laevigata n. sp.
Pecten virgalus Nu.ss.
Pecten laevi s Nu.ss.
Ostrea sudelica Soor.
Otlrea vesicu/aris Lau.
Ostrea canaliculata Sow.
Peetunculus Geinitii d’Okb.
Das nördliche Tafelland
47
In Niederkreibitz kann man die Sandsteinseh ichten dieser Scholle
nach 0 entlang des Mühlgrabens bis zu der mit Wasser getriebenen
Fabrik verfolgen. Hinter der Fabrik stehen noch die Felsbänke der
Stufe ß an. Gegenüber am nördlichen Bergabhange ist im Hohlwege
in 320 m Höhe weißer dünnplattiger Sandstein aufgeschlossen.
An der Waldstraße, die von Sign. 333,5 (Straße Niederkreibitz -
Altdaubitz) gegen die Balzhütte führt, trifft man bis an Höhe 391,2
folgende Schichten an:
Waldstraße Balzhiitte-Ost
Waldstraßc an Sign. 391,2 m; 350,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 4. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Felswände stark zernarbt 3,0
3. Sst. grau, mk., Felsbänke 7,0
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb, mk., Felsen zernarbt . . . 4,5
1. Sst. weißgrau, fk., sehr wenig Bindemittel, Felsbänke 2,0
333,5 m ü. d. M.
ß
AmSüdabhange desMlihlberges konnte ich folgendes feststellen:
Südhang des Mühlberges, 370,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbaclii in
5. Sst. grau bis graugelb, fk. bis mk., einige Felsen
4. Sst. grau, mk., wenig Bindemittel
3. Sst. dunkelgraugelb, fk
2. Sst. grau, mk
1. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb, mk
350,0 m ü. d. M.
Vereinzelte
Felsbänke
8,0
4.0
2.0
4,0
Östlich vom Mühlberge jenseits der .Straße von Niederkreibitz nach
Altdaubitz ziehen sich von Sign. 396,6 entlang des nach S fließenden
Wässerchens eine Reihe schöner Sandsteinfelsen in einer Schlucht da-
hin, rlie durch die Abholzung freigelegt ist. Fast am nördlichen Tal-
schluß erkennt man als Steingebilde oben auf einer Felskante sehr
schön den Kopf des alten Fritz mit dem Dreispitz; anscheinend ist
das treffliche Naturspiel noch nicht bekannt, östlich an Sign. 396,6
ist der Sandstein noch ungefähr bis zu 415 in Höhe leidlich aufge-
schlossen. Es konnte folgendes festgestellt werden:
Sign. 415,0 m ü. d. M. (s. Anlage S. 104)
Die felsenlose Ausbildung der Sandsteine weist auf Stufe ß 2 hin.
Von Sign. 396,6 ab folgen nun tiefere Schichten dieser Stufe.
Sign. 396,6 in ü. d. M. (s. Anlage S. 104)
Am Talausgange kurz vor dem Auftreffen des Weges auf die
Straße von Niederkreibitz nach Altdaubitz ragt bei Sign. 333,5 ein ein-
zelner Felsturm imposant empor.
Letzter Felsturm usw. (s. Anlage S. 105)
In den letzten drei Profilen kann man die feinkörnige Ausbildung
der Stufe ß 2 schön studieren. Auch das Auftreten von Versteinerungen
in verschiedenen Schichten ist von Wichtigkeit.
48
Beschreibung der einzelnen Schollen
Soweit die nächste Umgebung von Niederkreibitz hier
mit einbezogen ist, dürften die Schichten zum Teil tiefer
als normal für die Renner sdorf er Scholle angegeben abge-
sunken sein.
Am Fuße des Schwarzberges liegt das idyllische Dörfchen Dau-
bitz. Wunderbar sind die Holzhäuschen eingebettet in die grünen
Wiesen, um die sich ein Bergkranz mit dunklen Nadelwäldern schlingt.
Die saftigen Wiesen verdanken ihr Dasein der fruchtbaren diluvialen
Lehmdecke, die sich hier über dem schwerer wasserdurchlässigen Sand-
stein der Stufe ß 2 ausbreitet. Der Sandstein ist in Hohlwegen und in
einigen alten Steinbrüchen aufgeschlossen.
Am Nordende von Altdaubitz liegt der Steinbuchs, eine Basalt-
kuppe (4211,3 m). Am Waldrande finden sich hier in einer Höhenlage
von 410 — 415 m auf Haufen aufgeschichtet Lesesteine eines Kaolin-
körner führenden gelben feinkörnigen Sandsteines. An Versteine-
rungen konnte ich sammeln
Lima canalifera Goldf. Ostrea canaliculata Sow.
Pecten virgatus Nilss. Liopislha aei/uivalvis Goldf. sp.
Es sind dies wohl ungefähr die höchsten Schichten der Stufe ß 2 .
Ähnliche Lesesteine liegen auch weiter nach W jenseits der von Alt-
daubitz nach Kliaa führenden Verbindungsstraße bis zu 400 m Höhe
hinab, ln ihnen fand ich
Ostrea sudetica Soup.
Noch weiter nach W ist in einem Fahrwege bei 399 m Höhe durch
einen alten Anbruch eine 3 m hohe Sandsteinwand freigelegt. Der
Sandstein ist hier gelb, reich an Kaolinkörnern und feinkörnig. An
Versteinerungen sammelte ich
Pecten laevis Nilss.
Neithea grypheata Sciilotii. sp.
In derselben Richtung weiter liegt nördlich an Sign. 406,5 ein ver-
lassener Steinbruch mit folgender Schichtenfolge:
Oberkante des Steiobruchs 402,0 m ü. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi ra
ß 2. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, feinkörnig 3,0
1. Sst. mit wenig Kaolinkürnem, weißgrau, fk. mit schwachen gk. Lagen,
Werksteinbank. An Versteinerungen enthielt die Schicht
Pecten laevis Nilss.
Neithea grypheata Schlot», sp.
Ostrea sudetica Scup 7,0
Sohle des Steinbrucbs 392,0 m ü. d. M.
Westlich des Südausganges von Altdaubitz und nordwestlich von
Sign. 402,0 befindet sich in gleicher Höhenlage ebenfalls ein aufgelas-
sener Steinbruch. Das Gestein ist gleichartig, an Versteinerungen
fand ich
Aoicula pectinoides Rkuss. Ostrea vesicularis Lam.
Pinna cretacea Sciilotii. Exogyra cornu arielis Nilss.
Pecten virgatus Nilss.
Das nördliche Tafelland 49
Ein weiterer Steinbruck etwas nördlich vom vorigen enthielt fol-
gende Versteinerungen:
Inuceramus inconstans Woods emend. Ändert Ostrea semiplana Sow.
Pecten taevis Nilss. Ostrea vesicularis Lam., zahlreich
Neithea grypheata Schloth. sp. Venilicardia van Reyi Bosqu.
Der Sandstein führt kleine Kaolinkörner, ist rötlichgelb und licht-
grau, lcohlig, feinkörnig (Stufe ß 2 ).
östlich von Sign. 402,0 treten am steilen Bachufer in 375 — 380 m
Höhe einige Felsbänke eines graugelben feinkörnigen Sandsteines mit
kleinen Kaolinkörnern auf (Stufe ß 2 ). Auch an dem nach W ausbie-
genden Straßenknie im Orte Altdaubitz stehen gleichartige Felsbänke
m derselben Höhenlage an. Im westlichen Teile von Altdaubitz wurde
bei einer Brunnengrabung nur Sandstein durchstoßen (Mitteilung des
Wirtes »Zum deutschen Michel«).
NW von Altdaubitz am NO Hange des Hemmhübels liegt ein
verlassener Steinbruch, in dem folgendes festgestellt wurde:
Oberkante des Steinbruchs 400,0 m ü. d. M.
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., sowie gelb und röt-
lich, Fk. bis gk., stark wechselnd. An Versteinerungen Fand ich
Ostrea sudelica Scur.
Ostrea vesicularis Lam.
Ostrea canaliculata Sow.
Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Griep. (Bank) .... 10,0
Sohle des Steinbruchs 390,0 m ü. d. M.
Bei 380,0 m am Bachknie stehen einige Felsbänke an. Der Sand-
stein ist graugelb, mit viel Kaolinkörnern, fein- bis grobkörnig, an
Versteinerungen wurde Area sp. gefunden (Stufe ß 2 ).
Am Berghange zwischen Friedhof und Mühle = »M« von Khaa
sind folgende Schichten leidlich angeschnitten:
Am Friedhof von Khaa usw. (s. Anlage S. 105)
Die bunten kohligen Sandsteine gleichen denen von Schicht 13
im Profil Sternberg S. 97 und gehören nach den dort Vorgefundenen
Verhältnissen noch unter Stufe y und zwar in Stufe ß».
Östlich an der Schule in Khaa ist der Sandstein vom Fahrwege
in 360 m Höhe angeschnitten. Er ist mergelig, weich, rötlichgelb und
weißlich, feinkörnig mit einzelnen eingesprengten größeren Quarzen.
Westlich der Schule ist der Sandstein am Fahrwege ebenfalls frei-
gelegt und zwar in 370 — 380 m Höhe. Er enthält kleine Kaolinkörner,
ist weißgelblich und rötlich, feinkörnig, dazwischen auch gelblich,
mittelkörnig, mit viel Kaolinkörnern, ko hl i ge Reste sind nicht selten.
An Versteinerungen fand ich darin
Rryotoe sp. Tellina costulata Goldp.
Lima semisulcata Nilss. Pholadomya nodulifera Msstr.
Pecten laevis Nilss.
Schlägt man vom Verbindungswege Khaa-Altdaubitz bei Sign.
369,1 den Fahrweg in den Wald nach SW ein, so kann man von 365
bis 380 m Höhe an verschiedenen Stellen gelben feinkörnigen Mcrgel-
4
Neue Folge. Heft 112
50
Beschreibung der einzelnen Schollen
Sandstein mit viel Kaolinkörner finden. Bei 380 m enthielten die kleinen
Sandsteinknollen folgende Versteinerungen:
Lima semisulcata Nilss. Ostrea sudetica Scup.
Peilen laevis Nilss. Ostrea vesicularis Lam.
Neilhea gnjpheata Schloth. sp. Septi/'er lineatus Sow.? (nach Woods)
Alle diese mergeligen feinkörnigen Sandsteine gehören der
Stufe ß 2 an.
Ostlieh von Khaa am Steilahhange gegen die Hauptverwerfung
finden sich in 410 — 420 m Höhe lichtgraue, fein- bis grobkörnige, sehr
harte Quarzite (Stufe ß 2 ). In diesem Gestein sind früher von Herrn
Karl Köglek f in Schönbüchel Inoceramen gesammelt worden. Aus
seiner Sammlung konnten seiner Zeit von mir folgende Arten festge-
stellt werden:
Inoceramus inconstans var. planus Elbbrt Inoeeramus Weisei Ändert
» Scfiloenbaclti J. Boeiim » Koegleri Ändert
» crassus Petrascheck
Von Wichtigkeit ist Inoceramus Schloenbachi, das Leitfossil der
gleichnamigen Zone.
Der Westabhang des Iluttenberges gehört auch noch zum Teil
in diese Scholle. In der großartigen Schlucht, die gegenüber der Kirche
von Windischkamnitz aufwärts zum Huttenberge führt, sind die Schich-
ten der Stufen « und ß bis zur folgenden Stufe y vollständig erhalten.
Am oberen Ende der geschluchteten Felsen nördlich am liuttenberg-
gipfel waren im Jahre 1922 auf einer Wiese in einer 2 m tiefen Grube
Tonmergel der Stufe y aufgeschlossen (Höhe 405 407 m). Der
Mergel ist dunkelgrau, feinkörnig und braust stark mit HCl.
Oberes Ende der Schlucht usw. (s. Anlage S. 105)
Die unweit östlich vom oberen Ende der Schlucht am Nü-Abhang
des Iluttenberges zwischen Linie XX Va und XX Via und b vorhan-
dene kleine dreieckige Scholle ist nach dem Charakter der anstehen-
den Gesteine der Rennersdorfer Scholle angegliedert worden.
K. Die Ottenbergseholle
O. Gr. tt 190 m ü. d. M.
O. Gr. ß 340 m ü. d. M.
Die Ottenbergseholle wird begrenzt im N von Störungslinie
XXXlIlb, im W von Linie XXVIc, im S von Linie XXV' b und im
0 von Linie XXXIV.
Scholle I und K gehören bereits ins Bruchgebiet, sind aber, da sie
sich besser in das Tafelland einreihen lassen, diesem angegliedert
worden.
Die von der breiten Form des Ottenberges vollständig beherrschte
Scholle liegt bereits tief im Einbruchgebiet. Höhe Sign. 425,0
nordwestlich von Limbach besteht aus Basalt mit einem Tuffmantel.
Am Ostabhange des Berges findet sich in 340 — 345 m Höhe eine kleine
Felspartie eines lichtgrauen, fein- bis mittelkörnigen Sandsteines mit
viel kleinen Kaolinkörnern der obersten Schichten der Stufe ß 2 .
Das nördliche Tafelland
51
Die Straße vou Kaltenbach nach Limbach durckschneidet
südlich an Sign. 336,9 ein kleines Tal. An der nördlichen Talein-
fassung stehen von 337 — 333 m Höhe dickbankige Felsen an. Der
Sandstein enthält viel Kaolinkörner, ist weißgrau und gelblich, fein-
bis mittelkörnig und nicht sehr fest. Beim Wiederanstieg nach S trifft
man von 312 — 328 m ähnliche Sandsteine. Weiter hinauf bei 333 m
Höhe fand ich im Gestein kleine unbestimmbare Ostreen. Es sind
ebenfalls oberste Schichten der Stufe ß 2 .
Im Bachbett in Kaltenbach liegt in 315m Höhe in der Nähe
des Straßenkreuzes eine 1 m mächtige Sandsteinbank. Der Sandstein
ist weißgrau und gelblich, mittelkörnig und enthält viel Kaolinkörner
(Stufe ß 2 ).
Die höchste Erhebung der Scholle liegt im Ottcnberge (482,3m).
Die Aussicht ist großartig, besonders auf die gewaltige Sandsteinmauer
zwischen Großem Winterberg und Dittersbach. An der Kuppe sind
schöne zwiebelschalenförmig angeordnete Basaltsäulen aufgeschlossen.
Bis 410 m abwärts liegt Basalttuff. Am Ostabhange des Berges, west-
lich von Sign. 403,1, sind in einer Höhe von -100- 110 m die Felder
sehr sandig. Nach den aufgefundenen Brocken ist der Sandstein gelb,
fein- bis mittelkörnig (obere Abteilung der Stufe y). In 380 m Höhe
findet sich ein Quellhorizont (Stufe y).
Hart auf der Störungslinie liegt der Hollberg südlich Limbach 1 ).
Er besteht aus zwei Kuppen, einer nördlichen und einer südlichen.
Auf der nördlichen Kuppe (464,5 in) erhebt sich eine NNW SSO ge-
richtete 10 m hohe Quarzitmauer. Nach S löst sie sich in ein Chaos
übereinander gestürzter mächtiger Blöcke auf. Der Quarzit ist weiß-
grau, feinkörnig, seltener mittelkörnig. Er läßt sieh vom Iiollberge
in einem 50 100 m breiten Streifen in N W-Ilichtung über die Stein-
wiesen (westlich Sign. 376,2), an Sign. 346,1 vorüber bis etwa 300 m
hinein in die Schlucht, die nach dein Ostende von Schemel herabzieht,
verfolgen. Massen großer Quarzitblöcke sind in dieser Schlucht mo-
ränenartig übereinander getürmt, und man sollte meinen, den Quarzit
hier anstehend zu finden, wenn nicht die Wände zu beiden Seiten der
Talschlucht aus unverändertem Sandstein bestünden. Auf Grund der
hier Vorgefundenen Tatsachen ist es sehr schwierig, nach den an der
Oberfläche vorhandenen Bloekmengen anstehenden Quarzit darunter
festzustellen. Auf dem Iiollberge enthielt der Quarzit Lima laemgala
n. sp., auf den Steinwiesen
Pecten virgatus Nu.ss.
Tapes subfaba d’Orb.
Östlich am Rollberge liegen bei Sign. 400,6 hart an der Straße
wieder Unmengen von demselben Quarzit, der sich von hier entlang
der Straße durch den ganzen Ort Lirabach verfolgen läßt. An Ver-
steinerungen fand ich hier oben auf der Höhe
Pinna crelacea Schloth. Pectunculus Geinitzi d’Orb., in MeDge.
Lima seinisulcala Nilss. Isocardia Zitteli Hlzpfl.
Dreissemia tegulatus Müll. sp.
*) Auf dem Meßtischblatt als »Limpaeh« bezeichnet.
4 '
- c) Beschreibung der einzelnen Schollen
Schließlich trifft man den Quarzit von Sign. 400.6 ausgehend auch
in südöstlicher Richtung jenseits der Straße hinein in den Waid bis
gegen Sign. 433,7. Die Quarzite gehören wohl dem untersten hm-
scher an. Ich glaube anstehend zwei kurze Quarzitzonen annehmen
zu können und zwar eine von Sign. 464,5 gegen die Steinwiesen und
eine von Sign. 400,6 gegen Limbach.
Die südliche Kuppe des Rollberges, Sign. 450,2, besteht aus Ba-
salt. Zwischen den beiden Rollbergkuppen ist in SO-Richtung bergal.
von 440 400 m graugelber und roter mittelkörniger, zu Sand zei-
fal lener Sandstein aufgeschlossen (Em sch er).
Nördlich vom Nosberge fand ich in 340 m Höhe dunkelgraue
feinkörnige Tonmergel (untere Schichten der Stufe f).
Westlich an die Ottenbergscholle schließt sich eine keilförmige
Fläche, abgegrenzt durch Linie XXVI c. Sie hat den Charakter der
Ottenbergscholle, Felsen sind nicht vorhanden. Die Oberfläche liegt
zwischen Höhe 280 und 360 m, so daß O. Gr. ci bei 210 m angenommen
werden könnte.
2. Der horstartige Sporn von Niedergrund
Dieser Sporn ist charakterisiert durch die an der Elbe hochauf-
ragenden Sandsteinwände der Labialus-Zone die besonders un Ro-
sen kämm eines der eindruckvollsten Elbandschaftsbdder bieten.
Durch die Aufhorstung treten hier paläozoische Schiefer und Granite
im Elbtale zutage'). Als Markierungslinie wurde in diesem Gebiet die
Obergrenze der Labiatus - Zone mit dem Abschluß der senkrechten eis-
wände nach oben hin festgelegt.
Die tieferen Zusammenhänge dieses Spornes sind außerhalb des
Arbeitsgebietes westlich der Elbe zu suchen. Deshalb will ich mich
damit kurz fassen.
L. Die Elhleitcnseholle
O. Gr. a 390 m ii.d. M.
0. Gr. lab. 250 m U.d.M.
Die Aufhorstung beginnt im N mit der Elbleitenscholle, einem
Dreieck, begrenzt im S von Linie VIII, im NO von Linie Ila und im
W von der Elbe, über die die Scholle hinwegreichen durfte.
M. Die Arnsdorfer Scholle
0. Gr. a 430—450 m U. d. M.
O. Gr. lab. 300—320 m ü. d. M.
Sie wird begrenzt im N von Störungslinie VIII, im W von der
Elbe, im S von Linie XIV und im O von Linie Ila.
>) Beck, R., und J. Hirsch, Erl. z. Blatt Großer NVinterberg-Tetschen d. geol. Karte
v. Sachsen, Leipzig 1895, S. 5 — 22.
53
Der horstartige Sporn von Niedergrnnd
N. Die Binsdorfer Scholle
0. Gr. a 500 m ü. d. M.
O. Gr. lab. 360 m ü. d. M.
Sic wird begrenzt im X durch Linie XIV. im W durch die Elbe,
im SW und S durch Linie XV und Ic und im 0 durch Linie II a.
O. Die Rosenkaramseholle
O. Gr. ct 540 m (i. d. M.
O. Gr. lab. 400 m U. d. M.
Sie wird begrenzt durch Linie XV im XO, Linie XIX im O, Linie
XVI im S und ist im W bis über die Elbe hinaus zu verfolgen.
P. Scholle Sign. 415,4
O. Gr. ci 510 — 520 m ü. d. M.
0. Gr. lab. 370-3S0 m U. d. M.
Mach S schließt, sich an die Rosenkammscholle eine kleine Scholle,
begrenzt, von Linie XVI im N, Linie XIX im O, Linie XVII im S
und der Elbe im W. Sie ist in der Erläuterung zur geologischen Karte
Großer Winterberg-Tetschen S. 47 gegenüber der nördlichen Scholle
mit einer Sprunghöhe von 70 m angegeben. Nach dem Verlauf der
felsigen 0. Gr. lab. dürfte die Sprunghöhe aber nur gering sein.
Q. Scholle Sign. 362,0
ist eine kleine Scholle, begrenzt im X von Linie XVII. im W von der
Elbe, im S von Linie XVIII und im SO von Linie Ib bzw. XIX. Nach
der geologischen Karte Großer Winterberg-Tetschen ist 0. Gr .lab.
ungefähr bei 340 m anzunehmen, so daß 0. Gr. a 480 m ergeben würde.
In Wirklichkeit dürfte die Scholle aber noch tiefer liegen.
R. Die Laubescholle
Diese kleine Spitze wird begrenzt im N von Linie XVIII. im W
von der Elbe und im SO von Linie la und b. O. Gr. lab. ist nach der
geologischen Karte Großer Winterberg-Tetschen bei 280 m gezogen,
dürfte aber ebenfalls viel tiefer liegen, da Felsabstürze, die die Ldbia-
ftts-Zono in diesem Gebiet auszeichnen, nach der Karte vollständig
fehlen.
Der schmale Streifen entlang der Elbe zwischen Rangierbahnhof
bei Laube und Bohemia ist auf der geologischen Karte mit Labiatus-
Zone eingezeiehnet. Eine Nachprüfung konnte nicht vorgenommen
werden.
S. Die Ilainbiihlsrholle
Für das Gebiet zwischen Störungslinie XV im N, Linie XIX
im W und Linie Ib im SO konnte keine Obergrenze festgcstellt werden.
Sicher liegt O. Gr. lab. unter 350 in.
Die, Kreideaufhorstung Hoher Schneeberg-Niedergrund tritt nur
in ihren östlichsten Ausläufern in unser Gebiet Nach der gegenüber
54
Beschreibung der einzelnen Schollen
den Nach bargebieten ziemlich gleichartigen Gestcinsausbildung stellte
das Aufsorstungsgebiet im Kreidemeere nicht eine Untiefe dar, sondern
die Schichten sind erst später und zwar im Zusammenhänge mit der
Erzgebirgsaufrichtung, emporgehoben worden.
In einigen Begehungen wurden die nach der Karte gefundenen
Verhältnisse nachgeprüft. Die eigenartige steilfelsige Ausbildung der
Labiatus- Zone in bestimmten Schichten bietet hier einen großartigen
Leithorizont. Verfolgt man von Herrnskretschen nacli Tel sehen an der
Elbe entlang aufmerksam die Eelsenkämme dieser Zone, so beobachtet
man wiederholt, daß sie plötzlich in ein höheres und später ruckweise
in ein tieferes Niveau rücken. Wo die Verschiebung der oberen Fcls-
kante in den Höhenlinien auf kurze Entfernung 40 und mehr Meter
beträgt, kann man wohl eine Bruchlinie als vorhanden annehmen. Die
wichtigsten dieser Linien lassen sich deshalb aus der Karte ohne
Schwierigkeit ablesen. Die Richtigkeit dieser Arbeitsmethode bestätigt
sich von selbst durch das Ergebnis. Von X nach S ist in dieser Weise
ein staffelförmiges Ansteigen der Schichten bis zur Höhe des Rosen
kammes festzustellen. Die über den Felskanten liegende Ebenheits-
fläche erhebt sieh ungefähr in demselben Maße. Die hier ersicht-
lichen Verhältnisse lassen gut erkennen, wie im Elbsand
steingebirge Höhenveränd crungen der Schichten durch
gegenseitiges \ bbree hen d e r Schollen en t st a nd en sind und
nicht nur durch allmähliches Einfallen oder Ansteigen, wie man bisher
die Veränderungen mit Ausnahme einer schmalen Zone entlang des
Hauptbruches nach HIRSCH (Linie XXI) zu erklären suchte.
Derartige scharf hervortretende Höhenunterschiede, in den Fels-
oberkanten erkennt man an der Ausmündung der Dürrkamnitzschlueht,
Beginn des Aufhorstungsgebietes mit der Elbleitenscholle; am Belve-
dere, Beginn der Arnsdorfer Scholle; am Studenbach, Beginn der Bins-
dorfer Scholle; bei Sign. 331.8, Beginn der Roscnkaminschollo. Weiter
folgt mit nur geringem Absinken Scholle Sign. 115.4 und Scholle Sign.
362,0 und schließlich die Laubescholle, über die abseits der Elbe lie-
gende Ilainbühlscholle ist nichts besonderes zu sagen.
Da keine Veranlassung zu der Annahme vorliegt, daß die Mäch-
tigkeit von Labiatus-Z onc und Cenoman auf dieser Strecke großen
Schwankungen ausgesetzt ist. Dt. für eine Neuaufnahme der geologischen
Karte nunmehr ein klares Bild geschaffen.
Über der Labia tus-7jone liegen auf den Hochflächen mehr oder
weniger denudiertc mittelturone Sandsteine ausgebreitet. Jenseits der
Linie Elbleiten-A rnsdorf -Rinsdorf folgen dann die mit Lehm bedeckten
Ebenheitsflächen des oberen Mittelturons.
Am Ostabhange des Hohen Schneeberges liegt unterhalb der
Pferdekopfkuppe die Obergrenze der Zone des Inoceramus labiatus
bei 450m Höhe gegenüber der Rosen ka mm scliol I e mit 100 m O. Gr.
lab. Letztere liegt somit nur um rund 50 m niedriger. Der Hohe
Schneeberg besteht aus Sandsteinen der Stufen « und ß der Sclüocn-
bachi-7jom: mit prächtigen Karrenfeldern, um die sich tp<), unsere Spi-
Das Brachgebiet von Böhmisch Kamnitz
55
WOSttS-Zone, und tg 1 ), unsere Lamarcki-Zone , beides zusammen unser
Mittelturon, herumlegt. Weiter schließt nach unten die Ldbiatus - Zone
an. Eingehende Untersuchungen wurden auch hier nicht angestellt.
Verfolgt man die Höhenlinien entlang der Gipfelplatte des Hohen
Schneeberges, so kann man zwei Möglichkeiten annehmen. Die Platte
ist entweder stark nach NO geneigt oder sie ist von SW nach NO
stufenweise abgesunken.
3. Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
T. Die Hulteiibergscholle
O.Gr. « 170— 190m 'ü.d.M.
O. Gr. ß 320— 340m ü.d.M.
Die Huttenbergscholle wird begrenzt durch Linie XNV im
O und N, Linie XXXI im W, Linie XXIII im S. Gegen S ist sie
.anscheinend eingebrochen.
Südwestlich an die Ottenbergseholle schließt sich die Ilutten-
bergscholle. Sie wird vom basaltischen Huttenberg 1409, 8ni) über-
ragt. Die stratigraphische Höhenlage der Scholle ist bei den mangel-
haften Aufschlüssen schwer festzustellen. Während oben am Hutten-
berge O.Gr. a bei 190m oder noch höher liegen mag, sinkt sie gegen
S bis auf mindestens 170 m herab.
Am Wegkreuz bei Sign. 337,8 steht gelber mittelkörniger Sand-
stein mit Kaolinkörnern in einigen Felsbänken an. Er ist von eisen-
schüssigen Adern durchzogen, zerfällt aber im allgemeinen leicht zu
Sand.
Oben auf der Höhe legen sich um den frei aufragenden Basaltkern
des Huttenberges die Tonmergel der Stufe y der Sch loenbach ?-Zone.
Von hier dehnt sich nach O und S eine allmählich abfallende Fläche
mit Wiesen und Feldern (380 320 m), die ein ganz anderes Gepräge
zeigt als der westlich gegen Windisehkamnitz abfallende Steilhang.
Die Wiesen sind meist naß und verraten Letten- bezw. Tonmergelunter-
lage. In diesen Schichten führte im Jahre 1921. die Aussigcr Wasser-
baugesellschaft am Iluttcnhof. südöstlich vom Huttenberggipfel, >'ino
Tiefbohrung aus. Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Fachlehrer
PliINZ 2 ) wurden folgende Schichten durchstoßen:
Mundloch 350,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Y 5. Lehm and Letten 7,2
4. Sandstein 14,4
3. Letten gelb 0,2
2. Letten schwarz 2,0
ß 1. Sandstein 16,2
310,0 m ü. d. M.
') Nach der Karte zu Miciiki,, II., Geol.-petrogr. Unters, im Gebiet d. Erzgebirgs-
bruchzone westl. Bodenbach. Wien 1914.
’) Herrn Pmsz bin ich für seine zahlreichen Mitteilungen und für seine Führungen
auf Grund guter Ortskenntnis und scharfer Beobachtung der geologischen Verhältnisse
in der Umgebung von Böhmisch Kamnitz zu ganz besonderem Dank verpflichtet.
56
Beschreibung der einzelnen Schollen
Bei normaler Lagerung würde von den obersten Tonmergeln an
p Basaltgrenze ( 40 ! ra > b,s zum schwarzen Letten in vorstehendem
oo l Stufe T wie ,n Nieder kreibitz eine Mächtigkeit von rund
oO m haben.
Ungefähr anschließend an dieses Bohrloch wurden talwärts fol-
gende zwei Profile festgestellt (s. Anlage S. 106, »J« und »b«):
Die Sa nd s teine zeichnen sich hier, obwohl den oberen
nii C l ' ° |V btue ßa angehörend, imGegensatz zu denen
noidlich des Kreibitzbaches durch ein mittleres Korn und
i-.woT " r j' C 1,tum a "s- Bei Böhmisch-Kamnitz findet inan dies auch
in den anderen Aufschlüssen.
Am Nordabhange des Maiberges trifft man in einem kleinen
Steinbruch in einer Höhe von 320— 835 m gelblichen und weißüch-
grauen mittel körnigen Sandstein mit viel Kaolinkörnern (Stufe ß,).
? r llC ‘ ai, / en Steinbruch stößt eine frischgrüne Tonmergelmuldo
(315— 320 m), m der der nördliche Teil von Philippsdorf liegt
aueb I L^K SeIgra r , , Cn ’ we e ?. t, “ h am Maiber & «He Schichten
iiäc St) '- ' ' S ' e bewtzen llier , ' i ' 1 schwaches Einfallen
nach SO, bei 300 m Höhe ist an einer Bruchlinie der südliche Teil
o 20 m abgesunken. Letzterer ist als Maibergscholle bezeichnet.
Kessel graben usw. (s. Anlage S. 106)
| an . d . st . c ; ne siml sel “‘ mergelig und weich und durch zahlreiche
giößere Kaolinkörner ausgezeichnet.
Büeblenh ih,ß, T i?te -° Ste p ke *K r 1 Iu t,enb *' r g^hol le ragt der kleine
ßüchsenberg hinein. Er wird von O nach W von Störungslinie
AAI I zerschnitten, und nur der Nordabhang gehört der Huttenberg-
scholle an. Der Buchsenberg ist ein Tuffhügel, der an der Nordseite
n m n ® as . a,t g an g? durchsetzt wird. Die Tuffmasse reicht bis in
das Bachbett hinab. Neben dem Tuff steht am Bachufer in 290 m Höhe
weißgrauer mittelkörniger Sandstein mit viel Kaolinkörnern an. Am
S-indie !?f ge t S T kann man in 300 -310 in Höhe ebenfalls
Sandstein teststellen, und zwar ist es ein graugelbes mittelkörniges Ge-
stein mit viel Kaolinkörnern (Stufe ß„).
ü. Die Maibergscholle
O. Gr. a 150 m ü. d. M.
O. Gr. ß 300 m ti. d. M.
und w e T^ a - ib v r V g rT C,,0 o C ‘ff** z " isohen Störungslinie XXIII im N
und W, Linie XXH im S und Linie XXXHb im O.
Die -Maibergscholle besteht nur aus einem schmalen Streifen im
Ins^MV^ r r In !i h ‘ « PP , 8d ? rf i ist in 295 m 1Iühc cin Brunnen
> s zu 17 m I lefe m den Sandstein hineingetrieben worden (Stufe ß„),
Mitteilung des Herrn Fachlehrers Prinz. Nördlich von Sign. 329,3
:' 1,! ,;- U ? r iC V n r' dllCh d,:r Steinwand liegen tonmergelige Schichten
an dei Oberfläche in einer Meereshöhe von 300—310 m. Am NO -Ab
hange des Büchsen berges ist auf der Höhe unweit eines einzelnen
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
57
Gehöftes in einem Wegeinschnitt in 320 — 330 m Höhe rötlichgelber
kohliger feinkörniger Mergelsandstein mit Kaolinkörnern angeschnit-
ten. An Versteinerungen konnte ich an dieser Stelle sammeln.
Gervillia ovalis Fkitsch
Pecten laevis Ninss.
Turritella sp.
Man wird die Schichten der Stufe y zurechnen können.
Am Westabhange des Büchsenberges ist folgende Schichtenfolgc zu
beobachten:
310.0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
1 2. Tonmergel 10,0
ß 1. Sst. gelb, fk., mit
Peclen virgatus Nilss.
Liopistha aequivalvis Goldp. sp 10,0
290.0 m n. d. M.
Der Maibergscholle gehören auch noch die vordersten Partien des
von der Brauerei in Böhmisch Kamnitz nach NO ziehenden Täl-
chons an. 200 m nordöstlich der Brauerei stellen in 307 — 310 m Höhe
am Wege gelblichgraue, fein- bis mittelkörnige, viel Kaolinkörner füh-
rende Sandsteine in dünn geschichteten Bänken an (Stufe ß 2 ). Am
rechten Berghange gegen SO trifft man sodann über den Sandsteinen
in 310 — 311 m Höhe dunkelgraue, mit HCl stark brausende Tonmer-
gel der Stufe y, die von dieser Seite her auch aus einer vielleicht
10 m höheren Lage bis hier herunter gerutscht sein können. Das wei-
ter oben auf der Höhe liegende Gebäude steht ebenfalls auf Tonmer-
geln und zeigt Butschungsschäden.
V. Die Jonsbarher Scholle
O. Gr. a 75 100 — 120 m ü. d. M.
O. Gr. ß 225— 250— 270 m ü. d. M.
Die Jonsbacher Scholle, ein schmaler Streifen zwischen Linie
XXII im N und Linie XX TV im S, nach O und W spitz auskeilend.
Durch den südlichen Teil der Huttenberg- und Maiberg-
scholle ist eine Störungslinie fXXII) gezogen worden, um für das
Auftreten der versteinerungsreichen dunklen Tonmergcl in besonders
tiefer Lage eine Erklärung zu haben. Das Hauptinteresse nehmen
deshalb hier auch die Tonmergel ein.
Nördlich vom Ölmüller, östlich vom östlichsten Hause von Jons-
bach, schneidet ein kleines wildromantisches Tälchen gegen den Ilut-
tenberg ein. Die Schichten fallen ungefähr 10° nach S ein und ge-
hören der Stufe y (und ß 2 ?) der Zone des Inoceramus Schloenbachi an.
Oberes Ende des Tütchens, 272,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
1 3. Tonmergcl dunkelgrau, sehr sandig, mit HCl nur schwach brausend 2,0
ß(?) 2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk. (? wahre Mächtigkeit) 7,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. (? wahre Mächtigkeit) . 3,0
260,0 m ü. d. M.
58
Beschreibung der einzelnen Schollen
Die Tonmergel, die in der Bachsohle oben im Tiilchen anstelle«,
verschwinden und treten erst im Talgrunde südlich des Fahrweges
in der Wiese wieder zutage. Die tatsächliche Mächtigkeit der hier
vorhandenen Schichten ist bei den unübersichtlichen Lagorungs Ver-
hältnissen nicht festzustellen.
Weiter westlich, nördlich der Schule von Jonsbach, sind an einer
15 m tiefer liegenden Stelle bei einem Brunnenbau ebenfalls Tonmergel
festgestellt worden (Mitteilung von Herrn PRINZ).
Nördlich von Sign. 801,9 beim Pietschbauer (einzelnes Gehöft
an der Straße am Ostende von Jonsbach) ist Tonmergel 12 m mächtig
erbohrt worden (Mitteilung von Herrn Prinz). Das Mundloch liegt
ungefähr 260 m ü. d. M.
Sehr gut ist der Tonmergel in Jonsbach an der Prallstelle des
Weißbaches bei 255m Höhe in einer Mächtigkeit von 5m ange-
schnitten. Der schwarzgraue, stark mit HCl brausende Mergel ist fein-
körnig und enthält zahlreiche Versteinerungen:
Parasmilia centralis Rohm.
InoceramuB inconstans Woods einend.
Ändert zahlreich
Pecten membranaceu» Nilss.
Anomia subtnmcata d’Orb.
Ostrea vesicularis Lam.
Modiola sp.
Nucula striatula A. Rohm.
l.eda seinilunaris v. Buch zahlreich
l.eda siligua Goi.dk.
Astarte similis Msstr.
Lucma laminosa Reuss sp.
Te/lina concentrica Rkuss
Tellina subdecussata A. Robm.
Dentalium medium Sow.
Pleurotomaria baculitirum Geis.
Trochus amatus d’Orb.
Trochus Engelhardti Geis.
Natica Roemeri Gbin.
Turritella multistriata Reuss
Aporrhais Parkinsoni Mast. var.
Aporrhais substenoptera G. Müller
Mitra Roemeri d’Orb.
Acteon elongatus Sow.
Peroniceras tricarinatum d’Ojib.
Scaphites Geinitzi d’Okii.
Scaphites Geinitzi d’Orb. var. inter-
media Scur.
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp.
Fischschuppen
Schach telhalmgl ieder
Auch finden sich hier im Bachbett Stücke von gehärteten Kon-
taktmergeln.
Eine ähnliche Prallstelle befindet sich in Philippsdorf am »ch«
von »Weißbach« in 270 -275 m Höhe. Auch hier ist schwarzgrauer
feinkörniger Tonmergel angeschnitten, der mit HCl stark braust und
wieder zahlreiche Versteinerungen enthält. Es wurden folgende Arten
gesammelt:
Pecten membranaceus Nilss.
Pecten sp.
l.eda seinilunaris v. Buch
Area undulata Reuss
Lucina laminosa Reuss
P/eurotomaria baculitarum Geis.
Trochus Engelhardti Geis.?
Aporrhais sp.
Scaphites Geinitzi d’Orb.
^ om Weißbach ist der Tonmergel noch an verschiedenen anderen
Stellen entblößt, wie man das bei einer Begehung des Ufers beobach-
ten kann. Wo er an den Abhängen auftritt, ist das Gebiet stark wellig
bewegt, eine. Folge der durch ihn verursachten Rutschungen. Sogar
Gebäude sind dadurch beschädigt worden. In Philippsdorf z. B. konn-
ten Sprünge an Wohnhäusern festgestellt werden.
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz rjg
Schließlich ist Tonmergel an der scharfen Biegung des Kamnitz-
baches am 4Y ege von Jonsbach nach Philippenau unten im Talgrunde
Herrn Sz). “ "” g 225 m Höhe erbohrt (Mitteilung von
Die versteinerungsreiche schwarzgraue, rund 10 m mächtige Ton-
demn° 7 " C I V 10 “i® , ri ?, fste Schicht der Stufe y anzusehen ist. würde
270 m Hnh f p Ser Sch ” Ile . von W nach 0 ^ ungefähr 225, 255 und
-70 Höhe liegen. Es ist wohl anzunehmen, daß dieser schmale
Schollenstreifen wiederholt zerbrochen ist. ' 16
Hart am Hauptbruch mach HlBSCH (Linie XXI) entlang ist
von l etschen Ins nach Böhmisch Kamnitz ein Streifen jüngerer Sand
r<Hc ?7*T A r U 2r^ esseren übersicht b ‘he ich^hf aufgetel
m drn Loosdorf er. Plul.ppenau- und Steinwandscholle. \n
zahl i eichen Stellen ist ein Einfallen der Schichten von 10° und mehr
(Jleici m r F | ^ südöstlicher Richtung zu beobachten, ohne daß eine
Gleichmäßigkeit hierin festzustellen wäre. Die angegebene Mächti-
Wcrt. d,r SchlCht6n *” den Profilpn hat deshalb nur einen bedingten
W. Die Loosdorfer Scholle
0. Gr. a ICO in ü. d. AI.?
0. Gr. ß 310m ü. d. AI.?
dnrf Z v iSC M n S K WrU TS?if. 1 Und XXIab zieht voa Tetschen Uber Loos-
nd f XXTh h b!! C R«r nd hilippenau und weiter zwischen Linie XXIV
Bö i m I“ h Kamnitz Zone Sandsteine mit mehr oder
on. ei starkem Einfällen nach S und SO. Im westlichen Teile wurde
sü eht T‘ g r' dll f Che Zu e ebör ! gkpit der Sandsteine nur wenig unter-
sucht da dies für vorstehende Arbeit von geringerer Bedeutung ist.
bezeichnet* V °" etscben b,s Neuohlisch sei als Loosdorfer Scholle
Die Boosilorfer SchoRe umfaßt als hervorragenden Punkt den
festgestel u': ' g Ictschcn ' An ihm " "-de folgende Schichtenfolge
Kuppe des Quaderberges, 280,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramtu Schloenhachi m
2. Sst, gelb, gk., Fclspartien des Gipfels Inn
I. Sst. grangelb, mk., dünngeschichtcte Felsen . . . . | | | | ^
Am Süd hange des Berges, 200,0 m ii. d. M.
r*? I , Iöbe "’ aren an einem Bergvorsprung gegen die Elbe
Im Jah f 1924 beim Bau eines Militärschießstandes lich^und dunkel
graue Sand m er ge 1 (Stufe y) aufgeschlossen, die wohl einer kleinen
besonderen Scholle angehören dürften.
Am Südende von Loosdorf tritt in einer Höhe von 260—270 m
grauer und gelber, grob- bis mittelkörniger Sandstein auf (Stufe ß)
schen\l'r' r Flf UntRr i U v n,n ?p n f ande " in ,Iiesem Sandsteinstreifen zwi-
schen der Elbe und Neuohlisch nicht statt.
GO
Beschreibung der einzelnen Schollen
X. Scholle Sign. 342,0 in ü. d. M.
Eine kleine, zwischen Tonmergel eingeklemmte Sandsteinscholle
befindet sich östlich Loosdorf in der Umgebung von Sign. 342 0 Sie
wird begrenzt im N von Linie XXI b. im W von Linie XXIa, im S
von Lime XVHI und im O von Linie XXVII. Ihre stratigraphifeche
Höhenlage ist zweifelhaft.
Y. Dip Philippenansrholle
O. Gr. a 160 m ü. d. M.
O. Gr. ß 310 m ü. d. M.
r j DieP h i I i p p enau scholl® wird begrenzt im N von Linie Ic,
und XXIV im 0 von Linie XXXI und XXX, im S von
Lime XXIb und im V vorläufig durch den Ort Neuohlisch aus vor-
genannten Gründen und außerdem geschnitten von einem Teil der
Lime XXII.
r n V ° n / ? U8 gesehen baut sich die Scholle als eine senkrecht ab-
t allende Sandsteinfelsmauer auf. gegen S fällt sie allmählich ab. Pro-
file wurden an verschiedenen Stellen aufgenommen.
Entlang des Ortes'Neuohlisch ergab sich von N nach S bis
hinauf gegen Höhe 288 nachstehende Schichtenfolge:
Südlich von Neuohlisch usw. (s. Anlage S. 106)
de, tatgeST Teil6 SCh °" e ’ am Kre " zs * 6i ”. wm«, felgen-
Kreuzstein— Hadergrund (s. Anlage S. 107)
Gegenüber Neuohlisch dürfte am Kreuzstein nur ein geringer
Unterschied in der Höhenlage der Schichten vorhanden sein. Auf-
fallend ist hier der geringe Gehalt an Kaolinkörnern.
vvvr nS r tS , . Kamnit zhaches gehör! der durch Linie XXV a und
, , ' angeschnittene Teil des Westabhanges vom Huttenberge
ebenfalls zu dieser Scholle. Auch hier ist teilweise ein Einfallen der
Schichten bis zu 10° nach S und SO zu beobachten. Es wurde fol-
gendes I rofil aufgenommen:
SW- Hang des Hutten berge s usw. (s. Anlage S. 107)
o n o 7 An . d ^ r hasten Stelle von Philippenau, am Forsthaus Sign.
.-508,1, sind auflagernd auf den Sandsteinen Tonmergel festgestellt
worden (Mitteilung von Herrn PRINZ). Man kann demnach in dieser
Hohe die Auflagerungsfläche der Tonmergel (Stufe y) annehmen,
wenn nicht durch Fortsetzung der Linie XXII „ach W hier oben eine
\ erschiebung vorhanden ist. Nach eingezogenen Erkundigungen soll
in den tieferen östlich gelogenen Teilen von Philippenau überall nur
Sandstein anstehen. Die ganze Ortsfläche neigt sich nach S und ist
mit Obstbaumen bepflanzt.
Im Goldbachtale südlich von Philippenau sind ebenfalls Sand-
steine der .Hufe ß aufgeschlossen. Proben, die ich am »ch« von »Gold-
61
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
bach« in einer Höhe von 250— 270 m entnommen habe, zeigen einen
vorwiegend hellgrauen mittelkörnigen Sandstein mit viel großen Kao-
linkörnern.
Die am »u« von »Philippenau« der sächsischen topographischen
Karte aus dem Kamnitzbaehtale aufsteigende Felspartie zeigt fol-
gendes Bild:
252.0 m ü. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi m
ß 2. Sst. mit Kaolinkörnern, dunbelgraugelb, fk. bis mk 8,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk 4 ’ '
240.0 m ö. d. M.
Südlich dieser Stelle hat Herr Oberlehrer SENGER aus Sandan
beim Bau der aus dem Tale gegen Altohlisch aufsteigenden neuen
Straße folgende Versteinerungen gesammelt:
Lima canalifera Gold*. Oslrea vesicularis Lam.
Neithea grypheata Schlotii. Jsocardia /aMi Hi.zpfl.
Ostrea sudetica Sccp. Panopaea sp.
Eine eingehende Aufnahme der Schichtenfolge konnte ferner am
steilen Felshange an den Raben steinen im Goldbachtale erfolgen.
Felspartie am »R« usw. (s. Anlage S. 108)
Von Wichtigkeit ist hier die Ostreenbank. — Steigt man in ge-
rader Richtung das Tal nach Süden aufwärts, so überschreitet man
auf der Höhe in der Nähe der Waldgrenze den Hauptbruch von
1 llBSClI (Linie XXI) und steht unvermittelt aut der südlich an-
grenzenden Tonmergelfläche, die sich in der Umgebung der Eisen-
bahnstation Rabstein ausbreitet.
Weiter östlich bei Sign. 301,9 steht am Straßenkreuz dunkel-
ockergelber, fein- bis mittelkörniger und dünnplattig abgesonderter
Sandstein mit vielen großen Kaolinkörnern an (Stufe ß 2 ).
Südlich von Sign. 301,9 ist nördlich der Lochmühle in der soge-
nannten Weinleite am Fahrwege in 280 m Höhe ein Basalttuff an-
geschnitten, in dem eine große Menge Bruchstücke aus der oberen
Kreide eingeschlossen sind. Als besonders charakteristisch konnte
festgestellt werden:
Kalksandstein hellgrau, mittelkörnig, sowie auch grobkörnig
bis konglomeratisch der Stufe ß mit zahlreichen Versteine-
rungen:
Lima canalifera Goldf. Pecten laevis Nass.
Lima semisulcata Nass. Oslrea sudetica beer.
Lima granulata Nass. Ostrea vesicularis Lam.
Pecten virgatus Nass. Exngyra cornu anelis Nass, emend. Griff.
Kalkquarzit bläulich, dicht, mit Abdrücken von Blattresten,
der Stufe Yi
Tonmergel dunkelgrau, feinkörnig, der Stufe Yi
Sandstein mit Kaolinkörnern, gelb, feinkörnig, weich, aus dem
Emscher.
62
Beschreibung der einzelnen Schollen
Außerdem fanden sich Einschlüsse eines rötlichen granitischen Ge-
steins. Von besonderer Bedeutung ist das Vorkommen der e i n s c h 1 u ß-
reichen Kalksandsteine auch im Kamnitzer Gebiet. Sie sind
weiter im O und SO nicht selten, in der näheren und weiteren Um-
gebung von Böhmisch Kamnitz aber noch nicht anstehend festgestellt
worden. °
Z. Die Steiuwandseholle
O. Gr. a 180 m ü. d. M.
0. Gr. ß 330 m ü. d. M.
Die Stein wand sc ho Ile, die östliche Fortsetzung der l’hilip-
pcnauscholle über die Steinwand hinaus bis zur Brauerei von Böhmisch
Karmntz hegt zwischen Störungslinie XXIV und XXII im N. Linie
XXX, XXI b und XXXII a im S, nach W und O spitz zulaufend.
.. A“ Ostende dieser merkwürdigen Felsmauer wurden in dem dort
bei manchen Steinbruche folgende Schichten festgestellt:
330.0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
,3 2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelblich, fk. bis mk., leicht zerfallend, Bänke
duon geschichtet ^ q
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis gk„ dicke Bänke ! . ’. lo’o
315.0 m ü. d. M.
Herr 1 RINZ hat an der Steinwand eine schöne Bank von Exoqura
cornu anetis Nilss. aufgefunden, in der auch ein Stück von Oslrea
sudehea , SOUP, enthalten ist. Die Schichten und demnach auch die
Oberfläche der Steinwand fallen nach S ein. Am Wässerehen unter
dem »B« von »Böhmisch Kamnitz« steht Tonmergel an (Mitteilung
von Herrn Prinz). Der kleine Hohlweg, der vom Ostende ,1er Stein
wand an Sign. 310,6 vorüber nach S zur Schäferei führt, durchsclmei-
det zwischen Höhenlinie 30U und 320 m ähnliche Schichten wie an
der Steinwand zu beobachten sind.
Südöstlich des Steinbruchs am Ostende der Steinwand ist beim »c«
von »Böhmisch Kamnitz« an der Straße in 320 -325m Höhe ein weiß-
grauer, fein- bis grobkörniger Sandstein mit viel Kaolinkörnern aufge-
schlossen (derselbe Sandstein wie in gleicher Höhe an der Steinwand).
Von der Straße die von Höllegrund nach Böhmisch Kamnitz führt, ist
in den ersten Hausern von letzterem Städtchen in 300 310 in Höhe
wiederholt gelblicher, fein- bis mittelkörniger, dünngeschichteter Sand-
stein mit viel Kao inkörnern angeschnitten. Im Steinbruch unter dem
»K« von »Böhmisch Kamnitz« ist derselbe Sandstein Vorhanden. Die
Sandsteine geboren alle den oberen Schichten der Stufe ß 2 an.
Das Brachgebiet von Böhmisch Kamnitz
63
A t . Die Albswändescholle
0. Gr. a 130 — 150 m ü. d. M.
0. Gr. ß 280—300 m U. d. M.
Die Albswändescholle, ein kleines Brachgebiet am Südrande
der Scholle Z, ist begrenzt im N und durchzogen von dem kleinen
Liniensystem XXX; die Südgrenze bildet Linie XXI b.
Am Südrande der Steinwandscholle trifft man am »N« von »Nieder-
Kamnitz« bei Sign. 294,9 wieder ein sehr interessantes Bruchgebiet,
liier erheben sich aus dem Talgrunde 14 m mächtig einige Sandstein-
felspartien, die Albswände, in ungefähr horizontaler Lagerung. Gegen
0 und W brechen sie plötzlich ab, und man hat den geböschten Ab-
hang der nach S einfallenden Tonmergel vor sich. Besonders schön
ist der plötzliche Wechsel am Westrande der Felspartie zu beobachten.
Die Sandsteine der Albswände erheben sich südlich der Kamnitz
noch einmal zu einer Felsgruppe, um dann bald endgültig am Haupt-
bruch von Hibsch abzubrechen und unter den Tonmergeln zu ver-
schwinden. Die Felsbänke sind dünn und an der Oberfläche nicht
Kernarbt.
Obere Kante der Albswände (s. Anlage S. 109)
Es sind zum Teil merkwürdig rotgefärbte, grobkörnige bis kon-
glomeratische, schnell im Korn wechselnde Gesteine, wie sie in ähn-
licher Ausbildung hier selten Vorkommen. Der reichliche Gehalt an
Kaolinkörnern (größere Stücke) stellt sic in die Nähe der Tonmergel
und Steinwandsandsteine.
Die Obergrenze der Stufe ß liegt an den Albswänden ungefähr
bei 300,0 m und sinkt an der Stelle der Tonmergeleinbrüche bis 280 m
herab.
Ein Durchschnitt durch Steinwand und Albswände von N nach S
ergibt folgendes Bild (s. Abb. 19, S. 144):
Wo im Kamnitzbachtal Sandstein und Tonmergel ge-
geneinander abstoßen, kann man sich leicht überzeugen,
wie wenig gerade Bruchlinien verlaufen.
H|. Die Noldeseholle
0. Gr. a 110—130 m ü. d. M.
O. Gr. ß 260 — 280 in U. d. M.
Sie ist begrenzt im N von Linie XXIIIb, im W von Linie XXXII b
und im S von Linie XXII, im O spitz zulaufend (Linie XXI c).
64
Beschreibung der einzelnen Schollen
C t . Die Kamnitzer Sehicßhausscholle
0. Gr. a 90 — 110 m ü. d. M.
0. Gr. ß 240—260 m ü. d. M.
Sie wird begrenzt im N durch Linie XXII, im W durch Linie
XXXII a, im S durch Linie XXI b und c, im 0 spitz zulaufend.
Die Schollen B t und C x sind unter dem Kreibitzer Berg-
land (II. Teil) behandelt, da die hier auftretenden Emscher-
schichten sich an dieses anschließen.
Auch die südlich des Hauptbraches von HlBSCH (Linie XXI)
auftretenden Tonmergel sind in mehrere Schollen zerbrochen. Man
kann dies aus der Höhenlage der Tonmergel annähernd feststellen.
Die folgenden Ziffern sind gewonnen auf der Grundlage einer Mäch-
tigkeit von rund 90 m für die Tonmergelstufe (y) der Zone des
Inoceramtis Schloenbachi und von rund 200 m für die unterlagernden
Sandsteine (a und ß) dieser Zone. 0. Gr. a wäre dann 160 m unter
den Tonmergeln anzunehmen. Vielleicht befinden sich einige der hier
aufzuzählenden Schollen auch in schiefer Stellung, so daß die errech-
nete Höhenlage nur einen Mittelwert darstellt. Im westlichen Teile
sind die Höhenangaben über die Tonmergel der geologischen Karte
Großer Winterberg — Tctschen entnommen.
1) ( . Die Pock’sehe Höhe - Scholle
0. Gr. a 30 m u. d. M.
O. Gr. ß 130 m ü. d. M.
An der IToek’sehen Höhe nordöstlich Tetschen liegen die Ton-
mergel zwischen 130 und 180 m Meereshöhe.
E t . Die Loosdorf Ost- Scholle
0. Gr. a 60 m ü. d. M.
0. Gr. ß 220 m ü. d. M.
Östlich von Loosdorf liegt eine Tonmergelscholle, die nach 0 bis
kurz vor Straßenhöhe Sign. 327,0 reicht und wahrscheinlich von der
nach S verlängerten Linie XXVII abgeschnitten wird, in 220 — 320m
Meereshöhe (Stufe y).
F t . Die Poppenbergsckolle
O. Gr. a 160 m ü. d. M.
0. Gr. ß 320 m ü. d. M.
Die Scholle dürfte nach 0 von einer Linie XXIX abgeschnitten
werden, die unweit östlich des Ostausganges von Güntersdorf von
Linie XXI b nach SSO verläuft.
Über die Schollen D 15 Ej und ist der Aufzählung nichts hin-
zuzufügen.
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
65
G r Scholle Altohlisrh Böhmisch Kamnitz
0. Gr. « 100 — 130 m ü. d. M.
0. Gr. ß 260—290 m ü. d. M.
Weiter nach 0 bis gegen Altohlisch könnte 0. Gr. ß 260 — 280 m
ü. d. M. liegen, demnach 0. Gr. « bei 100 — 120 m U. d. M. Der Haupt-
bruch von HlBSOH, Linie XXI, zieht sich weiter nach 0 am Nord-
abhang des Rechen-, Vogel- und Hachenberges hin bis nach Böhmisch
Kamnitz. Auf dieser Strecke dürfte 0. Gr. ß in 270 — 290 m Höhe zu
suchen sein. Auf den Wiesen an den Rabsteiner Fabriken liegt der
Tonmergel zwischen 280 und 300 m zutage. 0. Gr. et würde bei
120 — 130 m liegen.
Jenseits des Hauptbruches nach HlBSCH seien hier nur die Ver-
hältnisse in der Nähe des Bruches herangezogen. Südlich vom Alt-
o hl i Sc he r Teich steht in 285 m Höhe schwarzgrauer Tonmergel
an. An einem kleinen, gegen S ansteigendem Abhange fand ich in
290 m Höhe (Stufe y) in einem weißgelben feinkörnigen weichen Sand-
stein
Lima semisulcata Nii.ss. Pectunculu» Geinitzi d’Orb.
Tellina concenlrica Keuss. Peclunculut insculptui Kki ss.
Tellina semicostata A. Kob«. Mactra porrecta Geis, zahlreich
In der Ziegelei von Niederkamnitz stehen in etwa 300m Höhe
(Stufe y) schwarzgraue feinkörnige Tonmergel an. Bei kurzem Be-
suche sammelte ich darin folgende Versteinerungen:
Leda semilunarix v. Buch Pleurotomaria baculilarum Gein.
In der Ziegelei am Bahnhof Böhmisch Kamnitz findet man zwi-
schen 295 und 300m Meereshöhe oben: dunklen Ton mit Basalt-
knollen, in der Mitte: dunklen Ton ohne Basaltknollen, unten: licht-
grauen Tonmergel ohne Basaltknollen mit HCl schwach brausend.
Das Bohrprofil bei SCHRATER, Wollweberei, unweit vom Markt-
platze in Böhmisch Kamnitz, das bis zu einer Tiefe von 196,05 in hin-
abgetrieben wurde, gibt ein unklares Bild. Das in einer Mächtigkeit
von 56 ui die Schichtenfolge der Kreide in der Bohrung unterbre-
chende Basaltkonglomerat scheint die Kreideschichten stark gestört
zu haben. Übrigens sind auch die Proben erst nachträglich in die
Hände von Herrn Professor Dr. I1IBSCH gelangt 1 ), östlich vom
Marktplatze hatte im Sommer 1926 das Hochwasser die Tonmergel
am Kamnitzufer an verschiedenen Stellen bloßgelegt. 2 ).
Die Sprunghöhe zwischen der Albs wände- und der Schieß-
haussc holle einerseits und der Scholle G, andererseits ist sehr
gering, vielleicht nur 10m. Bruchlinie XXI stellt im östlichen
Teile deshalb nicht den Hauptbruch, wie von HlBSCH be-
') Uibscb, J. E., Erl. z. geolog. Karte d. Umgebung v. Böhm. Kamnitz, S. 34.
Prag 1927.
*) Die Fossilliste von Böhm. Kamnitz bei Fritsch, Priesener Schichten S. 29, ist
nicht verwertbar, da die Fundorte von dem Sammler Groiimass, von dem die meisten
der aufgeführten Arten stammen, nicht genau festgelegt worden sind.
Neue Folge. Heft 112
0
Beschreibung der einzelnen Schollen
66
zeichnet, sondern nur die Linie dar. an der entlang gegen
S die Sandsteine der Stufe ß unter der Oberfläche ver-
schwinden.
4. Das Bruchgebiet von Pirna
Das Bruchgebiet von Pirna liegt etwas abseits. Es wurde in den
Rahmen der vorstehenden Arbeit mit einbezogen, da daselbst nach
längerer Unterbrechung dieselben Schichten wieder zutage treten, die
wir im südlichen Einbruchgebiet auf der Linie Tetschen — Böhmisch
Kamnitz — Ivreibitz kennengelernt haben. Für die Verhältnisse bei
Pirna, mit denen ich mich bereits in meiner Arbeit über das Turon 1 )
eingehender befaßt habe, hoffe ich in dem hier gebotenen Zusammen-
hänge weiter Klarheit zu schaffen.
in der großen Elbschleifc liegen links der Elbe die Felspartien
der Eauensteiuc und Bären steine. Obwohl jenseits der Elbe,
konnten sie als wichtiges Obergangsgebiet nicht beiseite gelassen
werden.
H,. I)ic Rauensteinscholle
O. Gr. ct 220 m U. d. M.
Die Bauensteinsc holle wird begrenzt im N von Linie
XXXVlIb, im W von dem Liniensystem XL, im S von Linie III b
und im 0 von Linie XXXVII a.
Die Scholle umfaßt den Rauenstein (304m) und seine nähere
Umgebung. Die Schichten liegen fast horizontal (s. Abb. 5), nur
einige kleinere Partien zeigen geringes Einfallen nach SO. Trotzdem
ist auch der Rauenstein von Bruchspalten durchsetzt, wie man dies
bei der Wanderung über das schmale Felsriff an dem Auftreten glatter,
harnischartiger, von Eisenhydroxyd vollständig getränkter Flächen
wiederholt beobachten kann.
Gipfel des Rauensteines usw. (s. Anlage S. 109)
Ij. Die liärenstcinscliollc
0. Gr. ct ungefähr bei 240 m ü. d. M., im westlichen Teile tiefer.
Die von einer Menge kleinerer Brüche (XL) durchzogene Scholle
liegt zwischen Linie XXXVlIb im N, XXXVIIIa im W und III b
im S unter Anschluß an die Rauensteinscholle im 0.
Westlich an die Rauensteinscholle schließen sich die zerbrochenen
Partien des Großen und Kleinen Bärensteines. Am Kleinen
Bärenstein wurde folgendes Profil festgestellt:
Gipfel des Kleinen Bärensteines usw. (s. Anlage S. 108)
Während Rauenstein und Laasensteine von einem Mantel weiß-
grauen überschüttenden Sandsteins umgeben sind, findet man dies
‘) Ändert, II., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales.
Abh. d. Sachs. Geol. Landesamtes H. 4. Leipzig 1927.
Das Bruchgebiet von Pirna 67
am Kleinen Bärenstein nur in geringem Maße. Durch die Zertrümme-
rung sind die Verhältnisse ziemlich unklar geworden.
Phot W. Haus, Dresden-N. 6.
Abb. 5. Der Große Biircnstein. B = Großer Bärcnstein. R — Raucnstein. De;-
Große Biirenstein wird von mehreren Brüchen durchsetzt, die Schichten sind stark "estört.
Am benachbarten Rauenstein liegen die Schichten ungestört und horizontal. Beide Steine
sind aus Sandsteinen der Zone des Jnoceramus Schloenhachi (Oberturon) aufgebaut.
Auch der Große Bärenstein ist eine stark zerklüftete Felsmasse,
in der horizontale Schichten mit schräggestellten wiederholt abwech-
seln 1 ). Von der Ferne sieht es ungefähr so aus (s. Abb. 20, S. 144).
Am Ostfuße des Großen Bürensteines findet man noch dieselben
losen Sandmassen wie am Kauenstein, am westlichen ist jedoch nichts
davon zu sehen. Der westliche Teil ist deshalb wie am Kleinen
Bärenstein weiter in die Tiefe gebrochen.
Zusammenfassend kann man sagen, daß die Bärensteine von
mehreren kleineren Verwerfungen und mit Sicherheit auch von einer
größeren durchschnitten werden.
Das zwischen Liliensteinscholle und Linie Zeichen — Zatzschke
östlich der Elbe gelegene Gebiet wurde nur soweit als gerade not-
wendig in die Untersuchungen mit cinbezogen.
K x . Die Branilseholle
0. Gr. a 170—200 m ü. d. M.
Die Brand schölle liegt zwischen der Lausitzer Hauptverwer-
fung vom Sebnitzbach bis über Hohnstein hinaus und der Linie HIa
(Polenzbach).
') Förstrr, II., a. a. 0. (S. 91), bestätigt dasselbe. Beim Messen der Klüfte hat er
gefunden, daß sie auf dem Bärenstein ziemlich unregelmäßig verlaufen.
5
68
Beschreibung der einzelnen Schollen
Die Braudscholle ist ein stark zerklüftetes Felsengebiet mit den
prächtigen Schluchtentälern des Polenz- und Tiefen Grundes.
Brand (340 m) usw. (s. Anlage S. 109)
l)ie kleine Waitzdorf er Ebenheit hat die Basis der wasser -
haltenden, nicht zerschluchteten Schichten ungefähr zwischen 300 und
310 m Meereshöhe, womit auch die Basis der Stufe ß, anzunehmen ist.
Bei Hohnstein wurde beim Bau der neuen, in Schlangenwin
düngen hinab ins Polenztal führenden Wartenberg- und Mühlberg-
straße im Sommer 1925 von Herrn stud. rer. nat. WALTER IiÄNTZSCHEL
in Dresden eine Menge Versteinerungen gesammelt, die er mir vor-
lcgte. Es waren folgende Arten vertreten:
Ilohnstein
Anschnitt der Mühlbergstraße in der »Wende«
Anschnitt der Waitenbergstraße
bei km 8,2 bei km 7,6
Koralle
Cidaris subuetiiulosa n’Oun
»
Cardiaster Ananchytis I.eskk tp
Brvozoen ...
»
»
Maya» Oeinitzi Sem.
Pinna crelacea Schloth.
»
Inoceramus Frechi FlbGU
Lima Iloperi Mast, oder Isocardia Xilteli Hlzpsl.?
»
Lima tecta Goldk
Pecten Faujari Dum. .
Pecten septempticatu» Nn.ss ....
»
Neithea grypheata Schloth
Spondylus tamellatus Nilss. sp
Ostrea canaliculata Sow
Ostrea vesicularis Lau
Ostrea temiplana Sow
•
Exogyra haliotoidea Sow. sp
Callianassa antiqua Otto
Spongitcs saxomeut Gkin
»
»
Rhynchunella sp.
Die liier aufgefundenen Arten werden auch von G. MÜLLER aus
dem Unterscnon von Braunschweig und Ilsede 1 ) mit Ausnahme des
Inoceramus Frechi Flegel zitiert. Inoceramus Frechi ist eine Form
des Emschers, findet sich bei Waltersdorf im Zittauer Sandstein -
gebiet, an der Friedrichsgrunder Lehne im Heuscheuergebiet und im
Löwenberger Oberquader. Pecten Faujasi ÜEFR. ist höchstwahrschein-
lich mit Pecten clenlatus Nills. bei MÜLLER identisch.
Die Hohnsteiner Fundstelle wie auch die von Waltersdorf liegen
in unmittelbarer Nähe der Lausitzer Hauptwerfung. Hier bei Hohn-
stein dürfte es nur eine kleine Scholle Emscher sein, die durch die
Verwerfung eingeklemmt und in die Tiefe gedrückt wurde. Die
Schichten lagern teils horizontal, teils fallen sie stark nach N ein.
') Müllkk, G., Die Molluskenfauna des Untersenon von Braunschwoig und Ilsede.
Abb. d. Kgl. Preuß. Geol. Landcsanst., N. F. H. 25, 1898.
Das Bruchgebiet von Pirna
69
Der Sandstein ist weißlich, weißgelb und gelb, meist feinkörnig mit
schwächeren grobkörnigen Lagen. Über die Lagerungsverhältnisse usw.
hat HiNTZSCHEL eine Arbeit geschrieben, die sich im Druck befindet.
Ich möchte die Schichten von Hohnstein vorläufig zum Emscher
stellen, da untersenone Schichten aus der sächsisch-böhmischen
Kreide noch nicht bekannt sind.
L x . Die Basteischolle
O. Gr. a 190—200 m ü. d. M.
Die Basteischolle liegt zwischen der Lausitzer Ilauptverwer-
fung vom Hockstein bis westlich Dobra im N, Linie XXXIX
und XXXVIII im W, Linie XXXVII und III b im S und lila im 0.
Bastei- und Uttewalder Scholle sind nur ganz allgemein umgrenzt.
Durch genaue Untersuchungen wird man noch näheres feststellen
können. Allgemein wurde ein Einfallen der Schichten nach NW be-
obachtet, so daß die Höhenlage der Schichten in den beiden Schollen
nicht gleichbleibend ist.
Beim Aufstieg von der Waltersdor fer Mühle nach W wurde
folgendes Profil beobachtet:
Straßonhöbe westlich der Waltersdorfer Mühle, Sign. 214,6 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi ra
ß 4. Nichts aufgeschlossen U
3. Sst. lichtgelb, grau, mk., Felseu stark zernarbt 150
a 2. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen 40,0
Mittcltnron
1. Sst. gelbweiß, fk
Waltersdorfer Mühle, 150,0 m ü. d. M.
Beim Abstieg nach Rathen durchwandert man dieselben Schich-
ten in umgekehrter Folge. Auch hier zeigt sich wieder die charakte-
ristische leicht zerfallende graue Sandsteinmasse der Stufe a der
Schloenbachi - Zone in 40 m Mächtigkeit.
Bastei und Amselgrund wurden nur flüchtig besucht. Die Fels
partien von Bastei, Mönch, Gans, Honigstein usw. stellen die Stufe ß
i'i ihrer bekannten wunderbar romantischen Form dar (s. Abi». 9). Di,,
flächenhafte Ausbildung des dahinterliegenden Gebietes in einer Höhcn-
lage von 290 310m verdankt ihr Dasein der Erhaltung der wasser
undurchlässigeren Schichten der Stufe ß 2 , in denen auch die Z ei-
chener Tonbank vertreten sein dürfte. “Verschiedene Quellen ent-
springen ebenfalls hier. Am Südausgange von Rathewalde steht in
290 m Höhe in einem kleinen Steinbruch graugelber und lichtgrauer
mittel körniger Sandstein mit Kaolinkörnern an, ein Gestein, das die
oberen Schichten der Stufe ß 2 auch im östlichen Elbsandsteingebirge
andeutet. Ähnliche Sandsteine finden sich westlich davon im oberen
Teile des Schleifgrundes in ungefähr gleicher Höhe.
Am Südfuße der Bastei fand ich in 150 m Meereshöhe in einem
verlassenen Steinbruch Exogijra columba La.M. Wahrscheinlich gehört
diese Partie zu der jenseits der Elbe liegenden Rauensteinscholle.
70
Beschreibung der einzelnen Schollen
M x . Die Uttewalder Scholle
O. Gr. a im S 110 m. im N 140 m ü. d. M.
Die Uttewalder Scholle ist ein mit der Spitze nach S gerich-
tetes Dreieck, begrenzt im N von Linie XXXVIII b, im W von Linie
XXXIX und im 0 von Linie XXXVIII a.
Im Schleif-, Uttewalder und Wehlgrund liegt die 0. Gr. a um
ungefähr 50— 80 m tiefer als in der Basteischolle. Hier finden sich
in 220— 260 m Höhe Quellen, die ebenfalls Stufe ß 2 andeuten.
An der Straße nördlich Lohmen steht in 280m Höhe grauer fein-
körniger und gelber mittelkörniger Sandstein mit sehr viel Kaolinkör-
nern an. Er gleicht nach seinem Aussehen den Sandsteinen der Stein-
wand usw. bei Böhmisch Kamnitz, die unmittelbar unter der Stufe y
der Schloenbachi-'/jone liegen. Nach den Lagerungsverhältnissen könnte
bei Lohmen das gleiche angenommen werden. Die Tone oder Ton-
mergel im Eisenbahneinschnitt nördlich von Lohmen konnten noch nicht
untersucht werden.
Das Gelände zwischen Zeichen, Zatzschke und Birkwitz
umfaßt das Gebiet der als die »jüngsten Schichten der Elbtal-
kreide Sachsens« bezeichneten Schichten.
N x . Die Hcrrenleitesehollc
0. Gr. a im S 80 m, im N 110 m ii. d. M.
Die Ilerrcnleitescholle liegt zwischen Linie XLIY im N,
Linie XL1, XLII und XLIII im W, Linie III c und b im S und Linie
XXXIX im 0.
Phot I)r. K. Pirtzsch, Leipzig.
Abb. 6. Steinbruch 39/40, Besitzer Israel, östlich Zeichen bei Pirna. Die
obersten Schichten im Steinbruch bestehen aus massigen, wenig geklüfteten Herrenleite-
sandstein. In der Sohle des Steinbruches liegt die Zeichencr lonbank, Schicht 8, Profil S. 7 1.
Stufe ß2 der Zone des Inoceramus Schloenbachi (Oberturon).
Das Brachgebiet von Pirna
71
Das Gebiet ist durch bedeutenden Steinbruchbetrieb aufgeschlossen
und zwar an der Elbe in der Umgebung von Zeichen und im TaL-
grunde der Alten Poste und Herrenleite.
Im Steinbruch 39/40 von ISRAEL, östlich Zeichen, habe ich im
Herbst 1926 mit den Herren Geheimrat KOSSMAT und Landesgeologen
Dr. PlETZSCII (s. Abb. 6) folgende Schichtenfolge festgestellt:
Oberkante des Steinbmchs, 225,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 14. Sst 1,0
13. Sst. weißlich, gelblich und rötlich marmoriert (Herrenleitesandstein). . 10,0
12. Ton hellgrau 0,5
1 1. Sst 8,0
10. Tön rötlichgrau, stark kohlig und sandig, mk 1,5
9. Sst. weißgrau und gelb, fk. bis gk., hart, Werksteinbank, Versteinerungen:
Jnoceramut incoiutans Woods emend. As matt
I.ima semisulcata Nilss.
Lima laevigata n. sp.
Neithea grypheata Scblotii.
Ostrea sudetica Scor.
Ustrea vesicularU Lam.
Isocardia '/.itleli Hlzpfl.
Turr Hella sp 10,0
8. Tonbank schwarzgrau, fk., mit HCl nicht brausend, viel Kohlestückchen
enthaltend, Versteinerungen sind spärlich, und zwar wurden bis jetzt
nur gefunden
Peclen virgatus Nilss.
I.eda semilunaris v. Buch 6,0
An Foraminiferen stellte Herr IIlLLER, Ebersbach, nur wenig For-
men fest (s. S. 129).
Bei unserem Besuche war die Tonbank im Steinbruch abgebaut
und nur in der Steinbruchsohle gering aufgeschlossen. Im Jahre 1922
sah ich, wie eben der obere Teil abgegraben wurde.
Lima laevigata n. sp. ist im ganzen Arbeitsgebiet äußerst selten.
In größerer Menge fand ich sie nur unweit nördlich Nicderkreibitz in
Schichten, die höchstens 50 m unter den eigentlichen Tomncrgeln
(Zatzschke) liegen (vergl. S. 46).
Isor.ardia Zittcli HLZPFL. ist aus tieferen Schichten wie den hier
angeführten, an die sicli nach oben noch die Ilerrenleitesandsteine an-
schließen, wo die Art das Hauptfossil bildet, nicht bekannt.
Bei der Wanderung durch die Steinbrüche läßt sich die Tonbank
gegen W eine größere Strecke weit verfolgen, bis westlich des staat-
lichen Steinbruches die Oberkante der Steinbrüche soweit herabsinkt,
daß die Tonbank nach N in das freie Gelände hineinspringt und als
Geländewelle gegen die Alte Poste in der Herrenleite zieht.
Unterhalb der Tonbank konnte in der Nähe von Zeichen folgendes
festgestellt werden:
Basis der Tonbank, 188,0 m ü. d. M. m
ß 7. Sst. gelb, mk. bis gk., porös (Mocketalsandstein?) 10,0
6. Sst. rot, fk 3,0
5. Sst. gelb, fk., mit gröberen Lagen 4,0
4. Sst. gelb, fk., Versteinerungen:
Exogyra comu arietis Nilss. emend. Gbiep 1,0
72
Beschreibung der einzelnen Schollen
3. Nichts aufgeschlossen 12,0
2. Sst. grau und gelbgrau, fk., feste harte Felsbank, stark zernarbt ... 2,0
1. Nichts aufgeschlossen 46,0
Zeichen an der Elbe, 1 10,0 m ü. d. M.
Vom gegenüberliegenden Elbufer aus beobachtet, scheinen die
Schichten von Zeichen bis Mocketal allmählich gegen NW einzufallen.
Wir treffen deshalb in Mocketal die gleichen Schichten ungefähr
30 m tiefer.
Phot Dr. K. Piktmcii, Leipzig.
Abb. 7. Steinbruch am nördlichen Berghangc in Mocketal bei Pirna.
Massiger, wenig geklüftetcr Sandstein der Stufe ß 2 der Zone des Inoceramu» Schloen-
bachi (Obcrturon).
In Mocketal konnte in einem am nördlichen Berghange angelegten
Steinbruche (s. Abb. 7) folgende Schichtenfolge beobachtet werden:
Zone des Inoceramus Schloenbaehi
ß 7. Tonbank (nach der geologischen Karte)
155,0 m ü. d. M.
6. Sst. rötlichgelb, gk 1
5. Sst. rötlicbgelb, mk ( harter poröser
4. Sst. rötlichgelb, gk ( Sandstein
3. Sst. dunkelgelb, gk J
Steinbruchsoble
2. Nichts aufgeschlossen
1. Sst. gelb, mk
m
?
7.0
5.0
2.0
1,0
Fahrweg, 135,0 m ü. d. M.
3.0
2.0
Das Brachgebiet von Pirna
73
Gegenüber von Zeichen am jenseitigen Ufer der Elbe trifft man
die dunkle Tonbank zwischen Naundorf und Klein-Struppen in einer
Meereshöhe von 210 220 m, demnach rund 20 m höher als bei Zeichen.
Am SO-Ausgang von Naundorf liegt die Bank um weitere 25 m höher.
Es sei dahingestellt, ob diese Höhenunterschiede nur auf das Einfallen
der Schichten oder auf Bruchlinien zurückzuführen sind. In einem alten
Steinbruch waren in Naundorf folgende Schichten aufgeschlossen:
247,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramug Schloenbachi
m
ß 2. Sst. gelbrot, mk., mit vereinzelten groben Quarz- j
harter Sandstein,
Oberfläche zer-
1,0
I. Sst. lichtgraugelbrötlicb, mk ^
245,0 m ö. d. M.
löchert
1,0
Darunter folgt ein Wassertümpel, der nach Mitteilung eines An-
wohners durch die liier anstehende Tonbank gebildet wird. Der Sand-
stein gleicht dem. der im Zeichcncr Steinbruch Uber der Tonbank
ansteht.
Beim Abstieg von Naundorf nach Pötzscha an der Elbe ist zunächst
nichts aufgeschlossen. Erst am oberen Ende des Ortes finden sich
einige Sandsteinbänke.
I'hot Dr. K. Piktzscu, Leipzig.
Abb. 8. Steinbruch in der Herrenleitc bei Pirna. Massiger Sandstein mit un-
regelmäßigen Lager- und Druckklüflcn. Oberste Schichten der Stufe ß 2 der Zone des
Inoceramug Schloenbachi (Oberturon).
74
Beschreibung der einzelnen Schollen
1 65.0 m ü. d. M.
Zone des Inoeeramus Schloenbachi
3 3. Sst. grangelb, mk. bis gk
2. Sst. gelb, fk
1. Sst. gelbiicbgrau, mk
155.0 m ü. d. M.
m
3.0
2.0
5,0
Zwischen 150 und 140 m Höhe sind in Pötzscha einige Keller in
den Sandstein hineingebaut.
Der bereits im Steinbruch von Zeichen erwähnte Herrenleitesand-
stein ist in dem Tale der Alten Poste und Herrenleite ausge-
zeichnet aufgeschlossen. Ein Steinbruch reiht sich hier an den anderen.
Die Verhältnisse liegen sehr einfach. Der Sandstein steht in einer
Höhenlage von 165 — 215 m zutage und wird zur Zeit vorwiegend in
195—215 m Höhe abgebaut. Er ist weißgrau, mittel- bis grobkörnig
sowie gelb, mittelkörnig oder auch durch Eisenhydroxydstreifen oft
weißgraugelbrötlich marmoriert. Er ist schwach quarzitisch, ein toniges
Bindemittel fehlt fast vollständig. An einem großen Block war eine
Art Kreuzschichtung von feinen und groben Lagen zu beobachten. Der
Sandstein der llerrcnleite hat fast keine Schichtfugen und stellt eine
einheitlich geschlossene Masse mit Unregelmäßigen Lager- oder Druck-
klüften dar (s. Abb. 8) 1 ). Wenn auch im Gesteinskorn usw. etwas
anders ausgebildet, schließt er sich durch das Fehlen einer intensiven
senkrechten Klüftung den Sandsteinen an, die wir in der Stufe ß 2 als
ebenheitsbildend kennengelernt haben. An Fossilien sind von 'hier
folgende Arten bekannt:
D = Museum Dresden,
Cntopygus albensis Gkin. D
Cardiaster Ananchytis Leskk D
I’inna cretacea Schloth. DA
Inoeeramus inconstans Wooos emond.
Ändert D
Lima canalifera Goldf. DA
Peeten virgatus Nn.ss. A
Ostrca sudetica Sc cp. D
Ostre/t canaliculutii Sow. D
N eit heu grypheata Sciii.otii. sp. DA
Erogyra cornu arietis Nilss. emend.
Giiiep. A
A = meine Sammlung
Cucullaea suhghibra d’Orb. A
Jsocardia Xitteli Hlzppl. DA
Tapes suhfaba d’Orb. D
Ooniomya designata var. Sturmi n. sp. A
Panopaca regularis o’Onu. D
Pholadomya nodulifera Msstr. D
Liopistha aeguivaleis Golde, sp. D
Pholas selerotites Geis. D
Nautilus rugatus Fr. n. Schl. D
llamites sp. D
Placenticeras Orbignyanum Gkis. D
Das charakteristische Fossil dieser Schichten ist IsocarcKa Zitteli
1 ILZPFL.. die sich hier in allen Verdrückungen vorfindet. Man hat die
Muschel früher Cypr'ma quadrata D’ORB. genannt, jedoch zeigte die
nähere Untersuchung der Steinkerne und Hohlabdrücke, daß Schloß-
zähne nicht vorhanden sind.
3 Alluvialer Sand und Lebm
2. Grobes Geröll
1 . Quadersandstein ....
0,0
5,6
43,7
54,3
') Abbildung 6, 7 und 8 zeigen die Gleichartigkeit der Sandsteine von Zeichen,
Mocketal und von der Hcrrenleite.
Das Brachgebiet von Pirna
75
Von Wichtigkeit ist auch das von PlETZSCH 1 ) aus der Herrenleite
wiedergegebene Bohrprofil VIII vom Jahre 1872 (s. vorstehend).
Das Mundloch ist ungefähr bei 160 m Höhe anzunehmen. In den
alluvialen Sand- und Lehmschichten könnte hier die Zeichener Tonbank
Nr. 8 enthalten sein. Das würde 30 m tiefer als bei Zeichen und in
demselben Verhältnis sein wie der Mocketalsandstein bei Zeichen (178
bis 188 m) und im Mocketal (140 — 150 m) ansteht. Es würde demnach
nicht, wie PETRASCHECK 2 ) annimmt, ein Auskeilen dieser Tonschichten
in der Herrenleite stattfinden, sondern Schicht 8 würde erst unter der
Talsohle daselbst anstehen, über die Verhältnisse bei Zeichen gibt
PETR ASCHECK eine eingehende Schilderung, die sich im allgemeinen
mit unserem Befunde deckt.
Nordwestlich der Herrenleite liegt das Sandsteingebiet des Liebe-
taler Grundes, das sich bis Bonnewitz hinzieht. Die zahlreichen
Steinbrüche sind meist aufgelassen. Der Sandstein ist lichtgrau, grau-
gelb und rötlichgelb, mittel- bis grobkörnig, hart und porös, wenig ge-
bankt. Er gleicht vollständig dem in Mocketal. Die Aufschlüsse liegen
in 140 — 165 m Höhe.
Oj. Die Zatzsehkeseholle
O. Gr. a 45 m n. d. M.
O. Gr. ß 115 m ü. d. M.
Die Zatzschkescholle liegt zwischen Linie XLI im NW,
Linie III c im SW, Linie XLIII im SO und Linie XLII im NO.
Westlich an die Herrenleite schließt sich das Tonmergelgebiet von
Zatzschke, Graupa und Birkwitz an. Der wichtigste und bekannteste
Punkt ist der Eisenbahneinschnitt bei Zatzschke. Die Ton-
mergel sind hier im Eisenbahneinschnitt in einer Höhenlage, von 140
bis 160 m angeschnitten. Eine Nachprüfung, in welchem Verbände
sich die Tonmergel befinden und welche Mächtigkeit sie besitzen, ist
leider nicht möglich. Sie gleichen in Ausbildung und Fossilinhalt voll-
ständig denen, die bei Böhmisch Kamnitz unmittelbar über den Sand-
steinen der Stufe ß anstehen. Ihr Aussehen ist blaugrau bis schwarz-
grau, mit HCl brausen sie stark auf. An Versteinerungen werden von
hier im Museum für Mineralogie, Geologie und Vorgeschichte zu Dres-
den folgende Arten aufbewahrt:
Oristellaria rotulata Lam. Oervillia so/enoiiles Defr.
Cyclobacia Fromenteli Bölsciie Inoceramus inconstans Woods eniend.
Parasmilia centralis Mast. Ändert
Ilolasler planus Mast. ) , Lima cretacea var. bohemica n. sp.
Ilemiasler sublacunosus Geis. > j\ e W , . Lima granulata Nii.ss.
Hemiaster Regulusanus d’Okh. ) 1 1 11 Pecten Nilssoni Goi.df.
Mayas Geinitzi Schi.okn». Pecten pexatus Woods
Avicula pectinoides Reiss. Plicatula Barroisi Peron
Avicvla Neptun i Goldf. Anomia semiglobosa Goldf. sp.
') PiB-rzscH, Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, II. Aufl., Leipzig 1916,
S. 156. .
3 ) Pktraczek, W., Über das Alter des Überquaders usw., Dresden 1897, S. 25 — 27.
76
Beschreibung der einzelnen Schollen
Anomia subtruncata d’Orb.
Östren semiplana So«.
Nucula striatula A. Roem.
Leda cnrinata n. sp.
Leda semilunaris v. Bocii
Area undulata Recss.
Pectunculns insculptus Recss.
Cardita GeiniUi d’Orb.
Astarte similis Mnstr.
Gastrochaena ampbisbaena Golde.
iJentalium medium So«.
Patella inconstans Geis.
Pleurotomaria baculilarum Geis.
Tr ach us Fngelhardti Geis.
X utica vulgaris Reuss.
Rissva Reußi Geis.
Cerithium Luschitzianum Geis.? zwei sehr
kleine, ungünsiig erhaltene Exemplare
Aporrhais coarctata Geis.
Aporrhais substenoptera G. Müller
Cancellaria Thiemeana Geis.
Cinulia Humboldti Müller sp.
Nautilus sublaevigatus d’Orb., vollständig
zusammengedrückt
llamites boliemicus Fritsch
Bacultes boliemicus Fr. u. Schl.
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp.
Scaphites GeiniUi d’Orb.
Scaphites Fritschi Gross.
A ptychus
Oxyrhina angustidens Ag.
Cyclolepis Agassizi Geis.
Clndocyiius Strehlensis Geis.
Osmcroides I.ewesiensis Ag.
Weitaus das häufigste Fossil ist Inoceravtus inconstans Woods
einend. ÄNDERT 1 1, wie es auch in den Tonmergeln von Kreibitz, Böh-
misch Kamnitz und aus der Umgebung von Böhmisch Leipa der Fall
ist. Ebenso findet sich diese Art neben anderen übereinstimmenden
Formen in den Tonmergeln im Wesnitzgrunde bei Ilinterjessen
(Ziegelei unweit der Dietzmühle) sowie bei Birkwitz in besonderer
Häufigkeit, so daß auch diese beiden Fundstellen mit in das Zatzsch-
ker Gebiet hineingehören (s. a. S. 125). An der Dietzmühle sind die
ungefähr 3 m mächtig aufgeschlossenen Tonmergel übrigens sehr arm
an Fossilien. Ich fand nur Bruchstücke von Seeigelschalen. Diese
sowie ein Stück von Aporrhais sp. besitzt auch das Geologische Lan-
desamt zu Leipzig. Ob die Tonmergel bei Zatzschke (140 — 100 ni)
und im nahen Wesnitzgrunde (125 m) dieselbe Schicht darstellen, ist
nicht zu sagen. Der Verlauf einer Verwerfung entlang des steilen
Wesnitzhanges ist nicht ausgeschlossen. Nach den Verhältnissen im
Karnnitzer Tonmergelgebiet stellt Stufe y eine Serie von Tonmergeln
und Sandsteinen in bunter Abwechselung in einer Mächtigkeit bis zu 90 m
dar, so daß die Konstruktion einer’ Verwerfung keinesfalls notwendig ist.
Bei Birkwitz wurden die Tonmergel in früheren Jahren in einer
Grube abgebaut. Jetzt wird die Grube von einer Wasserfläche aus-
gefüllt. Im Museum für Mineralogie, Geologie und Vorgeschichte zu
Dresden befinden sich von hier folgende Fossilien:
Cidaris subvesiculosa d’Orb.
Cidaris Rcussi Geis.
Micraster cor testudinarium Golde, sp.
tnoceramus inconstans Woods emend.
Ändert
Pecten Nilssoni Golde.
Ostrea canaliculata So«.
Nucula striatula A. Roem.
Leda semilunaris v. Buch
Cardita Geinilzi d’Orb.
Tapes nuciformis Müll. sp.
') Ändert, H., Inoceramus inconstans
F. Mia. usw. 1913, S. 282 u. folg.
Trochus amatus d’Orb.
Nautilus sublaevigatus d’Orb.
Scaphites GeiniUi d’Oiib.
A ptychus
* F.noploclytia Leachi Mant.
Corax heterodon Recss
* Oxyrhina Mantelli Ag.
* llypsodon Leicesiensis ko.
* im Museum zu Dresden nicht vorhanden,
nach Petrascheck, Faciesbildungen,
Woods und verwandte Arten. Centralbl.
Das Brnchgebiet vod Pirna
77
über die Tonmergel von Großgraupa läßt sich im allgemeinen
nur folgendes sagen. Von Birkwitz wandert man zunächst 3 — 4 km
durch eine ganz allmählich (10 m) ansteigende, mit Kiefern bewach-
sene Heidegegend bis an die Straße Copitz — Pirna. Hier steigt das
Gelände von 130—155 m scharf an. Auf dieser steileren Böschung
liegt der Ort Neugraupa in grüne Gärten und Wiesenflächen einge-
bettet, wodurch sich Stufe y überall auszeichnet (südlich Niederkrei-
bitz, bei Kaltenbach, am Ottenberge usw.). Man darf wohl annehmen,
daß die Schichten der Stufe y von Birkwitz bis zu der genannten
Straße von der diluvialen Elbe angeschnitten und zum großen Teil
abgetragen worden sind.
P,. Die Schöne Höhe - Scholle
O. Gr. tt 280 m U. d. M.
Die Schöne Höhe -Scholle liegt zwischen dem Dürröhr sdorf er
Bogen der Lausitzer Hauptverwerfung und den Störungslinien XLIV
und XXXIX.
Die im Dürrührsdorfer Bogen anstehenden Sandsteine ge-
hören in das Mittelturon mit Exogijra columba LAM. 1 ). An
der Elbersdorf er Mühle fand ich den charakteristischen gelb, weiß-
grau und rot fein gebänderten feinkörnigen Sandstein mit dünnen
schwarzgrauen Tonlagen und einer Bank angefüllt mit Tthynchonella
plicatilis So\V. (205—210 m ii. d. M.). Auf der Höhe zwischen El-
bersdorf und Bonnewitz verraten die zahlreichen kräftigen Obstbäumc
die Pläner der Spino suszone (2G0— 280 m). Bei Sign. 284,1 liegt
ein Teich (wasserundurchlässige Pläner). Darüber findet man an
der Schönen Höhe und am Kohlberge die lockeren Sande der Stufe «,
die durch eisenschüssige Bänder verfestigt sind. Eine bedeutende
Störungslinie schneidet von Bonnewitz bis zum Lohmener Walde diese
in der halbkreisförmigen Einbuchtung der Lausitzer Hauptverwerfung
gelegene Scholle ab. Südlich der Linie Doberberg— Porschendorf
liegen die Schichten anscheinend tiefer als im nördlichen Teile.
An der Verbindungsstraße von Bonnewitz nach Zaschendorf wurde
unweit Sign. 223,2 im Sommer 1927 ein Brunnenschacht bis zu etwa 23m
Tiefe ausgehoben. Herr Dr. GalLYVITZ, Assistent am Miner. Geolog.
Institut der Technischen Hochschule zu Dresden, wurde zuerst auf
die Wichtigkeit des hier zutage geförderten plänerigen Gesteins auf-
merksam und entdeckte darin Fossilien. Die weitere Ausbeute fand
durch die Herren stud. rer. nat. BeiküLEIN’ j und HÄNTZSCHEL aus
Dresden statt.
Herr HÄNTZSCHEL gibt hierüber folgenden Bericht:
»Auf Anregung von Herrn Dr. H. G ALLWITZ besuchte ich die
neue Fundstelle am 11. Mai 1927 zum erstenmal. Damals war bis
etwa 20 m Tiefe ausgeschachtet. Nach Aussage der Arbeiter hat nach
etwa 10m »Lehm« der graue Plänermergel (oder wie man das
Gestein bezeichnen will) begonnen. Meines Erachtens sind in den
>) Klemm, G., Erl. z. Blatt Pillnitz d. geolog. Karte v. Sachsen, Leipzig 1892, S. 41.
78
Beschreibung der einzelnen Schollen
»10 m Lehm« hellgelbe bis gelbgraue (ausgebleichte) Kreideschichten
inbegriffen, die ja in allen Aufschlüssen südlich Dresdens das Han-
gende der »Räcknitzer Schichten« bilden. Wie groß deren Mächtigkeit
im Vergleich zur Diluvialdecke gewesen ist, ließ sich nicht mehr
feststellen. Sicher ist nur, daß sich unter dem ausgeschachteten Ma-
terial auch hellgelbe Kreidegesteine (Mergel oder Pläner, mit HCl
brausend) befanden. Neue Besuche und Aufsammlungen an der Fund-
stelle am 14. und 18. Mai förderten noch neues Fossilmaterial zutage.
Die Ausschachtung stand beim 23. Meter noch immer in den grauen
Kreidemergeln, die nach dem Liegenden zu nach Aussage der Ar-
beiter immer fester und kompakter wurden. Wasser ist meines Wis-
sens in größeren Mengen nicht angetroffen worden. (Die Ansatzstelle
der Ausschachtung, die der Wassergewinnung für einige in der Nähe
gelegene Dörfer dienen sollte, war von einem Wünschelrutengänger
angegeben worden.) Vom grauen Mergel lassen sich deutlich zwei
Arten unterscheiden: ein festeres, unregelmäßig muschelig brechen-
des, aber ziemlich fossilarmes Material und ein weicheres, rein plattig-
schieferig spaltendes Gestein mit reichlichen Fossilien. Offensichtlich
entsprechen beide Abarten zwei verschiedenen Horizonten; ich ver-
mute, daß das schiefrige, weichere Gestein das Hangende der festeren
fossilarmen Partien darstellt. — Das Gestein erinnerte mich sofort an
das Material der Ziegeleien Richter-Gostritz, Baugesellschaft-Zschert-
nitz und Bossecker- Plauen •) (= »Räcknitzer Schichten« PETRA -
SCHECK). — «
Die von den beiden Herren gesammelten Fossilien befinden sich
im Museum zu Dresden. Es konnten von mir folgende Arten bestimmt
werden :
Pinna sp.
Inoceramus inconstuns Woods einend.
Ändert
Inoceramus Lamarcki Sow.
Lima elongata Sow.
Anomia sublruncata d’Orb.
l.ithodomus spathulatus Keuss
Carilila Oeinitzi d’Orb.
F.riphyla lenticularis Golde, sp.
Cucullaea subglabra d’Or».
Pectunculus Geinitzi d’Orb.
Venilicardia van Keyi Uosgu. sp.
Natica Geinitzi ü’Okii.
Turritella seilineala A. Rohm.
Aporrhais sp.
Nautilus sublaevigalus d’Orb.
Baculites bohemicus Kr. u. Schl.
S capbites I'ritschi Gross.
Scaphites sp.
Koprolith mit Fischschnppen
Bei meinem Besuche am 10. Juli 1927 war niemand an der Schacht-
stelle. An Fossilien fand ich nur
Tapes subi'aba d’Orb. Fischschuppen
(s. a. S. 129).
Es dürfte wohl außer Zweifel sein, daß wir liier die
Krietzschwitz — Räcknitz — Strehlener Schichten, den
Spinosuspläner, vor uns haben.
') unmittelbar südlich von Dresden.
79
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
Qi- Die Krietzsehwitzer Seholle
O. Gr. a 310 — 220 m ü. d. M.
Die Krietzsehwitzer Scholle wird begrenzt im NO von Linie
lllc, im W von Linie II b, im SO von Linie IV.
Das Tiefste des Einbruchgebietes ist gegen S durch eine Störungs-
linie abgeschnitten, die von Obervogelsang bis Copitz der Elbe folgt
und dann gegen Birkwitz verlaufen dürfte. Jenseits dieser Linie liegt
die Krietzsehwitzer Scholle, die ein starkes Einsinken nach N
anzeigt. Die Obergrenze dieser Scholle sinkt von Krietzschwitz bei
270 m bis zu 180 m vor Cunnersdorf und Sonnenstein hinab. Bei dem
regelmäßigen Verlauf der Höhenkurven dürfte hier die Schiefstellung
einer größeren Scholle tatsächlich vorhanden sein. Auch der südliche
Teil von Copitz gehört dieser Scholle an. Die Obergrenze der Stufe a
wechselt von 220 — 310 m. An der Pirnaer Artilleriekaserne kann man
den Berg hinauf die Schichten des Mittehurons von 140 220 m Höhe
verfolgen, demnach in einer Mächtigkeit von 80 m. Als scharf ge-
schnittener Steilhang erhebt sich die Scholle über das Gottleubatal.
Westlich desselben steht die Labiatuszone an. Die 0. Gr. a liegt da-
selbst bei 370 m. Man wird auch hier das Verhältnis am besten durch
eine Störungslinie lösen können. Wollte man die Höhenunter-
schiede der Schichten überall auf deren stärkeres Ein-
f allen zurückführen, so würde dies ebenfalls an Störungs-
ünien geknüpft sein, da die normale Lagerung der Sand-
steinschichten im Elbsandsteingebirge höchstens nur
ganz geringe Neigungen aufweist.
Nordwestlich von l’irna gegen Dresden sind die
Schichten der Schloenbnchi -Zone vollständig abgetra-
gen und werden wahrscheinlich durch Umlagerung zum Aufbau der
Sandmassen der Dresdener Heide Material geliefert haben.
Die Strehlener Pläner und Plänermergel von Räcknitz
usw. gehören dem oberen Mittelturon (Zone des Spondylus spi/wsus und
Heteroceras Reußianum ) an, wie ich dies bereits in meiner Arbeit
Uber das Turon 1 ) nachgewiesen habe.
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
Betrachtet man auf der beigefügten Schollenkarte das Gesamtbild
der durch die Verbindung der Profile gefundenen Schollen, so ergibt
sich in großen Zügen ein regelmäßiger Bau. Die Tektonik des Ge-
bietes schließt sich eng an das Erzgebirge an 2 ). Das Erzgebirge,
') Andrst, H., Zur Stratigraphie d. turone» Kreide d. sächs. Elbtales. Leipzig 1927.
Förstkk, H., a. a. 0. (S. 102) ist derselben Ansicht. Er sagt, das letzten Endes
der Grund für die gesamte Tektonik der Sächsischen Schweiz überhaupt in der
Ileraushebung des Erzgebirgskammes zu suchen sei und (S. 101) daß die Wölbungs-
achse von Bodenbach gegen NO streicht. Eine besondere Heraushebung des
»Paläozoikumsattels« von Niedergrund, wie er annimmt (S. 106), ist jedoch nicht
vorhanden. Letzterer fügt sich in normaler Weise in die Wölbungsachsc ein, die an
dieser Stelle durch die tiefe Elbtalrinne bis auf das Grundgebirge entblößt ist. Seine
80
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
das zur Zeit der oberen Kreide noch keinen Höhenwall bildete, wurde
im Oligoeän und Miocän durch eine wohl allmählich sich auswirkende
Bewegung emporgehoben und zwar in der Weise, daß sich schließlich
eine von der Landesgrenze gegen Leipzig hin abfallende Fläche bil-
dete. Diese Hebung griff auch auf das Elbsandsteingebirge über.
Auch hier finden wir irn S die höchste Erhebung der Schollen. Sic
zieht vom Hohen Schneeberge gegen .Mittel- und Niedergrund und
erreicht bei Arnsdorf an Querlinie II ihren markanten Abschluß. Der
über die Elbe greifende horstartige Sporn von Niedergrund
findet, wenn auch in bescheidenerem .Maße, seine Fortsetzung in der
Kosenberg- (C) und Tännigt- (E) Scholle und klingt erst bei
dem Orte Khaa an der Lausitzer Hauptverwerfung vollständig aus.
Nordwärts dieser Zone findet ein Absinken der Sandsteinschichten bis
in die Gegend von Pirna und weiter östlich bis an die Lausitzer
1 lauptverwerfung statt.
Leider konnte das Gebiet westlich der Elbe nur auf Grund
früherer Untersuchungsergebnisse *) hcrangezogen werden, da ein wei-
teres Eingehen hierauf den Rahmen der Arbeit überschritten haben
würde. Die Fortführung der vergleichenden Höhenlage der Schichten
in der Schollenkarte über die Elbe hinaus bis an die Grenze des
Grundgebirges soll lediglich dazu dienen, um den unmittelbaren
Anschluß des tektonischen Baues des Erzgebirges an das Elbsandstein
gebirgc darzutun. Es wird eine dankbare Aufgabe sein, die Kreide
schichten auch in diesem westlichen Gebiete mit Rücksicht auf die
neuen stratigraphischen Ergebnisse eingehend zu verfolgen, um den
Aufbau des gesamten Elbsandsteingebirges einwamlfrei’erklären zu können.
An die Rosenberg- und Tännigt-Scholle legen’ sich nördlich die
ausgedehnten Schollen des Winterberges (B) und Liliensteines (A).
Ihre gegenseitige Abgrenzung ist zum Teil durch ein stärkeres Ein-
fallen der Schichten gekennzeichnet. Genaue Messungen werden zwei-
fellos ein sicheres Ergebnis herbeiführen, inwieweit der Höhenuntcr
schied der zum Vergleich vorwiegend benutzten Stufe « der Zone des
Inocerarnus Schlocnbaclii durch stärkeres Einfallen der Schichten in-
nerhalb einer gewissen Grenzzone oder durch kleinere oder größere
Abbrüche zu erklären ist. Das Gebiet südlich und westlich des
Großen Winterberges wird ganz besonders zu untersuchen sein.
Hier haben bestimmt größere Verschiebungen der Schichten stattge-
funden 2 ). Auch entlang der Linie Langes Horn- Hinterherms-
dorf (Linie Yb) dürfte ein stärkeres Einfallen der Schichten die
Folgerung (S. 105), daß die nach NO gerichtete erzgebireisehe Tendenz in der alten
Richtung von Eulau bis zur Granitgrenze keinen Bruch oder Flexur, sondern nur eine
Zerrüttungszone geschaffen habe, dürfte durch meine Arbeit widerlegt sein. Die Auf-
wölbung ist bis gegen Khaa an der Lausitzer Hauptverwerfung gut zu verfolgen und
das plötzliche Absinken der Schichten gegen S ganz bedeutend.
') Geolog. Karte von Sachsen, Blatt Rosenthal— Hoher Schneeberg, Großer Winter-
berg — Tetscbcn, Königstein — Hohnstein, Pirna.
’) Herr Stndienrat Lamprecht in Drosdeu hat sich, wie ich kurz vor Abschluß
meiner Arbeit von ihm persönlich erfuhr, der Aufgabe bereits unterzogen und im Gebiete
des Großen Winterberges eine Menge genauer Messungen ausgeführt. Die Arbeit
soll bald veröffentlicht werden.
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
81
Hauptursache der Höhenveränderung der Stufe a sein. 0. Gr. a liegt
in diesen Schollen:
Rosenberg- und Tünnigt-Scholle bei 380—400 m,
Winterbergscholle bei 330 — 350 m,
Liliensteinscholle bei 280 — 300 mü. d.M. (vergl. Tafel 1, Profil 2).
Auch westlich Linie H im Gebiet des Niederg runder Spor-
nes finden wir ein Absinken der Schichten nach N (vergl. Tafel 1,
Profil 1). Betrachtet man hier den meist scharfen Übergang der Fels-
oberkanten sowie der Böschungsschichten in höhere oder tiefere La-
gen, so wird man die bedeutendsten Verschiebungen am einfachsten
nur durch Brüche erklären.
Die Windischkamnitzer (F), Dittersbach er (G) und
Suppgeberg (H) -Scholle haben ungefähr dieselbe Höhenlage wie
die nördlich der Rosenberg- und Tünnigt-Scholle liegende Winter-
bergscholle. Zwischen Hohenleipe und Dittersbach grenzen sie
unmittelbar an letztere. Sie sind deshalb noch dem nördlichen
Tafellande zugerechnet worden. Die Tännigtsc holle erscheint
dann als darüber emporgedrückt (vergl. Tafel 1, Profil 3 und 4).
Im großen, nach außen gerichteten Bogen schließt alle diese
Schollen nach S die Störungslinie f ab, entlang derer der Hauptab-
bruch beginnt. Die sich zunächst anschließende Rennersdorf er
Scholle (I) ist als Übergangszone anzusehen. Die Sprunghöhe
entlang Linie I zwischen Tetschen und Khaa ergibt an O. Gr. ci
gemessen folgende Zahlen (vergl. Tafel 1, Profil 1 — 4):
Im N zwischen Tetschen
und Heidenstein . . . 380 m?, im S 160 in?
lmNllinsdorferSchollc(N)500 m, im S I
I m N Rosenbergscholle (C) 390 » im S ( Philippenauscholle (Y)
lm N und W Wiudisch- 1 160 m
kamnitzer Scholle (F) . 330 » im S und 0 )
Im W Windischkamnitzer Huttenbergscholle (T)
Scholle (F) 330 » im 0 Nordhälfte 150 m
Im NW Dittersbaeher
Scholle (G) . . . .300 » im SO Ottenbergscholle(K) 190m
lm NW und W Suppge-
bergscholle (H) . 330—350 » im SO
lm W Sternbergscholle
(D) 330-350 » im O
Kreibitzer Scholle 150 m
Renners-
dorfer
Scholle (J)
260 m (Über-
gaogszonc)
Nach S und SO schließt sich das Kamnitzer Bruchgebiet an.
O. Gr. a liegt im Durchschnitt zwischen 150 -200 m Meereshöhe. Stü-
rungslinien und Schollen sind bereits einzeln aufgeführt, so daß cs
sich erübrigt, im besonderen darauf einzugehen. Im Jonsbacher
Graben erreicht das Absinken bei O.Gr. a 75— 120m seine tiefste
Stelle. Südlich davon erhebt sich noch einmal eine schmale Sandstein-
mauer zwischen 160 und 180 m O.Gr. a, um bald am Hauptbruch von
lllBSCII, Linie XXI, unter den Tonmergeln zu verschwinden (O. Gr. a
120 m), vergl. Tafel 1, Profil 3.
Der Hauptbruch von HlBSCil ist deshalb von ganz besonderer
Bedeutung, da an ihm entlang anscheinend das Abbrechen der Schollen
Neue Folge. Heft 112 6
82
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
nach S ihr Ende erreicht 1 ). Auch morphologisch tritt er gut hervor.
Die Sandsteinschichten der Stufe ß verschwinden hier endgültig unter
den Tonmergeln der Stufe y. Die bei Tetschen noch bedeutende
Sprunghöhe des Bruches vermindert sich jedoch nach 0 sehr schnell
und ist im allgemeinen bedeutend geringer als entlang des von mir
festgestellten Hauptbruches I. Herr lIlBSCH gibt die Sprunghöhe seines
Hauptbruches mit 200 m an 2 ). 0. Gr. et ergibt hier folgende Gegen-
überstellung (vergl. Tafel Profil 1 — 3).
Der Hauptbruch von HlBSCH (Linie XXI)
Im N Loosdorfer Scholle (VV) . 160 m Im S Fockscbe Höhe-Scholle(Di) 30 m u. d. M.
Im W » » » . 160 » Im 0 » » » o 60 » ü. d. M.
Im N Philippenauscholle (Y) . 160 » Im S Poppenbergscbolle (Fi) . 160 »
Im N Philippe-
uauscbolle . . 160 m
ImNSteinwaud-
schollc (Z) . .160»
mit dem Ab-
bruchgebiet der
Albswiiode 130—150 »
Im N Kamnitzer Schicßhausscholle 90—110 »
lm N
Jonsbacher
Scholle (V)
75—120 m
da-
zwi-
schen
lm S Altohlisch-Bühmisch Kam-
nitzer Scholle (Gi) . . . .80 — 120 m
Westlich und nördlich der L i 1 ien s te i n sc li o 1 1 e (A) liegt
das Bruch gebiet von Pirna. Eingehende Untersuchungen werden
auch hier noch manches Neue zutage fördern. Eine Übersicht Uber di«;
Höhenlage der O. Gr. a dürfte die Verhältnisse am besten veranschau-
lichen (vergl. Tafel Profil 5).
Lilicnsteinscholle (A) O. Gr. a
Rauenstein- and Bärensteinschoile (Hi u. I,) »
Brand- und Basteischolle (K, u. L,) . . . »
U'ttcwaldcr Scholle (Mi) »
Ilcrrenleitcscholle (Ni) »
Zatzscbker Scholle (Oi) »
280-300 m
220—240 •
170-200 »
110— 140 »
80-110 »
0— 45 » u. d. M.
Von der Lilienstein- bis zur Zatzscbker Scholle ist auch hier ein
Einsinken festzustellen. Als ein liest der normalen Lagerungsver-
hältnisse hat sich im Dürröhrsdorfer Bogen der Lausitzer Ilaupt-
verwerfung die Schöne Höhe-Scholle (Pj) mit O. Gr. u 280m er-
halten.
Blickt man vom Nordufer der Elbe nach Pirna hinüber, so kann
man nach der Neigung der Oberfläche von Krietzschwitz bis zum
Sonnenstein ein besonders starkes Einfallen der Krietzschwitzei -
Scholle (0. Gr. a von 310 — 220 m) beobachten. An der Elbe bricht
sie dann vollständig in die Tiefe.
*) In Wirklichkeit liegen die Kreideschichten weiter gegen S noch
tiefer, siehe Teil II. Eine wichtige Störungslinie (XX), an der entlang bedeutende
Verschiebungen stattgefunden haben, streicht von Tetschen gegen Falkendorf, Parlossa,
Walddörfel nach Oberkamnitz. Die genaue Verfolgung der Linie ist durch tertiäre
Eruptivmassen jedoch sehr erschwert. Gegen 0 erreicht das Einbrechen der
Schollen bald sein Ende; entlang einer Linie Steinschönau— Hillemühl— Kreibitz
(XXXVI) beginnen sie bereits wieder emporzusteigen.
2 ) Hibscii, J. E., Erl. zur geolog. Karte der Umgebung von Böhm. Kamnitz S. 33.
Prag 1927.
Die Kluftlinien
83
Die Erkenntnis des Aufbaues der Schichten des Elb-
sandsteingebirges hat somit durch die Lösung der tekto-
nischen Fragen einen nicht unwesentlichen Fortschritt
erfahren. Einzelbearbeitungen werden auf dieser Grundlage gewiß
noch weitere Erfolge erzielen.
Die Kluftlinien
Für die Auflösung der Sandsteintafel in Quader hat man be-
stimmte Kluftsysteme festgestellt, das eine in Lausitzer Richtung
(OSO — WNW), das andere in Erzgebirgsrichtung (ONO — WSW).
Die erste Richtung entspricht ungefähr der Lausitzer Hauptver-
werfung, die zweite der Erzgcbirgsbruchrichtung. Lausitzer Haupt-
verwerfung und Erzgebirgsabbruch sind nicht gleichzeitig zur Aus-
wirkung gekommen, die erste zeitiger, die zweite später. Wollte man
die Sandsteinklüfte in unmittelbare Beziehung mit den beiderseitigen
Bewegungsvorgängen bringen, so würde die Sandsteintafel zuerst in
Streifen von Lausitzer und später in solche von Erzgebirgsrichtung
zerschnitten worden sein. Dieses ist kaum denkbar. Der Vorgang dürfte
wohl so zu deuten sein, daß bereits bei der Trockenlegung des
Sandsteingebirges die Spannung zwischen Lausitzer und
Erzgebirgssc holle vorhanden war und sich die Klüfte als
Trocknungsrisse gleichzeitig nach beiden Richtungen ge-
bildet haben.
Diese Anschauung wird auch durch das Ergebnis der FöRSTER-
schen Untersuchungen (FÖRSTER, II., a. a. 0., S. 96) nicht beeinträch-
tigt, nach denen sich die Kluftlinien bis zu einer gewissen Entfernung
von der gegenwärtigen Grenzlinie der Lausitzer Hauptverwerfung nach
dieser orientiert haben. Wie auch FÖRSTER (S. 111) annimmt, hat die
Verwerfungslinie ungefähr das Ufer des Kreidemeeres gebildet. Dem-
nach müssen Schollenbewegungen entlang dieser Linie bereits in der
Kreidezeit erfolgt sein. Daß die späteren Bewegungsvorgänge der
beiden Grenzschollen (Erzgebirge und Lausitz) jedoch ebenfalls auf
das zwischenliegende Sandsteingebirge eingewirkt haben, beweisen die
Harnische und Vercrzungsbildungen in letzterem. Die besondere Ein-
wirkung der Erzgebirgsaufrichtung auf die gesamte Sandsteintafel ist
bei der Tektonik eingehend erörtert worden.
Übrigens ist ganz besonders darauf hinzuweisen, daß
ein engmaschiges, sich ungefähr rechtwinklig schneiden-
des Kluft System nicht nur im Elbsandsteingebirge vorhan-
den ist, sondern daß es im sächsisch-böhmischen Kreide-
becken überall wo Quadersandstein zur Ablagerung ge-
kommen ist, wie im Zittauer Gebirge, südlich vom Ham-
mersee, im Kummergebirge und im Daubaer Gebirge bis
in das Tal von Kokorin nach S, sowie ferner in der Felsen-
stadt von Adersbach- Weckelsdorf und an der Heuscheuer
beobachtet werden kann. Man wird demnach bei der Bildung der
Klüfte den Schrumpfungsprozeß voranstellen müssen und die tektoni-
6 *
84
Profile
sehen Vorgänge nur dafür in Anspruch nehmen, daß die Kluftlinien
bestimmte Eichtungen bevorzugen.
Wenn man die Sedimentationsverhältnisse im sächsisch-böhmi-
schen Kreidebecken betrachtet, so kommt man zu dem Ergebnis, daß
die Einmuldung des ganzen Gebietes ziemlich gleichmäßig erfolgt ist.
Nach dem Auftreten der Kreidereste auf dem später emporgeliobe-
nen Erzgebirge kann man annehmen, daß das Westufer des Kreide-
meeres mindestens in einer von Freiberg nach S gerichteten Linie zu
suchen ist. Die sächsische Kreide ist keinesfalls in einem
Graben abgelagert worden (FÖRSTER, S. 101- 102), höchstens
könnte man eine meerbusenähnliche Ausbuchtung gelten lassen. Ein
Graben ist im sächsischen Elbtale erst durch die tektoni-
schen Vorgänge im Tertiär entstanden. Erst dann sind Kreide-
schichten teilweise in eine schiefere Lage gekommen, deren Folge ein
scheinbar schrägeres Einfallen der Klüfte ist. FÖRSTER (S. 98) hat
dies ganz besonders in dem Gebiet zwischen Schandau und Pirna fest-
gestellt. Seine Ansicht (S. 104), daß längs des Laufes der Elbe die
tiefste Absenkung erfolgt sei, ist jedoch wenig zutreffend. Nach der
hier beigefügten tektonischen Karte kann man lediglich sagen, daß
zwischen der Lausitzer Hauptverwerfung und der Linie Porschdorf —
Pirna die Kreideschollen gegenüber dem westlichen Gebiet stark in
die Tiefe gedrückt worden sind.
Anlage — Profile
Prebischtor-Herrnskretschen
Am Prebischtor. 460,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Sc/tloenbachi
Winterbergscholle m
ß 82. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., Versteinerungen: kleine Oltreu sp. 5,0
31. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, grau, fk. bis mk., senk-
recht abfallende, mächtige Quader und Felstürme 35,0
30. Sst. weißgrau, mk. bis gk. Felsen 20,0
29. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau und gelblich, mk. Felsen 2o'o
28. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau und gelblich, mk. Felsen
zornarbt 30 0
a 27. Sst. leicht zu losem Sand zerfallend, Böschung, keine Felsen .... 20,0
2G. Sst. lichtgrau, mk. Felsbänke 5,0
25. Sst. mit wenig Kaoiinkörncrn, hellgelb, mk., Felsbänke 5,0
24. Sst. leicht zu losem Sand zerfallend, keine Felsen 20,0
Mittelturon
23. Sst. gelbrot, eisenschüssig, mk. bis gk., wabig zernarbte dicke Felsbänke 30,0
22. Sst. vorwiegend lichtgrau, mk,. leicht zerfallend 40,0
Störungslinie VI
Lihiensteinscholle Mittelturon
Sst. grau, fk., mit einzelnen größeren Quarzen .
Sst. weißgrau, feinförmig
Sst. rötlichgrau, fk
Sst. rot und gelb, dünn gebändert, Ik. ...
Sst. lichtgrau, fk #
16. Nichts aufgeschlossen
15. Sst. lichtgrau bis gelbgrau, fk., am Wege keine Felsbänke 5,0
14. Nichts aufgesschlossen 11,0
21. g
20. 5
19. §
18. "
17. 1
Zusammen-
10,0
10,0
dünne Bänke 5’9
am Steilhang
Profile
85
Zone des Inoceramus laliatus
13. An der Jungfern quelle: Felsbank gelbgrau, fk., hart, Felsen senkrecht
abfallend, sehr stark zernarbt
2. Haus von Herrnskretschen, Straßenhöhe 162,0 m
12. Sst. graugelb, mk., hart. Felsbänke an der Straße . .
1 1. Sst. graugelb, fk., hart
10. Sst. graugelb, eisenschüssig, mk., hart
9. Sst. graugelb, mk., hart
8. Sst. dunkclockergelb, mk., hart
7. Sst. rötlichgelb, mk., hart, Versteinerungen unbestimmbar
6. Sst. lichtgrau, mk
Mündung des Prebischgrundes in den Kamnitzgrund
140,0 m ü. d. M.
5. Sst. weißgrau, mk
4. Sst. lichtgrau bis gelb, auch rötlich, stark wechselnd, gk., senkrechte
Felswände
3. Sst. grau gelb, mk
2. Sst. lichtgrau, mittelkörnig
Herrnskretschen-Elbufer, 130,0m ü. d. M.
An der Straße Herrnskretschen-Schmilka
1. Sst. graugelb, mk., Felsbänke 125,0 — 130,0 m ü. d. M
Postclwitzer Steinbriiche
Oberhalb der Königsnase, 280,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenhachi
Je tiefer man im
Grunde abwärts
steigt, je mehr
treten diese
Schichten als
senkrechteFels-
wände hervor
5.0
8.0
2,0
2,0
2,0
3,0
3.0
2.0
5.0
2.0
1,0
2,0
5,0
a 26. Sst. im allgemeinen als loser Sand auftretend, grau, an einer Stelle fest,
eisenschüssig, hoehgelb, mk. bis gk., wenig dicke, gerundete Felsbänke 25,0
25. Sst. gelb, mk. bis gk 10,0
Mittelturon
24. Sst. grau, mk. bis gk 5,0
23. Sst. gelb, mk. bis gk 5,0
22. Sst. grau, mk. bis gk Felsen dick 13,0
21. Sst. dunkelgraugelb, mk., größere Quarze cingesprengt gebankt, 6,0
20. Sst. lichtgraugclb, mk Felsbänke 2,0
19. Sst. hellgrau, fk. bis mk abgerundet 6,0
18. Sst. lichtgraugelb, fk 2,0
17. Sst. mit viel Kaolinkömern, dunkelrötlichgelb, fk.,
größere Quarze eingesprengt 2,0
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, rötlich hellgrau bis gelb, mk. 4,0
Sohle der oberen Steinbriiche 200,0 m ü. d. M.
15. Sst. mit wonig Kaolinkömern, gelb, graugelb und rötlich, dünngebändert.
fk. bis mk . . 6,5
14. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk., tonig 0,5
13. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgraugclb bis dunkelockergelb, fk. bis mk. 13,0
12. Sst. hcllrötlichgrau und gelb, fk. mit vereinzelt eingesprengten, größeren
Quarzen 5,0
11. Sst. mit viel Kaolinkömern, bellrötlichgrau und gelblich, fk., durchsetzt
von einigen 20 bis 30 cm starken, gk., teilweise eisenschüssigen Lagen 8,0
10. Sst. rosagrau, fk., einzelne grobe Quarze eingesprengt, tonig .... 0,8
9. Sst rötlichgrau, gk 0,2
8. Sst. mit Kaolinkömern, rötlichgraugelb, fk., einzelne grobe Quarze ein-
gesprengt, mit ton i gen Einlagerungen 1,0
7. Sst. mit Kaolinkömern, hellrötlicbgrau bis rötlicbgelb, fk 4,0
6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk. mit dünnen grob-
körnigen Lagen 4.5
5. Sst. mit Kaolinkömern, dunkelockergelb, fk., tonig 0,5
4. Sst. mit viel Kaolinkömern, dunkelockergelb von hellgrauen Bändern
durchzogen, fk. bis mk. mit grobkörnigen Schlieren 4,0
86
Profile
3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellrötlicbgran, fk. bis mk 2,0
Sohle der unteren Steinbrüche 150,0 m ü. d. M. Hier liegen zahlreiche
Stücke der Rhynchonellenbank, ein Sst. mit viel Kaolinkörnern, hell- bis
dunkelgelb, auch hellgrau, fk. bis mk., mit eingesprengten vereinzelten
gröberen Quarzen; an Versteinerungen fand ich darin:
Rliynchonella plicalilis Sow. zahlreich
Pinna sp.
Inoceramus Lamarcki Park.
Lima canalifera Golds.
An der Wand habe ich diese Bank nicht aufgefunden, sie gehört aber
sicher in die Höhenlage 150 — 160 m
Zone des Inoceramus labialus.
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb bis rötlichgelb, fk 10,0
1. Von der Steinbruchhalde verdeckt 15,0
Ich fand darin: Eiogyra columba Lam.
Straße am Elbufer, 125,0 m ü. d. M.
Am Schrammtor. 310,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgraugelb, mk. bis gk.
1. Sst. lichtgelb, fk., gröbere Quarze eingesprengt, einzelne Felsbänke
290,0 m ü. d. M.
Felswände
Scliraminsteinplateau an Sign. 392,5; 400,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 15. Sst. gelb, gk
14. Sst. rötlichgelb, Ik
13. Sst. grau und graugclb, fk., undeutliche Versteinerungen
12. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgraugelb, fk
11. Sst. mit wrnig Kaolinkörnern, lichtgelb, gk
10. Sst. mit Kaolinkörnern, dunkelgelb, teils eisenschüssig,
mk. bis gk
9. Sst. graugelb, mk., vereinzelte große Quarze eingesprengt
8. Sst. lichigrau, mk • . . . .
7. Sst. graugelb, mk. bis gk.
6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtwcißgrau, mk. .
5. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkelgelb, mk . .
4. Sst.mit wenig Kaolinkörnern, lichtgelbweißlich, fk. bismk.
3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
2. Sst. lichtgran, mk
1. Sst. lichtgelb und rötlich, mk
Mündung des Lan gengru nd weges in den El blei ten weg,
Bohrloch Bad Schandau -Kurh aus. Ansatzstelle (12
37. Schutt
36. Sandiger Ton dunkelgrau
35. Grober Kies
Zone des Inoceramus labialus
34. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Korn unregelmäßig .
33. Sst. gelb, fk. mit gk. bis konglomeratischen Lagen ....
32. Sst. graugelb, fk. mit gk. Lage
31. Sst. grau, fk. bis gk., Korn sehr unregelmäßig .
30. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit gk. Lage . .
29. Sst. weißgelb, fk., loser Sand (Schwemmsand)
28. Sst. lichtgrau, fk
27. Sst. grau, gk
10,0
5.0
5.0
2,0
3,0
1
15,0
I Senkrechte
8,0
l scharf ge-
2,0
schnittene
Felswände u.
3,0
/ -türme, Ober-
2,0
i fläche mehr
5,0
l oder weniger
5,0
1 stark zernarbt
15,0
|
5,0
1
12,0
/
3,0
J Einzelne Fels-
17,0
1 bänke
5,9
Sign. 297,1 m ü.
d. M.
),0 m ü. d. M.)
m
1,30
Alluvium
1,60
1,10
1,00
5,10
2,20
2,30
0,40
0,80
1,60
1,80
Profile
87
2G. Sst. lichtgrau, 7,00
25. Sandiger Ton, lichtgrau, fk •
24. Ton dunkelgrau
23. Sst. grau, mk. . . . . .
22. Sandiger Ton, schwarzgrau, fk. . .
21. Sst. grau, fk., quarzitisch . . J-'Jj
20. Sst schwach tonig, grau, fk. bis gk 4 ^ u
Mutmaßliche Grenze des Cenomans
19. Sst. gelbgrau, fk , tonig . - • - • • • • • • • 3 > 30
18. Sst. weißgrau, fk., tonig, kalkhaltig, mit Bruchstücken von Kalk-
schalen, vereinzelt mk. Quarzkörner, die wahrscheinlich einer dünnen
Schliere angehören
17. Sst. weißgrau, fk., tonig . . . • • • • • •
16 Sst weisgrau, fk. mit einzelnen mk. Quarzen und mit Bruchstücken von
Kalkschalen
15. Sst. blaßgelblichgrau, fk., tonig "’V”
14. Sst. weißgrau, fk
13. Sst. blaßgelbgrau, fk., tonig ‘MJJ
12. Ton schwarzgrau mit gk. Sandsteinlage . . . . • - • • • • - •
11. Sst. weißgrau, fk. mit einer gk. bis konglomeratischen Schicht . . .
10. Sst. blaßgelbgrau, fk., tonig
9. Sst. graugelb, gk. mit fk., tonigem Bindemittel u,4U
8. Sst. blaßgraugelb, fk., tonig
7. Sst. weißgrau, fk., tonig
6. Sst. gelblichweiß, lk„ tonig, Auftreibung
5. Sst. rötlichweiß, fk., tonig . . . . . . • • • • • • • • ; ■ • * !
4. Sst. weißgrau, fk ) zwischen dem feinen mehligen 0,40
3. Sst. gelblichgrau, fk ( Sandstaub befinden sich zahl- 0,20
2. Sst. licht grau, fk ( reiche gröbere, _ aber trotzdem 0 45
1. Sst. weißgrau, fk ) noch fk. Sandkörner, Triebsand (
8,75 m ü. d. M.
Das Cenoman bildet eine feste, gleichmäßige Schichtenserie von 75 m aus sehr fein-
körnigen, mehr oder weniger tonigen Sandsteinen von blaßgrauer, meist etwas gelblicher
Karbe. In den tiefsten Schichten, im letzten m, häufen sich zwischen dem mehligen
Tonsande etwas größere Sandkörnchen. Diese Schicht ist der wasserführende Triebsand.
Gipfel des Liliensteins, 411,1 m ü. d. M.
Zone des Inoccramu» Schloenbachi m
67. Sst. grau, mit. .... . \
66. Sst. graugelb, mk., eisenschüssig 1
65. Sst. grau, fk. . I
64. Sst. rotgelb, fk. bis mk Senkrechte
63. Sst. ziegelrot, mk Felswände,
62. Sst. graugelb, mk dünn gebankt
61. Sst. licht- bis gelbgrau, fk bis mk
60. Sst. grau, fk
59. Sst. graugelb, fk. bis mk., eisenschüssig
58. Sst. grau, mk /
57. Sst. lichtgrau, fk
56. Sst. gelb, mk Senkrechte
55. Sst. graugelb, fk. bis konglomcratiscli, Koru sehr un- f p 0 i sw ände,
regelmäßig \ z. T. zer-
54. Sst. weißgelbrötlich, mk. bis gk / löchert und
53. Sst. lichtgrau, mk • 'V zernarbt
52. Sst. weißgelb, mk „•••••)
51. Sst. grau, mk. mit vereinzelten größeren Quarzen . •'
50. Nichts aufgeschlossen, nur herabgerollte einzelne Blocke auf dem W ege,
weißgrauer Sand • . • • • • ,
49. Sst. grau bis gelbgrau, fk. bis mk., eisenschüssig, h eisbanke . , . ,
Senkrechte
Felswände,
z. T. zer-
löchert und
zernarbt
88
Profile
" 48 ‘ Nichts aufgeschlossen auf dem Wege weißgrauer Sand, f.- bis mk., ver-
einzelte herabgerollte Blöcke am Abhange . 40 0
Mittelturon
47. Nichts aufgeschlossen, allmählich ansteigende Fläche bis zum Ringweg
an der Sudseite des Liliensteins riO
Oberes Ende der Steinbrüche
46. Sst. dunkelgelb, mk., eisenschüssig .... ■ n
45. Sst. weißgelblich, fk., tonig, sehr weich ... J’Jj
44. Sst. weißgraurötlich, fk., tonig, sehr weich o’ 0
43. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau u. gelb gescheckt, fk. bis konglomeratiseh' 1,0
42. Sst, gclbviolettschwarzhch, fk., eisenschüssig, sehr hart 9 n
41. Sst. gelb und weißlich, gescheckt, fk ’ ' ' ’ Ö’n
40. Sst. lichtgraurötlich, mk a’»
39. Tonschicht lichtgrau, fk. und Sst. graugelb, gk. ! .’ ! O 'o
38. Sst. lichtgrau, rötlich, mk., mit Exogyra columba Lam. ..'!!! 50
■U. bst. gelb, fk. bis mk., wolkig verteilt, mit papierdünnen grauen Tonlagen L>’o
36. Sst. weiß, gelb und rötlich, fk. bis mk. wolkig verteilt, mit papierdünnen
grauen 4 on lagen . „
35. Sst. dunkelgelb, fk J’J:
34. Sst. lichtgelb, fk ' „’V
33. Sst. dunkelgelb, mk., eisenschüssig, hart .
32. Sst. lichtgelb, fk S’X
31. Sst, weißgelb, fk., tonig .... f’JJ
29. Sst. weißgelb, fk., tonig
28. Sst. gelb, fk, tonig
27. Sst. weißgraugelb, fk., tonig ....!!. n ’2
26. Sst. weißgraugelb, mk., tonig ‘ ] ’ ‘ ,’q
Sohle der oberen Steinbrüche 160,0 m ü. d. M.
25. Sst. rotgell, violett, fk. bis mk., in Farbe und Korn sehr wechselnd, mit
tomger Beimischung ’ . ,
24. Sst. gelbgrau, mk. mit ton iger Beimischung n’l
23. Sst. gelb, mk. mit toniger Beimischung ... .
22. Ton schwärzlichgrau ] V’?
21. Sst. gelb, fk , schmierig, tonig j ‘
20. Sst, grau gelb, orange und rötlichgrau, oft rot und gelb'fein gebändert'
kohlig, fk., tonig, schmierig ao
10. sst. geib, fk., tonfg 4 -°
!?• ^ a '‘ KP ' b ’ mit kohligen Beimischungen, tonig, sehr feucht.' ' '. o’ö
17. öst. maisgelb, fk. bis mk. wechselnd .... a r
16. Sst. schwärzlichgrau mit kohligen Beimischungen' in, ganzen Gestein! ’ J
tonig, sehr feucht 1 j ^
Zone des Inoceramus labiatus
15. Sst. blaßgelb, fk. bis mk., Korn schnell wechselnd. . . 4 0
14. Sst. lichtgrau, fk., tonig .... u
13. Sst. rötlichgelb, fk., eisenschüssig .... 10
12. Sst. lichtgrau, fk., mit schwärzlichgrauen Partien . . o’n
11. Sst. rotgelb, fk \ o
10. Sst. gelb, gk., eisenschüssig
9. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk. ......’ in
8. Sst. lichtgrau, fk. mit undeutlichen Versteinerungen . ' ' 0 ’,,
i. Sst. graugelb, gk. bis konglomeratiseh ’ 0 ’j
6. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk., mit undeutlichen Ver- ’
stemerungen „
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk ’ ’ ' .V.
4. Sst. rothebgrau, fk., kohlig, mit Versteinerungen Spongites taxonicus
Gbin., Finna ^ g
Profile
89
3. Ssl. gelb, gk. bis konglomeratiscb, eisenschüssig mit tonigen Schmitzen
2. Sst. graugelb, fk
1. Sst. rötlichgrau, kohlig, fk
Steinbrüche in der oberen Kirchleite, 125,0 m ü. d. M.
Stimmersdorf. 300,0 m ü. d. M.
Mitteltnron
15. Der Ort ist umgeben von Wiesen, Gärten und Feldern. Felsbänke sind
nicht vorhanden, der Sst. iritt wenig zutage
14. Am Waldrande, beim letzten Hause von Stimmersdorf, wenn man gegen
das Blockhaus in der Edmundsklamm hinabsteigt, waren in einem Stein-
bruch folgende Schichten aufgeschlossen: Sst. weiß und gelb, dünn ge-
bändert, fk., sowie rötlich mk., und grau, gelb und rötlich mk. bis gk.,
durchsetzt von papierdünnen, unregelmäßigen, schwarzblauen Tonlagen.
Der Sst. ist mehr oder weniger reich an Kaolinkörnern. An Versteine-
rungen finden sich hier:
eine ganze Menge von halbzerbrochenen Kalkschalen kleiner Ostreen
13. Nichts aufgeschlossen
12. Sst. grau, fk
11. Sst. rötlichgrau, fk
10. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
9. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgrau, fk. bis mk
8. Nichts aufgeschlossen
Zone des Innceramm labiatu». 200,0 m ü. d. M.
7. Sst. blaßrötlich, gelb und hellgrau, fk.
6. Sst. grau, fk
5. Sst. graugelb, mk
4. Sst. grau, fk. bis mk
3. Sst. golbrötlich, fk. bis mk
2. Sst. rötlicbgrau, fk. bis mk
1. Sst. lichtgrau, mk
Edmunds-
klamm, meist
senkrechte
Felsmauerp,
mehr oder
weniger stark
zernarbt
Kamnitzbach-BIockhaus, Edmundsklamm. 150,0 m ü. d. M.
Arnsdorf, Westausgang, 320,0 m ü. d. M.
Rosenbergscholle Mittelturon
15. Sst. weißgrau und graugelb, fk. bis mk., Felspartien, kleiner Anbruch
14. Nichts aufgeschlossen
13. Sst. grau, mk
12. Sst. gelb, mk., stark von Eisenadern durchzogen . . J
11. Sst. lichtgrau, fk. bis mk [ Felsen, steil-
10. Sst. blaßgelb, mk \ wandig, dünn
9. Sst. dunkelgelb, fk 1 gebankt
8. Sst. gelb, mk \
7. Sst. graugelbrot, fk. bis gk. schnell wechselnd . . . '
Störungslinie VIII
Winterbergscholle Mittelturon
6. Sst. lichtgrau und gelb, fk. bis mk ) Wenige
5. Sst. gelb, mk. bis gk 5 Felsbänke
Zone des Inoceramut labiatu»
4. Sst. vorwiegend rötlichweißgrau, mk 1 Steile, senkr.
3. Sst. vorwiegend weißgrau, mk. bis gk. ...•..> Felswände,
2. Sst. blaß- bis dunkelgelb wechselnd, mk ) dick gebankt
1. Trümmerfeld von Sandsteinblöcken, darunter anstehend wahrscheinlich
Cenoman
Einmündung der Dürrkamnitzschlucht ins Elbtal, 140,0 m. ü. d. M.
0,2
2,0
3,0
m
30,0
5.0
25.0
2.0
2,0
4.0
2.0
30.0
5,0
5,0
5,0
5,0
10,0
m
150
5,0
5.0
4.0
6.0
5.0
4.0
6.0
10,0
30.0
10.0
20,0
20,0
10,0
30,0
90
Profile
Zeicliengrund. Höhe des Felskammes Sign. 451,2
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 19. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gran, fk. bis mk., einzelne Fclsbänke auf
dem Plateau
18. Sst. mit viel Kaolinkörnern, bochgelb, mk. . .
17. Sst. mit viel Kaolinkömern, gelbgrau, mk. . .
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, Ik. bis mk.
15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk.
14. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk. . .
13. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, mk. . . .
12. Sst. mit viel KaoliDkörncrn, weißgelb, mk.
1 1. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. .
10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. ...
9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk ) Senkrechte Felswände,
8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk. . $ Felsen stark zernarbt
7. Nichts aufgeschlossen
6. Sst. graugelb, mk i Felsbänke
5. Sst. weißgelblich, hart, mk 1 zernarbt
« 4. Sst. lichtgrau, mk. Fast keine Felsbänke, Blöcke gerundet. Einige eisen-
schüssige Partien
3. Sst. lichtgrau, mk., mit roten Quarzen, einzelne Felsbänke, stark zernarbt
2. Sst. grau und graugelb, mk., vereinzelt gerundete Blöcke und Bänke .
Mittelturon
1. Sst. rötlichgrau, mk., Felsbänke
Großer Zschandgrund, 290,0 m ü. d. M.
Löff'ierschliichte. Felsplateau oberhalb Sign. 435,8; 440,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 19. Sst. mit viel Kaolinkörnero, lichtgrau, mk., einzelne Felsbänke. . . .
18. Sst. mit viel Kaolinkörnern, grangelb, mk. . . .
17. Sst. mit viol Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. . .
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. .
15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, Ik. bis mk.
14. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk. . .
13. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgeib, mk. . . .
12. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk. . .
11. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. .
10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, Hchtgrau, mk
9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk ) Senkrechte Felswände,
8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk. . ) Felsen stark zernarbt
7. Nichts aufgeschlossen
6. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk., Felsen
5. Sst. rot, eisenschüssig, mk
a 4. Sst. leicht zerfallend, nicht zu Tage tretend, Schutt
Mittelturon
3. Sst. lichtgrau, mk., durchlaufende Felsbank
2. Nichts aufgeschlossen
1. Sst. lichtgelb, mk., Felsbänke
Großer Zschandgrund, 280,0 m ii. d. M.
Senkrecht ab-
geschnittene
Felswände
| Senkrecht ab-
geschnittene
Felswände
I und Bänke
16,2
5,0
5.0
10.0
5,0
5.0
8.0
5.0
4.0
3.0
5.0
10,0
10,0
5.0
5.0
25.0
5,0
20.0
10,0
ra
5,0
10,0
5,0
5,0
5,0
5.0
8.0
5.0
4.0
3.0
5.0
10,0
10,0
5,0
5,0
50,0
5,0
10,0
5,0
Sandschliiclite (Partsclienhörner)
Am Basaltstock bei Sign. 457,3; 450,0 m ü. d. M.
Der in der geologischen Karte eingezeichnete Basalt konnte nicht aufgefunden werden,
verrät sich aber durch üppigen Pflanzenwuchs und durch die starke Vererzung der hier
anstehenden Sandsteinpartien.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 16. Sst. gelb, eisenschüssig, mk.; oberste Felsgruppe 5,0
15. Sst mit viel Kaolinkörnem, gelb, fk.; Felsen 15,0
Profile
91
Felsmauern
14. Ssl. mit Kaolinkörnern, gelb, eisenschüssig, fk. . . .1 5,0
13. Sst. lichtgrau, mk f senkrechte 5,0
12. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, grau und 1 Felsmauern
gelb, mehr oder weniger eisenschüssig, mk. bis gk. . ) 30,0
11. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ... 1 5,0
10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk ( 10,0
9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 1 24,0
8. Sst. rot, mk ) 1,0
7. Sst. graugelb, mk , leicht zerfallend, einige Felsbänke, Blöcke gerundet,
vorwiegend loser Sand 20,0
6. Sst. graugelb, mk., eisenschüssig, Felsbänke ... 5,0
5. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsbänke 25,0
Mittelturon
4. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsbänke und Felswände 5 — 10 m hoch. . 10,0
3. Sst. graugclb, mk ) an verschiedenen Stellen 10,0
2. Sst. lichtgrau, mk \ einzelne Felsbänke 10,0
1. Sst. graugelb, fk. bis mk., einzelne Felsbänke 5,0
Großer Zschandgrund, 265,0 m ü. d. M.
Kleiner Winterberg — Wettinbaude (Nordhang)
Gipfel des Kleinen Winterberges, 500,0 m ü. d. M. m
33. Basaltknppe 10,0
Zone des Jnoceramus Suhloenbachi
32. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk 1 Sandstein- 4,0
31. Sst. grau, mk I bänke, 7,0
30. Sst. rötlichgrau, mit Kaolinkörnern, fk. bis mk.. . . l weniger 6,0
29. Sst. grau, mk ) zusammen- 3,0
28. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, gk I hängende 2,0
27. Sst. mit Kaolinkörnern, grau, mk j Partien 2,0
26. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk / bildend 6,0
Sandstein-
bänke,
weniger
zusammen-
hängende
Partien
bildend
Nichts aufgeschlossen 10,0
S£ SS *•***«* $
Ili-.Ä b S. bu ‘ k ': ::::::: 1 $
Nichts aufgeschlossen 24,0
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk \ 3,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkclgelb, mk. ... 1,0
Sst. weißgrau, mk I 2,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk I 8,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau, gk. bis konglo- I
meratisch I 1,0
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk. . . . I , , . 3,0
Sst. mit Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. . . cf, ... l ' 6,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkelgelb, fk. . . . ^“^k *,0
Sst. lichtgrau, mk ze rnarbt 4,0
Sst. graugelb, mk . . . I 7,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk I 3,0
Sst. weißgrau, mk., einzelne große Quarze eingesprengt
7. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk.
Sst. weißgrau, mk., mit konglomeratischcn Schlieren .
Sst. mit wenig Kaolinkömern, bcllocker, mk. bis gk. . 3,0
Sst. lichtgrau, mk 5,0
Loser Sand, grau, mk 50,0
Mittelturon
Nichts aufgeschlossen. Anscheinend leicht zerfallender Sst 20,0
Grenze gegen die Liliensteinscholle bei 280,0 m ü. d. kl.
Nichts aufgeschlossen 10,0
Zeughansstraße (Wettinbaude), 270,0 m ü. d. M.
92
Profile
ß
Hinteres Raubschloß (Südabhang)
Gipfel des Hinteren Raubschlosses, 389,0 m ü,
Zone des Inoceramus Schloenbachi
18- Sst. lichtgrau, mk
17. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißlichgrau, fk. bis mk
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelblicb, fk. bis mk. .
15. Sst. grau, konglomeratisch
14. Sst. grau, mk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt 1
13. bst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, konglomeratisch . . /
12 . Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk.. . . I
11. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtrötlichgrau, mk. ' I
10. Sst. graugelb, konglomeratisch, quarzitisch . .
9. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtrötlichgrau, mk
8 . Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wcißgran, mk. bis gk.,
vereinzelt größere Quarze cingesprengt ....
7. Sst. hellockergelb, fk. bis mk., vereinzelt größere Quarze
cingesprengt, Versteinerungen:
Kleine Ostreen (unbestimmbar),
Oberfläche sehr zernarbt
6 . Sst weißgelb, gk. bis konglomeratisch ....
5. Sst. lichtgrau, mk. bis gk
4. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb, mk
3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk. . ’
V Sst. grau, mk. bis gk., einige gerundete Fclsbänke . ! .
I. Mittelkorniger grauer Sand
300,0 m ü. d. M.
d. M.
senkrechte
Felstürme
und
Felswände
2,0
3.0
4.0
1.0
3.0
2.0
10,0
4.0
2.0
4,0
12,0
4.0
1.0
2,0
3.0
2.0
10,0
20,0
Untere Schleuse-Ost, Sign. 400,7 (Wildkatzensteig)
Zono des Inoceramus Schloenbachi
3 1L ^schlosien 3 "’ mk '’ vereinzelt <licli « Felsbänke, Zwischenräume nicht auf
'o i S !' g M Ugelb V ml f.- , biS gk ' : dicke Kelsbs "ke, schwach zernarbt
J. bst., kleine Kaolinkorner führend, weißgelb, mk., Spuren von Ver-
steinerungen; Felsbanke wabig zernarbt ....
8 . Sst. lichtgrau, mk., dicke Fclsbänke )
1- f 8 . 4 ' ?. el . b ; fk - bis konglomeratisch, teilweise eisenschüssig,' Felsbänke .
b. bst. Iichtgrau, mk., leicht zerfallend, vereinzelt dicke, wollsackähnliclie
Blocke. Untere Partien eisenschüssig
Mittelturon
Mi k e 'I! e Ka u oIinkör ” er führend, ockergelb, mk. mit gk. Partien; Fels
banke schwach zernarbt
4. Sst. lichtgrau, mk., vereinzelte Fclsbäuke 1 . ,
3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, kräftig gelb, mk. bis Felsbänke
mg.; Versteinerungen:
Ostrea vesicularis Lam
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graurötlich, fk. bis mk.
mit einzelnen eingesprengten größeren Quarzen, Ver-
steinerungen unbestimmbar
steinerungen unbestimmbar (
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkclgelb, gk., eisen- 1
schüssig I
mittelmäßig
gebankt, die
unteren senk-
recht ab-
fallend
30,7
18,0
2,0
6,0
4,0
45,0
30.0
15.0
11,0
7.0
2.0
..-st. Kiemen waoiinsomern, dunkelgclb, gk., eisen- ] z. T. schwach
Untere Schleuse, 230,0 m ü. d. M.
Taubenstein, 370,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Sst. graugelb mk. bis gk.. kleine Felsbänke, zu Sand zerfallend . . 20 0
bst. gelb, grobkörnig bis konglomeratisch, eisenschüssig .... 100
bst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., einzelne Felsbänke . ' 50
bst. lichtgrau, mk., vollständig zu Sand zerfallen .... ' 400
Profile
93
Mitteltaro n
3. Sst., kleine Kaolinkörner fahrend, lichtgrau, fk. bis mk., Felsbänke . .
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgelb, mk., Felsbänke wabig zernarbt
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk., einzelne kleine
Felsbänke
Kirnitzschgrund, 275,0 m ü. d. M.
ß 21.
20 .
19.
18.
17.
16 .
15.
14.
13.
12 .
II.
10 .
9.
« 8.
7.
Rausclienberg, Sign. 450,1 m ü. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi
Sst. mit Kaolinkörnern, weiß- bis grangelb, mk. . .
Sst. lichtgrau, fk., hart J , , .
Sst. granleib, mk. / senkrechte
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., hart . . ) re s '' a / lcle ’
Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb bis graugelb, mk. .1 stal ,
Sst. mit Kaolinkörnern, grauweiß bis grangelb, fk , un- \ zernarbt
deutliche Versteinerungen
Sst. graugelb, fk., hart ) Felsriffe in
Sst. weißgrau, fk., hart f
c, * in I, i_- ii i V von O nach W,
Sst. weißgelb bis graugelb, mk. . . ) Kelsbänko
Nichts aufgeschlossen
Sst. graugelb, mk j Felsen
Sst. weißgrau, fk. bis mk ) dünne ) stark wabig
Sst. wcißgelb bis graugelb, mk. bis gk. . . . j Bänke ! zernarbt
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend
Sst. vorwiegend grau, weniger graugelb, mk., leicht zerfallend. Einzelne
gerundete wollsackähnliche dicke Felsbiinke; selten ist ein Handstück
daraus zu schlagen
Mittelturon
Nichts aufgeschlossen
Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk
Sst. lichtgrau, mk.; einzelne dicke Felsbiinke
Sst. gelb, fk. bis mk.; nur einzelne festere eisenschüssige Stücke im
losen Sande
Straße Hohcnleipe nach Herrnskretschcn, 265,0 m ü. d. M.,
unweit Sign. 268,3
Sst. rötlichgrau, fk., sehr weich ) sehr wenig
Sst. rötlicbgrau und graugelb, fk 5 aufgeschlossen
Beginn des Soorgrundes an der Straße von Hohenleipe
nach Herrnskretschen. 235,0 m ü. d. M.
5,0
5,0
10,0
m
10,1
5,0
5,0
10,0
10,0
10,0
5.0
5,0
10.0
10,0
5,0
10,0
10.0
10,0
40.0
10.0
1,0
9,0
10,0
10,0
20,0
Siidkuppe des Kulenhiibels, 475,9 m ü. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi m
15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb und lichtgrau, mk , isolierte Fels-
gruppen 10,9
14. Sst. lichtgrau, fk.; Sandsteinkuppe, einzelne Felsblöcke und Bänke . . 20,0
13. Nichts aufgeschlossen 35,0
12. Sst. lichtgrau, fk., Felsbänke stark zernarbt 10,0
11. Nichts aufgeschlossen 20,0
10. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsbänke 10,0
9. Sst, lichtrötlichgrau, mk. mit einzelnen groben Quarzen, Felsbänke . . 20,0
a 8. Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend ; vereinzelt dicke Felsbänke, gerundet,
wollsackähnlich 30,0
Mittelturon
7. Sst. rötlichgrau, mk ) Felsbänke, z. T. senkrechte 5,0
6. Sst. rötlichgrau, grobkörnig «. ] Felswände bildend 5,0
Müllergrund, 310,0 m ü. d. M.
5. Sst. lichtgrau, mk. mit eingesprengten gröberen Quarzen, einzelne Fels-
bänke 10,0
94
Profile
4.
3.
2 .
1.
11 .
10 .
ß 9.
8 .
a 7.
G.
5.
4.
3.
2 .
1 .
1U.
15.
14.
13.
a 12.
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
ß 17.
16 .
15 .
14.
13.
12 .
Sst. rötlichgrau, mk., einzelne Felsbänke; feuchte Stellen
auf dem Wege
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., einzelne Felsbänke; einzelne
feuchte Stellen auf dem Wege
Sst. graugelb, mk., einzelne dicke Felsbänke; Wege feucbt
Wenig Felsbänke am Wege
Auftreffen des Müllergrundes auf die Böhmerstraße,
255,0 m ü. d. M.
T oniges
Bindemittel
Von der Nordkuppe des Kulenhiibels, 445,9 m ü. d. M. nach NO
Basaltkuppe
Basaltboden mit einigen Basaltbrocken, sonst nichts aufgeschlossen . .
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. lichtgrau, mk.; wenig gerundete Felsbänke, leicht zerfallend . . .
Sst. dunkelockergelb, mk., Felsbänke
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend; wenige Felsbänke, gerundet, woll-
sackähnlich
Miltelturou
Sst. weißgelblich, mk. bis gk., hart; zernarbte einzelne Felstürme und
Mauern auf der grünen Fläche
Sst. lichtgrau, fk. bis mk 1 Unzusammenhängend«
Sst. dunkelockergelb, mk., teils eisenschüssig . . f
Sst. grau, mk., mit einzelnen groben Quarzen ( Stollen am Wege, auch
Sst. lichtgrau, mk. bis gk ] eine Quelle
Sst. rötlicbgelb, mk. bis gk., Felsgruppe; Wasserpfützen am Wege, un-
durchlässige Schicht, toniges Bindemittel
Böhmerstraße, 270,0 m ü. d. M.
Felskuppe, 378,5 m ü. d. M.
Zone des Inoceramui Schloenbachi
Sst. hell- bis dunkelgelb, fk. bis mk \
Sst. rotgelb, eisenschüssig, gk I
Sst. graugelb, mk ! Felsturm
Sst. weißgelb, gk I
Sst. weißgelb, mk )
Sst. lichtgrau, fk., einzelne Fclstiänke
Sst. graugelb, mk j Felsbänke, das Tal
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . ) ist eng geschlachtet
Sst. grau, mk., leicht zerfallend; enge Schlucht, dicke, gerundete Felsbänko
Sst. rötlichgrau, mk., leicht zerfallend, Felsen
Mittelturon
Sst. rötlichgrau, mk., weich, toniges Bindemittel, Pfützen am Wege .
Sst. gelblich, mk., hart, Felsen zernarbt
Sst. lichtgrau, fk. bis mk 1 Unzusammenhängende Fels-
Sst.dunkelockergelb,mk.,z.T.eisenschüssig ( partien, Wasserpfützen an
Sst grau, mk. mit einzelnen groben Quarzen t einigen Stellen am Wege;
Sst. lichtgrau, mk. bis gk J auch eine Quelle ist hier
Sst. rötlichgelb, mk. bis gk., Fclsgruppen; Pfützen am Wege, undurch-
lässige Schicht, toniges Bindemittel
Böhmerstraße, 270,0 m ü. d. M.
Gipfel des Schloßberges, 390,0 m ü. d. M
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. ockergelb, fk. bis mk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb, fk. . . .
Sst. weißgrau, gk., hart . «
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb- i Oberfläche
lieh, mk, hart | zel L'‘ b t e
Sst. lichtgrau, mk., hart ) zemaroi
Sst. mit viel Kaolinkörneru, graugelb, mk., hart
Felspartien
des Gipfels
10,0
5,0
10,0
20,0
3,9
62,0
20,0
10,0
40,0
10,0
10,0
5,0
5,0
5,0
5,0
in
10,0
0,5
2,0
1,0
5.0
10.0
5,0
5,0
20,0
5,0
5.0
10,0
10.0
5,0
5,0
5,0
m
4.0
3.0
3,0
10,0
5,0
5,0
Profile
95
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
18.
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
Sst. grau, mk., leicht zerfallend
Sst. hellgrau, mk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk., mit 1 cm
dickem Eisenüberzug
Sst. lichtgrau, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk. . . .
Sst. graugelb, mk. bis gk
Sst. meist lichtgrau, mk., leicht zerfallend, wenig hervortretend . . .
Sst. lichtgrau, fk. bis gk ) Einzelne dicke Fels-
Sst. weißgelb, mk ? bänkeam Abhang, woll-
Sst. rötlichgrau, mk ) sackähnlich gerundet
Mittelturon
Sst. graugelb und rötlich, vorwiegend fk., sehr weich, z. T. mit tonigem
Bindemittel, nur wenig feste Stücke
250,0 m ü. d. M.
Felsbänke,
hart
8,0
2,0
3.0
5.0
5.0
20,0
7.0
3.0
5.0
50,0
Rosenberg, Südseite, 523,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramui Schloenbachi m
Sst. lichtgrau, mk \ 3,0
Sst. mit viel kleinen und größeren Kaolinkörnern, gelb, mk. J 2,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rot, mk., Oberfläche der f
Felsen stark zernarbt t Felsen 4,0
Sst. mit großen Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. ' ' 4,0
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend \ 4,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk J 1,0
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend / 5,0
500,0 m ü. d. M.
Rosenberg (NO-Seite), 385,0 m ü. d. M., — Mühlgrund
Alluvium: Lehm
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Der Hohlweg liegt im losen grauen Sande
Mittelturon
Nichts aufgeschlossen, vereinzelt nur finden sich festere Stücke von
weißlichem, grau und gelbem, meist fk., selten mk. und gk., etwas eisen-
schüssigem Sst
Diese Schichten kann man in der gleichen Höhenlage, entlang des
nördlichen Abhanges des Rosenbergs, bis zum Austritt aus dem
Walde im Westen verfolgen.
Sst. hellgrau, mk
Sst. weißgelb und rötlich, fk. bis mk.
Sst. hellgrau, fk. bis mk
Sst. graugelb, fk. bis mk., mit eisenschüssigen Bändern
Sst. hellgrau, fk., hart, mit:
Pinna cretacea Schlot».,
Oberfläche zernarbt Felsbänke
Sst. weich, orangerot und lichtgrau geflammt, fk.,
Versteinerungen :
Rhynchonella plicatilU Sow.
Ottrea sp.
Pectunculus Qeinitzi d’Orb
Sst. gelbgrau, mk
Sst. hellgrau, mk
Sst. gelblichgrau, mk
Sst. hellgraugelb, fk., sehr hart, Oberfläche zernarbt, i Felsbänke
löcherig '
Sst. rötlich, fk. bis mk
Sst. grau und gelb, mk., wenig Felsbänke . . .
m
5,0
30,0
30,0
5.0
8.0
2,0
2,0
3,0
2,0
3.0
5.0
3.0
3.0
4.0
15,0
96
Profile
Zone des Inoceramus labiatus
3. Sst. weiß, lichtgrau und gelblich, mk., dicke Felsbänke bildend, Ober-
fläche z. T. zernarbt und zerlöchert
Störungslinie (?)
2. Sst. vorwiegend dunkelockergelb, einzelne Partien orangefarben, mk. mit
eingesprengten groben Quarzen, Felsen dicke Bänke bildend .... 300
1. Sst. mit weni" kleinen Kaolinkörnern, vorwiegend gelbgrau, mk. bis gk.
Felsen dicke Bänke bildend 200
Iiamnitzgrund, 200,0 m. ü. d. M.
Kirehschlucht von Hohenleipe
Kirchschlucht oben, 270,0 m ü. d. M.
Mittelturon
7. Sst. tonig, rötlich, ik., woicb, einige Felsbänke
6. Nichts aufgeschlossen
Zone des Inoceramus labiatus
5. Sst. graugelb bis rötlichgelb, mk., hart, teilweise eisen- \
schüssig J Felsen steil,
4. Sst. lichtgrau, mk., hart senkrecht,
3. Ss . weißgelb, mk Bänke scharf-
2. Sst. dunkelgraugelb, mk \ kantig
Kamnitzbacb, 190,0 m n. d. M.
Sandsteinkuppe, südlich am Finsteren Grunde, Sign. 435,0 m ii. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
m
10,0
15,0
25.0
5,0
5,0
15.0
5,0
ß 18.
17.
Iß.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
a 8.
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., teilweise eisenschüssig, senk-
recht abgeschnittene helspartie
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk.,' leicht zerfallend'
nur einzelne kleine Blocke enthaltend
Sst. graugelb, fk. bis gk ' ,
Sst. mit viel Kaolinkörnern lichtgrau, fk. . . I Senkrechte
Sst. lichtgrau, mk., vereinzelt größere Quarze enthaltend Felswände
bst. mit Kaolinkornem, weißgelb, mk )
Sst graugelb, eisenschüssig, fk
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit zahlreichen 'eingesprengten
groben Quarzen, Felsbänke stark zernarbt
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., größere Quarze eingesprengt, leicht zerfallend
wenig dicke Felsbänke
Sst. mit Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk'., größere ' Quarze 'einge
sprengt, hart, I' eisbanke schwach zernarbt ....
Sst. mit kleinen Kaolinkörncm, grau bis graugelb, mk„‘ leicht zerfallend
wenig wollsackahnhch gerundete dicke Felsbänke .
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen .......
Mittelturon
Sst. grau, mk v
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, mk. . . j Felsen
Sst. lichtgrau gk. .' ( Oberfläche
Sst. rotgelb, fk. bis mk > schwach zer-
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau bis lichtgelb, fk. \ narbt
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . )
Einmündung des Finsteren Grundes in den Kirnitzschgrund
bei Hinterdaubitz, 290,0 m ü. d. M.
5.0
24.0
2.0
12.0
10,0
2,0
5.0
5.0
10.0
10,0
15.0
25.0
2.0
2.0
2,0
3.0
7.0
4.0
Profile
97
Felsen
Abgeholzte gerundete Höhe nördlich vom Jagdschloß Sternberg, Sign. 471,6 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schlöenbachi m
Sst. weißgrau, gelb und rötlich dünn gebändert, mit
kohligen Nestern, fk I , „ .
Sst. vorwiegend weißgrau, lk., auch mk. und gk. Partien ( gt - 1
Sst. ockergelb, fk. mit konglomeratischen Schlieren, dabei
auch dunkelgelb, mk., mit viel Kaolinkörnem . . .
Jagdschloß Sternberg, 415,3 m ü. d. M.
Sandbedeckung 5,3
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, ockergelbgrau, fk., \ Senkrechte
hart I Felswände,
Sst. grau, mk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt ( Oberfläche
Sst. mit wenig kleinen Kaoliukörncrn, graugelb, mk., / mehr oder wo-
vereinzelt größere Quarze eingesprengt \ nigerstark wa-
Sst. mit viel Kaolinkörnorn, weißgelb, fk. bis mk. . . / big zernarbt
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsbänke 20,0
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnem, lichtgrau und grau- \
gelb, fk. bis mk / 7,0
li: “SK & r* :::::: %
Sst. mit kleinen Kaolinkörnem, lichtgrau, mk. . . . ) 2,0
ß 13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
11,3
35.0
10.0
10,0
35.0
15.0
10.0
Einmündung des Wolfsbac htales in den Kirnitzschgrund, 306,0 m ü. d. M.
Anfang des Khaatalcs, linke Talseite, 395,2 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schlöenbachi
6. Sst. gelb und lichtgrau, mk. bis gk
5. Sst. lichtgrau, fk.,
Versteinerungen:
Pecten laevis Nn.ss.
4. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk.
bis gk
3. Sst. grau, gk. bis konglomeratisch 1
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. (
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnem, grau, mk. mit I
größeren eingesprengten Quarzen J
Sohle des Talgrundes, Sign. 342,2 m ü. d. M.
Sst. leicht zer-
fallend, wenig
Felsbänke
Felsen,
dickbankig
9,0
2,0
2,0
4.0
8.0
28,0
Senkrecht ab-
fallende Fels-
partion bezw.
Felstürme
m
1,0
30.0
10.0
Felskrone des Marienfelsen, 421,0 m ii. d. M.
Zone des Inoceramus Schlöenbachi
Tännigtscholle
ß 10. Sst. mit viel Kaolinkörnem, lichtgrau, mk
9. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgelb bis weißgrau,
mk. bis gk. von sehr unregelmäßigem Korn, stark ver-
qnarzt, hart
8. Sst. dunkelockergelb, mk., verquarzt, hart
a 7. Sst. lichtgrau und graugelb, mk., leicht zerfallend, keine Felspartien,
meist loser Sand 40,0
Mittelturon
6. Sst. gelb, mk. mit dünnen konglomeratischen Lagen 10,0
5. Sst. dunkelockergelb, mk. bis gk., nicht sehr hart, Felsen 10,0
4. Sst. blaßgelb, auch weißlich, hart, mk. bis gk., Felswände stark wabig
zernarbt 20,0
Störungslinie X
Zone des Inoceramus Schlöenbachi
Neue Folg«. Heft 112 7
Profile
Dittersbacher Scholle
a 3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend,
wenig Bindemittel, dicke gerundete Felsbänke bildend 40,0
Mittelturon
2. Sst. gelb, mk. mit gk. Partien ) ,, , ... . 10,0
1. Sst. ockergelb, mk. \ Felsbanke 20 ’ 0
Dittersbach, 230,0 m ü. d. M.
Felsplatte der Willielmineiiwand, Sign. 441,8 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi m
ß 5. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelblich, mk. bis gk., schwach verquarzt,
Felskuppe 1,8
4. Sst. mit kleinen Kaoliukörnern, grau und graugelb, mk., vereinzelt größere
Quarze eingesprengt, Felsen 30,0
3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkömern, hellgelb, mk., stark verquarzt,
Felsen tief zernarbt 10,0
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau und gelbgrau, mk. bis gk., etwas
verquarzt, Felsen, dicke Bänke . 20,0
a 1. Sst. weißgrau, mk., leicht zerfallend, wenig dicke Felsbänke .... 10,0
370.0 m ü. d. M.
Felskuppe des Rudolphsteines, Sign. 486,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi m
ß 8. Sst. graugclb, gk., stark eisenschüssig mit Eisenbändern ) . , , 16,0
7. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., eisenschüssig, ^ senkrecht
6. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt 6,0
5. Sst mit Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsen 4,0
4. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgran, mk., Felsen stark zernarbt . 2,0
3. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., mit undeutlichen Ver-
steinerungen, Sst. tritt ganz wenig hervor 5,0
2. Sst. grau, mk. bis gk., eisenschüssig 35,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb und weiß, fk. bis mk., löcherig,
Felsen stark zernarbt 10,0
400.0 m ü. d. M.
Kuppe des Wespenberges, 476,8 m D. d. M. in
9. Basaltische Massen 26,8
Zone des Inoceramus Scliloenbachi
ß 8. Einzelne Felsbänke 60 0
o 7. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen 30,0
Mittelturon
6. Sst. graugelb, mk., Versteinerungen:
Pectunculus t
einige Felsbänke o
5. Sst. ockergelb, mk. bis gk dicke Feis- 5,0
4. Sst. lichtgrau, mk bänke, 5,0
3. Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk meist wenig 5,0
2. Sst. graugelb, mk zusammen- 5,0
1. Sst. ockergelb, mk. bis gk hängend 10,0
Talsohle, 320,0 m ü. d. M.
Von der Talsohle gegen Süden nach Höhe Sign. 378,5 m ü. d. M. stehen von 320,0 i
bis 360,0 m dieselben Schichten an. Bei 360,0 m streicht Störungslinie Vill vorüber.
Profile
99
Felsbänke südlich des „F“ südlich der Balzhütte, 415,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramu» Sc/iloenbachi
ß 4 ““ ™°: l i^ Ör “ e _ r , D 2 graU und „gra?gelb, mk. . J Felsen dünn und
f' If' lÄ“’ ‘TT 'Felsen stark ier-
1. bst. mit kleinen Kaolinkorneni, weißgelb, mk. bis gk. j narbt, dick gebankt
Sign. 390,0 m ü. d. M.
Felsen
Felsen
stark zernarbt
Felsen
m
8,0
2,0
3 sSt ar,n W ™L g Kaol,nk °r ne , rD > weißgelb, mk. bis gk. $ dick gebankt 2,0
d. bst. grau, mk., wenig Bindemittel, Felsen If) n
2. bst. iichtcrran. mk l,i= <rk \ m ,*.*.• * „,ü
3.0
2.0
Felsplatean am Engen .Stein, 460,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramu» Schloenbachi
ß ja o s S f' “JJ K“olinkörnern dunkelgelb, fk > kl.Felspartie im Sattel
3 s! ' ! i Kaolinkorneni, dunkelgrau, fk. . östl. vom Engen Stein
Jo c welß g ,a "’ mk -, we »'g Bindemittel \
,* * m ! 1 vie * Kaolinkörnern, graugelb, fk
II. ost. mit Kaolinkorneni, hellgrau, fk
10 IdsentV' 6 ' KaoliDkörnern > dunkelgraugelb, fk., enges
9. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ! .
ö. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkorneni, hellgrau, fk., ein-
zelne größere Quarze eingesprenet.
7. Sst. graugelb, fk. bis mk
6. Sst. mit Kaolinkürnern, hellgelb, gk. bis konglomeratiscli , I „
d. bst. dunkelgrau, mk., wenig Bindemitttel, Felsen . 7 0
o- ;,•••••••? Felsen steil, 'senkr’echt iJb-' 3,0
1 11: ircl!fglau, a mk grau : m 8 gk - ; ■ fallcnd ’ 8tark ™l>igzemarbt 10,0
1. Sst. hellgelb mit rötlichen Quarzou, mk. ....
An der Balzhütte, 405,0 m ü. d. M.
Vom Engen Stein, Sign. 459,6 m ü. d. M. in der Richtung nach NO
Zone des Inoceramu» Schloenbachi m
ß 5. Sst. nicht anstehend „
'' | a ^ , zenmrbt kleineB Kaolinköruern > £ elb und weißlich,’ fk., Felsen zi T.' ” ’
3. Sst. weißgrau, fk. bis mk/, wenig Bindemittel,' Felsbänkei .' .' .' .' ' 'so
2. Sst. hochge b, fk bis mk., kleine Felsbänke 4 0
Felsp g aS Ch .’ b ' S gk ” V ° n 8tilrke " Eisenadern d ||r ciizogen, kleine
lalgrund im langen Tal zwischen Engen Stein und Mühlberg, 402,0 m ü. d. M.°
2,0
2,0
4.0
2.0
2,0
4.0
6.0
1,0
1,0
1,0
8,0
2,0
Schwarzberg, 489,7 m ü. d. M.
, , , , Zone des Inoceramu» Schloenbachi
Suppgebergscholle
ß 7. Sst. weißgrau, fk., Versteinerungen unbestimmbar .
b. bst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißlich, gelb und
rötlich, vorwiegend fk., auch mk., Versteinerungen:
Lima granulata Nitss.
Peclen laevis Nilss.
Neithea grypheala Schi.oth. sp.
Ostrea »udetica Scor.
Oslrea vesicularis Lam.
Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp. . .
— Störungslinie X —
Zone des Inoceramu» Schloenbachi
keine Fels-
bänke, lose
Gesteins-
bruchstücke
m
9,7
20,0
7 -
100
Profile
Tännigtscholle
ß 5. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk. . . . ) Felspartien scharf her-
4. bst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, £ vortretend, stark zer-
weißgrau und gelblich, fk. bis gk ) narbt, dünn gebankt
6. bst. mit Kaolinkornern, weißgrau, wemger gelbgrau, vorwiegend fk.,
auch mk., 1' elspartien zernarbt, löcherig, dünn gebankt ....
2. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt !
“ 1. Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend, Felsen wollsackähnlich gerundet,
nicht zernarbt
Hengstgrund, 335,0 m ü. d. M.
Heinniliiibel, 436,7 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Rennersdorfer Scholle
ß 11. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk., mit wolkigen grob-
körnigen Partien, leicht zerfallend, einzelne vortretende Felskanten,
schwach gebankt, zerlöchert
10. Loser Sand, Untergrund nicht aufgeschlossen
— Störungslinie Ie —
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Tännigtscholle
ß 9. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgelb, fk., Ober- I
fläche zernarbt / Felsen
8. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk. . . . ( dünn gebankt
7. Sst. grau, fk., Oberfläche zernarbt )
6. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsen stark zernarbt .
5. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsen zernarbt
4. Sst mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt
3. Sst. mit Kaolinkörnern, graugclb, mk., vereinzelt kleine Felsbänke . .
a 2. Sst. grau, vollständig zerfallen
I. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., wenig Bindemittel; dicke runde woilsack-
ähnliche Felsbänke bildend
Hengstgrund, Sign. 335,0 m ü. d. M.
Höhe 402,4 m, Profil nach W zum Scholzengrund
Felsplatcau, 402,4 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Snppgebergscholle
ß 27. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. . . . I
26. Sst. lichtgrau, fk., mit einzelnen größeren eiugesprengteu I
Quarzen I
25. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk /
24. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk I
23. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, gk
22. Sst. grau, mk ,
21. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. bis gk. /
— Störungslinie XII —
Zone des Inoceramus Schloenbachi V
Dittersbacher Scholle I
ß 20. Sst. rötlichgrau, mk J
19. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk /
schöne
Felspartien,
Wände,
Türme und
Zacken, sehr
interessant,
ausgewittert
und zernarbt
4,0
26,0
40.0
10.0
45,0
m
16,7
15,0
3.0
2.0
2,0
8,0
6,0
4,0
4,0
31.0
10.0
7,4
5,0
5,0
5.0
2.0
8,0
10,0
5,0
5,0
Profile
101
18. Sst. lichtgrau, fk 4,0
17. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, grau, mk j 2,0
16. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb mit rötlichen | „ ,
Quarzen, mk. . . . f . , Fel f “ . 6,0
15. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, gk. . • • > ? e ,, re , ’ .. 2,0
14. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk [ a enl ’ meis J 3,0
13. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wachsgelb, Ik. bis mk., V benr zernal ,t
Versteinerungen: j
Ostrea sudetica Scop / 3,0
12. Sst. grau, fk. bis mk \ ... ... 5,0
11. Sst. weißlich, fk. bis mk ara « e.len Abhänge .’ Q
10. Sst. weißgelb, mk ei “ zel f Fesbä,lke ' 5 0
9. Sst. lichtgrau, mk ) diebesonders .n 5
8. Sst. gelb, mk [ d . en höheren Lagen 50
7. Sst. graugelb, mk., mit einzelnen eingesprengten 1 01110 0 ? , bls J m
Quarzen J erre.cnen 10)0
a 6. Sst. grau, mk 10,0
5. Sst. lichtgelb, mk ) einzelne gerundete 5,0
4. Sst. rötlichgrau, mk ) Felsbänke am Wege 5,0
Scholzengrund, 275,0 m ü. d. M.
Im Scholzengrunde abwärts nach SW folgt
3. Sst grau, mk., leicht zerfallend, wenig gerundete Felsbänke und Blöcke 25,0
Mittelturon
2. Nichts aufgeschlossen 12,0
1. Sst. rot, mk., Felsbänke 6,0
Einmündung des Scholzengrundes in die Straße Dittersbach-Ronnersdorf,
232,0 m ü. d. M.
Rennersdorf Westausgang, 330,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbaclii
Rennersdorfer Scholle m
ß 6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Versteine- '
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkelockergelb, fk. Felsen. dünn
bis mk. wolkig verteilt . . fffch.ohtet, , 0 _ 0
4. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis 101 zernaröt
mk. stark wechselnd 10,0
— Störungslinie Id —
Zone des Inoceramut Sckloenbachi
Dittersbacher Scholle
« 3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, zuweilen gelblich, mk.,
leicht zerfallend, keine Felspartien, Hang schräg aufsteigend .... 40,0
Mittelturon
2. Nichts aufgeschlossen 10,0
1. Sst. gelblich und rötlich, mk., steile Felspartien, stark zernarbt . . . 20,0
Ostende von Dittersbach, 230,0 m ü. d. M.
Sign. 229,0 m eine Pumpe am Wege, Tiefe etwa 4 m, sodaß hier eine
tonige, wasserführende Schicht anzunehmen ist.
Dittersbach, Brunnenschacht am Jugendheim SW vom Marienfels.
Ansatzstelle des Brunnens 260,0 m ü. d. M. ') m
11. Sand und Lehm 12,0
') Hettsbk, Gebirgsbau u. Oberflächengestaltung S. 262 (18). Von Hkttner wird
an der Basis der Dittersbacher Felsen in 260 m Meereshöhe die Lage der Pläner ange-
geben, was mit unserem Ergebnis übereinstimmt.
102
Profile
Mittelturon
10. Sst. weiß bis dunkelgelb und rötlich fein gebändert, fk., hart ....
9. Sst. stark eisenschüssig
8. Tonlage, lichtgrau und rötlich
7. Sst. gelb, weich, fk. mit einzelnen groben Quarzen
6. Sst. weiß, locker, mk. bis gk ...
5. Sst. weiß, hell- und dunkelgelb gebändert, fk
4. Sst. dunkelgelb, hell- bis dunkelrot, nach der Tiefe immer feuchter
werdend, Fk
3. Sst. licht- bis dunkelgelb, hell- bis dunkelrot, fk., weich, mit schwachen
Tonlagen, Wasser führend
2. Tonscnicht gelbrötlich, fk
1. Sst. rötlichgelb, sehr fest und hart, fk. bis mk
Sohle des Brunnens, 216,0 m ü. d. M.
Fclstnrm, Sign. 450,7 m ü. d. M.
Zone des Inoceramu» Schloenbachi
ß 10. Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, fk
9. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, weißlich, fk.
8. Sst. lichtgelb, fk.
Isoliertes
steiles FelsrUT,
dünn
„ . geschichtet
7. Sst. hellgelbgrau, fk ) Nur wenig Felsb.'inke,
6. Sst. dunkelgrau, mk., leicht zerfallend \ dflnn geschichtet
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hellgrau, fk 1 Felsen dünn
4. Sst. gelblich, fk. . . . ^ V geschichtet,
3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weißgiau, mk. . ) zernarbt
2. Sst. dunkelgrau und duukelgraugelb, fk. . . .1 Felsen dünn gc-
1. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau und graugelb, ? schichtet, aber nicht
fk., z. T. größere Quarze eingesprengt . . . . ) zernarbt
390.0 m ü. d. M.
Suppgeberg, NW gegen Balzhütte, 430,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 4. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hellgrau bis dunkel-
graugelb, fk
3. Sst. hellgrau bis dunkelgrau, fk
2. Sst. hellgrau bis dunkelgrau, fk. bis mk
1. Sst. ockergelb bis graugelb, fk. bis mk., Versteinerungen:
Uslrea sudetica Scor
405.0 m ii. d. M.
Fclsbänke
dünn
geschichtet
Felsbänke
zernarbt
Talgrund im langen Tale zwischen dem „Engen Stein“ und Mühlberg, 402,0 m ü,
Zone des Inoceramu s Schloenbachi
ß 6. Sst. dunkelockergelb bis grangelb, fk. bis mk., kleine Felspartien . .
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelblich, fk., leicht zerfallend, wenig
anstehend
4. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk
3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk
2. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk ^ Einzelne
1. Sst. mit -viel Kaolinkörnern, dunkelgelb, fk., Versteinc- : Felsbänke
rungen : \
Üstrea sudetica Sccr '
370,0 m ü. d. M.
Von Sign. 346,1 m Tal gegen Sign. 260,1 m, Ostende von Schemel
Oberes Ende des Grundes, 340,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 14. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk., einzelne Felsbänke
6,0
0,01
0,02
2,97
2.50
5.50
8,00
5,00
0,50
1.50
m
?,7
6,0
2,0
4.0
6.0
6,0
2,0
2,0
10,0
20,0
m
10,0
6,0
4.0
5.0
d. M.
m
6,0
16,0
2,0
2,0
2,0
4,0
10,0
Profile
103
13. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, hochgelb, fk. bis mk
12. Sst. mit viel kleinen Kaolinkömern, lichtgrau, fk. .
11. Sst. mit wenig Kaoliukörnern, ockergelb, fk. . . .
10. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, blaßgelb, fk. bis mk
9. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, gk., Felsbänke . .
8. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgelblicb, fk., vereinzelt größere
Quarze eingesprengt, Felsen tief zernarbt, Versteinerungen:
Pecten virgatus Nilss.
Exogyra cornu arietis Nilss. einend. Gbief
7. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk
6. Sst. grau, gk., leicht zerfallend, Felsen
5. Sst. hochgelb, mk., Felsen, dünnbankig
4. Sst mit wenig größeren Kaolinkörnern, gelb, mk
o 3. Sst. grau, sehr feucht, mk., teilweise graue \ Felsen ganz dic.kbankig,
Sandschüttung f Bänke von mehreren Metern
2. Sst. lichtgelb, mk I Mächtigkeit, Bänke abge-
I. Sst. graugelb, gk ’ rundet, wollsackähnlich
Krcibitzbach, 222,0 in ü. d. M.
Felsen
15 .
1 <>.
12 .
II.
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
ß 15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
Rennersdorf, Sign. 353,3 ro, — Krcibitzbach (Weg nach Kaltenbach)
Rennersdorf, Sign. 353,3 m ü. d. M.
Nichts aufgeschlossen
Zone des Inoceramus Svhloenbachi
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk., eisenschüssig .
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . .
Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. . .
Sst. mit Kaolinkörnorn, lichtgrau, mk. . . .
Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, fk. . .
Sst. graugelb, eisenschüssig, fk
Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. ...
Sst. mit Kaolinkörnern, grau, fk
Sst. mit Kaolinkörnorn, weißgelb, fk. bis mk.
Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk
Sst. mehr oder weniger reich an Kaolin körnern, licht-
grau, fk. bis mk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wcißgelb, fk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk
Kreibitzbach, 270,0 m ü. d. M.
Felsen, ein-
zelne Gruppen
von 3 — 10 m
Höhe. (An der
Südeinfassung
des Tales stei-
gen die Fels-
mauern in ver-
schiedenen
Terrassen
senkrecht
empor)
Felsbänke
am Wege
Felskti ppe, Sign. 356,7 m ü. d. M.
Zone des Inoceramux Scbloenbachi
Sst. weißgrau, fk 1
Sst. graugelb, fk. bis mk., eisenschüssig f Felsen, dünn
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. . . . ( geschichtet
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, graugelb, fk. . . )
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgelb bis ocker- ) Felsen, dünn
gelb, fk. mit einigen gk. Lagen > geschichtet, meist
Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graugelb, gk. ; stark zernarbt
eingesprengten Quarzen
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, gk
Sst. lichtgrau, fk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, gk
Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk. . . .
Sst. mit Kaolinköruern, wcißgelb, fk. . . . ) Felsen, dünn ge-
Sst. weißgelb, fk. bis mk I schichtet, tief zernarbt
Sst. graugelb, mit wenig kleinen Kaolinkörnern, mk., Felsbänke, dünn
geschichtet
V Felsen, dünn
geschichtet
Sst. gelb, fk., mit größeren
10,0
15.0
5.0
10.0
1,0
10,0
5,0
5,0
5,0
5,0
30,0
4.0
3.0
m
13,3
5.0
3.0
4.0
3.0
4.0
2.0
4,0
4,0
4.0
2.0
20,0
8,7
6,0
4,0
4,0
13,0
1,0
1,0
1,0
2,0
1,0
1,0
4.0
2.0
3,0
104
Profile
1. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau und gelblich, fk., Felsbänke, dünn
geschichtet
Straße von Niederkreibitz nach Rennersdorf, 296,0 m ü. d. M.
ß 3.
2 .
I.
Am „e“ von „Schranne“, 370,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, grangelb, fk.
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgran, fk.
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk. .
357,0 m ü. d. M.
Einzelne kleine
Felsbänke, dünn
geschichtet
m
6,0
5.0
2.0
Obere Kante des Steinbrucks, 342,5 m. ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 8. Sst. mit Kaolinkömern, rötlichschwarzgrau, fk. bis mk., kleine Felsbänke
auf der Kuppe 10
7. Sst. mit viel großen Kaoliokömem, lichtgraugclb, mk 0*5
6. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichscbwarzgrau, fk. bis mk 1,0
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, vorwiegend lichtgelb, mit dunkelrot gefärbten
Partien, fk. 10,0
4. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, rötlich, fk 1,0
3. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk., vereinzelt Kohlestückchen
enthaltend, Wcrksteinbank, Versteinerungen:
Pinna cretacea Schlot» 6,0
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., kohlig, mit zahlreichen Bruch-
stücken von Versteinerungen 1,0
1. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, dunkelgrau, fk 2^0
Sohle des Steinbruchs, 320,0 m ü. d. M.
Sign. 415,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 12. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgraugclb, fk. mit einzelnen größeren Quarzen
eingesprengt, leicht zerfallend, nur einige kleine Sst.-Blöcke im losen
Sande
1 1. Sst. mit zahlreichen Kaolinkörnern, weißgrau, mk
10. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk., Versteinerungen :
Pecten laevis Nilss
9. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb und weißgrau, fk., einzelne größere
Quarze eingesprengt
Sign. 396,6 m ü. d. M.
ß 8. Sst. mehr oder weniger Kaolinkörner führend, weißgrau
und weißgelb, fk., vereinzelt kleine Glimmerschüppchen
enthaltend
7. Sst., graugclb, fk., einzelne größere Quarze cingesprengt
6. Sst., dunkelockergelb, fk., eisenschüssig
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk
4. Sst. mit wenig Kaolinkörnem, weißgrau, fk., Ver-
steinerungen:
Liopislha aequivalvis Goldf. sp.
mit 20 cm dicker grobkörniger Bank
3. Sst. mit wenig Kaolinkömern, graugclbrot, fk., einzelne
größere Quarze eingesprengt, Versteinerungen:
Ostrea sudetica Scuf.
Pecten laevis Nilss
2. Sst. lichtgelb und graurötlich, mk. mit zahlreichen ein-
gesprengten Quarzen
1. Sst. lichtgrau, fk ' .
Talgrand bei Sign. 350,0 m ü. d. M.
Felspartien
dünn gebankt,
senkrecht ab-
geschnitten,
mehr oder
weniger
stark zer-
narbt,
Schichtenlage
horizontal
m
5,4
5.0
3.0
5.0
5,6
5.0
2.0
10,0
4,0
9.0
1.0
10,0
Profile
105
Letzter Felsturm östlich an Sign. 333,5 am AuftreFfen des Balzliiittenweges
auf die Straße Niederkreibitz-Altdaubitz
Gipfel des Felsturmes, 354,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
ß 11. Sst. weißgrau, fk \
10. Sst. gelb, fk ... 1
9. Sst. mit viel Kaolinkörnern, mk., größere Quarze ein- I
gesprengt I
8. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graurötlich, fk. /
7. Sst. graugelb, fk., Versteinerungen:
Pecten laevis Nilss 1
G. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkömera, rötlich, fk. . . Felsen
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb-rötlich, mk. . . . j
4. Sst. gelb, fk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt . I
3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk I
2. Sst. lichtgrau und gelb, fk., Spuren von Versteinerungen 1
1. Sst. mit Kaolinkörnern, grau bis rötlich-gelb, mk. bis gk.,
Versteinerungen :
Üstrea vesicularis Lam /
Fuß des Felsturmes, 332,0 m ü. d. M.
4.0
1.0
1,0
1,0
2,0
0,5
0,5
2,0
2,0
4,0
4,0
Am Friedhof von Kliua, 400,0 m ö. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 7. Nichts aufgeschlossen, anscheinend sehr leicht zerfallender Sst. . . . 10,0
6. Sst. weißlich und gelb, auch weiß und gelb dünn ge- ) Lose Stücke,
bändert, fk., Versteinerungen: ) keine Felsen
Cardiaster Ananchytis Leske 18,0
5. Sst. stark eisenschüssig, gelb, fk., gespickt mit groben Quarzkörnern . 2,0
4. Sst. blaßviolet, fk 2,0
3. Sst. mergelig, rötlichweiß und gelb, fk., vereinzelt größere Quarze ein-
gesprengt 3,0
2. Nichts aufgeschlossen 5,0
1. Sst. weißlich, gelblich and rötlich gefleckt und gestreift, fk. bis mk.,
kohlig, schnell wechseld in Korn und Farbe, Versteinerungen:
1. Pinna cretacea Schloth.
2. Pecten virgatus Nilss.
3. Pecten laevis Nilss.
4. Neithea grypheata Schloth. sp.
5. Üstrea sudetica Sccp.
6. üstrea vesicularis Lam.
7. Liopistha aequivalvis Goldf. sp 10,0
Khaatalstraße, 350,0 m ö. d. M.
Oberes Ende der Schlucht bei 400,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 13. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk., einzelne Felsbänke, z. T.
stark zernarbt . . . 10,0
12. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelbrot, fk., undeutliche Ver-
steinerungen, Felsen schwach zernarbt 10,0
11. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, mk., Felsen zernarbt . . 10,0
10. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißlich, fk., Felsen schwach zer-
narbt 10,0
9. Sst. mit Kaolinkömera, weißlich, fk. bis mk 1 Felsen 10,0
8. Sst. gelb, mk., mit undeutlichen Versteinerungen . . \ stark 10,0
7. Sst weißgrau, fk ) zernarbt 18,0
6. Sst. gelb, fk. bis mk., hart, Felsbänke 6,0
5. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend 5,0
106
Profile
4. Nichts aufgeschlossen 160
3. Sst. weißgelb und ockergelb, mk. bis gk., Felsen eng geschlachtet, meist
zernarbt 30,0
2. Sst. lichtgelb, mk. bis gk., leicht zerfallend 10,0
a 1. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend; der Talboden liegt im hell-
grauen Sande 45,0
Schluchtausgang gegenüber der Kirche von Windischkamnitz,
210,0 m ü. d. M.
Der Fahrweg, der vom Huttenberge an Sign. 343,0 herab zum „J“ von
„Jonsbach“ führt, schneidet ein kleines Kiefernwäldchen, am Wege sind meist
nur lose Sande aufgeschlossen.
320,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi
ß 5.
4.
3.
2 .
1 .
Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelbgriin und graugelb, rok
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk ] Östlich des We^-cs eine
Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . ( kleine Schlucht, in der
Sst. mit viel Kaolinkörnern, grau, mk , dünn- el ^KeÄken
geschichtete Banke am Wege ) ansteht
260,0 m ü. d. M.
m
10,0
20,0
10,0
10,0
10,0
Östlich des vorgenannten Weges ist der Fahrweg, der vom Huttenberg
herab durch das „b“ von „Jonsbach“ führt und bald nach W umbiegt, in eine
kleine Schlucht cingeschnitten, in der Felsbänke zu beiden Seiten anstehen.
300,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi m
ß 4. Sst. mit Kaolinkörnern, ockergelb, fk 10,0
3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelbgrün, mk 10,0
2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk 10,0
1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb und gelb, fk. bis mk 20,0
Die Schichten sind schwach nach S geneigt
250,0 m ü. d. M.
Kesselgraben (Tälchen westlich am Maiberg), 320,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi
Huttenbergschollc
T 9- Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk
8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk
7. Ton bezw. Mergel (?), dunkel . . . •
ß 6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk
— Störungslinie XXIII —
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Maibergscholle
Y 4. Tonmergel, dunkelgrau, fk
ß 3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
2. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, fk
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk
286,0 m ü. d. M.
15,0
2,0
2,0
2,0
4,0
4,0
Südlich von Neu-Ohlisch, Sign. 288,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 8. Nichts aufgeschlossen 8,0
7. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk., dicke Sandsteinbänke ..... 5,0
Profile
107
19.
18.
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
20 .
19.
18 .
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsbänke zernarbt .... 5,0
Sst. grau, mk. bis gk 10,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk 5,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, fk. bis mk., Felsen zernarbt . 5,0
Sst. weißgrau, gk 5,0
Sst. weißlich und dunkelgrau, mb. bis gk., Steinbruch 10,0
Talgrund in Neu-Ohliscb, 235,0 m ü. d. M.
Kreuzstein — Hadergrand. Krenzstein, 305,2 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus ScMoenbachi m
Sst. mit viel Kaolinkörnern, ocker- bis graugelb, mk. bis gk , Felsbänke 10,2
Sst. mit Kaolinkörnern, ocker- bis graugelb, mk., Felsen zernarbt . . 10,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk. . v 10,0
Sst. grau und gelb gestreift, fk., einzelne größere Quarze 1
eingesprengt f Einzelno 2,0
Sst. lichtgrau, mk. bis gk > kleine 3,0
Sst. graugclb, mk., einzelne größere Quarze eingesprengt, l Felsbänke
undeutliche Versteinerungen l 1,0
Sst. licht grau, mk. bis gk., leicht zerfallend . . . . • 5,0
Sst. weißgelblich fk bis gk., einzelne größere Quarze ) Fe]gen meist
eingesprengt, undeutliche Versteinerungen > zernarbt * 2 ' 0
Sst. ockergelb, mk ) ‘ 2,0
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, Felsen 1,0
Sst. weißgelb, mk., Felsen zernarbt 2,0
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, Felsen 2,0
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 1 1,0
Sst. grau, mk ( Felsen 1,0
Sst. gelbgrau, fk. bis mk I zernarbt 1,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk. . ) 2,0
Nichts aufgeschlossen 5,0
Sst. graugelb, fk. bis mk., einzelne größere Quarze eingesprengt . . 5,0
Sst. weiß- und rötlichgrau, fk. bis mk., kleine Felspartien 5,0
Hadergrund, 225,0 m ü. d. M.
SW-Hang des „Huttenberges** gegen „t“ von „Kreuzstein“
SW am Huttenberge
Ober 310,0 m ü. d. M. nichts aufgeschlossen
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk., Felsbänke 2,0
Nichts aufgeschlossen 8,0
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, mk., Felsen zernarbt 2,0
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk., einzelne Felsbänke .
Sst. mit Kaolinkörnern, grau, mk.
Sst. mit Kaolinkörnern, ockergelb, mk / dickbankig
Felsen
6,0
2,0
2,0
8,0
Felspartie
wenig
zusammen-
hängend
Sst. lichtgrau, fk. bis
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hell- bis graugelb, fk. bis
mk., Versteinerungen
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, vereinzelt größere
Quarze eingesprengt, mk., Versteinerungen:
Neilhea gryj/heata Sciilotit. sp
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, mk., Felsen zernarbt 4,0
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgrau, fk. bis mk., Ver- \
steinerungen : I
Bank mit kleinen Ostreen 1 Felsen
Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk / dickbankig
Sst. grau, gk. bis konglomeratisch \
Sst. hellgrau, fk., undeutliche Versteinerungen . . . '
8,0
2,0
6,0
2,0
2,0
4,0
108
Profile
6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, grau nnd gelb gestreift, \
fk. bis mk I 7^0
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk. bis gk., un- > k eisen
deutliche Versteinerungen . . . .( scharfkantig
4. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkclgrau, fk. bis mk. J s’o
3. Nichts aufgeschlossen
2. Sst. grau. fk. bis mk., leicht zerfallend 2,0
1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk., leicht zerfallend ... 8^0
Dorfstraße in Jonsbach, westlicher Teil, am „t“ von „Kreuzstein“, 220,0 m ü. d. M.
20 .
19.
18 .
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Gipfel des Kleinen Bärensteines, 338,3 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. dunkelgraugelb, mk. bis gk \ „ .
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk. . . . J senkrechte
Sst. wcißgelb, mk .....( Felswände
Sst. grau, gk / . l 10 ' 1 F ® ,8 ‘
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. . . . \ ' >an * ie , t ’ i * ar “
Sst. weißgelblich, mk. bis gk ] zernarbt
Sst. grau, mk., Felsbank
Sst. gelb, mk., eisenschüssig '
Sst. lichtgraugelb, mk Senkrechte
Sst. weißgelb, mk Felswände,
Sst. lichtgelb, mk. bis gk stark zernarbt,
Sst. lichtgelb, mk Gestein hart
Sst. rot, mk., eisenschüssig
Nichts aufgeschlossen
Sst. mit Kaolinkörnern, gelbgrau, mk ) Vereinzelte
Sst. grangelb, mk. mit eingesprengten größeren Quarzen j Felsbänke
Bruchlinie (?)
Sst. lichtgelb, fk. mit zahlreichen eingesprengten \ Diebskeller, senkrechte
größeren Quarzen, Aussehen zum Teil fast gk. I Felsmassen, stark zer-
Sst. grau, gk. klüftet, an einer Stelle
Sst. grau, mk. bis gk . I ein schmaler, oben ge-
schlossener Durchgang
Sst. lichtgelb, mk.
Am Diebskeller, 240,0 m ii. d. M.
4,3
4.0
1.0
1,0
2,0
2,0
1.0
1,0
2,0
5,0
5,0
4,7
0,3
10,0
10,0
15,0
15,0
2,0
5.0
8.0
Felspartie am „R“ von „Rabsteine“ im Goldbachtale.
Obere Kante des Felsenhangcs, 270,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
11. Sst.
10. Sst.
9. Sst.
8. Sst.
7. Sst.
6. Sst.
5. Sst.
4. Sst.
3. Sst.
2. Sst.
1. Sst.
mit viel Kaolinkörnern, ockergelb, fk. bis mk.
mit viel Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . . .
mit viel Kaolinkörnern, ockergelb, mk. bis gk.
lichtgrau, mk., Oberfläche zerlöchert ....
mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, fk. bis mk. .
mit wenig Kaolinkörnern, hellgelb, konglomeratisch
mit wenig Kaolinkörnem, ockergelb, mk.
mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis gk.
mit Kaolinkömern, hellgelb, mk
mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. . .
mit Kaolinkörnern, gelb, fk. bis gk., Versteinerungen:
Lima canalifera Goi.df.
Üstrea vesicularis Lau. (Bank)
Turritella sp
Goldbachtal, 240,0 in ii. d. M.
■I
Felspartien
dünn
geschichtet
Felspartien
dünn
geschichtet,
Oberfläche
zernarbt
1,0
3.0
1.0
3,0
3.0
1.0
2,0
2,0
2,0
6,0
6,0
Profile
109
P 9-
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
ß 16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9 .
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Obere Kante der Albswände, 294,0 m ö. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. mit größeren Kaolinkörnern, grangelb, mk. bis gk. \
Sst. mit viel Kaolinkömern, grangelb, Sk. bis mk. . . j
Sst. mit Kaolinkörnern, rotgelb, mk. bis konglomeratisck 1
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, fk. mit einge- |
gesprengten einzelnen größeren Quarzen nnd mit dünnen 1
grobkörnigen Lagen, mit eisenschüssigen Bändern . . \ Felsbänke
Sst. mit viel Kaolinkörnern, rotgelb bis rot, mk. bis gk. i
Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelblich bis dunkel- i
ockergelb, mk., mit undeutlichen Versteinerungen . . I
Sst. mit Kaolinkörnem, graugelb, mk 1
Sst. weißgrau, gk
Sst. mit Kaolinkömern, weißgrau, mk /
Fahrweg im Kamnitzgrunde, 280,0 m ü. d. M.
Gipfel des Rauensteines, 304,0 in ii. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. mit Kaolinkömern, lichtgraugelb, mk. bis gk., Senkrechte
Korn sehr unregelmäßig . . . ... . ■ ■ ■ Felspartien,
Sst. mit Kaolmkornern, rothchgelb, nik., Korn unregel- j einzelne
Sst. lichtgelb. mk. bis gk., Korn unregelmäßig . . . | W eiTi K "ßiude-
Sst. mit Kaolinkömern, dunkelgelb, mk. bis gk., Korn l mi g e[ 1|nd
unregelmäßig •■••••■ • • • • ; * * • überschüttend
Sst. lichtgelb, mk. bis gk., Korn unregelmäßig . . .
Sst. lichtgraugelb, mk. bis gk 1 Einzelne
Sst. grau, fk. bis mk. ( gerundete
Sst. graugelb, k. bis nik I Felsbänke
Sst. gelbgrau, fk. bis mk ]
Sst. graugelb, mk \ Dicke, meist
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend . ... I gerundete
Sst. weißgraugelb, mk I Felsbänke,
Sst. gelb, mk (mit großen
Sst. weißgraugelb, fk \ runden
Sst. weißgraugelb, fk., Felsen zernarbt • / Löchern
Sst. weißgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend, keine Felsbänke ....
Fuß des Rauensteines auf der Ebenheit, 200,0 m ü. d. M.
2,0
1,0
3,0
1,5
2,0
1,0
1,0
13.0
1,0
3.0
2.0
7.0
3.0
5.0
4.0
6.0
5.0
10.0
10,0
9.0
4.0
2.0
20,0
Am Ostabfall der Ebenheit gegen Bahnhof Rathen ist von 200 m — 125 m herab
fast nichts aufgeschlossen. Die Schichten gehören dem Mittelturon an. Nur in 150
155 m Meoreshöhe treten am Wege einige weißgelbliche Sandsteinbiiuke hervor, zwischen
denen in etwa 50 cm Mächtgkeit ein roter, z. T. rot und gelb dünn gebändeter feinkörniger
Sandstein ansteht, wie er für das Mittelturon charakteristisch ist.
Brand (340 m) — Tiefer Grund (160 m).
Nördlich vom Brandgipfel, 340,0 m ü. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
ß 37. Sst. mit viel kleinen Kaolinkömern, lichtgraugelblich, 1
fk. bis mk ( Felsbänke 5,0
36. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, grau, fk. bis mk. 1 am Steilhange
mit vereinzelten gröberen Quarzen ) 15,0
Brandgipfel
110
Profile
35.
34.
33.
32.
31.
30.
29.
28.
27.
26.
25.
24.
23.
22 .
21 .
20 .
19 .
18.
17.
16.
15 .
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk. mit zahlreichen ein-
gesprengten größeren Quarzen
Sst. lichtgrau, fk. bis mk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk. mit eingesprengten
größeren Quarzen
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Korn unregelmäßig . . . , 0 , ,.
Sst. grau|elb, mk., hart .......... Senkrechte
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, wenig Bindemittel . , . e s " i ‘ n ®»
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Korn / f7,. g . r i ’
Sst. weißgelbüch, mk. [ «‘^“^huss.g
Sst. grau, (k. mit einigen dünnen gelben Lagen
Sst. graugelb, fk. bis mk., Korn unregelmäßig . .
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelblich, mk
Sst. grau, fk. bis mk
Sst. weißgelblich, mk /
Sst. rötliohgrau, fk., Felsbänke stark zernarbt ... 1
Sst. weißgrau, fk. bis mk ( Senkrechte
Sst. rötlichgelb, mk f Felswände
Sst. weißgelb, fk )
Sst. lichtgrau, fk. mit dünnen Lagen von gelber Farbe, wenig Binde-
mittel, leicht zu Sand zerfallend
Sst. gelb, fk. mit eingesprengten größeren Quarzen, Felsbänke, stark
zernarbt
Sst. lichtgrau, fk., wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . .
Sst. dunkelgelb, fk
Sst. lichtgrau, fk , wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . .
Sst. graugelb, fk
Sst. lichtgrau, fk., wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . .
Sst. graugelb, fk. bis mk., Felsbäoko
Mittelturon
Sst. lichtgrau, fk., senkrechte Felswände
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit eingesprengten größeren Quarzen,
einzelne Felsbänke
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgclbgrau, fk
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, mk
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk , leicht zerfallend . .
Nichts aufgeschlossen
Sst. graugelb, fk. mit vereinzelten eingesprengten
größeren Quarzen
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk. mit vereinzelten ein-
gesprengten gröberen Quarzen
Tiefer Grund, 170,0 m ü. d. M.
Senkrechte
Felswände,
dünn gebankt
5.0
10,0
4.0
1.0
5.0
3.0
4.0
3.0
5.0
11,0
3.0
LO
2.0
1,0
2,0
5.0
2.0
2,0
1,0
18,0
1,0
1,0
10,0
3.0
7.0
3.0
2.0
3.0
5.0
5,0
5,0
Stratigraphischer Teil
Das Cenoman
Cenomane Sandsteine treten nur im Eibtale zwischen Tetschen
und Herrnskretschen in Verbindung mit der hier emporgehobenen
Grundgebirgsscholle auf. Sie bilden im allgemeinen sanft geböschte
Hänge. Zu unterst sind 10 — 15 m mächtig Konglomerate und grob-
körnige Sandsteine entwickelt, über denen in einer Mächtigkeit bis
zu 80 m feinkörnige, licht gefärbte, tonige Sandsteine folgen. An der
Obergrenze der Zone treten an verschiedenen Stellen Quellen hervor.
Im Sommer 1926 wurden diese Schichten bis zu einer Mächtigkeit
von 75 m durch eine im Kurbad Schandau vorgenommene Tiefbohrung
erbohrt. Das Bohrprofil ist Seite 86 wiedergegeben und bedarf keiner
weiteren Erläuterung. Im übrigen wurde das Cenoman nicht beson-
ders untersucht. Auf die Schilderung der cenomanen Schichten durch
BECK und Hibsch 1 ) sei hingewiesen.
Das Unterturon
Zone des Inoceramvs labiatus ScilLOTHEIM 2 )
Die Zone des Inoceramns labiatus ist auf das westliche Randge-
biet beschränkt und nur im Elbtale sowie in einigen Seitentälern, ins-
besondere im Kamnitzbachtal, in steilen Eelsabstürzen aufgeschlossen.
Durch tektonische Vorgänge ist sie am Kosenkamm bei Niedergrund
in ein hohes Niveau gerückt und bildet daselbst landschaftlich großartig
hervortretende Felsbastionen. Die Untersuchung wurde auf einige
günstige Stellen beschränkt, was für den Zweck dieser Arbeit genügen
dürfte. Um zu einer entscheidenden Beurteilung der Zone zu gelan-
gen, hätte sich eine Durcharbeitung des Gebietes westlich der Elbe,
wo sie über größere Flächen aufgeschlossen ist, nötig gemacht. Da-
durch würde die vorstehende Arbeit ohne zwingenden Grund ihr ur-
sprüngliches Ziel noch weiter überschritten haben.
Das Leitfossil Inoceramvs labiatus Schlotheim konnte in unserem
Gebiet nicht gesammelt werden, ist aber nach BECK und UlBSCH 3 )
in der Dürrkamnitzschlucht aufgefunden worden.
') Beck, R. u. J. Hibsch, Erläuterung zu Blatt Großer Winterberg -Tetschen der
geol. Karte von Sachsen, S. 23 — 27.
J ) Vergl. Ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elb-
tales, S. 10. Leipzig 1927.
3 ) Beck, R. u. J. Hibsch, Erläuterung zu Blatt Großer Winterberg- Tetschen der
geol. Karte von Sachsen, S. 30. Leipzig 1S95.
112
Das Unterturon
Im allgemeinen wurde die von der sächsischen geologischen Lan-
desaufnahme vorgenommene Abgrenzung der Zone als gegeben ange-
nommen. Auf deren eingehende Schilderung in den Erläuterungen
zu Blatt Großer Winterberg — Tetschen 1 ) sowie ganz besonders in denen
zu Blatt Rosenthal — Hoher Schneeberg 2 ) sei hiermit verwiesen. Ent-
gegen den Angaben der geologischen Karte Blatt Königstein — Hohn-
stein, Nr. 84 und Blatt Sebnitz — Kirnitzschtal, Nr. 85 der sächsischen
geologischen Landesaufnahme ist jedoch am östlichen Elbufer zwischen
Schmilka und Niederrathen bis zu ungefähr 150 m Meereshöhe die
Zone des Inoceramus labiatus einzuzeichnen.
Die Mächtigkeit der zutage anstehenden Schichten wurde in
Herrnskretschen mit 37 m (Profil S. 85), in der Edmundsklamm (Profil
S. 89), in der Dürrkamnitzschlucht (Profil S. 89) und in der Kirch-
schlucht von Hohenleipe (Profil S. 96) mit 50 m festgestellt. Im Mühl-
grunde (Profil S. 96) ist die Zone 65 m mächtig, wahrscheinlich aber
durch eine Bruchlinie auseinandergezogen. Die gesamte Mäch-
tigkeit der Zone beträgt im behandelten Gebiet im Durch-
schnitt 50 m.
In Form von gewaltigen Sandsteinquadern, aufgetürmt zu senk-
rechten Felswänden, tritt die Zone des Inoceramus labiatus an diesen
Stellen auf. Die dicken Felsbänke sind in den obersten Schichten an
der Außenseite zernarbt.
Die Gesteinsfarbe wechselt zwischen hellgrau, rötlich-weißgrau
und einem nach grau abgetönten Gelb. In den oberen Bänken des
MUhlgrundes treten lebhafte Orangetöne hervor.
Die Korngröße der das Gestein zusammensetzenden Quarzkörner
schwankt zwischen grob und fein, ein mittleres Korn ist vorherr-
schend. Seltener sind grobkörnige Partien; in den oberen Schichten
stellen sich auch feinkörnige Sandsteine ein. In der Umgebung der
Grundmühle sind in eine mittlere Grundmasse öfters grobe Quarze ein-
gesprengt. Bindemittel ist nur wenig vorhanden; cs ist tonig oder
eisenschüssig.
In der Dürrkamnitzschlucht wurden nur einige Stichproben ent-
nommen.
Die auf Blatt Rosenthal — Hoher Schneeberg (S. 22 und 23) zur
Zone des Inoceramus labiatus gestellten Schichten mit Rhynchonella
plicatilis So\v. ( Rhynchonella bohemica SCHLOENß.), in deren Gesell-
schaft dort das Leitfossil Inoceramus labiatus nicht vorzukommen
scheint, sind wohl richtiger der Zone des Inoceramus Lamarclci zuzu-
rechnen. Die nach SCHALCH in diesen Schichten weiter auftretenden
Arten
Pinna ilecuttala Goldf. Exngyra columba Lau.
Lima canali/era Goldf. Callianassa anliqua Orro
würden kein Hindernis für die Umstellung bilden. Im Mühlgrunde
liegen 35 m über der Oberkante unserer Labiatus-Hchichtea eigenartig
*) Ebendaselbst, S. 27— 30.
J ) Schalch, F., Erläuterung zu Blatt Rosentbal-Hoher Schneeberg der geol. Karte
von Sachsen, S. 18 — 23. Leipzig 1889.
Das Mittelturon 113
gefärbte Sandsteine mit Rhynchonella plicatilis Sow., die wir der Zone
des Inoceramus Lamarcki zurechnen.
Durch das im Sommer 1926 am Kurhaus Schandau niedergetrie-
bene Bohrloch und die Aufnahme eines Profiles von den Oberen Kirch-
leitenbrüchen bis zum Liliensteingipfel konnte ich in der Zone des
Inoceramus labiatus auch weiter nach NW und W Feststellungen tref-
fen. Im Bohrloch von Schandau ist innerhalb der in einer Mäch-
tigkeit von 37,40 m aufgeschlossenen Schichten dieser Zone die Ver-
feinerung des Kornes bereits stark vorgeschritten. Von besonderer
Wichtigkeit ist hier auch das Auftreten eines dunkelgrauen Tones
(Schicht 24) in 9,60 — 11,60 m, sowie eines schwarzgrauen sandigen
Tones (Schicht 22) von 5,90 — 7,70 m über der Basis der Zone. In den
Oberen Kirchleitensteinbrüchen sind nach der geologischen
Karte die unteren 24 m der Zone des Inoceramus Lamarcki von dieser
abgetrennt und der Labialus - Zone zugeteilt worden. Auch hier herrscht
das feinere Korn vor. Das Gestein von Schicht 1 und 4 erinnert bereits
sehr an den Bildhauersandstein von Rottwerndorf bei Pirna. Die Farbe
ist hier rötlich- bis schwärzlichgrau; teilweise sind zahlreiche staub-
förmige kohl i ge Beimengungen sowie vereinzelt größere Kohlen -
brocken im Gestein vorhanden. Eigentümlich sind diesen letzteren
Schichten ferner dünne Lagen undeutlicher schwammartiger Gebilde,
die als Spongttes saxonicus Gein. bezeichnet werden. Auch ein Pinna-
Bruchstück fand ich daselbst.
Die Farbe der Sandsteine im Bohrloch von Schandau wie auch
in den Steinbrüchen der Oberen Kirchleite ist grau und gelb.
In den Steinbrüchen von Rottwerndorf ist die Labialus - Zone
sodann als ein gleichmäßig feinkörniger, graulichweißer bis gelblich-
grauer, zahlreiche kohlige Partikel führender Quarzsandstein ausge-
bildet, der in der Richtung nach Dresden bald in Pläner übergeht.
Das Mittelturon
b) Zone des Spondylus spinosus SOWERBY und
Hetcroceras Reußianum Schlüter.
a) Zone des Inoceramus Lamarcki Parkinson.
In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« 1 ) habe ich mich ganz
besonders damit beschäftigt, eine Klarstellung der mittelturonen
Kreideschichten des sächsischen Elbtales zu erreichen. Das Ergebnis
wurde darin in folgender Weise zusammengefaßt 2 ):
»Die Zone des Inoceramus Brongniarti hat eine Mäch-
tigkeit von ungefähr 60 m. Sie ist am Hohen Schnee borg
als glaukonitischer Sandstein, östlich der Elbe als Sand-
stein und bei Dresden als Plänermergel entwickelt. Sie
enthält Inoceramus Brongniarti Sow.
■) ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales.
Leipzig 1927.
s ) Ebendaselbst, S. 37.
Neue Folge. Heft 112
8
4
114
Das Mittelturon
Die Zone des Scaphites Geinitzi, richtiger als Zone
des Spondylu s spinosus und Heteroceras Reußianum zu
bezeichnen, trifft man, ungefähr 30 m mächtig, im Sand-
stein g e b i e t westlich der Elbe sowie am Hohen Schneeberg
als »B rong n i a rfi-Pläner (KrietzschwitzerPläner)«, östlich
der Elbe als weichen, mehr oder weniger tonigcn Sand-
stein. Bei Dresden ist die Zone durch die Plänermergel
und Plänerkalke von Räcknitz-Strehlen vertreten. Sie
enthält an wichtigen Fossilien Inoceramus Brongniarti
Sow. und Spondylus spinosus Sovv.«
ln dieser Arbeit erschien es vorteilhaft, die Bezeichnungen »ino-
ceramus Brongniarti « und »Brongniarti- Zone«, wie dies vorher jahr-
zehntelang in der Literatur geschehen ist, beizubehalten. Nachdem je-
doch YVOODS bei Neubearbeitung der englischen Kreidefossilien 1 ) fest-
gestellt hat, daß dem Leitfossil Inoceramus Brongniarti der Name
Inoceramus Lamarcki zukommt, muß die so tief verankerte bisherige
Benennung allmählich verschwinden. Wie in der erwähnten Arbeit von
mir ausgeführt ist, sind als Leitfossilien für das Mittelturon aus der von
Woods als Inoceramus Lamarcki zusammengefaßten formenreichen
Gruppe die Abbildungen Textfig. 65 67, sowie ferner, als Varietät
Cuvieri Sow. bezeichnet, Textfig. 76 -82 und Taf. LIII, Fig. 7 anzu-
sehen. Sie zeichnen sich u. a. durch ein eckiges Umbiegen der kon-
zentrischen Falten auf dem Rücken der Schale aus und haben ihr
Lager in der englischen Zone der Terebrahilina lata und in der des
llolaster planus, was unserer Lamarcki- und Spinosus-'/onc ausgezeich-
net entspricht. Was von Woods aus anderen Schichten zu dieser Art
gestellt ist, läßt sich, soweit aus den Abbildungen ein Vergleich mög-
lich, unschwer abtrennen. Leider scheint das Original zu Inoceramus
Brongniarti Sow. nach der Abbildung bei WOODS so mangelhaft er
halten zu sein, daß die Begründung einer Varietät hierauf ausge-
schlossen ist.
Östlich der Elbe sind die für die Zone des Spondylus spinosus
eigentümlichen Fossilien Spondylus spinosus Sow., Terebratida senii-
globosa Sow. und Heteroceras Reußianum Schl, leider bis jetzt noch
nicht aufgefunden worden. Auch Gesteine, nach denen sich diese Zone
mit einer gewissen Sicherheit verfolgen ließe, sind nicht vorhanden 2 ).
Es bleibt deshalb nur der Ausweg, beide Zonen, die des inoceramus
Lamarcki und die des Spondylus spinosus, hier unter der Bezeichnung
»Mi ttelturone Sandsteine« zusammenzufassen.
A 1 s besonderes wichtiges Ergebnis meiner genannten
Arbeit ist die Feststellung zu buchen, daß der Inoceramus
Lamarcki in der gekennzeichneten Ausbildung im Elb-
sandsteingebirge nicht über das Mittelturon ( Lamarcki-
und Spinosus - Zone) hinausgeht und daß diese beiden
■) Woods, EI., A Monograph of the cretaceous Lamellibranchia of England, II,
S. 315, Textfig. 70. London l’J04 — 1913.
2 ) Eine Ausnahme bildet nur der in der äußersten Westecke des bearbeiteten Gebietes
gelegene neu entdeckte Plänermergel von Bonnewitz (S. 77).
Das Mittelturon
115
Zonen zusammen im Elbtale nur eine Mächtigkeit von
etwa Dü m besitzen, während man bisher der »Brongniurii- Zone«
allein, z. B. bei Schandau, eine Sandsteinmasse von ungefähr 350 m
Mächtigkeit zuteilte. Unter dieser Bezeichnung wurde nämlich die
gesamte Schichtengruppe zusammengefaßt, die zwischen der Zone des
Inoceramus labiatus und den Tonmergeln der Zone des Inoceramus
Cuvieri ( Schloenbachi) liegt. Ein eingehender Vergleich der Schichten
des Elbtales mit denen von Nordwest-Deutschland und anderen wich-
tigen Kreidegebieten ergab die Unhaltbarkeit der bisherigen Auf-
fassung und brachte erstere in ein überraschend übereinstimmendes
Verhältnis zu den übrigen.
Trotz dieser Beschränkung ist das Mittelturon im Elbsandstein-
gebirge noch weit verbreitet. Zahlreiche Schluchten und Gründe
sind in die Sandsteine mehr oder weniger eingeschnitten. Auch öst-
lich der Elbe lassen sie sieh in gleicher Weise verfolgen, bis sie all-
mählich unter der ansteigenden Sohle der Talgründe verschwinden.
Die Obergrenze des Mittelturons tritt im Gelände morphologisch
dort ausgezeichnet hervor, wo es infolge entsprechender Höhenlage
dieser Schichten zur Herausbildung von Ebenheiten kam. Die
tonigen Sandsteine des Mittelturons setzten dem Anschneiden und der
Zerstörung durch die Fluten der früheren Elbe einen größeren Wider-
stand entgegen als die überlagernden bindemittelarmen Sandsteine der
Stufe ci der Schloenbachi- Zone. Die Zertalung des Mittelturons erfolgte
deshalb verhältnismäßig langsam, das Bett der Elbe konnte sich auf
den wasserschwerdurchlässigen Schichten hin und her verschieben;
die Oberfläche des Mittelturons bildete sich zu größeren Tafeln heraus,
den Ebenheiten, auf denen die Reste der überlagernden Sandsteine, ge
festigt durch irgendein Härtungsmittel, als »Steine« emporragen.
Die im westlichen Teile von Blatt Rosenthal — Hoher Schneeberg
als glaukonitischer Sandstein ausgebildete Zone des Inoceramus La-
marcki verliert nach 0 bald ihren Glaukonitgehalt. Auf der ganzen
Linie tritt sie als ein weicher Sandstein mit schwachen tonigen Zwi-
schenlagen über die Elbe. Schroffe Felswände sind selten, nur ein-
zelne, bis einige Meter mächtige Felsbänke zeigen sich da und dort
an den steil geböschten Abhängen. Häufig ist das frische Gestein unter
Verwitterungsprodukten und Schutt verborgen. An der Unteren
Schleuse (Profil S. 92) ragen die untersten Schichten in einer Mäch-
tigkeit von 10 15 m als senkrechte Felswände über der Talsohle empor.
Die S /miostts-Zone, die westlich der Elbe als Plänersanstein
entwickelt ist, geht östlich der Elbe wie die Lamarcki - Zone in weichen
Sandstein über, aus dem sich Felsbänke nur selten hervorheben.
Unsere mittelturonen Sandsteine bestehen vorwiegend aus Quarz-
körnern von meist hellgrauer Farbe, sehr oft ist ein toniges
Bindemittel vorha n d e n. Auch schwache, meist nur papierdünne
Tonlagen sind ihnen eigentümlich (vergl. besonders Profil Postel-
witzer Steinbrüche S. 85 und Lilienstein S. 87). Das Korn ist sehr
ungleichmäßig und wechselt schnell. Mittel- und feinkörnige Sand-
steine herrschen vor, grobkörnige Lagen sind seltener. Kaolinisierter
8 *
116
Das Mittelturon
Feldspat in kleinen Körnern ist in manchen Schichten als Gemengteil
stark beteiligt, tritt aber sonst im allgemeinen zurück.
Die Farbe der Sandsteine ist vorherrschend gelb in allen Schattie-
rungen von hell -bis dunkel. Häufig geht das Gelb auch ins Rötliche
über. Rötlichgraue Gesteine sind ebenfalls nicht selten. Die bunten
Farben sind niemals rein, sondern erhalten durch die meist graue
Färbung der Quarzkörner einen grauen Unterton. Die dünnen Ton-
lagen sind von dunkelgrauem Aussehen. In den Postei witz er
Steinbrüchen (Profil S. 85) und in den Steinbrüchen der Obe-
ren Kirch leite (Profil S. 88) konnte die Schichtenfolge nach Farbe
und Korngröße am frischen Gestein gut verfolgt, werden. In der unteren
Abteilung der Zone treten Schichten auf, die aus dünnen Lagen von
gelbem, rotem, grauem oder weißem Sandstein zusammengesetzt sind
und ein sehr buntscheckiges Bild geben. In ihnen oder in ihrer
Nähe finden sich meist auch Versteinerungen. Derartige Sandsteine
wurden festgestellt z. B. in den Postelwitzer Steinbrüchen (ITofil S. 85,
Schicht 15), in der Oberen Kirchleite (Profil S. 88, Schicht 20), im
Talgrunde nördlich von Wendischfähre (S. 18), in Schemel südlich
Sign. 271,7 (Profil S. 40, Schicht 3) und im Mühlgrunde (Profil Roseu-
berg S. 05, Schicht 10).
An Versteinerungen habe ich im Mittelturon des Elbtales ge-
sammelt:
Spongiles saxonicus Geis. 1 )
Rhyncbonella plicata tis Sow.
Inoceramus Lamarcki Pauk.
Einna sp.
Lima canalifera Golde.
Neilltea grypheata Schlots.
Ostrea vesicularis Lam.
Exogyra cornu arietis Nii.au. einend. Griei-,
Exogyra columba Lam.
Eectunculus Oeiniui d’Oiib.
Die fossilführenden Schichten sind hier vorwiegend auf die untere
Abteilung des Mittelturons beschränkt. In höheren Schichten habe ich
Fossilien nur selten gefunden und zwar nur in der Nachbarschaft der
bunten Sandsteine z. B. im Mühlgrunde 50 in unter der Obergrenze
des Mittelturons eine Rhynchonellenbank mit Pinna sp. sowie an der
Unteren Schleuse in derselben Höhenlage Ostrea vesicularis Lam. ln
der Oberen Kirchleite findet sich in 26 — 31 m über der Basis des
Mittelturons Exogyra columba Lam. in zahlreichen Exemplaren. Die
in den Pläner mergeln nordöstlich von Bonnewitz (oberstes
Mittelturon Spinosus- Zone) aufgefundenen Fossilien sind Seite 78
aufgezählt. Die von früheren Autoren anscheinend aus dem Mittel-
turon aufgeführten Fossilien können leider nicht berücksichtigt wer-
den, da ihre Lagerstätte nicht genau bekannt, ist. Peinliches strati-
graphisches Sammeln wird auch in Zukunft im Elbtale
notwendig sein.
') Spongiles saxonicus Geis, ist in der sächsisch-böhmischen Kreide weit verbreitet.
Das Fossil ist bei seiner zweifelhaften Natur im allgemeinen nicht beachtet worden.
Das Oberturon
117
Das Oberturon
Die Zone des Inoceramus Sch/oenbac/ii J. Boeiim
Die unter der Bezeichnung »Cuvieri- Zone« bisher in der Lite-
ratur geführte Zone ist aus der sächsisch-böhmischen Kreide nur sehr
mangelhaft bekannt. Über die ihr zuzuteilenden Schichten herrschte
bis vor Veröffentlichung meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« 1 )
im Vorjahre vollständige Unklarheit. HlBSOH 2 ) hat als CWieri-Zone
die Tonmergel der sogenannten »Priesener Schichten« bezeichnet, die
aber nur die oberste Abteilung der Zone darstellen. In letzterer Zeit
hat er die Tonmergel in die Scaphiten Zone, Cuvieri-Zone und in den
Ernscher aufgeteilt. Unter Anlehnung an SCUPIN 3 ) hatte Verfasser
im Jahre 1911 4 ) eine ungefähr 60 m mächtige Sandsteinschichtenfolge
über den Tonmergeln des Kreibitztales noch mit dieser Zone vereinigt
und infolgedessen auch die angeblich Uber den Tonmergeln von
Zatzschke liegenden Sandsteine der Herrenleite der Cuvieri- Zone zu-
geteilt. PlETZSCIf 6 ) stellt in die Cuvieri-Zone nur den Überquader
(Herrenleitesandstein usw.), dementsprechend auch KöSSMAT G ). Die
Herrenleitesandsteine sind von anderen Seiten 7 ) aber auch in den
Ernscher gestellt worden. In meiner vorjährigen Arbeit ist es mir ge-
lungen, das Mittelturon in Sachsen und Böhmen in Übereinstimmung
mit weiteren Kreidegebieten nach oben abzugrenzen. Hierdurch hat
sich für die Cuvieri- Zone in Sachsen und dem angrenzenden böhmi-
schen Gebiet zu unterst eine ungefähr 200 m mächtige Sandsteinfolge
und darüber 60 — 90 m mächtig eine Wechsel lagerung von Tonmer-
geln und Sandsteinen, letzter«' die frühere Cuvieri- Zone von Iltissen,
ergeben, zusammen demnach ein Schichtenkomplex von rund 300 m
Mächtigkeit.
Das bisher als Inoceramus Cuvieri bezeichnete Leitfossil der
Cuvieri- Zone hat nach J. Boeiim 8 ) den Namen Inoceramus Schloen-
bachi zu fuhren, während als Inoceramus Cuvieri ein im Cenoman vor
kommendes Fossil zu bezeichnen ist.
Infolgedessen ist auch die Benennung »Cuvieri-Zoiue
in »Zone des Inoceramus Schloenbachi« umzuändern.
') Ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des säclis. Elbtales. Leipzig 1927.
*) Hibscii, J. u. F. Seemann, Erl. z. Blatt Leitmeritz-Triebsch d. gcolog. Karte d.
Böhm. Mittelgebirges. Wien 1913, S. 29. — Hibscii, J. u. A. Sksgku, Erl. z. gcolog.
Karte d. Umgebung v. Sandau bei Böhm. Leipa. Prag 1923, S. G— 8 . — Hibscii, J, Erl.
z. gcolog. Übersichtskarte d. Böhm. Mittelgebirges usw. Tetschen 1 92(1, S. 57
*) Scopin, H., Die stratigr. Beziehungen d. obersten Kreide.-cbichten in Sachsen,
Schlesien u. Böhmen. N. Jahrb. 24. Beil.-Bd. Stnttgart 1907, S. 714.
*) Ändert, H., Die Inoceraincn d. Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges. Ebersbach
1911, S. 42 (10).
5 ) Pietzscii, K., Erl. z. Blatt Pirna d. gcolog. Karte von Sachsen, 2. Aull., Leipzig
1916, S. 68.
6 ) Kossmat, F., Übersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 1925, S. 83.
T ) Petrascheck, W., Über die jüngsten Schichten d. Kreide Sachsens, Dresden 1904, S.8.
fl ) Boeiim, J., Inoceramus Lamarcki auct. u. Inoceramus Cuvieri auct, Zeitschr. d.
Deutschen Geolog. Ges., Bd. 64, 1912, Monatsber. 17, S. 399 n. folg.
118
Das Oberluron
Die Sandsteine der Schloenbachi- Zone sind im allgemeinen sehr
fossilarm und haben Tierreste, die man als Leitfossilien bezeich-
nen könnte, fast gar nicht geliefert. Mur in den obersten Schichten,
besonders in der Herrenleite, hat man eine etwas reichere Fauna ge-
funden. Einzelne Schichten der Tonmergel sind jedoch sehr reich
an Fossilien. Hier tritt besonders Inoceramus inconstans WOODS einend.
ÄNDERT auf, und zwar häufig bankweise. Die Art ist mit Inoceramus
Schloenbachi. die im sächsisch-böhmischen Elbsandsteingebirge bi# jetzt
nur als große Seltenheit gefunden worden ist, nahe verwandt.
Schichten der Schloenbachi- Zone sind überall weit
verbreitet. Zwischen Kamnitzbach, Kreibitzbaeh und der Lausitzer
Haupt Verwerfung, weiter zwischen letzterer und Polenzbach sowie im
Basteigebiet und Uttewalder Grunde nehmen die Sandsteine dieser
Zone größere Flächen ein. Außerdem bilden sie die über den Eben-
heiten auf ragenden »Stein e
Die Tonmergel trifft man anstehend nur in Senkungsgebieten
und zwar in den Bruchgebieten nördlich Pirna und zwischen Tetschen
und Böhmisch Kamnitz.
Wenn es auch noch nicht gelungen ist, die Sandsteinschichten
Schritt für Schritt durch das ganze (iebiet zu verfolgen, so ließ sich
durch die zahlreichen Profilaufnahmen vorläufig folgende Dreiteilung
der Zone durchführen.
1 Ton in er ge 1 und Mergelsst. mit Kalkquarzitbänken in Wechsel-
lagerung
ß 2. Sst., weniger zu Felsbildung neigend
ß 1. Sst., zu senkrechten Felsbildungen neigend
i Sst. mit wenig Bindemittel, leicht zu losem Sand zerfallend
60— 90 m
50 »
100-110 »
40- 50 »
Stufe et
rund 300 m
Die Bedeutung dieser Stufe ist bereits bei den Störungslinien ge-
würdigt worden (S. 7). Das Gestein ist meist grau, seltener gelbgrau
oder graugell), besitzt wenig Bindemittel, ist im östlichen Elb-
sandsteingebirge mittelkörnig, von Schandau gegen Pirna hin mehr
feinkörnig entwickelt. Loser grauer Sand bedeckt die geböschten Ab-
hänge. Dort wo die Talsohle in Stufe a liegt, watet man auf den Tal-
wegen bis an die Knöchel im Sande. Treten durch überlagernde Fels-
bildungen auch hier Felsen zutage, so sind die Felsblöcke nicht kantig,
sondern gerundet und wollsackähnlich. Beim Anschlägen mit dem Ham
mor zerbröckeln aber auch diese sofort, wenn nicht durch Vererzung
oder Verquarzung eine sekundäre Verfestigung eingetreten ist..
Stufe ß
Stufe ß ist morphologisch durch steile, senkrechte Fels-
w ilnde und F eist ü r m e ausgezeichnet. Diese bilden die wunder-
barsten und bizarrsten Formen der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. In
den obengenannten Gebieten, in denen die Sandsteine der Zone zu-
sammenhängend auftreten, wandert man durch ein Gewirr von unend-
lichem Formenreichtum an Felsgestalten. Außerhalb dieser Gebiete,
Das Oberturon
119
bis an die Linie Pirna— Hoher Selineeberg im W. ragen die Sand-
steine der Stufe ß als »Steine« über die tonreichen Sandsteinflächen
des Mittelturons empor.
Das Gestein ist sehr verschiedenartig. Ich bin mir wohl bewußt,
daß eine genaue Nachprüfung der Schichtenfolge, die sehr zu wün-
schen wäre, noch manche Abänderung und Ergänzung bringen wird.
Es war ein erstes Eindringen in fremdes Neuland, wo kein Führer
oder Vorarbeiter vorhanden war. über dem ganzen Sandsteingebiet
lag ein ungewisses Dunkel. Auf gut Glück ging ich ans Werk ohne
lange Erwägung, ob für die Zonengliederung überhaupt dabei etwas
hcrauskommen würde. Die Beobachtungen, die sich erst im Laufe
der Arbeiten mehr und mehr einzelnen Erscheinungen, deren Be-
deutung hervortrat, zuwenden konnten, sind deshalb bei der Aufnahme
der einzelnen Profile nicht ganz gleichartig zu bewerten. Für die-
jenigen, die mir aber auf dem einzig gangbar erscheinenden Wege
folgen wollen, dürften sie wertvolles Material für die Weiterarbeit
bieten.
Nur dort, wo Stufe a gut entwickelt ist, oder wo die
Sandsteine in Verbindung mit Ton mergeln der Stufe -y
auftreten. kann die Schichtenfolge der Stufe ß mit Sicher-
heit in die stratigraphische Höhenlage eingereiht werden.
Weiter ist über die Stufe ß folgendes festgestellt worden.
Die Korngröße der Sandsteine ist sehr verschieden und oft un-
gleichmäßig. In einer feineren Grundmasse liegen mittlere und grö-
ber.' Quarzkörner in reichlicher oder geringerer Menge. Die Bezeich-
nung der Korngröße hängt dann zum Teil von der individuellen Aul-
fassung ab. Es sind aber auch mittelkörnigc, weniger grobkörnige
und vor allem feinkörnige Sandsteine vorhanden. Letztere sind ins-
besondere in der Stufe ß 2 entwickelt und zwar vor allem östl ich der
Linie Hinte Hierin sdorf Rennersdorf. Im südöstlichen
Teile, im Gebiet von Böhmisch Kamnitz, treten auch in den obe-
ren und obersten Schichten meist mittelkörnige Sandsteine auf. Grob-
körnige bis konglomeratische Sandsteine sind als dünne Zwischenlagen
überall verbreitet. Eine größere Ausbreitung haben sie im Gebiet der
Dittersbae her Felsen (Marienfels, Wilhclminenwand, Rudolph-
stein usw.). Die übrigen .Sandsteinmassen bestehen aus mittelkörni-
gem oder aus einem Übergang von fein- zu mittelkörnigem Gestein.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Gehalt der
Sandsteine an kaolinisiertem Feldspat in Form von mit
dem bloßen Auge gut erkennbaren Körnern gewidmet, doch
läßt sich heute noch nicht sagen, in welchem Umfange das Vorkommen
von Feldspat zur Feststellung bestimmter Schichten herangezogen wer
den kann. Zwischen Schandau und Pirna treten Feldspäte stark zu-
rück und sind auch weiterhin in den unteren 30 m der Stufe sowie
ferner in den feinkörnigen Sandsteinen der Stufe ß., östlich der Linie
Hinterhermsdorf — Rennersdorf weniger verbreitet. Sie sind ganz be-
sonders häufig und charakteristisch für die oberen Schichten der Stufe
1-20
Das Oberturon
ß 2 zwischen Rosenberg und Böhmisch-Kamnitz. In den Proben aus
dem Bohrloch von Niederkreibitz sind Kaolinkörner selten erkennbar.
Sie sind wahrscheinlich durch den Bohrer zerstampft worden oder bei
der Auflockerung der Gesteine zerfallen. Eine eingehende mikrosko-
pische Untersuchung der Proben wurde nicht ausgeführt.
Die Farbe der Sandsteine ist sehr verschieden, grau, gelb, weiß
und rot in allen Schattierungen. Wenn auch infolge sekundärer Ver-
änderungen wenig Wert auf die Gesteinsfarbe zu legen ist, so kann
die Verfolgung eines größeren Schichtenstoßes einer bestimmten Farbe,
insbesondere von grau, vielleicht noch manche wichtigen Ergebnisse
bringen. Auch die als weißlich, weißgelb, lichtgelb und ockergelb Ge-
zeichneten Schichten haben eine eigenartige Farbtönung, die sich in
der Beschreibung schwer wiedergeben läßt, jedoch die Aufmerksamkeit
des Feldgeologen sehr bald auf sich zieht.
Kalksandstein wurde im Bohrloch von Niederkreibitz
(s. Teil II; das Bohrloch liegt unweit der zwischen Teil 1 und II ge-
zogenen Abgrenzung) 30 — 40 m über der Obergrenze der Stufe a fest-
gestellt; im freien Gelände traf ich nur am Benediktstein auf eine
Kalksandsteinbank. Die Einschlüsse im Tuff der Weinleite
westlich von Niederkainnitz lassen ebenfalls auf das Vorhandensein
einer Kalkbank schließen. Während sich Kalksandsteine im
Gebiet zwischen Mittelgebirge und Jeschken meist schon
durch Bruchstücke auf den Wegen verraten, konnte trotz
schärfster Aufmerksamkeit in diesem Gebiet nichts der-
artiges gefunden werden.
Starke Beimengungen von Kohle trifft man in den obersten fein-
körnigen Schichten der Stufe ß 2 am Jagdschloß Sternberg, in Khaa,
Daubitz und Niederkreibitz.
Nach der morphologischen Ausbildung kann man in
Stufe ß im allgemeinen zwei große Abteilungen unter-
scheiden, und zwar zu unterst Abteilung 1 in einer .Mäch-
tigkeit von ungefähr 100m mit einem vorwiegend harten,
festen und porösen Sandstein, der. wie eingangs erwähnt,
die lotrechten Felsinassen aufbaut (s. Abb.9); darüber Ab-
teilung 2, etwa 50 in mächtig, mit einem feinkörnigen
Sandstein, der weniger zu lotrechten Fels bildungen neigt.
Zwischen Rosenberg und Böhmisch Kamnitz herrschen jedoch auch in
Abteilung 2 harte mittelkörnige felsbildende Sandsteine vor.
Die rund 100 m umfassende Sandsteinmasse der Abteilung 1, sowie
auch der Sandstein der 2. Abteilung zwischen Rosenberg und Böhmisch
Kamnitz sind in ihrer ganzen Mächtigkeit sehr durchlässig. Das Wasser
versickert darin und tritt erst an der Basis der Stufe « zutage. Hier
findet es die wasserschwerdurchlässigen Schichten des Mittelturons,
auf denen es nur mit großer Kraftanwendung kleine Abflußrinnen ein-
gegraben hat. Auf dieser verschiedenartigen Eigenschaft des Gesteins
beruht das Problem der Ebenheiten und Steine. Die Ebenheiten
stellen im allgemeinen die Obergrenze des Mittelturons dar. Die dar-
Das Oberturon
121
über liegenden Sandsteine und besonders die zunächst folgende leicht
zerstörbare Stufe a sind im Denudationsgebiet bis auf wenige sekundär
gehärtete Sandsteingebilde, die sogenannten »Steine«, abgetragen wor-
den (vergl. auch S. 115).
I’hot. W. Hahn, Dresden-N. 6.
Abb. 9. Der Gansfelsen im Basteigebiet. Zerrissene Felsgipfelgruppe der Stufe ßi
der Zone des /noceramus Schloenbachi (OberturoD).
Die Obergrenze der Steine sowie die der zusammen-
hängenden Uelsgebiete wird durch eine Ebenheitsfläche
gebildet, die ihre Entstehung den Ton mergeln der Stufe y
und den ebenfalls gering wasserdurchlässigen Sandstei-
nen der Abteilung 2 der Stufe ß verdankt. Am Großen Win-
terbergplateau, in der Umgebung vom Jagdschlösse Sternberg und öst-
lich einer Linie von Khaa bis Hennersdorf beherrschen letztere Sand-
steine noch die Oberfläche uni setzen der Zertalung starken Wider-
stand entgegen. Am Großen Winterberge dürften hierzu auch die Inni-
gen Verwitterungsprodukte des mächtigen Basaltganges in nicht gerin-
ger Weise beitragen.
Im Einbruchgebiet von Pirna ist die Ausbildung der Abtei-
lung 2 wieder eine andere. Wichtig ist hierfür das Profil im Stein-
bruch 39 10 östlich Zeichen ( Profil S. 71). Hier bildet eine schwarzgraue
Tonbank von 5 — Gm Mächtigkeit, die auch am linken Elbufer zwi-
schen Naundorf und Struppen hervortritt, die Basis der 2. Abteilung.
Die Tonbank ist weiter gegen S und O noch nicht aufgefunden worden.
Die zahlreichen Quellen in der Umgebung der Hochfläche von Utte-
walde deuten aber auch hier auf das Vorhandensein dieser Bank. Ob
sie gegen Dresden hin gleich den Plänerschichten an Mächtigkeit zu-
nimmt, läßt sich nicht feststellen. Anscheinend sind alle über dem
122
Das Oberturon
Mittelturon liegenden Schichten daselbst abgetragen. Über der dunklen
Tonbank von Zeichen kann man im Steinbruch noch zwei tonige Sand-
steinbänke verfolgen und darüber die Sandsteine der Herrenleite,
eine massige, wenig geklüftete Sandsteinfolge, die ebenfalls der 2. Ab-
teilung zuzurechnen ist und bei ihrer geringen regelmäßigen Klüftung
große Ähnlichkeit mit den feinkörnigen Sandsteinen der Stufe ß 2 öst-
lich von Kennersdorf hat.
Phot M. Hots. ni.ii-Kii, Ellersbach.
Abb. 10. Oc hei wän de bei Kohlmühle. Wabenvenvitterung an Sandsteinfelsen der
Stufe |j 1 der Zone des Inoceramus Schloenbaclii (Oberturon).
Schließlich sei kurz auf die besonders in Abteilung 1 auftretende
Zernarbung und Waben Verwitterung hingewiesen (s. Abb. 10).
Bei Aufnahme der Profile ist auf die Art der Verwitterung ebenfalls
Rücksicht genommen worden. Die verschiedenen Arten der Waben- und
Lochverwitterung wurden daselbst mit »z er narbt« bezeichnet. Die
Sandsteinfelsen sind nämlich an der Oberfläche teilweise mehr oder
weniger zernarbt, wabenförmig ausgehöhlt, mit kleineren tieferen Höh-
lungen versehen, oder auch mit kleinen, hervorstehenden Säulchen und
Rippchen besetzt, die sicli zu einem wundervollen, zierlichen Filigran-
werk vereinigen. Es würde im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen,
Das Oberturon 123
das Problem eingehend zu erörtern. Im allgemeinen sei auf die
wichtigere vorhandene Literatur hingewiesen 1 ).
Sturl. rer. nat. WALTER IlÄNTZSCHEL hat in der Zeitschrift »Die
Natur« 2 ) eine gute Übersicht über die verschiedenen Anschauungen
gegeben. Nach den gesammelten Erfahrungen kann ich mich den Aus-
führungen von Beyer im allgemeinen anschließen. Nach ihm ist die
Entwicklung der charakteristischen Kleinformen im Quadersandstein
der Sächsischen Schweiz, wie der Waben, Steingitter, Löcher und
Höhlchen, in erster Linie auf chemische Verwitterung zurück-
zuführen. l)i>' mechanischen Kräfte wirken nur sekundär und unter-
stützend. Die chemische Verwitterung wird durch die.- zerstörende, auf-
lockernde Tätigkeit des ausgeschiedenen Alauns und die verfestigende
Arbeit des ausgeschiedenen Gipses bewerkstelligt, der die feinsten
Sandsteinrippchen an der Oberfläche, an der äußeren wie auch an der
nach innen gerichteten, mit einer harten, zuckergußartigen Glasur
überzieht und deren Verwitterung verhindert. Wenn die Entstehung
dieser Formen auf chemische Vorgänge zurückzuführen ist, so müssen
diese chemischen Stoffe auch im Gestein enthalten sein 8 ). Infolge-
dessen möge man weiter das Vorkommen dieser Erscheinungen ver-
folgen und versuchen, ob auch sie für die Horizontierung in gewisser
Weise zu verwenden sind. In der bindemittelarmen Zone a ist die
Herausbildung solcher Kleinformen an den gerundeten Felsbänken
äußerst selten und nur dort zu finden, wo durch sekundäre Durch-
tränkung das Gestein verfestigt worden ist. Im Mittelturon tritt diese
Ausbildung öfter auf, jedoch nicht so häufig wie in der Stufe ß.
Versteinerungen sind mit Rücksicht auf die Mächtigkeit des
Schichtenkomplexes selten und dort, wo sie vorhanden sind, auf
wenig Arten, die aber oft in größerer ln lividucnzahl auftreten, be-
schränkt. Etwas häufiger sind sie nur in Stufe ß 2 .
') IIkttsbr, A., Gebirgsbnu und Obcrflächengcstaltung der sächsischen Schweiz,
Stuttgart 1887. — Beck, R., Über die korrodierende Wirkung des Windes im Quadcr-
sandsteingebiet der sächsischen Schweiz. Zcitschr. d. Deutschen Geolog. Ges. Bd. 46, 1894.
- Obst, E., Die Obcrflächcngestaltung Jer schlesisch-böhmischen Kreideablagerungen.
Mitteil. d. Geograph. Ges. Hamburg. Bd. 24, 1909. — Rathsbdbo, A., Zur Morphologie
des Heuschcuergcbirges. 18. Ber. d. naturw. Ges. z. Chemnitz 1912. — }IXnnni.n, D.,
Die gitter-, netz- und wabenförmigo Verwitterung der Sandsteine. Geolog. Rundsch. Bd. 6,
1915. — Bi.asck, E., Die ariden Dcnudations- und Verwitterungsformen der sächsisch-
böhmischen Schweiz als Folge organischer Verwitterungsfaktoren im humiden Klima-
gebiet. Tharandter forstl. Jahrb., Bd. 73, 1922.
,2 ) Hästzschei., W., Die Wabenverwitterung des Quadersandsteins der Sächsischen
Schweiz. Natur, XVII Jahrg., Heft 27, Leipzig 1926, S. 461— 467.
a ) Förster, H., a. a. 0. (S. 85) bringt das Vorkommen von Schwefelkies, aus dem
die freie Schwefelsäure stammen soll, die die Alaun- und Gipsausbliihungen hervorruft,
mit den vulkanischen Ereignissen und mit der Tektonik des Gebietes in Zusammenhang
und erklärt es als postvulkanisch. Ferner nimmt er an, daß der Schwefelkies gleich-
mäßig auf alle Horizonte verteilt sei. Demgegenüber habe ich gefunden, daß die chemische
Verwitterung in manchen Sandsteinen stark, in anderen fast gar nicht zum Ausdruck
kommt, so daß oie Schwefelsäure nicht erst durch vulkanische Tätigkeit hineingelangt
sein kann. Überdies treten Ansblühungen in starkem Maße (z. B. am Raucnstein) auch
dort auf, wo in weiterer Entfernung keine Basalte Vorkommen.
12 4
Das Obertoroo
Es sind folgende Arten aufgefunden worden:
Spongites saxoniius Geis.
Bryozoe sp.
Catopygus albensis Geis.
Cardiaster Ananchylis Lkske
Terebratula sp.
Avicula pectinoides Regss
Pinna cretacea Schlotii.
Gervillia ovalix Pritsch
Inoceramus inconstans Woods einend.
Asdert
Inoceramus inconstans var. planus Egbert
Inoceramus ScMoenbachi J. (in ei im
Inoceramus crassus Pur rasch eck
Inoceramus Weisei Ändert
Inoceramus Koeg/eri Ändert
Lima canalifera Golde.
Lima semisulcata Nilss.
Lima granulata Nilss.
Lima laevigata n. sp.
Peilen virgatus Nilss.
Peilen laevis Nilss.
Peilen sp.
Neitbea grypheatu Schlotii.
Anomia lamellosa A. Roem.
Anomia subtruncata d’Oiiii.
Ostrea sudetica Sccp.
Ostrea setn’plana Sow.
Ostrea vesicularis I.am.
Ostrea canaliculata Sow.
Ostrea sp.
Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp.
Seplifer linealus Sow.?
Dreissenssia tegulata Müll. sp.
Leda semilunaris v. Buch
Cucullaea subglabra d’Orb.
Pectunculus Geinitzi d’Orb.
Isocardia Zitteli Hi.zpel.
Venilicardia van Reyi Bosqo. sp.
Tapes subfaba d’Orb.
Tellina coslulata Golde.
Goniomya designata var. Sturmi n. sp.
Panopaea regulatis d’Orb.
Pholadomya nodulifera Mnstr.
Liopistha aetjuioalvis Golde, sp.
Pholas sclerotites Geis.
Turritella sp.
Nautilus rugatus Fr. u. Schl.
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp.
Ilamites sp.
Callianassa antigua Otto
verkohlte llolzteile.
Die hier aufgezählten Versteinerungen gehören fast nur der oberen
Hälfte der Stufe an. In den untersten 70 m der ungefähr 150 m
messenden Stufe ß sind nur aufgefunden worden:
Am Hinteren Raabschloß, Profil S. 92, Ostrea sp.
Am Osthango des Schwarzberges, S. 44, Pecten laevis Nilss.
Im Scholzengrande, Profil S. 101, Ostrea sudetica Scur.
Am Muhlberge südlich von Altdaubitz, Profil S. 102, Ostrea sudetica Scur.
SO von Schemel, Profil S. 103, Pecten virgatus Nilss.
Ecogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp.
Im Steinbrach im westlichen Teile von Nicderkreibitz, Profil S. 104, Pinna cretacea
Schlotii.
Stufe y
Stufe y tritt nur im südlichen und nördlichen Bruch -
gebiet auf. Sie besteht aus schwärzlichgrauen feinkörnigen Ton-
mergeln, die mit HCl stark brausen, zwischen denen Sandstein-
bänke eingeschaltet sind. Der Sandstein ist meist mittelkörnig und
sehr reich an Kaolinkörnern. Stufe y ist nur gering aufgeschlossen,
ihr Aufbau ist im Kreibitztale gut zu verfolgen; es sei hierauf ver-
wiesen (Teil II).
Die Schichten bilden einen ausgezeichneten Fossil-
horizont. Es wurden an Fossilien gesammelt (siehe S. 125 u. 126):
\ o n besonderer Bedeutung für die jüngsten Schichten
des sächsischen Elbtales ist das Verhältnis der Pläner-
mergel, Tonmergel und Tone der Umgebung von Pirna
untereinander. In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« habe
ich festgestellt, daß die Plänermergel von Krietzschwitz dem oberem
Das Oberluron
125
Zatzsch-
ke
Birk-
witz
Hinter-
jessen
Weißbach
255 m 270 m
Alt-
ohli-
scher
Teich
Nieder-
kam-
nitz
Crislellaria rotulata Lam
+
4-
4-
4-
4-
Cyclobacia Fromenttli Böi.schr
+
Parasmilia centralis Mast. . . .
4-
4-
Cidaris subvesiculosa d'Orb. . .
4-
Cidaris Reussi Gein
4-
Micraster cor lestudinarium Uoi.dk,
SP ,
4-
llolaster planus Mast
4-
Jlemiaster sublacunosus Geis. . .
4-
Hemiaster Regulusanus d’Orb. . .
4-
Seeigel sp
4-
Magus Ocinitzi Sciiloesh. . . .
4-
Avicula pectinoides Reuss . . .
+
Avicula Neptuni Goi.dk
4-
Gervillia solenoides Dkkr. . . .
+
Inoceramus inconslans Woods
emend. Ändert
4-
4-
4-
4-
Lima cretacea var. bohemica n. sp.
4-
Lima granulata Nilss
4-
Lima semisuleata Nii.ss
4-
Peclcn Nilssoni Goldk
4-
4-
Pccten pexatus Woods
4-
Pccten membranaceus Nilss . . .
4-
4-
Reden sp
4-
Plicatula Ilarroisi Pkkox. . . .
4-
Anomia subtruncata d’Orb. . .
4-
4-
Anomia semiglobosa Goldk. sp.
4
Ostrea semiplana So»'
+
Östren vesicularis Lam
4-
Ostrea canaliculata So»
4-
Modiola sp
4-
Macula striatula A. Roem. . .
4-
4-
4-
I.eda carinala n. sp
Leda semilunaris v. Buch . . .
-U
4
4-
4-
4-
I.eda siliqua Goldk
4-
Area undulala Reuss
+
4-
Peclunculus GeiniUi d’Orb. . . .
4-
Pedunculus insculptus Reuss . .
4-
4-
Cardita GeiniUi d'Orb
4-
4-
Astarte similis Mnstr
4-
4-
Lucina laminosa Reuss sp . . . .
4-
4-
Tapes nuciformis Moll. sp. . . .
+
Tellina concentrica Reuss . . .
4-
4-
Tellina subdecussata A. Roem. . .
4-
Tellina semicostata A. Roem. . .
4-
Maclra porreda Gein
4-
Gastrochaena ampbisbaena Goldf.
+
Dentalium medium Sow
4-
4-
Patella inconslans Gein
4-
Pleurotomaria baculilarum Gein. .
4-
4-
4-
4-
Trochus amatus d'Orb
4-
4-
Trochus Kngelhardli Urin. . . .
4-
4-
V
Natica Roemeri Gein
4-
126
Das Oberturon
Zatzsch-
ke
Birk-
witz
Hinter-
jessen
Weißbach
255 m 270 m
Alt-
ohli-
scher
Teich
Nieder-
kam-
nitz
Nation vulgaris Reuss
4-
Rissoa Reussi Geis
4-
Tumtella multislriata Reuss . . .
4-
Cerithium LuschiUianum Geis . .
4-
Aporrhais coarctata Geis. . . .
4-
Aporrhais Parkinson i Mast. var. .
4-
Aporrhais substenoptera G. Müll. .
4-
4-
Aporrhais sp
4-
4-
Mitra Roemeri d’Orb
4-
Cancellaria Thiemeana Geis. . .
-t-
Acteon elonoatus Sow
4-
Cinulia llumboldti Müll. sp. .
4-
Nautilus sublaevigalus d’Orb. . .
-+-
4-
Ilamites bohemicus Fritsch . . .
+
Baculites bohemicus Fr. n. Schl. .
4-
Placentireras Orbignyanum Geis. sp.
4-
4-
Scaphites GeiniUi p’Orb
-1-
4-
4- 1 4-
Scapbites GeiniUi d’Orb. var. intcr-
mal ia Soup
4-
Scaphites Fritschi Gross. . . .
4-
Peroniceras tricarinatum u’Orb.
-1-
Aptychus
4-
4-
Enoploclgtia Leachi Mast. . . .
4-
Corax heterodon Reuss ....
4-
Oxijrbina Mantelli Ao
4-
Oxgrhina angusliilens Ao. . . .
4-
Ugpsodon l.ewesiensis Ao.
4-
Cyclolepis Agassiti Geis
4-
ClaJocyclus Streldensis Geis. . .
+
Osmeroides l.ewesiensis Ao. . . .
-t-
Fischscliuppen div
4-
Schachtelhalmglieder
4- 1
Mittelturon, die Tonmergel von Hinterjessen und Birkwitz, die man
bisher mit Krietzschwitz parallelisiert oder doch wenigstens in deren
nächste Nähe gestellt hatte, dem oberen Oberturon, unserer Stufe y,
also dem Horizont von Zatzschke, angehören. Ha die Lagerungsver-
hältnisse hier stark gestört und die Schichten zum Teil nicht in der
erwünschten Weise aufgeschlossen sind, wurden, um keine Fehlschlüsse
zu ziehen, die besonders wichtigen Gesteine einer mikroskopischen
Überprüfung unterzogen. Herr RICHARD HlLLER in Ebersbach, der
sich bei der Untersuchung von Foraminiferen schon längere Zeit mit
derartigen Gesteinen befaßt hat, war so liebenswürdig, die Unter-
suchung vorzunehmen, wofür ihm hiermit gedankt sei. Er kam zu
folgendem Ergebnis (siehe S. 128/29).
So ist auch durch die mikroskopische Untersuchung
der Unterschied zwischen den Pläner mergeln von
Krietzschwitz-Bonnewitz einerseits und den Tonmergeln
von Hinter j essen, Birkwitz und Zatzschke andererseits
festgestellt worden.
Das Oberturon
127
Eine weitere kritische Frage ist das Verhältnis der Tonmergel
von Zatzschke zu den Tonen von Zeichen. In meiner genannten
Arbeit habe ich hierzu noch nicht scharf Stellung genommen. Die
Tonbank von Zeichen wurde bisher mit den Tonmergeln von Zatzschke
parallelisiert. Die Sandsteine der Herrenleite, die bei Zeichen unmit-
telbar über der Tonbank anstehen, wurden sinngemäß über den Hori-
zont von Zatzschke gestellt 1 )- Die Gegenüberstellung des mikrosko-
pischen Befundes der Tone von Zeichen und der Tonmergel von
Zatzschke ergibt jedoch auffallende Unterschiede (s. Tabelle S. 128/29).
Die makroskopische Fauna der Tone von Zeichen ist sehr arm.
Es wurden bis jetzt nur gefunden:
Beeten virgatus Nilss. 1 Stück
Leda semilunari» v. Buch mehrere Stücke
Hingegen beherbergen die Tonmergel von Zatzschke eine sehr
reiche Fauna (Verzeichnis s. S. 125/26).
Der Unterschied ist so bedeutend, daß man von einem
gleichartigen Sediment nicht sprechen kann. Mikroskopisch
und makroskopisch gleichen die Tonmergel von Zatzschke und Böh-
misch Kamnitz (Weißbachbett usw., IS. 125/26) nach Gesteinscharakter
und Fossilinhalt einander vollständig. Auch hier wurde die mikro-
skopische Untersuchung durch Herrn IIlLLEU ausgeführt.
Die Tonmergel der Stufe y setzen durch ihr feines Korn und ihren
überaus reichen Kalkgehalt eine ganz eigenartige Sedimentation
voraus. Der große Kalkgehalt des Sedimentes dürfte nicht nur auf
den aufgelösten Kalk der Schalen und Skelette von Tieren zurück-
zuführen, sondern zu einem nicht geringen Teile durch Ausfüllung
von Kalk im Meerwasser entstanden sein. Ferner sind diese Tonmergel
über ein weites Gebiet von West- bis Ostböhmen sowie auch bei
Löwenberg in Schlesien (Großrackwitz) in vollständiger Gleich-
artigkeit verbreitet.
Foraminiferen sind in den Meeren der Gegenwart im Schlamm
des Flachwassers wie in den tiefsten Tiefen bei entsprechenden Lebens-
bedingungen vorhanden.
Es ist schwer denkbar, daß die ganz anders geartete
T 0 n b a n k von Zeichen zwischen dem nur 5 km entfernten
Tonmergelgebiet von Zatzschke im N und der Linie Tet-
schen-Böhmisch-Kamnitz im S, wo die echten Tonmergel
wieder in unverfälschter Weise auftreten, mit den Ton-
mergeln äquivalent sein könne. Im östlichen Teile der Stein-
brüche von Zeichen steht die Tonbank an der Sohle der Steinbrüche an
und erreicht gegen W allmählich deren Obergrenze, um dann im rück-
wärtigen Gelände zu verschwinden. Weder über noch unter der Ton-
bank sind in den Steinbrüchen echte Tonmergel zu beobachten. Bei
einem mäßigen Einfallen der Schichten nach N könnte wohl die Zei-
chener Tonbank auf die Tonmergel von Zatzschke auftreffen, trotzdem
') Pibtzsch, K., Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, 2. Aufl., Leipzig
1 926, S. 68 n. folg. — Kossmat, F., Übersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aufl., Leip-
zig 1925, S. 83.
128
Das Oberturon
Fundstelle
der Proben
Zatzschke
Hinterjessen
(Dietzmühle)
Birkwitz
Bezeichnung
des Gesteins
Tonmergel
Tonmergel
Tonmergel
Kalkgehalt
mit HCl brausend,
kalkreich
mit HCl brausend,
kalkreich
mit HCl brausend,
kalkreich
Schlämm-
barkeit
leicht schlämmbar, Zer-
fall normal
leicht schlämmbar, Zer-
fall normal
leicht schlämmbar, Zer-
fall normal
Schlämm-
rückstand
gering
ganz gering, stark ocker-
farbig, enthält auch grö-
ßere blättchenartige
ockerfarbige Stücke,
stark lehmig- toniger
Geruch
gering, sehr fein, ver-
mischt mit großen Scha-
lenbruchstücken
Beim
Schlämmen
mit Soda-
lauge
Bläschcuenlwicklung
nur gering
Bläschenentwicklung
nur gering
Bläsclienentwicklung
nur gering
Foramini-
feren
in reicher Menge, vor-
wiegend die Gattungen:
Globigerina, Gaudrgina,
Bigenerina, Xodosaria,
Cristellaria, Sgirolocu-
lina
in ganz besonders rei-
cher Menge, unter denen
die Globigerinen vorwie-
gen (Globigerinen-
schlamm). Ferner sind
vorhanden folgende Gat-
tungen:
Textularia , Frondieitla-
ria, Xodosaria, Denta-
lina, Gaudryina, Flabel-
lina, Cristellaria
vorhanden, u. a. die Gat-
tungen:
Globigerina , Textularia,
Xodosaria, Flabellina
Ostracodeu-
schalen
vorhanden
reichlich
vorhanden
Spongien-
n adeln
sehr häufig
sehr häufig und formen-
reich
sehr häufig
Prallstelle am Weißbach bei Philippsdorf:
Tonmergel ähnlich wie bei Zatzschke und Hinterjessen, jedoch mit reichlichen Kohle-
beimengungen. Foraminiferenformen im allgemeinen kleiner als bei
Zatzschke and Hinterjessen.
kann nach vorstehenden Ergebnissen eine Äquivalenz beider Schichten
nicht ausgesprochen werden. Es bleibt nichts anderes übrig, als
die Sandsteine der Herrenleitc, die in den Steinbrtichen
östlich Zeichen über der dortigenTonbank anstehen, unter
die Tonmergel von Zatzschke zu stellen. Wenn die aus dem
übrigen Arbeitsgebiete gewonnenen Ergebnisse hier Anwendung finden
sollen, ist nur diese Lösung möglich.
Der Emseber
129
Zeichen
NO v. Bonnewitz ')
Strehlen
Ton
Plänermergel
Pläncrkalk
mit HCl nicht brausend,
kalkarm
mit HCl brausend,
kalkreich
mit HCl brausend,
kalkreich
sehr leicht schlämmbar,
Zerfall viel rascher als bei den
Tonmergeln
fast nicht scblämmbar,
nur durch mechanische Zer-
trümmerung möglich, springt
in muscheligen Stücken ab
beim Schlämmen schwer
auflösbar
ganz gering, überwiegend
kleine Quarzkörnchen sowie
Brauneisenstein (?) und inten-
siv schwarze Körner, ferner
Schwefelkies und verschie-
dene kalk- und porzellanartige
Bruchstücke, die anscheinend
größeren beschälten Tieren
angehören
Quarzkörner in Verbindung
mit Kalk, Material bedeu-
tend gröber als das von
Zatzschke, Hinterjessen,
Birkwitz und Zeichen
sehr reichlich, Quarzkörner
in Verbindung mit Kalk,
Korngröße ähnlich wie
bei Bonne witz
starke Bläschenentwioklung
keine Bläschenentwicklung
keine Bläschenentwicklung
Die fiir die Tonmergel
charakteristischen Fo-
raminiferen fehlen hier
vollständig. Es konnten
nur festgestellt werden Einzel-
exemplare der Gatlungen:
R/ieuphax, l/iiplopliragmiiiin,
RhUnmmina.
Gkinitz, Elbtalgebirge ü, S.77,
führt außerdem von hieran:
Bulimina, Rolivina, Cornut-
ji'tra, l/aplosliche, Verneui-
lina, Ataxophragmium
in den vorläufig untersuchten
geringen Proben Foramini-
feren spärlich vorhanden :
es konnten darin nur festge-
stellt werden wenige Exem-
plare der Gattung:
Crittellaria
zahlreich vorhanden,
nach Gbinitz u. a. die Gat-
tungen:
Xoilosaria, Glokigerinn,
Gaudrgina, Frondicularia,
FlabeUina, Criste/Ioria,
Iiulimina, Bulivina, 7er-
tilaria, l’lanorbidinn, Ru-
talia, Haplophragmium,
Ataxophragmium, fritaxia
fehlen
vereinzelt
vorhanden
fehlen
vereinzelt
vorhanden
Der Emscher
Emscher ist nur an der Lausitzer Hauptverwerfung bei II oh n -
stein sowie in den obersten Schichten der Ottenbergscholle vor-
handen. Zu der Darstellung Seite GS— 69 ist nichts weiter zu be-
merken. Für das Vorkommen in der Ottenbergscholle ist nur
der Quarzit des Rollberges von besonderem Interesse (S. 51).
‘) Anstelle der Plänermergel von Krietzschwitz, von denen kein Material zu erlangen
war, sind die neu erschlossenen Plänermergel von Bonnewitz zur Untersuchung verwandt
worden.
Neue Folge. Heft 112
9
Oberturon: Zone des Inocerumus Schloenbachi J. Boehm
Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse
- . Hoh t r Schandau
Schneeberg
Böhm.-Kamnitz
und Rosenberg
Pirna
Dresden
s
Emscher £
qo
”b
Sandstein
meist weich
und
mergelig
Emscher bei
Hohnstein entlangder
Lausitzer Hauptver-
werfung in einer
schmalen Zone
Sandstein
S
g Stufe i g
o 1 4 in 1
« s
Tonmergel
in Wechsellagcrung
mit
Sandsteinbänken
Tonmergel von
Zatzschke, Hinter-
jessen, Birkwitz
(? in Wechsellagerung
mit Sandsteinbänken)
? 50 n>
1
I
3
1
Stufe ß |
| 1 4 s §
l **"4
8
T3
©
fl
O
N
fl
Sandstein
meist feinkörnig,
wenig zu Fels-
bildungen
neigend
ß *
Sandstein meist fk.,
wenigzu Felsbildung,
neigend, zw. Böhm.-
Kamnitz u. Rosen berg
vonviegd mk-, Felsen
ß*
Herrenleite-
sandstein
an der Basis mit
Tonlagen (Zeichen
und Naundorf)
ß 8
Sandstein
Korn sehr unregelmäßig, senkrechte Felsmauern
ß»
Sandstein
Korn sehr unregel-
mäßig, senkrechte
Felsmauern
o
fl
t,
Stufe a a
° 1 4 s S
Sandstein, meist mittelkörnig, leicht zerfallend.
Böschungen
Sandstein mittel- bis
feinkörnig, leicht zer-
fallend, Böschungen
Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse
Cenoman I Unterturon j Mittelturon
Zone d. Spon-
dylus spinosus g
Sovi.o. Hetero- , 0
ceras Reussia- ”
anum Schl. t3
Glankonitiscb.Mergel
und Pläner (t3p) und
Grünsandstein (t 3 y)
weicher Sandstein
mit dünnen Tonlagen
t 2 s
Glankonitisch Mergel
u. Pläner von Krietz-
schwitz u. Bonnewitz
t 3 u
Plänerkalk
von Strehlen t 3 k,
Plänermergel von
.Räcknitz usw. t 3 m
P -
o
U
P
Zone des
.“ Inoceramus
Lamarcki s
o
Park. «>
t 2
Glaukonitischer
Sandstein
t2g
Glaukonitisch. Sand-
stein m. dünnen Ton-
lagen u. Kalkbänken
mit Rhynchonetla
plicatilis t 2 g
Pläner
t 2 m
Mergel von Cotla,
Zehista 1 2 t
c Zone des
~ Inoceramus g
V labiatus 0
•2 SoHLOTB.
Ö t 1
Sandstein, senkrechte Felswände
t 1 s
Sandstein
t 1 8
Pläner
t 1 p
Sandstein
tc 1 s)
Pliiner- s
Sandstein §
I (° 2
§ Pläner (c 2 p)
o<
O
Toniger
Sandstein
C 1 8
Toniger
Sandstein
c 1 s
Plänersandstein c 2 s
Ton, Pläner c2 p
Sandstein c 1 s
•§ Konglomerate
u. dünnplattige, £
■/,. T. dunkelge-
färbte Sandst.
m.l’flanzenresten g
c I c
Konglomerate bei
Niedergrund
•
Konglomerate
Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse
1 32 Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie
der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
Gegenüber der bisherigen Auffassung über den Aufbau der säch-
sischen Kreide, wie er durch PlETZSCH 1 ) und KOSSMAT 2 ) dargestellt
worden ist (Abb. 11), ergibt sich aus vorstehenden Untersuchungen
folgendes Bild (Abb. 12):
In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« S. 38 ist die Stellung der
Tonmergel tim als unsicher bezeichnet worden. Durch die liier vor-
liegenden Ergebnisse dürfte an der Schichtenfolge, wie in der neuen
Skizze Abb. 12 wiedergegeben, kein Zweifel mehr sein. Meine Arbeiten
in Böhmen haben dies nur bestätigt. Wurde früher angenommen, daß
der Sandstein der Sächsisch-Böhmischen Schweiz in der Gegend von
l’irna an Mächtigkeit abnehme und durch Facieswechsel samt und son-
ders in Pläner überginge 3 ), so glaube ich 1 ), den Nachweis erbracht zu
haben, daß dies nicht der Fall ist, daß vielmehr die Mächtigkeit
der Schichten in der Kreide des sächsischen Elbtales liber-
al I ungefähr gleich bleibt und daß die oberen bis 20üm mächtigen
Sandsteine der Sächsisch-Böhmischen Schweiz zwischen Pirna und
Meißen vollständig fehlen und abgetragen sind.
Die Behandlung der Kreide durch die böhmischen Geologen soll
im 11. Teil näher erörtert werden. Hier sei nur die Anschauung über die
Sandsteine der Sächsisch-Böhmischen Schweiz kurz skizziert.
Fltlc 5 ) stellte für die böhmische Kreide folgende Schichtenfolge auf:
Fkiö
Chlomeker Schichten
Priesener Schichten
Teplitzer Schichten
Iserschichten
Malnitzer Schichten
WeilJenberger Schichten
Korycaner Schichten
Perucer Schichten
Die Schichten worden im
allgemeinen zugercchnct dem
Emscher
Oberturou
| Mittelturon
Unterturon
| Cenoman
Die Sandsteine der Sächsischen Schweiz, soweit sie über den
Schichten mit Inoceramus labialus (Weißenberger Schichten) liegen,
teilte Friö den Malnitzer und Iserschichten zu 6 ). Die Iserschichten
teilte er in folgende Unterstufen 7 ):
’) Pietzsch, K., Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, 2. Aull., Leipzig
1916, S. 101.
■) Kossmat, F., Übersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 1925, S. 83.
3 ) Petkascheck, W., Studien über Faciesbildungen im Gebiete der sächsischen
Kreideformation. Abh. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1899.
*) Andebt, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales.
Abh. d. säehs. Geol. Landesamts, H. 4, Leipzig 1927.
5 ) Fbiö, A., Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, III: Die Iserschichten.
Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen, Bd. 5 Nr. 2, Prag 1883, S. 5.
®) Iserschichten, S. 64.
7 ) Iserschichten, S. 5.
Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz ] 33
Bryozoenschichten
Trigoniaschichten
Zweiter Kokofiner Quader
Zwischenpläner
Erster Kokoriner Quader
Bysitzer Übergangsschichten.
WNW.
Pirna
OSO.
Bisherige Auffassung, Abb. 11.
q 0 Oberquader
t4 Tonmergel von Zatzschke
tss Oberquader (Brongniartiquader)
t 2 a Mergel von Pirna
t 2 y Oberer Grünsandstein
1 2 p Brongniartipläner
tarn Brongniartimergel
tag Unterer Grünsandstein
t at Mergel von Cotta, Zehista
tip Pläner
tis Quadersandstein
C2S, C2p, cts, cic
Stufe des Inoceramus Cuvieri
Stufe der Scaphiten
| Stufe des Inoceramus llrongniarti
| ( Iximarcki )
| Stufe des Inoceramus labiatus
Cenoman
WNW
Pirna
tarn,
tarn
tfp
OSO
tSm
ÜP—
tg g .
tl3
<|0
t4m
tis
t3;i
tsy
t3p
t3k
t3m
t 2 m
t2g
t2t
tip
tis
C2S,
Neue Auffassung, Abb. 12.
Quadersandstein
Tonmergel von Zatzschke
Quadersandstein
Mergel von Krietzschwitz und Bonnewitz
Oberer Grünsandstein
Spinosuspläner
Plänerkalk von Strehlen
Plänermergel von Räcknitz
Plänermergel
Unterer Grünsandstein
Mergel von Cotta, Zehista
Pläner
Quadersandstein
c 2 p, cts, cic
Emscher
Stufe des Inoceramus Schloen-
bachi ( Cuvieri )
Stufe des Spondglus spinosus
und des
Heterocerns Reussianum
(Scaphitenzone)
Stufe des
Inoceramus Lamarcki
( Brongniarti ")
Stufe des
Inoceramus labiatus
Cenoman
134 Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
In der Monographie über die Iserschichten läßt sich Fric über
unser Gebiet in folgender Weise aus:
»(S. 11.) Der Zwischenpläner scheint gegen Dauba und Auscha hin
sowie in der Sächsischen Schweiz so sandig zu werden, daß man ihn
nicht mehr von den Quadern unterscheiden kann, worauf die beiden
Kokoriner Quader als eine kompakte zusammenhängende Quaderbil-
dung erscheinen.
(S. 14.) In der Sächsischen Schweiz und in den Weckelsdorf-
Adersbacher Felsen ist die höchste Lage des Quadersandes als Äquiva-
lent der Trigoniaschichten anzusehen.
(S. 21.) Den petrographischen Charakter anlangend, läßt sich
derselbe dahin bezeichnen, daß die südlichen Ränder der Iserschichten
kalkig plänrige petrefaktcnreiche Ablagerungen sind, die nach N hin
immer mehr von den sich zwischen dieselben einschiebenden Quadern
verdrängt werden, so daß endlich bloß petrcfaktenleere Sandsteine an-
stehen, die aber eine bedeutendere Mächtigkeit haben als die kalkigen
Ufergebilde gleichen Alters.
(S. 64.) Die Sächsische Schweiz ist für den Paläontologen ein
trostloses jobiet, und ich muß mich hier darauf beschränken, die
Gründe anzugeben, weshalb wir einen Teil der mächtigen Quader-
wände als zu den Iserschichten gehörig betrachten.
Den ersten Anhaltspunkt fand ich am Fuße des Hohen Schnee-
berges, wo über den Quadersanden mit Inoceramus läbiatus glauko-
nitisehe und graue Pläner mit Ammonitcs Woolgari (Malnitzer Schich-
ten) den Quader des eigentlichen Schneeberges unterteufen. Nach den
in der Melniker Gegend gemachten Erfahrungen können also die
Quader des Hohen Schneeberges nur den beiden Kokoriner Quadern
entsprechen. Die hier aufgefundenen l’etrefakten Lima multicostatu
und Rht/nclionella (Steinkerne) sprechen nicht dagegen. Höchstens
wäre hier darüber noch die Quaderfacics der Trigoniaschichten zu
suchen, was bei dem Mangel an gut erhaltenen Petrefakton eine un-
dankbare Arbeit ist.
Vom Hohen Schneeberge aus neigen sich die Quaderschichten
dem Elbetale zu und bei Herrnskrctschen nehmen sie etwa die obere
Hälfte der Felswände ein. Die oberste Lage der Quader ist bedeutend
fester als die tieferen und kann gut als Quaderfacics der Trigoni.a-
schichten aufgefaßt werden.
Diese feste Schichte ermöglichte die Bildung des Prebischtores
Vom Elbetal liegen die Quader der Iserschichten fast horizontal,
ostwärts bis in die Gegend von Böhm. Kamnitz; hier liegen darüber
die Priesener Bac.ulitenschichten und darauf die Chlomeker Sandsteine,
die dann auch fast horizontal bei Tannenberg und Schönlinde sich
direkt an das Urgebirgc anlagern.«
Demnach parallelisiert Friö die gesamte Sandsteinmasse, die über
den La6ia<«s-Schichten liegt, mit folgenden Schichten:
T rigoniaschichten
Zweiter Kokoriner Quader
Zwischenpläner
Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 135
Erster Kokoriner Quader
Malnitzer Schichten.
Er erklärt gleichzeitig, daß die Sandsteine der Sächsischen Schweiz
eine bedeutendere Mächtigkeit haben als die kalkigen Ufergebilde
gleichen Alters weiter im Süden. Nach meinen Feststellungen, die
sich bis jenseits der Sprachgrenze nach Süden erstreckten, sind
diese südlicheren Schichten zusammen mit den Bryozoenschichten nur
äquivalent mit unserem Mittelturon, zu denen sich lokal die Zone des
Spondylus spinosus = Teplitzcr Schichten zugesellt.
Die Priesencr Schichten gehören 2 Altershorizonten an und
zwar die echten bei Priesen an der Eger unserer Stufe y der Sclxlocn-
baclli- Zone: die anderen, als »klingende Inocer amen pläner«
bezeichnet, liegen in einer Mächtigkeit von beiläufig 10 m unmittelbar
über den Schichten mit Terebralula .« emiglobosa . Sie bilden die nach
N bis gegen Auscha, Drum und Ilabstein von S herranreicliende 1 lanor-
dccke und sind, obwohl paläontologiscl- der untersten Schhenbacln-
Zone angehorend, nach ihrer petrographisclien Beschaffenheit und der
Art ihres Auftretens am einfachsten dem obersten Mittelturon zuzu-
teilen. Fräulein MARTHA STELLWAG, Drum, entdeckte im Herbst 192o
an der Straßenböschung unweit westlich Skalken ebenfalls diese Ino-
ceramenschichtcn. über denen sich dann in geringer Entfernung die
Sandsteine des Willhoscht, unsere Schloenbachi-Zone , aufbauen. Des-
gleichen fand sie Herr Dr. MÜLLER im Brotschkenwalde bei btern-
dorf (385 m) 1 ) in der Nähe des Willhoscht. ,
Meine Untersuchungen bei Melnik im Sommer 192 1 bestätigten
mir daß diese Schichten nur die klingenden Inoceramenpläner sein
können. Meine frühere Auffassung, daß die klingenden inoceramen-
pläner eine Facies der oberen Tonmergel seien, ist dementsprechend
zu berichtigen 2 ). Es ist damit der sichere Nachweis geliefert, daß
diese Inoceramenpläner unter den Sandsteinen der ScMoenbncht-'jOiw
lieo-en. und Uber letzteren lagern dann erst die Tonmergel der Stute y,
die echten Priesener Baculitenmergcl. Hieraus ergibt sich von
der Sächsischen Schweiz im N bis gegen Melnik un b auch
eine ungefähr gleichbleibende Mächtigkeit des Mittelturons.
Die früheren Anschauungen Uber das 1 erhältnis zwischen den
Ablagerungen bei Dresden und denen in der Sächsischen Schweiz
( \bb. 11) sowie meine Berichtigung (Abb. 12) gelten m gleicher \v eise,
für die böhmische Kreide. Fs sind in den Abbildungen lediglich
die Himmelsrichtungen zu vertauschen und zwar HN\V (Dresden)
mit S (Melnik) und OSO mit N (beides Sächsisch-Böhmische Schweiz).
ZaiiäLKA 8 ) teilt im Elbsandsteingebirge unser Mittelturon dem
') Müller, B., Der geologische Aulbau des Auschaer Rotlandes. Leitmeritzer heimat-
kundliche Arbeitsgemeinschaft, Leitmeritz 1924, S. 13. .... cil. i
J ) Ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Klblalcs.
Abh d. sächs. Geol. Landesamts H. 4, Leipzig 1927, S. 34.
3) Zahalka, C., Ceskv ütvar kridovy v saske zätoce. (Die böhmiscl.e Kreidetormation
in der sächsischen Bucht.) Sbqrnik Stätn. Geolog. UsUv Ceskosl. Rep., Bd. 3, 1923.
Prag 1924. Prehlednä tabulka (Übersichtstabelle) als Anhang.
I3d Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz
obersten Gault und unteren Cenoman, unsere Sandsteine der Schloen-
bachi - Zone dem oberen Cenoman, der Labialus- und Brongniarti (La-
marck'i)-7ione auf Grund von petrographischen Vergleichen zu. Auf
den Fossilinhalt nimmt er keine Rücksicht. Im übrigen wird im II. Teil
Gelegenheit genommen werden, sich mit der Auffassung über die böh-
mische Kreide durch ZahÄLKA zu befassen.
Während der Drucklegung dieser Arbeit ist die geologische Karte
der Umgebung von Böhmisch Kamnitz mit Erläuterung von J. E.
IIlBSCH erschienen. Der Verfasser hat die Schwierigkeiten der Auf-
nahme dieses Gebietes mit der gleichen Sorgfalt bewältigt, wie man
dies von seinen früheren Aufnahmen im Böhmischen Mittelgebirge her
gewöhnt ist. Da auf Blatt Böhmisch Kamnitz die Kreideablagerungen
eine bedeutende Ausdehnung besitzen, haben wir wiederholt das Ge-
lände gemeinsam besucht, ln bezug auf die Stratigraphie sind in den
beiderseitigen Darstellungen jedoch einige Gegensätze vorhanden, zu
denen ich kurz Stellung nehmen möchte. Herr IIlBSCH hält die Kreide-
schichten am Rosenberge für facielle Übergänge des Emschers usw.
von Krcibitz-Kal ten borg. Dieses ist nicht der Fall. Am Rosenberge
treten keine Emscherschichten. sondern tiefere Horizonte zutage, wie
dies S. dl geschildert ist. Als Herr IIlBSCH im Jahre 1924 seine Ar-
beit abschloß, äußerte ich gegenüber einer Parallelisierung dieser
Schichten bereits meine Bedenken. Mein Material war jedoch noch
nicht genügend gesichtet, um meine Anschauung überzeugend begrüß
den zu können. Weiter glaubt Herr IIlBSCH in der Linie Böhmisch
Kamnitz auch zwischen N un 1 S einen Facieswechsel annehmen zu
müssen. Ich habe hingegen herausgefunden, daß, soweit das Karten
blatt Böhmisch Kamnitz reicht, die Kreideschichten nördlich und süd
lieh der Stadt von ungefähr gleicher Ausbildung sind. Als Beweis
für seine Darstellung führt Herr IIlBSCH das Bohrprofil von SeHRATI.lt
(S. 33 und 34) in Böhmisch Kamnitz an. Über den Wert des Profils
habe ich mich bereits S. 65 ausgesprochen. Die an der Oberfläche
entlang des N- und O-Randes des Mittelgebirges zu verfolgenden
Kreideschichten sprechen gegen die Richtigkeit des Profils. Im
II. Teil wird diese Frage weiter erörtert werden.
Das gegenwärtige Landschaftsbild
Morphologie
Das morphologische Bild des Elbsand Steingebirges
ist von der Gesteinsbeschaffenheit stark abhängig. S. 115
und 120 ist bereits darauf hingewiesen worden. Anfänge zu dieser Auf-
fassung liegen bereits weiter zurück, jedoch hat man infolge der man-
gelnden Kenntnis der Stratigraphie der sächsischen Kreide ein allge-
mein gültiges Gesetz hierfür nicht aufzustellen vermocht 1 ).
I ’ BTBASCIl KOK ~) ist durch Untersuchungen im Kreidegebiet von
Adersbach -Weckelsdorf zu dem Ergebnis gelangt, daß dort,
wo ein leicht zerstörbares, bzw. weniger durchlässiges Gestein einem
schwerer zerstörbaren, durchlässigen aufliegt, sich an der Grenze bei-
der ein Plateau bildet, und dort, wo ein schwerer zerstörbares Gestein
einem leichter zerstörbaren auflagert, ein Steilrand entsteht. Wenn er
dann sagt, daß <1 io Oberflächen- und Verwitterungsformen der Kreide
im Gebiete von Adersbach und Weckelsdorf in höherem Maße durch
die Gesteinsbeschaffenheit bedingt seien als es zur Zeit für die ganz
gleichen Formen der Sächsischen Schweiz angenommen wird, so deutet,
er hierbei unbewußt die unklaren stratigraphischen Verhältnisse in
letzterem Gebiet an.
Auf das Elbsandsteingebirge angewandt, kann man in ähn-
licher Weise folgende Grundsätze festlegen:
Ein wenig durchlässiges und demnach flächenerhaltendes Gestein
begünstigt die Bildung von Ebenheitsflächen. Ist dieses einem durch
lässigeren, zur Auflösung in Einzelquader neigenden Gestein aufgela-
gert, so bildet sich, wenn letzteres genügend Festigkeit besitzt, ein Pla-
teau über einem Steilrand. Hat letzteres Gestein nur wenig Bindemittel
und nicht genügend Festigkeit, so findet, wenn es im Denudationsniveau
') Hkttnbr, A., Gebirgsbau und Oberflächengestaltung der Sächsischen Schweiz,
Stuttgart 1887, S. 341. — Die Felsbildungen der sächsischen Schweiz, 1903, S. 626. Die
eigentümliche Art der Bodengestaltung der sächsischen Schweiz ist nicht im Klima,
sondern in der Gesteinszusammensetzung begründet. — Rathsbobo, A., Zur Morphologie
des Ileuscheucrgebirges, 18. Ber. d. Naturw. Ges. z. Chemnitz 1912, S. 151 — 163.
3 ) Petbasciieck, W., Oberflächen- und Verwitterungsformen im Kreidegebiet von
Adersbach-Weckelsdorf. Jahrb. d. k. k. Geol. R.-A. 1908, 58. Bd., 4. H., S. 609.
13 -i
Morphologie
liegt, eine rasche Zerstörung und Abtragung von diesem selbst und
dem gesamten überlagernden Schichtenkomplex ohne Rücksicht darauf,
ob die überlagernden Schichten wenig oder schwer durchlässig sind,
statt. Wo durchlässigere Gesteine über wenig durchlässigeren liegen,
bildet sich am Fuße der durchlässigeren, wenn die Abtragungsverhält-
nisse dafür günstig liegen, ebenfalls ein Plateau oder eine mehr oder
weniger geböschte Ebenheitsfläche und darüber ein Steilhang.
Kurz vor Abschluß meiner Arbeit erhielt ich noch die Arbeit
von OEHME 1 ). OEHME erörtert eine Menge offener Fragen, die durch
meine Arbeit ganz oder teilweise ihre Deutung finden. Über die Ur-
sachen der Herausarbeitung des morphologischen Bildes sind jedoch
wir beide, ohne von unseren Arbeiten Kenntnis zu haben, zu dem-
selben Ergebnis gekommen. OEHME sagt z. B. u. a. (S. 26): »So
dürften auch die entsprechenden Kleinformen des Kreidesandsteins in
engster Abhängigkeit vom Gestein stehen.« (S. 28): »Der treppen-
förmige Aufbau des Längsprofils der kleinen Gründe ist gesteins-
bedingt. Sie passen sich auf das empfindlichste den geringen Unter-
schieden der Sandsteinschichten an.« Das Ergebnis ist in folgende
Abb. 13. Der Ambos in den Tyssaer Wänden. Sandstein der Zone des Inoceramua
labiatu* (ünterturon). Die Unterhöhlung der Ambosdccke ist dadurch entstanden, daß
eine härtere, schwerer zerstörbare Schicht über einer weicheren, leichter zerstörbaren liegt.
') Öhme, R., Klein- und Großformen der Südwest-Lausitz usw., Bautzen 1927.
Morphologie
139
Worte gefaßt (S. 82): »Die Kleinformen und Großformen des Elb-
sandsteingebirges sind bedingt durch die Beschaffenheit und Lage-
rung des Gesteins« (s. Abb. 13).
LäMPBKCHT 1 ) hat durch genaue Untersuchungen im Gebiete der
Schrammsteine und des Großen Winterberges ebenfalls festgestellt,
daß die Geländestufen von dem Wechsel in der Gesteinsbeschaffen-
heit abhängig sind.
Betrachtet man die von MICHEL 2 ) für den Hohen Schneeberg
herangezogenen Verhältnisse von diesem Gesichtspunkte, so ergibt
sich folgendes (vergl. Tafel 1, Profil 7):
Auf dem Gneis liegt der wasserundurchlässige, feinkörnige ceno-
mane Sandstein. Er bildet eine sanft ansteigende Böschung und reicht
bis an den Fuß der Wand (Labialus- Zone), wo seine Obergrenze durch
zahlreiche austretende Quellen gekennzeichnet ist. Man hat hier den
Beweis, daß der cenomane Sandstein der Zerstörung durch das rie-
selnde Wasser starken Widerstand entgegensetzt. Uber dem Cenoman
ragen in Steilabstürzen die durch unzählige senkrechte Risse und
Spalten sowie horizontale Querklüfte ein überwältigendes Bild der Zer-
störung bietenden Sandsteine der Labial us - Zone bis 40 in mächtig
empor.
Phot. W. H»hk, Dresden X. 6.
Abb. 14. Im Vordergründe ein Teil der Gipfelpartie der in Türme und Nadeln auf-
gelösten Sch rammstein kette, bestehend aus wasserdurchlässigen Sandsteinen der Stufe ßi
der Zone des Inoceramus Schlombachi (Oberturon); dahinter die von wasserundurchlässigen
Sandsteinen des Mittelturons gebildeten Ebenheiten, auf denen sich einzelne Felsklötze,
die Steine, der Stufe ßi erheben.
') LaMFREcnr, F., Wanderung 1 1, in Rußner, J., Sachs. Schweiz 1925, S. 1 17— 126.
3 ) Michel, H., Geol.-pctrogr. Unters, im Gebiet der Erzgcbirgsbruchzone westlich
Bodenbach. Tscberm. Min. u. petrogr. Mitt., N. F. 32. Bd., 4. u. 5. H., Wien 1914,
S. 324—325.
140 Morphologie
Auf dem Lnbiatus-Q uader liegt der weichere, feinkörnige Grtin-
sandstein sowie darüber der Plänermergel und Sandstein mit
Spondylus spinosus (Mittelturon ). Grünsandstein und Plänermergel
sind im allgemeinen wasserundurchlässig. Ihrer Widerstandsfähigkeit
gegen die Zerstörung verdanken die vom Hohen Schneeberg bis weit
nach X hin reichenden Ebenheiten ihre Ausbildung und Erhaltung 1 )-
t her der Spinosus-'/snw folgt wieder ein durchlässigerer Sandstein
und zwar zunächst die wenig Bindemittel besitzende leicht zerstörbare
Stufe « der Schloenbachi-'/one. Wo diese Stufe ins Denu-
dationsniveau gelangt ist. ist. die Abtragung in beschleunigter Weise
erfolgt. Die überlagernden festeren Sandsteine der Stufe ß wurden
ihres Fußes beraubt und stürzten zertrümmert in die Tiefe. Nur wenig
sekundär gefestigte Sandsteinpartien blieben als Steine stehen (Hoher
Schneeberg). Dort wo die Abtragung in Stufe « nicht ihre zerstörende
\\ irkung voll ausüben konnte, wie z. Ii. in den mächtigen Felsgebieten
östlich der Elbe, erhebt sich über den meist geböschten Schichten der
Stufe« eine geschlossene, in unzählige Einz< lquader aufgelöste Felsmasse
bis zu 100m Mächtigkeit (Stufe ß t der S <■ h I oenbac h i-Zone) (s.
Abi). 14). Darüber liegen die meist feinkörnigen, wenig durchlässigen
Sandsteine der Stufe |3 2 , und ehemals folgten dann noch die Ton-
mergel der Stufe y. Sie wirken wieder fiäehenerhaltond. wie man
dies an der Oberflächenform östlich der Linie Hennersdorf- Ivhaa. die
von den Sandsteinen der Stufe i\>. sowie an der Ottenbcrg- und Ilutten-
bergscholle, deren Oberflächen von der Stufe y beherrscht werden, be
obachten kann (vergl. Tafel 1, Profil 3 und 4). Jn einem großen Teile
des Östlichen Elbsandsteingebirges sind die Schichten der Stufe y bis
auf wenige Reste abgetragen. Durch die Verbindung der Gipfelpunkte
der Felsberge kann man aber ihre Basis noch annähernd feststellen 2 ).
Zur Veranschaulichung dieser Verhältnisse möge weiter ein Profil
vom Elbtal bei Prossen bis Waitzdorf (Profil li) dienen.
') Öhme, R a a. 0., S. 59, drückt sich in folgender Weise aus: »Schließlich könnte
man versuchen, die Entstehung der Ebenheitsflächen mit irgend einem Wechsel in der
Beschaffenheit des Gesteins zu erklären. Während des langen Stillstandes der Erosion
in der Diluvialzeit strömte der Hauplfluß dieses Gebietes (die Elbe) in der Höhe einer
widerstandigeren Gesteinsbank dahin. Diese Gesteinsbank wirkte als Basis für die Denu-
dation. hör eine solche Anschauung fehlen bis jetzt jedwede Anhaltspunkte. Hkttnkh
lohnt eine derartige Auffassung ab. Ich möchte mich in diesem Punkte Rathsbcrg (Zur
Morphologie des Heuscheuergebirges, 18. Ber. d. naturw. Ges. zu Chemnitz 1912) an-
schließen, der sagt, daß eine endgültige Lösung — wenn überhaupt eine möglich ist —
wohl erst nach einer genauen petrographischen Bearbeitung der Sächsischen Schweiz
tresp. der speziellen Gebiete and Niveaus) gefunden werden kann.
Pksck, A., Die neue Schrammsteinkarte. Zeitsclir. d. Ges. f. Erdkunde, Berlin
b 240. Die Oberflächen der Steine sind die Überreste einer Quaderplatte, die sieb
bis zu dem Hohen Schneeberg hinauf erstreckt hat und dort noch den Gipfel bildet.
Morphologie 141
Im Folgenden sei das morphologische Bild des Elb-
sand s t e i n g e b i r g e s nochmals kurz zusammengefaßt.
Emscher, nur im Kamnitzer I
Bruchgebiet und bei hohnstein J
Oberturone Ebenheit -H l )i
Quellen bei Uttewalde 6
Mittelturone Ebenheit
Wassertümpel von /I
Ebenheit am Lilien - /£—
stein/^— —
/o o
b: o'. •
Das morphologische Bild des Elbsandsteingebirges
5. Obert uron
3. Mitteltnron
2 Unterturon (Labial uszone)
1 . C e i. o m a n
Stufe i I Plateau, Hochflächen von Dorf Wehlen. Zatzschke,
f Uttewalde, Waitzdorf, am Ottenberge, östlich der
\ » ,32 l Linie Rennersdorf — Khaa; Quellen in der Um-
) gebung von Uttewalde
< » ,31 Steilrand, darunter senkrechte Felswände, die»Steine«
j und die zusammenhängenden Felsgebiete östlich
l der Elbe
| » i Sst., leicht zerfallend, Bildung von Böschungen, im
Erosionsniveau Ursache der Bildung der Steine
Plateau, Ebenheiten, an dessen Obergrenze Brunnen
von Dorf Ebenheit am Lilienstein usw.
iiai uszone) Steilrand, darunter senkrechte Felswände, Tyssaer
Wände! Abb. 13; südlich von Pirna
Ebenheitsflächen, Quellen an der Obergrenze.
Abb. 15.
142
Morphologie
Der Unterschied in der Zerstörbarkeit der Sandsteine, wie er von
PETRASCHECK hervorgehoben wird, scheint nicht in der dargestellten
Weise vorhanden zu sein. Hin wasserundurchlässiger Sandstein, wie
er sich vorwiegend im Cenoman, im Mittelturon und in der Stufe ß 2
der Schloenbaehi - Zone vorfindet, wird in folgender Weise der Zer-
störung anheimfallen.
a
I
c
Linie a und b stellen die ursprüngliche äußere Form des Schich-
tenkomplexes dar. Liegt das Denudationsniveau bei Punkt c, so wird
sich im Laufe der Zeit durch Abtragung eine Böschung herausbilden,
die die Oberflächenform der Linie d erstrebt. Weiter wird sich bald
Schutt, Humus und ein Pflanzenkleid als Schutzdecke Uber das Ge-
stein legen, so daß hierdurch die Abtragung bedeutend aufgehalten
werden kann.
Die Zerstörung der wasserdurchlässigeren Sandsteine der hier in
Frage kommenden Labiatus-Zoae sowie der Stufe ß, der Schloen-
bachi - Zone geht in anderer Weise vor sich.
Hierzu diene folgendes Schema:
Abb. 17.
Abb. 16.
a und b sollen wieder die ursprüngliche äußere Form und Punkte
das Denudationsniveau darstellen. Das Gestein ist von einer Unmenge
senkrechter und horizontaler Spalten und Klüfte durchzogen. Nach
einem gewissen Zeitraum zeigt sich folgendes Bild:
Abb. 18.
Während der undurchlässigere Sandstein mit seinen geböschten
Hängen den Verlust der fortgetragenen Massen schon von außen zur
Schau trägt, bietet der durchlässigere Sandstein durch das senkrechte
Aufstreben der Sandsteinmassen auch am Rande das Bild des Bestän-
Morphologie
143
cligeren, vergl. Abb. 14, die Schrammsteinkette. Da aber die Zer-
störung innerhalb der gesamten Masse des letzteren an unzähligen
Stellen gleichzeitig wirkt, und Schutt, Humus und Pflanzenkleid zum
Schutze des Gesteins meist nur in ganz geringem Maße vorhanden sind,
dürfte die Zerstörung bei diesem, wenn nicht eine besondere Verfesti-
gung des Gesteins erfolgt ist, mindestens ebenso schnell, wenn nicht
schneller, als bei dem undurchlässigeren, eine geschlossene Masse
bildenden Sandstein vor sich gehen (Abb. 9).
Aus der verschiedenen Höhenlage der Schollen und
deren Gesteinszusammensetzung erklärt sich somit voll-
ständig die morphologische Entwicklung des Gebietes.
Das sich hieraus ergebende Verhältnis zu V. STAFF r ) wird in einer
besonderen Studie zu behandeln sein.
Die von H. FÖRSTER (a. a. Ü. S. 8ü) geschilderte Einwirkung
veränderter klimatischer Verhältnisse in früheren Zeitabschnitten
dürfte auf das morphologische llild des Sandsteingebirges auch nur
einen begrenzten Einfluß gehabt haben. Man kann wohl anneh-
men, daß die mannigfaltigen, durch tektonische Verhält-
nisse an die Oberfläche gelangten Sedimente je nach
ihrer Neigung zur Zerklüftung nebeneinander Ebenheits-
flächen und Steilabstürze zu allen Zeiten gebildet haben
') Staff, H. v., Zur Geomorphogenie und Tektonik des Gebietes der Lausitzer Über-
schiebung, Jena 1914.
144
__ t
=Tonmergel
e i-As
BI --Sandslein
I Altohlisch» Bohm.Kommlzer Scholle
II Albswändescholle
DI Slemwandscholle
IV Moibergscholle
Abb. 19 (zu S. 63).
II weiter westlich
Abb. 20 (zu S. 67).
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46 .
Verzeichnis der Schollen
A. Die Liliensteinscholle
B. Die Winterbergscholle
C. Die Rosenbergscholle
D. Die Sternbergscholle
E. Die Tännigtscholle
F. Die Windischkamnitzer Scholle
6. Die Dittersbacher Scholle
11. Die Snppgebergscholle
1. Die Rennersdorier Scholle
K. Die Ottenbergscholle
L. Die Elbleitenscholle
M. Die Arnsdorfer Scholle
N. Die Binsdorler Scholle
O. Die Roscnkammscholle
P. Scholle Sign. 415,4
Q. Scholle Sign. 3t>2,0
R. Die Laubescholle
S. Die Hainbiihlscholle
T. Die Huttenbergscholle
U. Die Maibergscholle
V. Die Jonsbacher Scholle
W. Die Loosdorfer Scholle
X. Scholle Sign. 342,0
Y. Die Philippenauscbolle
Z. Die Steinwandscholle
Ai. Die Albswändeschollo
Bi. Die Noldeseholle
Ci. Die Kamnitzer Schiet! hausse holle
Di. Die Focksche Höhe-Scholle
El. Die Loosdorf Ost-Scholle
Fi. Die Poppenbergscholle
Gl. Die Scholle Altohlisch-Böhni. Kam-
II l. Die Rauensteinscholle [tiitz
li. Die Bärcnsteinscholle
Kl. Die Brandscholle
Li. Die Basteischolle
Mi. Die Uttewalder Scholle
Ni. Die Horrenleitescholle
Ol. Die Zatzschkescholle
Pl. Die Schöne Höhe Scholle
Scholle
Scholle
Scholle
Qi.
Die
Krietzschwitzer Scholle
Ri.
Die
Kreibitzer Scholle
Si.
Die
Kaltenbergscholle
Ti.
Die
Tannenbergscholle
Ui.
Die
Waltersdorfer Scholle
Vi.
Die
Kamnitzer Schloßbergscholle
Wi.
Die
Freudenberger Scholle
Xi.
Die
Markersdorfer Scholle
Yi.
Die
Robitzer Scholle
Zi.
Die
Langenauer Scholle
Az.
Die
Lcipaer Spitzbergscholle
Bä.
Die
Betgrabenscholle
Cä.
Die
Schwoikaer Scholle
D*.
Die
Ortelsbcrgscholle
Eä.
Die
Grünbergscholle
l'ä.
Die
Dobernscholle
Gs.
Die
Pießniger Scholle
Gäa.
Die Lindenauor Scholle
Hä.
Die
Klemensdorfcr Scholle
Iä.
Die
Reichstädter Scholle
Kä.
Die
Barzdorfer Scholle
Lä.
Die
Kriesdorfer Scholle
Mä.
Die
Oybinscbolle
Nä.
Die
Hochwaldseholle
Oä.
Die
Mühlsteinscholle
Pä.
Dio
Hoffnungscholle
Qä.
Die
Deutsch Gabler Scholle
Rä.
Die
Rabsteinscholle
Sä.
Die Ohlbergscholle
T2.
Dio
Oberkriesdorfer Scholle
U 2.
Dio
Kriesdorfer Plänerscholle
V2.
Die
Neuländer Scholle
W2.
Die
Willhoschtscholle
X2.
Die
Gründcmnüblschollo
Y2.
Die
Drum-Tbammühlscholle
Z2.
Die
Maschwitzbergscholle
As.
Die
Kahlebergseholle
Bs.
Die
Auritschscholle
Cs.
Die
Ferdinandsbergscholle
Ds.
Die Kollscholle
A— Al, Di- Fi, Hi— Qi sind im I. Teil,
Bi, Cl, Ri— Ü3 im II. Teil,
Gl ist teils im I. und teils im II. Teil behandelt.
Abhandl. d. Preuß. Geol. Landesanst., N. F., Heft 112
Profil vom Gomplilzbach nördlich über Rosenkamm Sign. 431 ,o nach d
in die 6/be bei Herrnskrelschen . mum
rnsdorfer Scholli
n chotle
bei Saupsdorf. Manstav i :5000k
UJmdiscfika.rntUcr Schulte
Omntrn/MX/c SemmeforfrrMa/te
Profil von Mederkreibik H I//.. iiberde/i ßudolpfislel/i m/id.fu/e/diübe/.
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ifn:ert*iy schotte
r Schölte Suppgeöayscholte llnmglschotie
Profil Pond. Ziegelei im lfhruägiviide{//in/egessen)südös/M
Malislab / 50000
lauscMcscrwlle
Herren. 1 eitescnotle
F., Heft 112.
JJrnsdorfer Schotte
Bimdorfer Schotte
isenkammscno . ■
EltyleitenscholU WmtcröergschoUe hhensie/n
Schone
’t ohlisch nördlich entlang derBlatlgrenze über dm Rosenberg nach der Lausitzer Hanptvenverfung
Kosentert 6m« bei Saupsdorf. Maßstab t: 50000
Rosenbergscholle
LUi nterbergschoHe .
v/it vom Gomptitzbach nördlich über Rosenkamm Sign, m nach der Kamnilzbachmündung
in die übe bei Hermskretsctien. Maßs/aotsoooo ..
' rm C Zon
2 u ' flrU /3 V»oc
tennigi&diotle
Maßstab / 50000
u, {i. Säirnsirmsc/iol/e Raxa
Geholt’ J Satt
title ns/cs nschotle
W/ntcröecy, schotte
'k^dimUksnä^mmkfHin^ssenjsätMlidt uäerdJi/iensfein zur fite A /tönigstön.
Herren./ et/escaotle
von den Rabs/einer fabrihen nördlich über dm Gohtisrh
nach dem fiühnerstein . Ma/istab /. 50000.
Profit von der ftbe bei
Lausitzer tlanptveiw
l ■ mi/ul/urant (Oen/teit U
Nr.ü.
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Tafel 1
'(jn. 43J,o nach der Kamnitzbachmündung
’ Ischen. MaßStaO t SO 000
Mittelturon
Zone des 7rwecramus Labia tus
Cenoman
Basal:
Paläoe. Schiefer
Granit
Stärungstrme
Winterbergschotte
l/hensic.n
Schotte
Clbie/terischofte
\ laßsiat) / -50000
l Menst et nschoite
laustUtr
6rum/
QeGtf!
UJi nterbergscholle
Profil von der t'lbe bei Prossen nordösUirh nach der
Landtier Hauptverwerfung hei Waitzdorf.
I • mtltetturone Cbenheit. U ■ ober tutvrres Plateau
„ 5 watu/tarf
:6.
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olle ßnm/tsdnt/e It/rrrtertreryschcJe
ftv/ilnm Hirschbery bei Brache as/non/ds/itch n. d. Hohen Schneebery
' Müßt** ’ SOOO ° aartScnneeberg
Warta
Abhandlungen der Preufi. Geolog. Landesanstalt N. F., Heft 112
Tektonische L
Die Kreideablagerungen zwisc
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öneismassio.
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Böhmisches Mittelqebin\e
“Profile f-7.
ES /auflteerfxmpiverwetfunq.
GZ) StörungsUnim.
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7/jrn SF-UMan/7e/l2
GZ) ThudihniawatM 'SodenMmn/fnM.
Bearbeitet von Hermann Ändert
rektonische Übersichtskarte zu Ändert
Dlagerungen zwischen der Elbe in Sachsen und dem Jeschken
Tafel 2
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380-930-
330-380-
280-330-
2/0280-
760-270-
710 760-
70-170"
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Photolithographie u. Druck d. Preuh. Geolog. Landesanstalt, Berlin
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